Mario Monti tritt zurück

Völlig überraschend gab Italiens Premier Monti seinen Rücktritt bekannt. Das letzte Wochenende verbrachte er schon in seiner Heimatstadt Mailand, ließ sich aber zu keiner Äußerung wegen seines Rücktritts verleiten. Dabei stehen viele Parteien hinter ihm und seiner Politik.
Indes gab Silvio Berlusconi bekannt, er möchte entgegen seiner vorherigen Aussage wieder zur Wahl antreten. Sein Wahlkampf richtet sich gegen die Regierung Monti, und allen Augenschein nach auch gegen Europa und gegen Deutschland. Doch ob er bei seinem mittlerweile fünften Wahlantritt noch eine Chance hat, wird sich zeigen. Laut einer Umfrage beurteilen 81 Prozent der Italiener eine Regierung unter Berlusconi als negativ. Mit einem groß angelegten Wahlkampf will Silvio Berlusconi die Bevölkerung Italiens erneut für sich gewinnen. Wahrscheinlich finden die Parlamentswahlen bereits im Februar 2013 statt, antreten werden nach dem derzeitigen Stand Pierluigi Bersani von der PD und Silvio Berlusconi, ob Mario Monti wieder dabei sein wird, steht noch nicht fest.

Der Chef des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling, hingegen sieht durch den Rücktritt des italienischen Premiers Monti die Fortschritte des Landes gefährdet. Wichtige Reformen seien zwar angeschoben worden, durch die vorzeitigen Neuwahlen könne dieser Prozess aber wieder gefährdet sein.
Völlig überraschend hatte Italiens Premier Monti am Samstag seinen Rücktritt verkündet, nachdem ihm die Mitte-Rechts-Partei PdL, die Partei Silvio Berlusconis, die Unterstützung untersagt hatte. Berlusconi selbst will nun bei Neuwahlen wieder für das Amt des Premiers kandidieren. Und gerade hier sieht Klaus Regling die Gefahr. Berlusconi würde die angeschobenen Reformen nicht unterstützen sondern das Land eher wieder tiefer in die bestehende Krise führen. Die Reformen würden nicht stattfinden und Italien sich weiter wirtschaftlich von den anderen EU-Staaten entfernen.

Print Friendly

Kommentare sind geschlossen.