Die Mauereidechse (Podarcis muralis), zu welcher auch die italienische Mauereidechse gehört, gehört zur Klasse der Kriechtiere (Reptilia), der Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) und zur Gattung der Mauereidechsen (Podarcis).

Im Jahr 2011 wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum Reptil des Jahres ernannt.

Mauereidechse auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Podarcis muralis
Familie
Echte Eidechsen (Lacertidae)
Lebensweise
Tagaktiv, flink und wärmeliebend
Italienischer Name
Lucertola muraiola

Im Italienischen heißen Mauereidechsen Lucertola muraiola. Sie sind dort fast überall heimisch. Eine ähnliche Form der Mauereidechse ist die Waldeidechse, die vor allem im alpinen Raum in Italien vorkommt.

Beobachtungstipp: Mauereidechsen lassen sich besonders gut an warmen, sonnigen Steinmauern, Felsen und anderen geschützten Stellen beobachten. Häufig verschwinden sie blitzschnell zwischen Steinen, wenn man sich ihnen nähert.

Leben und Verhalten der Mauereidechse

Mauereidechsen in Italien können bis 25 cm lang werden und sind vor allem an südöstlich und südwestlich exponierten Stein- und Felsflächen zu finden, vor allem dann, wenn die Sonne scheint. Sie sind sehr flink und tagaktiv. Sie legen in der Regel zwischen zwei und zehn Eier, die sie in einem Gelege unter Steinen oder in einem selbstgegrabenen Gang ablegen. Zu ihrer Nahrungsquelle gehören vor allem Insekten.

Das Erscheinungsbild kann verschieden sein. Mal sind sie getüpfelt und mit vielen Flecken übersät, mal einfarbig ohne Zeichnung, rötlich, braun oder gelblich.

Sich sonnende italienische braune Mauereidechse
Sich sonnende italienische Mauereidechse

Gut zu wissen: Die Färbung und Zeichnung der Mauereidechsen kann sehr unterschiedlich ausfallen. Deshalb können Tiere derselben Art auf den ersten Blick deutlich verschieden aussehen.

Mauereidechsen in Italien – fotografische Eindrücke

Da ich diese Tiere ausgesprochen liebe, freue ich mich jedes Mal, wenn mir ein Exemplar vor die Linse kommt. Alle nachfolgenden Mauereidechsen haben ihren Wohnsitz in Italien.

Grau gemusterte Mauereidechse in Piedicavallo

Grau gemusterte Mauereidechse in Piedicavallo

Braun gemusterte Mauereidechse in Piedicavallo

Braun gemusterte Mauereidechse in Piedicavallo

Mauereidechse auf der Suche nach Beute im Biellese

Auf der Suche nach Beute im Biellese

Neugierige Mauereidechse im Biellese

Neugieriges Exemplar im Biellese

Sonne tankende Mauereidechse in Piedicavallo

Sonne tankende Mauereidechse in Piedicavallo

Weghuschende Mauereidechse in San Gottardo

Weghuschende Mauereidechse in San Gottardo

Rötlich braune Mauereidechse in Rassa

Rötlich-braune Mauereidechse in Rassa

Rotbraune italienische Mauereidechse in Rassa

Rotbraune italienische Mauereidechse in Rassa

Mauereidechsen beobachten

Wenn Sie Mauereidechsen in Italien beobachten, lohnt sich ein ruhiger Blick auf sonnige Mauern, Felsen und Steinhaufen. Die Tiere sind sehr schnell und ziehen sich bei Gefahr meist sofort in Spalten oder andere Verstecke zurück. Bitte lassen Sie die Tiere in ihrem Lebensraum und versuchen Sie nicht, sie einzufangen.

Mauereidechsen in Italien – Kurioses und Wissenswertes

Verbreitung und Lebensraum der Mauereidechse in Italien

Wo kann man in Italien Mauereidechsen finden?

Die Mauereidechse (Podarcis muralis) gehört zu den am weitesten verbreiteten Eidechsen Italiens. Besonders häufig ist sie in Nord- und Mittelitalien. Sie kommt dort sowohl in ländlichen Gebieten als auch mitten in Städten vor. Typische Lebensräume sind alte Mauern, Trockenmauern, Ruinen, Felsen, Bahndämme, Straßenböschungen, Gärten, Weinberge, Waldränder und steinige Flächen.

