Italien ist für seine endlos lange Küste und den zahlreichen Traumstränden bekannt, aber kaum für seine unbekannten Strände. Im Hochsommer herrscht an vielen Stränden, vor allem an der oberen Adria, Ölsardinen-Feeling. Es gibt kaum ein Plätzchen entlang der 7.600 m langen Küste, das kaum besucht ist. Allerdings existieren auch in Italien unbekanntere Strände, die von vielen Urlaubern noch nicht entdeckt worden sind. Nachfolgend lernen Sie 6 unbekannte Strände in Italien für einen ruhigen und entspannten Urlaub am Meer kennen.

1. Punta Crena, Varigotti, Ligurien

Was für eine tolle abgelegene Bucht! Unbekannte Strände in Italien liegen im Trend und dieser kleine unbekannte Sandstrand gehört definitiv zu den wohl kaum besuchten Strandparadiese. Er befindet sich nahe dem beliebten Küstenort Varigotti, einen belebten Ort an der Riviera di Ponente. Von hier aus kann der Strand schwimmend erreicht werden oder auch per Tretboot, Schlauchboot oder auf dem Landweg. Das Wasser ist kristallklar, herrlich seicht und traumhaft türkis. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher. Das hat auch einen Grund. Der Strand ist auf dem Landweg nur entlang der Steilklippen über eine sehr schmale Piste erreichbar. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Besser wäre ein Seil als Hilfsmittel zu nehmen. Wer aber erst einmal unten angekommen ist, wird mit einem traumhaften Strand vor den vom Meer ausgehölten Steilklippen belohnt. 

Nicht geeignet für: Kinder, behinderte Personen, Menschen ohne Trittsicherheit, Personen mit Höhenangst, Badegäste, die zu Schwindel neigen

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In diesem kurzen Video können Sie den Weg zur Punta Crena verfolgen

Quelle: youtube.com

2. Porto Badisco, Lecce, Apulien

Einer der unbekannten Strände in Italien liegt in Porto Badisco in Apulien. Dieser wird durch die schroffen weißen Felsen der Klippen vor einen Massentourismus weitestgehend geschützt. Der kleine Sandstrand in der Bucht gilt als das ursprünglichste und wildeste Badeziel im Salento. Nach einer Legende soll hier auch Aeneas an der italienischen Küste gelandet sein. Das Meer ist herrlich mint bis türkis gefärbt, tief und hält einzigartige unter- oder überirdische Höhlen, wie die Grotta dei Cervi parat. Für eine bequeme Anreise empfiehlt es sich, von Lecce aus Richtung Süden entlang der Küstenstraße nach Porto Badisco zu fahren. Danach am besten zu Fuß um die Klippen herumgehen.

Strandempfehlung für: Zu empfehlen für Badegäste, die keine Scheu vor tiefem Meerwasser haben, denen schroffe Felsen nichts ausmachen und die keinen großen Wert auf goldgelben Sandstrand legen

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3. Strand Marinella in Palmi, Kalabrien

In Serpentinen geht es herab nach Marinella di Palmi, einen der unbekanntesten Strände Italiens. Dieses Einod befindet sich zwischen der grünen mediterranen Macchia, zu dessen Füßen das tiefblaue Meer liegt. Hier ist das Blau des Meeres in Kalabrien am intensivsten. Der eher schmale Strand ist auch in der Hochsaison nicht überlaufen, denn er ist ein reiner Kieselstrand bestehend aus großen bis kleinen Kieseln. Taucher und Schnorchler schätzen dieses versteckte Badeparadies sehr, denn es ermöglicht ihnen, die Unterwasserwelt ohne massenhafte Störungen wahrzunehmen. 

Dieser unbekannte Italienstrand ist nichts für: Personen, die Sandstrand lieben, die breite Strände bevorzugen

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4. Strand der 300 Stufen, Gaeta, Latium

Strand der 300 Stufen (spiaggia 300 gradini)
Strand der 300 Stufen; Quelle Screenshot 300gradinigaeta.it

Dieser unbekannte Strand Italiens heißt nicht umsonst Strand der 300 Stufen. Um ihn zu erreichen, müssen Urlauber 300 Stufen bergab gehen. Erst dann eröffnet sich der rund 1.500 m lange herrliche Sandstrand eingebettet zwischen den Felsen. Das Meer ist azurblau und der Strand je nach Sonnenstand goldgelb. Es gibt am Strand eine Strandbar für den kleinen und großen Hunger, Strandliegen und Sonnenschirme zum Verleih sowie Dusche, WC und freies W-LAN. Trotz der Nähe zu Formia (rund 5 km) ist der Strand nicht überlaufen. Das hat einen nachempfindbaren Grund. Nachdem das Badevergnügen beendet ist, müssen die 300 Stufen auch wieder bergauf gemeistert werden. Das ist nicht jedermanns Sache!

