Pisa ist eine der italienischen Städte, die fast jeder auf der Welt kennt. Ihren Ruhm verdankt sie dem „Schiefen Turm“, der eindrucksvoll auf der Piazza dei Miracoli steht. Pisa liegt in der Toskana, nur wenige Kilometer von Florenz, der Hauptstadt der Region, entfernt und bildet die gleichnamige Provinzhauptstadt. Das Stadtbild ist von Denkmälern und Gebäuden verschiedener Stilrichtungen geprägt. So finden sich am Flussufer des Arno, den Lungarni, gotische Palazzi neben Prachtbauten aus der Renaissance, versteckte Gärten hinter Turmhäusern, romanische und gotische Kirchenfassaden und natürlich die Piazza dei Miracoli, der Anziehungspunkt aller Touristen.

Piazza dei Miracoli in Pisa
Piazza dei Miracoli in Pisa

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Entfernungen zu den umliegenden Städten

Flughafen Pisa – 5,5 kmFlorenz – 88 km
Mailand – 300 kmLa Spezia – 78 km
Lucca – 19 kmPistoia – 67 km
Livorno – 26 kmPrato – 78 km
Volterra – 70 kmBologna – 160 km
San Gimignano – 77 kmViareggio – 26 km

Wie kann man Pisa erreichen?

Pisa ist gut mit dem Auto, Flugzeug, der Bahn und dem Bus erreichbar. Der Flughafen von Pisa ist vom Zentrum nur rund 5 km entfernt. Busse fahren ab dem Bereich P6 am Flughafen ins Zentrum von Pisa ab. 

Bild P6-Bereich Bus Station Pisa Airport
Der Bereich P6 befindet sich neben dem Ausgang des Flughafens | Bild pisa-airport.com

Pisa ist auch mit dem Bus bequem erreichbar. Beispielsweise fahren Marinobus, Flixbus und andere Buskompanien die Stadt an. Beispielsweise fährt Flixbus von Regensburg und München nach Pisa, verbindet aber auch italienische Städte mit Pisa wie Florenz, Genua, Bologna, Siena, Padua und viele mehr. Die Preise sind erschwinglich. Zudem kann man seinen Koffer gratis mitnehmen. Man muss nicht wie bei vielen Airlines dafür extra zahlen. Der Bus ist also eine gute Alternative.

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mediterran eingerichtetes Zimmer im Hotel Bologna in Pisa
mediterran eingerichtetes Zimmer im Hotel Bologna in Pisa | Bild hotelbologna.pisa.it

Sehenswertes in Pisa

Wie viele Städte Italiens bietet auch Pisa eine Fülle an Sehenswürdigkeiten. Es gibt in der Stadt viel zu entdecken wie zum Beispiel:

  • Piazza dei Miracoli oder auch Piazza del Duomo genannt mit ihren vier eindrucksvollen Monumenten
  • das 1152 von Diotisalvi begonnene Baptisterium mit seinen äußerlich angebrachten Skulpturen aus der Schule von Giovanni Pisano und innen mit einer Kanzel von Nicola, 1260
  • der Camposanto Monumentale mit seinen außergewöhnlichen Fresken
  • die fünfschiffige Kathedrale Santa Maria Assunta, ein absolutes Meisterwerk romanisch-pisanischer Architektur mit großem Querschiff, Frauengalerien, elliptischer Kuppel auf achteckiger Trommel, Mosaiken im Inneren, zum Teil Werke von Cimabue: begonnen von Buscheto, 1063; 1118 geweiht; Fassade von Rainaldo, 12. Jh.
  • der weltberühmte Campanile oder Turm von Pisa, 1174 von Bonanno errichtet, der in der ganzen Welt als Schiefer Turm wegen seiner besonderen Neigung bekannt ist
  • die Botanische Garten
  • die Nerobäder (Bagni di Nerone) aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.
  • Mauerstrukturen aus der Kaiserzeit auf der Piazza dei Miracoli
  • Museum für antike Schiffe in Pisa (Museo delle Navi Antiche di Pisa) mit den römischen Schiffen von San Rossore (3. Jh. v. Chr.-5. Jh. n. Chr.), die sich in einem außergewöhnlich guten Zustand befinden
  • Kapelle Sant’Agata von 1132 mit pyramidenförmiger Bedachung
  • die Kirche San Paolo a Ripa d’Arno aus dem 11. Jahrhundert mit typischer romanischer Architektur
  • die Kirche San Francesco mit ihrem riesigen Fenster aus dem 12.-17. Jh. Sie wurde langsam errichtet und 1607 endlich fertiggestellt.
  • Kirche Santa Caterina d’Alessandria aus den Jahren 1251-1300 mit gotischer Architektur
  • Kirche Santa Maria della Spina aus dem Jahr 1323, ein kleines Juwel gotischer Fassadendekoration
  • Kirche San Martino aus dem Jahr 1332 mit bedeutenden gotischen Fresken im Inneren
  • die Piazza dei Cavalieri, einem Renaissanceplatz mit einer Statue von Cosimo I. de‘ Medici, mit der Kirche Santo Stefano, konstruiert von Giorgio Vasari und dem Palazzo dei Cavalieri (Palazzo della Carovana) aus dem 16. Jahrhundert sowie dem mittelalterlichen Palazzo dell’Orologio (oder della Gherardesca), in dem Graf Ugolino della Gherardesca zusammen mit seinen Söhnen und Enkeln eingesperrt und verhungert sein soll
  • das ehemalige Kloster San Matteo, das heute das National- und Stadtmuseum (Museo Nazionale di San Matteo) mit mittelalterlichen Fundstücken beherbergt
  • das Museo dell’Opera del Duomo mit seinen Skulpturen, archäologischen Funden, Schätzen und Schmuck

Pisa am 16. Juni erleben

In der Nacht des 16. Juni werden die Lungarni und der Schiefe Turm von Pisa zu Ehren des Schutzpatrones der Stadt, San Ranieri, durch das Funkeln von Lichtern und Kerzen verschönert (Luminara). Es ist alljährlich ein schöner Anblick, die beleuchtete Stadt und das Funkeln der Lichter im Arno zu sehen.