Der Name ist dabei sehr passend: Mauereidechsen nutzen senkrechte Flächen nicht nur zum Sonnenbaden, sondern auch als Jagdgebiet und Versteck. Zwischen Steinen und in kleinen Mauerspalten finden sie Schutz vor Feinden und können sich bei Gefahr sehr schnell zurückziehen.

In Italien reicht das Vorkommen vom Meeresspiegel bis in hochgelegene Gebiete. Nach den italienischen Roten Listen wurden Mauereidechsen bis in Höhen von mehr als 2.200 Metern nachgewiesen. In den südlichen Regionen wird die Verbreitung allerdings zunehmend lückenhaft und ist stärker an geeignete Höhenlagen und feuchtere, schattigere Lebensräume gebunden.

Besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es deshalb in den Alpen und im Apennin, an alten Häusern und Burgruinen, an sonnigen Steinmauern, an Flussufern mit Geröll sowie in vielen historischen Ortszentren Nord- und Mittelitaliens.

Gibt es ein Gebiet in Italien, wo keine Mauereidechsen leben?

Ja. Besonders auffällig ist das Fehlen der Mauereidechse auf den beiden großen Inseln Sardinien und Sizilien. Ihr natürliches italienisches Verbreitungsgebiet umfasst vor allem das Festland; auf den großen Mittelmeerinseln wird sie durch andere Eidechsenarten ersetzt.

Auf Sizilien ist beispielsweise die Sizilianische Mauereidechse (Podarcis wagleriana) heimisch, während auf Sardinien die Tyrrhenische Eidechse (Podarcis tiliguerta) vorkommt. Auch die Italienische Mauereidechse beziehungsweise Ruineneidechse (Podarcis siculus) besitzt auf beiden großen Inseln ein großes Verbreitungsgebiet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass auf Sardinien oder Sizilien grundsätzlich niemals eine Podarcis muralis anzutreffen wäre. Einzelne eingeführte oder verschleppte Tiere können außerhalb des natürlichen Areals auftreten. Für die natürliche Verbreitung gilt jedoch: Sardinien und Sizilien gehören nicht zum regulären Areal der Mauereidechse.

Auch innerhalb des italienischen Festlands gibt es Regionen, in denen die Art nur sehr selten oder überhaupt nicht vorkommt. Im Süden wird die Verbreitung deutlich lückenhafter. Besonders in wärmeren und trockeneren Tieflagen kann die konkurrenzstärkere Italienische Mauereidechse häufiger sein.

Welche Arten von Mauereidechsen gibt es?

Hier muss zwischen der Mauereidechse im engeren Sinn und der Gattung Podarcis unterschieden werden. Die Mauereidechse Italiens ist die Art Podarcis muralis. Sie ist keine Gruppe verschiedener Arten, sondern eine eigenständige Art innerhalb der Gattung Podarcis.

Innerhalb von Podarcis muralis wurden traditionell zahlreiche geografische Unterarten und Formen unterschieden. Für Italien werden unter anderem Podarcis muralis muralis, Podarcis muralis maculiventris, Podarcis muralis nigriventris, Podarcis muralis colosii und weitere Formen genannt. Die Abgrenzung und der taxonomische Rang einzelner Unterarten wurden im Laufe der Forschung jedoch unterschiedlich bewertet.

Italien besitzt außerdem mehrere andere Arten der Gattung Podarcis, die leicht mit der Mauereidechse verwechselt werden können. Dazu gehören beispielsweise die Italienische Mauereidechse (Podarcis siculus), die Tyrrhenische Eidechse (Podarcis tiliguerta) und die Sizilianische Mauereidechse (Podarcis wagleriana).

Gerade bei der Bestimmung auf Fotos sollte deshalb nicht allein nach der Farbe gegangen werden. Die Färbung der Mauereidechse ist sehr variabel. Körperzeichnung, Bauchfärbung, Schuppenmerkmale, Lebensraum und geografische Lage können gemeinsam wesentlich zuverlässiger sein.

Gift, Schutz und Umgang mit Mauereidechsen

Sind italienische Mauereidechsen giftig?

Nein. Die Italienische Mauereidechse (Podarcis muralis) ist nicht giftig und besitzt keine Giftdrüsen, mit denen sie Menschen oder andere Tiere durch einen Biss vergiften könnte.

