Das Fest der Italienischen Republik (Festa della Repubblica) ist eines der wichtigsten italienischen Nationalfeiertage, das jährlich am 2. Juni zum Gedenken an die Gründung der Italienischen Republik am 2. Juni 1946 eingeführt wurde. Auf Staatsebene wird das Fest in der Regel in Rom mit der Niederlegung eines Lorbeerkranzes zu Ehren des Unbekannten Soldaten auf der Altare della Patria durch den Präsidenten der Italienischen Republik und eine Militärparade entlang der Via dei Fori Imperiali abgehalten. Auf nationaler Ebene finden in ganz Italien selbst in den kleinsten Gemeinden Zeremonien statt.

Frecce tricolori zum Festa della Repubblica 2022
Die Flugparade der Frecce tricolori zum Nationalfeiertag

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Festa della Repubblica 2022

Am 01. Juni 2022 soll wie 2021 auch das Konzert für die in Italien akkreditierten Botschafter und die höchsten Staatsämter im Salone dei Corazzieri stattfinden. Dabei soll Musik von Mascagni und Beethoven vom Orchester Fenice unter der Leitung von Maestro gespielt werden. Der staatliche Fernsehsender RAI wird ab 18.30 Uhr das Konzert live übertragen.

2022 wird zum wiederholten Mal kein Empfang in den Quirinal-Gärten am 1. Juni erfolgen, dafür werden jedoch zum Teil die Gärten in den Kaiserforen und die Flugparade am 2. Juni staffinden. Im Quirinale werden schließlich die Feierlichkeiten abgeschlossen.

Das Gesangstrio „Il Volo“ wird die italienische Hymne „Il canto degli italiani“ vor dem Staatspräsidenten Sergio Mattarella bei der Parade am 2. Juni in Rom singen. Sie äußerten sich dazu wie folgt: „Wir fühlen uns geehrt, dass wir unsere Hymne für alle Italiener singen dürfen, mit all der Zuneigung, die wir für unser Land empfinden“.

Quelle: youtube.com

Festa della Repubblica 2020

Der italienische Nationalfeiertag am 02.06.2020 soll dieses Jahr wegen der Corona-Krise spärlicher als sonst ausfallen. Luca Zingaretti (PD) zeigt klare Haltung gegenüber den Ankündigungen der Lega, Forza Italia und Fratelli d´Italia, die Kundgebungen am 02.06. planen, wie das Tagesblatt La Repubblica am 19.05. schreibt. Der zweite Juni sei ein Nationalfeiertag und kein Fest der Parteien. Zingaretti ruft die Bevölkerung indes auf, am besagten Feiertag aus den Fenstern die italienische Nationalfahne, die Tricolore, zu hängen.

Noch in den Sternen steht, ob bei der abschließenden Flugparade der Tricolore (il sorvolo delle Frecce Tricolori) das Militär anwesend sein wird. Bisher klar ist, dass es wie üblich eine Ehrung des gefallenen unbekannten Soldaten (Milite ignoto) durch Italiens Präsidenten Sergio Mattarella geben wird, allerdings unter Wahrung der Sicherheitsabstände. Mit anwesend werden Premierminister Giuseppe Conte sowie die beiden Präsidenten der Kammer und des Senates Roberto Fico und Maria Elisabetta Alberti Casellati sein. Die traditionelle Militärparade, die in Rom jährlich stattfand, wird höchstwahrscheinlich ausfallen. Jedes Jahr zog diese Parade Tausende Zuschauer auf den Circus Maximus und in den kaiserlichen Foren an. Allerdings ist hier die Wahrung der Sicherheitsabstände kaum möglich, weshalb diese Parade mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen wird.

Was geschah am 2. Juni 1946?

Am 2. Juni 1946 fand das institutionelle Referendum statt, das die Regierungsform nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestimmen sollte. Erstmals nahmen auch Frauen an einer nationalen Abstimmung teil. Rund 13 Millionen Frauen und 12 Millionen Männer, insgesamt 89,08 Prozent der damals 28.005.449 Wahlberechtigten, gaben ihre Stimme ab.

Am 10. Juni 1946 wurde dann das Wahlergebnis verkündet: 12.717.923 Bürger stimmten für die Republik und 10.719.284 Bürger für die Monarchie. Die Italienische Republik war somit gegründet.

Auffällig war jedoch, dass insbesondere der Süden, der Mezzogiorno, für eine Monarchie stimmte. Folgende Wahlergebnisse wurden am 2. Juni 1946 in Italien im Rahmen des Referendums erzielt:

WahlkreisRepublikMonarchie
Ancona70 %29 %
Aosta63,5 %36,5 %
Bari38,5 %61,5 %
Benevento30,1 %69,9 %
Bologna80,5 %19,5 %
Brescia53,8 %46,2 %
Cagliari39,1 %60,9 %
Catania31,8 %68,2 %
Catanzaro39,7 %60,3 %
Como63,3 %36,7 %
Cuneo51,9 %48,1 %
Florenz6,0 %28,4 %
Genua69,0 %31,0 %
L’Aquila46,8 %53,2 %
Lecce24,7 %75,3 %
Mailand68,0 %32,0 %
Mantua67,2 %32,8 %
Neapel21,1 %78,9 %
Palermo39,0 %61,0 %
Parma72,8 %27,2 %
Perugia66,7 %33,3 %
Pisa70,1 %29,9 %
Potenza40,6 %59,4 %
Rom49,0 %51,0 %
Salerno27,1 %72,9 %
Siena73,8 %26,2 %
Trient85,0 %15,0 %
Turin59,9 %40,1 %
Udine63,1 %36,9 %
Venedig61,5 %38,5 %
Verona56,2 %43,8 %