Wichtig: Der Strand ist nicht kostenlos nutzbar. Eintritt ist aktuell 2 Euro, 5 Euro für Sonnenliege und Schirm. Hunde sind am Strand nicht erlaubt! Währen der Corona-Pandemie ist eine Online-Buchung über das strandeigene Portal von Vorteil, da die Besucherzahl auf eine bestimmte Anzahl von Badegästen reduziert ist.

Nicht geeignet für: mobil eingeschränkte Personen, Menschen mit Herz- Kreislaufproblemen, kleine Kinder, die noch keine 300 Stufen bewältigen können

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5. Cala Goloritzé, Sardinien

Sardinien ist bekannt für seine schönen Strände und das einzigartig türkisfarbene Meer, aber auch für eine Handvoll unbekannter Strandabschnitte. Der noch wenig bekannte weiße Sand- und Kieselstrand Cala Goloritzé an der Ostküste der Insel ist ideal für alle Ruhesuchenden, die sich einfach nur entspannen möchten. Zwar ist man – wie bei allen anderen unbekannten Stränden Italiens auch – sicherlich selten allein am Strand, dennoch bleibt einem hier der Massentourismus erspart. Der Strand ist abgeschieden und ist nur über einen einstündigen Fußmarsch oder via Boot zu erreichen. Am Strand angekommen offenbart sich dem Besucher ein natürlicher Felsbogen und eine emporragende Felsnadel. Aktuell ist der Strand auf eine bestimmte Anzahl an Urlaubern beschränkt und zudem kostenpflichtig geworden. Dennoch lohnt sich hier ein Badetag am Meer, schon allein wegen der herrlichen Blauabstufungen des Meerwassers.

Ideal für: naturverbundene Badegäste, Menschen, denen Insekten nichts ausmachen, Personen mit guter Kondition für einen einstündigen Fußmarsch, Menschen die leere, nicht organisierte, unbekannte Strände in Italien lieben

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6. Punta Chiappa, Camogli, Ligurien

Die Punta Chiappa ist eine der unbekannten Strände in Italien.
Badevergnügen an der Punta Chiappa

Die Punta Chiappa nahe Camogli in Ligurien ist zwar kein Geheimtipp unter den unbekannten Stränden in Italien mehr, aber dennoch ist sie bis heute nicht überlaufen. Vielmehr handelt es sich um einen Felsen, der ins Meer hineinragt und auf dem man sich hervorragend sonnen kann. Bis zur Punta Chiappa muss ein Fußmarsch entlang der Küste von rund 2,7 km (ab dem öffentlichen Parkplatz in San Rocco) bergab erfolgen, um überhaupt zum gewünschten Meeresfelsen zu gelangen. Dies ist auch der Grund, weshalb sich wenige Badegäste einfinden. Wer sich aber aufmacht, um zur Punta Chiappa zu gelangen, der kann ein herrliches Küstenpanorama genießen. Zusätzlich finden sich entlang der Piste einige kleine Kieselstrände in Buchten, die für zusätzliche Abkühlung und Spaß sorgen.

Aber Achtung: Dieser Strand ist nichts für Menschen, die wenig Schwimmerfahrung haben. Durch die Brandung am Felsen kann es zu Strömungen kommen. Auch besteht Verletzungsgefahr durch den schroffen Felsen.

Tipp für einen ruhigen Urlaub am Meer: Wem der Aufstieg von 2,7 km am gleichen Tag zu lang ist, der kann kurz vor der Erreichens der Punta Chiappa in dem Hotel Stella Maris nach einem Zimmer fragen. Die Aussicht auf das Meer ist fantastisch, die Sonnenuntergänge traumhaft. Das Hotel hat auch eine Sauna, ein Restaurant und einen Whirlpool zu bieten. Unbekannte Strände in Italien können demnach auch allerhand Annehmlichkeiten bieten.

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