Auch ihr Biss stellt für den Menschen normalerweise keine Gefahr dar. Die Tiere sind sehr klein und flüchten in der Regel sofort, wenn sich ein Mensch nähert. Wenn eine Mauereidechse gefangen oder festgehalten wird, kann sie allerdings versuchen zu beißen. Das ist eine Abwehrreaktion und kein Angriff mit Gift.

Eine häufige Verwechslung entsteht dadurch, dass manche Reptilien tatsächlich Gift besitzen. Die Mauereidechse gehört jedoch nicht zu diesen Arten. Ihre wichtigsten Verteidigungsmechanismen sind Flucht, Verstecken und die Fähigkeit, bei einem Angriff einen Teil des Schwanzes abzuwerfen.

Stehen Mauereidechsen in Italien unter Naturschutz?

Ja. Die Mauereidechse ist in Italien rechtlich geschützt. Sie ist in Anhang II der Berner Konvention und in Anhang IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufgeführt. Die italienische Rote Liste bewertet Podarcis muralis derzeit als „Least Concern“ beziehungsweise „Nicht gefährdet“. Das bedeutet jedoch nicht, dass einzelne Tiere gefangen oder getötet werden dürfen.

Der Schutz ist besonders deshalb relevant, weil auch eine weit verbreitete Art lokal unter Druck geraten kann. Der Verlust von Trockenmauern, alten Steinstrukturen, Ruderalflächen und geeigneten Rückzugsorten kann einzelne Populationen beeinträchtigen.

In Schutzgebieten können zusätzliche Bestimmungen gelten. Je nach Region und Schutzgebiet können die konkreten Vorschriften unterschiedlich umgesetzt werden. Grundsätzlich sollte man Mauereidechsen deshalb weder fangen noch absichtlich verfolgen, verletzen oder aus ihrem Lebensraum entfernen.

Auch Eier, Jungtiere und Fortpflanzungs- oder Rückzugsplätze sind nicht etwas, das man für private Zwecke entnehmen sollte. Besonders bei seltenen lokalen Populationen kann bereits die Zerstörung geeigneter Mauerspalten oder Trockenmauern problematisch sein.

Können Mauereidechsen als Haustiere gehalten werden?

Eine wild lebende Mauereidechse sollte nicht eingefangen und als Haustier gehalten werden. Neben den tierschutzrechtlichen Problemen ist vor allem der Schutzstatus der Art zu berücksichtigen. Für geschützte Wildtiere gelten andere Regeln als für legal gezüchtete Reptilien aus dem Handel.

Auch aus biologischer Sicht ist die Mauereidechse kein typisches Haustier. Sie ist ein sehr bewegliches Wildtier, das Sonnenplätze, Verstecke, unterschiedliche Temperaturen, geeignete Nahrung und einen ausreichend strukturierten Lebensraum benötigt. Ein kleines Terrarium kann die Bedingungen einer natürlichen Steinmauer oder eines felsigen Lebensraums nur sehr eingeschränkt nachbilden.

Wer eine Mauereidechse im Garten entdeckt, sollte sie deshalb dort lassen. Ein Garten mit sonnigen Steinen, Trockenmauern, kleinen Spalten und einer vielfältigen Insektenwelt kann wesentlich mehr für die Tiere bewirken als eine Haltung im Terrarium.

Nahrung, Feinde und Überlebensstrategien

Was fressen Mauereidechsen?

Mauereidechsen ernähren sich überwiegend von kleinen wirbellosen Tieren. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Insekten, Spinnen und andere Gliederfüßer. Je nach Lebensraum können auch kleine Schnecken, Würmer und weitere bodenlebende Wirbellose erbeutet werden.

Die Tiere sind aktive Jäger. Sie sitzen häufig auf einer warmen Mauer oder einem Stein, beobachten ihre Umgebung und laufen plötzlich ein kurzes Stück los, um ein Beutetier zu ergreifen. Gerade Mauern sind dafür besonders geeignet, weil sich dort zahlreiche Insekten aufhalten.

Gelegentlich werden auch pflanzliche Bestandteile aufgenommen. Das kann beispielsweise bei sehr kleinen Früchten oder anderen weichen Pflanzenteilen vorkommen. Der Schwerpunkt der Ernährung liegt jedoch bei tierischer Nahrung.

Interessant ist außerdem, dass Mauereidechsen nicht ausschließlich nach dem Sehen jagen. Eidechsen können chemische Informationen aus ihrer Umgebung wahrnehmen. Dabei spielt die Zunge eine wichtige Rolle, weil sie chemische Moleküle aufnehmen und dem sogenannten Vomeronasalorgan zuführen kann.

