Turin ist eine lebhafte, aber dennoch elegante Stadt am Fuße der westlichen Alpen im Piemont. Sie ist mit vielen Parkanlagen, bepflanzten Flächen, über 300 km Alleen und Boulevards sehr grün. Sie schmiegt sich sanft in die umgebenden Hügel ein und wird vom Lauf des Flusses Po umarmt.

Gemälde in Turin im Schloss Stupinigi
Gemälde in Turin im Schloss Stupinigi

Turin hat mehr als zweitausend Jahre auf dem Buckel, sie ist sozusagen eine alte aristokratische Dame, dessen Spur im Untergrund, in Straßen und Plätzen sowie wichtigen Denkmälern und Schlössern immer noch sichtbar ist.

Diese alte Dame wurde aus ihrer eigenen Asche nach dem Zweiten Weltkrieg, als über 30 Prozent der Gebäude beschädigt und über 7 Prozent zerstört wurden, wiedergeboren, innovativer, moderner und dynamischer denn je und stolz auf ihre eigene Vergangenheit.

Turin begeistert mit sagenhafter Vielfalt

Saal mit Licht im Jagdschloss Stupinigi
Im Jagdschloss Stupinigi

Turin lädt seine Besucher ein, die langjährige Geschichte mit Römern, Langobarden, Franken und den Herzögen von Savoyen bis hin zur modernen Industriestadt als wichtiger Automobilstandpunkt zu entdecken.

Paläste, königliche Residenzen, Museen, Parkanlagen, Alleen, historische Cafés und antike Trattorien sowie multiethnische Viertel charakterisieren die heutige Hauptstadt des Piemont und die erste Hauptstadt Italiens, die sich aus der Vereinigung Italiens 1861 gebildet hatte.

Das Besondere an Turin ist sein Zusammenspiel zwischen rationaler römischer Stadtplanung, der enormen Pracht des piemontesischen Barocks und der Innovation und Einzigartigkeit der zeitgenössischen Architektur.

Ein Tag, um Turin zu entdecken

Blick auf Turin mit der Mole Antonelliana
Blick auf Turin mit der Mole Antonelliana

Wer Turin erkunden möchte, der kann mit einem Frühstück in einem der historischen Cafés starten, von wo es zu den eleganten Plätzen und den 18 km langen Arkaden geht. Unterwegs können die römischen Überresten von Augusta Taurinorum (Turin in der römischen Zeit) bis hin zu modernen und zeitgenössischen Gebäuden, vorbei an Romanik-, Barock- und Jugendstilensemble bewundert werden.

Der Borgo Medievale gehört zum Pflichtprogramm

Ein Abstecher in den Valentino-Park am linken Ufer des Po gelegen bringt ein wenig Entspannung, denn hier sind auch der Botanische Garten und das Castello del Valentino ansässig, der prächtige Borgo Medievale, der Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Dieser Ort ist ideal für Liebhaber ausgedehnter Grünflächen.

Unvergessener Trubel auf dem Markt Porta Palazzo

Lebhaft und quierlig geht es auf einem der größten Märkte Europas zu: Die Porta Palazzo – ein gigantischer Markt, der sogar eine eigene Tram- und Bushaltestelle hat. Hier bekommt man alles tagfrisch, vom Huhn bis zur Ente, vom Schaf bis zum Schweinekopf, von Wäscheklammern bis Datteln aus dem Orient. Die Porta Palazzo verzaubert ihren Besucher gern, denn sie ist in Norditalien einzigartig.

Typisch piemontesische Trattorien locken zu Mittag

Gegen Mittag lässt es sich in Turin gut speisen, am besten in einem der typischen piemontesischen Trattorien, die sich gewöhnlich in eine der engen kleinen Seitengassen befinden. Von außen oft unscheinbar, innen häufig rustikal und mit einer ausgesprochenen Raffinesse der Speisen sind diese Trattorien nicht zu verpassen. Wer auf Street Food steht, der sollte auf den schönsten Plätzen der Stadt auf eine der großen Terrassen einkehren.

Von der Mole Antonelliana zu den wichtigsten Museen

Nachmittags kann neben der Erkundung der Mole Antonelliana, dem Wahrzeichen Turins, und einiger der wichtigsten Museen der Stadt wie dem Ägyptischen Museum geht es in die schönsten Straßen Turins, den Arkaden der Via Roma bis hin zu den Luxusmarken der Via Lagrange und Via Garibaldi.

Das Turiner Traditionsgetränk Bicerin wartet

Danach und während dessen kann sich in einem der vielen historischen Cafés niedergelassen und genüsslich ein Bicerin, ein Gläschen, getrunken werden. Dieses Heißgetränk wurde 1763 vom Café Al Bicerin gegründet und ist traditionell eine Mischung aus Espresso, Kakao und Vollmilch. Sehr zu empfehlen!

Die Merenda Reale versüßt den Nachmittag in Turin

Wem der Magen zu sehr knurrt, der bestellt sich eine Merenda Reale einem der zahlreichen Lokale, bei dem eine stattliche Auswahl an Süßgebäck, Eiscremes, Puddings und Cremes zum Kaffee oder Cappuccino gereicht wird. Dies lohnt sich insbesondere für Familien mit Kindern!