Blick auf das Baptisterium Pisa
Blick auf das Baptisterium Pisa
romanische Architektur des Baptisteriums
romanische Architektur des Baptisteriums
der Campanile in Pisa
der Campanile im romanischen Architekturstil
Schräglage des Schiefen Turms von Pisa
Schräglage des Schiefen Turms von Pisa
Portalverzierungen in Pisa
Portalverzierungen
weitere schöne Verzierungen des Portals
weitere schöne Verzierungen des Portals
Sicht auf das Baptisterium
Sicht auf das Baptisterium
Die Kirche Santo Stefano
Die Kirche Santo Stefano
Palazzo della Carovana auf der gleichnamigen Piazza
Palazzo della Carovana auf der gleichnamigen Piazza
Botanischer Garten in Pisa
Botanischer Garten in Pisa
Typische Straße in Pisa
Typische Straße in Pisa
Muschelfassade eines Gebäudes im Botanischen Garten
Muschelfassade eines Gebäudes im Botanischen Garten
Palmen beleben das Stadtbild
Palmen beleben das Stadtbild
Schildkröten im Botanischen Garten Pisa
Schildkröten im Botanischen Garten Pisa
Pisa hat oft schöne Gärten zu bieten
Pisa hat oft schöne Gärten zu bieten
von Wurzeln eingewickelter Baum im Botanischen Garten
von Wurzeln eingewickelter Baum im Botanischen Garten
Statue von Paolo Savi im Botanischen Garten
Statue von Paolo Savi im Botanischen Garten

Der Wandel Pisas in der Geschichte

Pisa liegt etwa 12 km vom Tyrrhenischen Meer entfernt in einer Schwemmlandebene an der Küste, die vom Fluss Arno durchflossen wird. Er teilt die Stadt in zwei Teile, wobei der linke Teil aus der Zeit nach dem Jahr 1000 und der rechte Teil von Pisa den ursprünglichen Stadtkern enthält.

Pisa entstand bereits in der Antike und erlebte seine Blütezeit als Verkehrsknotenpunkt an der Via Aemilia Scauri, die von Rom nach Gallien führte. Der römische Kern befand sich dabei an der Stelle, wo heute der Dom von Pisa steht. Pisa gehörte zur römischen Triumviren-Kolonie Colonia Iulia Opsequens. Sie erhielt von Rom das Bürgerrecht 89 v. Chr.

Das Zentrum der Stadt wurde zum Fluss hin außerhalb des Mauerrings im 10. Jahrhundert verlagert. Im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich Pisa zu einem Seehandelszentrum, das auch Kriege führte wie bei Reggio im Jahr 1005, in Sardinien in den Jahren 1015-16, bei Bona in Afrika um 1034 und in Palermo 1063. Im 12. Jahrhundert wurde ein zweiter Mauerring rechts des Arno erbaut.

1284 fand die Schlacht von Meloria statt, bei dem Genua gewann. Pisa wurde 1399 schließlich an Gian Galeazzo Visconti verkauft, wurde 1402 wieder unabhängig und 1406 von Florenz erobert. Unter der Herrschaft der Medici erlebte Pisa einen entscheidenden Aufschwung.

Ab dem 19. Jahrhundert entstand das Industriegebiet südlich des Zentrums. Die Vororte von Pisa begannen sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Südosten und Südosten des historischen Zentrums auszubreiten, denn die Eisenbahnlinien nach Florenz und Lucca wurde fertiggestellt. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs waren immens. Etwa 48 Prozent aller Häuser wurden in Pisa zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich das Stadtbild weiter aus. Es bildeten sich mehr Randbezirke, wie Porta a Lucca, Pratale und Barbaricina.

Der Vertrag von Pisa

Häufig stolpert man in Reisebüchern und Geschichtsbüchern über den Vertrag von Pisa. Der Vertrag von Pisa entstand 1664 zwischen Papst Alexander VII. und dem französischen König Ludwig XIV. Er wurde geschlossen, um die Streitigkeiten zwischen den beiden beizulegen,. Diese entbrannten, als die korsische Garde auf den französischen Botschafter in Rom, den Herzog von Créquy, ein Attentat verübten. Bevor Ludwig XIV. Avignon an den Papst zurückgab, musste dieser sich im Gegenzug öffentlich entschuldigen. Zudem enthielt der Vertrag von Pisa auch die Verpflichtung für den Papst, Castro und Ronciglione gegen eine Zahlung von 1.620.000 Scudi an Herzog Ranuccio II Farnese freizugeben. Als Zeitraum wurden 8 Jahre anberaumt.