Welche Tiere in Italien haben Mauereidechsen auf ihrem Speiseplan?

Mauereidechsen stehen bei verschiedenen italienischen Räubern auf dem Speiseplan. Zu den wichtigsten natürlichen Feinden gehören insbesondere Schlangen, Greifvögel und andere räuberische Vögel. Auch einige Säugetiere können Eidechsen erbeuten.

Unter den Schlangen kommen verschiedene Arten als potenzielle oder nachgewiesene Räuber infrage. Dazu zählen beispielsweise die Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus), die Schlingnatter (Coronella austriaca) und weitere Schlangenarten, die kleine Reptilien fressen.

Für Jungtiere ist die Zahl der möglichen Feinde noch größer. Kleine Mauereidechsen sind eine geeignete Beute für zahlreiche Vögel und andere räuberische Tiere, die für eine ausgewachsene Eidechse zu klein wären.

Eine besonders ungewöhnliche Beobachtung wurde in Italien wissenschaftlich dokumentiert: In der Poebene wurde eine erwachsene Mauereidechse von einer Gottesanbeterin (Mantis religiosa) erbeutet. Eine solche Beobachtung ist außergewöhnlich, weil eine Gottesanbeterin normalerweise Insekten und andere kleinere Beutetiere jagt. Sie zeigt aber, wie flexibel Räuber bei seltenen Gelegenheiten reagieren können.

Auch Hauskatzen können Mauereidechsen fangen. Für einzelne Populationen in Siedlungsgebieten kann dies durchaus relevant sein, insbesondere wenn Katzen regelmäßig in Mauern, Gärten oder Ruinen jagen.

Können italienische Mauereidechsen riechen?

Ja. Mauereidechsen können chemische Reize wahrnehmen und verfügen über ein leistungsfähiges chemisches Sinnessystem. Dabei ist allerdings zu unterscheiden zwischen dem klassischen Geruchssinn und der besonderen chemischen Wahrnehmung über das Vomeronasalorgan, das auch als Jacobson-Organ bezeichnet wird.

Besonders auffällig ist das sogenannte Züngeln. Die Mauereidechse bewegt ihre gespaltene Zunge schnell aus dem Maul und wieder zurück. Dabei können chemische Moleküle aus der Umgebung aufgenommen werden. Diese gelangen anschließend zu speziellen Sinnesorganen im Bereich des Gaumens.

Auf diese Weise können Eidechsen Informationen über ihre Umgebung erhalten. Chemische Reize können beispielsweise bei der Nahrungssuche, bei der Erkennung anderer Eidechsen und bei der Wahrnehmung möglicher Gefahren eine Rolle spielen.

Die Mauereidechse „riecht“ also nicht ausschließlich so, wie wir Menschen mit unserer Nase riechen. Sie besitzt mehrere chemische Wahrnehmungswege, die zusammenarbeiten. Das häufige Züngeln ist deshalb keineswegs nur eine zufällige Bewegung.

Gerade bei einer Mauereidechse, die regungslos auf einem Stein sitzt und immer wieder mit der Zunge züngelt, lässt sich dieses Verhalten besonders gut beobachten.

Übertragen Mauereidechsen Krankheiten?

Mauereidechsen gelten nicht als typische Krankheitsüberträger für Menschen. Wie andere Reptilien können sie jedoch Mikroorganismen tragen, die unter bestimmten Umständen auf den Menschen übertragen werden können. Besonders bekannt ist die Bakteriengattung Salmonella.

Das bedeutet nicht, dass eine Mauereidechse automatisch krank ist oder dass eine Begegnung im Garten gefährlich wäre. Wild lebende Reptilien können gesund erscheinen und trotzdem bestimmte Bakterien tragen. Eine Übertragung erfolgt vor allem dann, wenn Erreger über Kot, Körperoberflächen oder verunreinigte Gegenstände aufgenommen und anschließend über den Mund in den Körper gelangen.

Deshalb sollte man wilde Mauereidechsen nicht anfassen oder fangen. Wer beispielsweise beim Arbeiten an einer alten Mauer mit Reptilien oder deren Ausscheidungen in Kontakt kommt, sollte anschließend gründlich die Hände waschen.