Auf zur Basilika von Superga zum Sonnenuntergang

Gegen Ende des Tages neigt sich die Sonne dem Horizont und es kann ein ausgeprägter Sonnenuntergang in allen bekannten Farben vom Monte dei Cappuccini bestaunt werden. Die historische Standseilbahn, die Turin mit der Basilika von Superga verbindet, bringt den Besucher zudem nach Superga und in die Stadt zurück.

Turin ist die Wiege des Wermuts

In Bars im Stadtviertel San Salvario, auf der Piazza Vittorio Veneto oder im Quadrilatero kann der Tag mit einem Aperitif ausgeklungen werden. Wussten Sie überhaupt, dass Turin die Geburtsstätte des Wermuts ist? Lassen Sie sich diese Möglichkeit nicht entgehen und genießen Sie in einen der traditionsreichen Bars der Stadt den typisch piemontesischen Aperitif.

Die königlichen Residenzen prägen das Stadtbild

Verbindungssaal zwischen Schloss Stupinigi und den Gärten
Verbindungssaal zwischen Schloss Stupinigi und den Gärten

Die Turiner königlichen Residenzen gehören seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe und stellen in ihrer Gesamtheit ein außergewöhnliches Fresko der Stadtgeschichte dar, insbesondere zur nationalen Einigung Italiens. Zum Weltkulturerbe gehören in Turin daher die Königlichen Museen, die aus dem Palazzo Reale, den Giardini Reali, der Biblioteca Reale, der Armeria Reale und dem Palazzo Chiablese bestehen, aber auch das Valentino-Schloss, der Palazzo Madama, der Palazzo Carignano, die Villa della Regina, der Palazzo della Prefettura, die Königliche Reitschule, die Cavallerizza Reale, die Militärakademie und die Fassade des Teatro Regio.

Ökologischer Reichtum kommt vom Collina Po

Einzigartig und weit vom Stereotyp des klassischen Naturgebiets entfernt, ist das Biosphärenreservat Collina Po, das von der UNESCO im Rahmen des MaB-Programms (Man and Biosphere) ausgezeichnet wurde, denn es bietet seinen Besucher einen immensen ökologischen und landschaftlichen Reichtum.

Eine grandiose Geschichte erzählen viele Museen

Kommode mit Intarsien im Möbelmuseum von Stupinigi
Kommode mit Intarsien im Möbelmuseum von Stupinigi

Ein Rundgang durch die Königlichen Museen von Turin lassen die Geschichte wieder auferleben. So bieten der Königlichen Palast mit den Königlichen Gärten und die Königliche Bibliothek sowie die Waffenkammer, die Savoyer-Galerie und das Archäologische Museum zusammen mit den Chiablese-Sälen und der Kapelle des Heiligen Grabtuchs (Cappella della Sacra Sindone) einen beeindruckenden und sehenswertes Einblick in die Geschichte der Savoyer. Die Kapelle der Turiner Grabtuchs wurde extra für das seit 1587 im Dom aufbewahrte Turiner Grabtuch, die Sacra Sindone, errichtet. Insgesamt ist dieser königliche und außergewöhnliche Rundgang etwa 3 km lang.

Einzigartig und schön: das Jagdschlösschen Venaria

Die Königliche Venaria (Reggia di Venaria Reale), die seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, wurde im 17. Jahrhundert für Karl Emanuel II. als barockes Jagdschloss erbaut, wobei der zentrale Salone di Diana zwischen dem Palast und den Gärten als Verbindung fungieren sollte. Das Projekt wurde dem Turiner Architekten Amadeo di Castellamonte anvertraut. Als die Reggia so gut wie fertig gestellt wurde, verstarb Karl Emanuel II. früh, sodass sein Sohn Vittorio Amedeo II. das projekt weiterführte. Er berief zunächst Michelangelo Garove, später Filippo Juvarra, der für ihn ebenso die Große Galerie, die Limonaia, die Kapelle von Sant’Uberto und den Komplex der Großen Ställe (Juvarra-Ställe) errichtete. Die Statuen der Jahreszeiten wurden indes von Benedetto Alfieri das Rondò geschaffen.

Das außergewöhnliche Jagdschlösschen von Stupinigi

Außenansicht vom Jagdschloss von Stupinigi
Das Jagdschloss von Stupinigi

Das Jagdschlösschen von Stupinigi, die Palazzina di Caccia, wie es die Turiner nennen, ist eines der außergewöhnlichsten Gebäudekomplexe des 18. Jahrhunderts, die Europa hervorbrachte. Der Gebäudekomplex wurde auf dem Grundstück der ersten Schenkung von Emanuele Filiberto an den Orden der Heiligen Mauritius und Lazarus (1573) errichtet. Heute ist es im Besitz der Fondazione Ordine Mauriziano. 1729 begannen die Bauarbeiten nach einem Entwurf von Filippo Juvarra. Insgesamt dauerten sie bis zum Ende des 18. Jahrhunderts an. Stupinigi diente als Freizeitort für die Jagd am savoyischen Hof, war jedoch auch gleichzeitig eine prächtige Residenz, die von der Familie Savoyen im 18. und 19. Jahrhundert insbesondere für Feste und Hochzeiten bevorzugt wurde. Die Königin Margherita wählte es zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu ihrer Residenz. 1919 beherbergt die Palazzina di Caccia auch ein sehenswertes Möbelmuseum.