Besondere Vorsicht gilt bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei diesen Personengruppen können bestimmte durch Reptilien übertragene Infektionen schwerer verlaufen.

Eine direkte Übertragung einer Krankheit durch das bloße Beobachten einer Mauereidechse ist dagegen nicht zu erwarten. Wer die Tiere lediglich aus einiger Entfernung auf einer Mauer oder einem Stein beobachtet, muss sich normalerweise keine Sorgen machen.

Mauereidechsen und der Mensch

Wurden Mauereidechsen in Italien aus historischer Sicht gegessen?

Für die Mauereidechse Podarcis muralis lässt sich keine allgemein verbreitete italienische Tradition nachweisen, nach der diese Art regelmäßig als Lebensmittel gegessen wurde. Es wäre deshalb irreführend, sie als Bestandteil einer typischen italienischen Küche darzustellen.

Historische Quellen und die italienische Sprache zeigen allerdings, dass Eidechsen in der Volkskultur durchaus bekannt waren und teilweise auch als Nahrung von Tieren betrachtet wurden. In alten Redewendungen findet sich beispielsweise die Vorstellung von Katzen, die Eidechsen fressen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen die Mauereidechse regelmäßig verzehrten.

Auch aus heutiger Sicht sollte man Mauereidechsen nicht fangen oder töten. Die Art steht unter Schutz, und Wildtiere gehören nicht in die Küche. Historische Hinweise auf den Verzehr anderer Reptilien dürfen außerdem nicht automatisch auf die Mauereidechse übertragen werden.

Eidechsen waren in der italienischen Volkskultur bekannt und tauchen in historischen Redewendungen auf, eine belegte kulinarische Tradition des regelmäßigen Verzehrs von Mauereidechsen ist dagegen nicht bekannt.

Gibt es eine kuriose Geschichte, die von einer Mauereidechse handelt?

Eine besonders kuriose wahre Begebenheit aus Italien betrifft nicht eine historische Persönlichkeit, sondern eine ungewöhnliche Begegnung zwischen Räuber und Beute. Wissenschaftler dokumentierten in der Poebene den Fall, dass eine Gottesanbeterin eine erwachsene Mauereidechse (Podarcis muralis) erbeutete.

Der Fund ist deshalb bemerkenswert, weil die Gottesanbeterin normalerweise Insekten und andere kleine Tiere jagt. Eine ausgewachsene Mauereidechse ist für eine Gottesanbeterin eine ungewöhnlich große Beute. Der wissenschaftlich dokumentierte Fall zeigt, dass selbst bei einem kleinen Räuber gelegentlich ein überraschendes Beutespektrum auftreten kann.

Noch bekannter ist eine andere kuriose Vorstellung aus der italienischen Volkskultur: Eine Mauereidechse mit zwei Schwänzen galt beziehungsweise gilt in manchen Traditionen als Glückszeichen. Eine solche Erscheinung kann tatsächlich vorkommen. Nach einer Verletzung kann sich der Schwanz regenerieren und unter bestimmten Umständen können dabei zwei Schwanzabschnitte entstehen.

Die Vorstellung von der „zweischwänzigen Eidechse“ wurde deshalb mit Glück verbunden. In der italienischen Sprache und Volkskultur finden sich entsprechende Redewendungen und Vorstellungen rund um die „lucertola a due code“.

Mauereidechse oder Gecko?

Was ist der Unterschied zwischen einer Mauereidechse und einem Gecko?

Mauereidechsen und Geckos können auf den ersten Blick ähnlich wirken, gehören aber zu unterschiedlichen Gruppen von Echsen. Die Mauereidechse gehört zur Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) und zur Gattung Podarcis. Geckos gehören dagegen zu anderen Familien innerhalb der Gruppe der Schuppenkriechtiere.

Ein auffälliger Unterschied sind die Augen. Mauereidechsen besitzen bewegliche Augenlider und können ihre Augen schließen. Bei vielen Geckos sind die Augen dagegen anders gebaut; zahlreiche Geckoarten besitzen keine beweglichen Augenlider und reinigen ihre Augen mit der Zunge.

Auch die Füße unterscheiden sich deutlich. Mauereidechsen haben normale Zehen mit Krallen und können damit sehr geschickt über Felsen, Steine und Mauern laufen. Viele Geckos besitzen dagegen spezielle Haftstrukturen an den Zehen, mit denen sie auch an glatten senkrechten Flächen und teilweise sogar an Decken laufen können.

Auch das Verhalten ist unterschiedlich. Mauereidechsen sind typische tagaktive Sonnenanbeter. Man sieht sie häufig am Vormittag auf warmen Mauern oder Steinen. Viele in Italien vorkommende Geckos sind dagegen nacht- oder dämmerungsaktiv und werden eher in der warmen Abend- und Nachtzeit entdeckt.

Wer tagsüber eine kleine Eidechse auf einer sonnigen Steinmauer sieht, hat es in Italien deshalb sehr häufig mit einer Mauereidechse oder einer verwandten Podarcis-Art zu tun und nicht mit einem Gecko.

Beobachtung und Verhalten

Wann ist die beste Zeit, um Mauereidechsen zu beobachten?

Die beste Zeit für die Beobachtung liegt grundsätzlich in den wärmeren Monaten. Besonders günstig sind Frühjahr, Sommer und der frühe Herbst. Im Frühjahr beginnen die Tiere nach der Winterruhe wieder regelmäßig aktiv zu werden und nutzen sonnige Flächen, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen.

Für Beobachtungen sind die frühen Morgenstunden und der spätere Vormittag besonders interessant. Die Tiere sitzen dann häufig auf sonnenbeschienenen Mauern oder Steinen und wärmen sich auf. An sehr heißen Sommertagen ziehen sie sich dagegen teilweise in kühlere Spalten zurück und sind in der größten Mittagshitze weniger auffällig.

Auch der Nachmittag kann sehr gut geeignet sein, vor allem wenn die betreffende Mauer oder Felsfläche zu dieser Tageszeit Sonne bekommt. Nach warmen Tagen können Mauereidechsen bis in den Spätsommer und Herbst hinein aktiv bleiben.

Im Winter sind sie überwiegend inaktiv. Bei ungewöhnlich warmem Wetter können einzelne Tiere allerdings auch während der kalten Jahreszeit kurz erscheinen. Deshalb ist eine Beobachtung im Winter nicht völlig ausgeschlossen.

Wer Mauereidechsen fotografieren möchte, sollte sich langsam bewegen und einen gewissen Abstand halten. Die Tiere reagieren sehr schnell auf Bewegungen und verschwinden bei Gefahr in einem Mauerspalt oder unter einem Stein.

Warum sitzen Mauereidechsen so oft auf warmen Mauern?

Mauereidechsen sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur hängt deshalb stark von der Umgebungstemperatur ab. Eine warme Steinmauer oder ein sonnenbeschienener Felsen kann ihnen dabei helfen, die für Bewegung und Verdauung benötigte Körpertemperatur zu erreichen.

Das Sonnenbaden ist deshalb kein bloßes Ausruhen. Nach einer kühlen Nacht können die Tiere zunächst bewegungslos auf einem warmen Untergrund sitzen. Sobald die Körpertemperatur ausreichend angestiegen ist, werden sie aktiver und beginnen mit der Nahrungssuche.

Eine Mauer bietet gleichzeitig mehrere Vorteile: Sie kann sich stark erwärmen, enthält Spalten als Verstecke und liegt häufig dort, wo viele Insekten unterwegs sind. Deshalb verbindet die Mauereidechse auf einer einzigen Steinmauer Wärmequelle, Jagdgebiet und sicheren Rückzugsort.

Warum können Mauereidechsen ihren Schwanz verlieren?

Der Schwanz dient der Mauereidechse nicht nur zur Fortbewegung. Er ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil ihrer Verteidigungsstrategie. Wird eine Eidechse von einem Räuber am Schwanz gepackt, kann sie einen Teil davon abwerfen. Dieser Vorgang wird als Autotomie bezeichnet.

Der abgetrennte Schwanz kann sich anschließend noch eine Zeit lang bewegen. Dadurch wird der Angreifer abgelenkt, während die Eidechse selbst fliehen kann.

Der Schwanz wächst später wieder nach. Der regenerierte Schwanz ist allerdings nicht einfach eine perfekte Kopie des ursprünglichen Schwanzes. Das nachwachsende Gewebe unterscheidet sich in seinem inneren Aufbau vom ursprünglichen Schwanz.

Eine Eidechse mit einem ungewöhnlich geformten oder gegabelten Schwanz muss deshalb nicht automatisch eine besondere Art sein. Solche Erscheinungen können durch Verletzungen und die anschließende Regeneration entstehen.