Zwischen der Adriaküste und den Ausläufern des Apennin liegt die Provinz Chieti, eine der vier sehenswerten Provinzen der Abruzzen. Auf meiner Seite finden Sie eine Karte der Provinz Chieti sowie Informationen zur geografischen Lage, zu den wichtigsten Orten und zur abwechslungsreichen Landschaft zwischen Adriaküste, Hügelland und Apennin.
Die von mir erstellten Karten zeigen dabei verschiedene geografische und thematische Besonderheiten der Provinz. Auf der Übersichtskarte lassen sich die Grenzen des Provinzgebiets, die Lage von Städten wie Chieti, Vasto, Lanciano und Ortona sowie die Verteilung der Gemeinden erkennen.
Darüber hinaus finden Sie auf dieser Seite eine morphologische Karte der Provinz Chieti, eine Karte zur Lage innerhalb der Abruzzen sowie weitere thematische Karten zu Grotten und Höhlen und historisch bedeutenden Kirchen. Ergänzend stelle ich besondere Orte, Landschaften und Wissenswertes zur Provinz vor. Sie können die einzelnen Bereiche über die folgende Seitennavigation direkt aufrufen.
Weiterführende Informationen zu den Abruzzen und Italien
Region, Landschaften und Sehenswürdigkeiten Wasserfälle in Italien
Wasserfälle und besondere Naturlandschaften Nationalparks der Abruzzen
Natur, Berge und geschützte Landschaften Slow Food in den Abruzzen
Regionale Spezialitäten und traditionelle Lebensmittel Karte der Regionen Italiens
Geografische Übersicht der 20 Regionen Provinzen Italiens
Die italienischen Provinzen und ihre Einteilung Städte und Dörfer
Italienische Städte und kleinere sehenswerte Orte Sehenswürdigkeiten in Italien
Historische Orte, Bauwerke und besondere Ziele
Das erwartet Sie auf meiner Seite
Grenzen, Städte und Gemeinden auf einen Blick Landschaft und Höhenlagen
Küste, Hügelland, Majella und höchste Gipfel Chieti im Überblick
Wichtige geografische Daten zur Provinz Wo befindet sich Chieti?
Lage der Provinz an der Adriaküste Sehenswerte und wichtige Orte
Chieti, Vasto, Lanciano, Ortona und weitere Orte Chieti auf der Karte der Abruzzen
Lage innerhalb der Region Abruzzen Grotten und Höhlen
Höhlen, Karstlandschaften und besondere Felsformationen Historische Kirchen
Bedeutende Sakralbauten und Kirchen der Provinz Weitere Provinzkarten
Karten der anderen Provinzen der Abruzzen Seltsames und Wissenswertes
Besondere Fragen zu Natur, Geschichte und Landschaft
Die Provinz Chieti liegt im Südosten der wunderschönen Abruzzen. Ihre östliche Seite wird von der Adria geprägt und flankiert, während sich das Landschaftsbild nach Westen zunehmend hügelig verändert und in die Bergwelt des Apennin übergeht. Im Norden grenzt die Provinz an Pescara, im Westen an L’Aquila und im Süden an die Region Molise (ebenso sehr sehenswert!).
Übersichtskarte der Provinz Chieti
Die Provinzkarte vermittelt einen ersten Überblick über die räumliche Ausdehnung des Gebiets. Neben dem Verwaltungssitz Chieti sind darauf weitere bedeutende Städte und Orte sowie die Grenzen der einzelnen Gemeinden dargestellt.

Übersichtskarte der Provinz Chieti mit wichtigen Orten und Gemeindegrenzen.
Karte der Landschaft und Höhenlagen der Provinz Chieti
Die Landschaft der Provinz Chieti verändert sich auf relativ kurzer Entfernung. An der Adriaküste bestimmen Strände, Küstenorte und flachere Landschaftsabschnitte das Bild. Weiter landeinwärts geht die Küstenregion in ein ausgedehntes Hügelland über bis sie schließlich im westlichen und südwestlichen Teil der Provinz eine sehr sehenswerte Bergwelt bildet.
Besonders nahe des Majella und der südlichen Apenninlandschaften treten größere Höhenunterschiede auf. Die morphologische Karte verdeutlicht diesen Übergang von der Küste zu den höher gelegenen Gebieten.
Der höchste Berg der Provinz Chieti ist der Monte Amaro mit 2.793 Metern Höhe. Er gehört zum Majella-Massiv, das sich über die Provinzen Chieti, Pescara und L’Aquila erstreckt. Der Monte Amaro ist nach dem Corno Grande im Gran-Sasso-Massiv die zweithöchste Erhebung des gesamten Apennins.
Die höchsten Gipfel der Provinz Chieti liegen überwiegend im Gebiet der Majella. Das Gebirge prägt den westlichen Teil der Provinz und erreicht hier Höhen von deutlich über 2.000 Metern.
Die höchsten Gipfel der Provinz Chieti
Monte Amaro – 2.793 m
Der Monte Amaro ist der höchste Gipfel der Provinz Chieti und zugleich die zweithöchste Erhebung des gesamten Apennins. Er bildet einen der markantesten Gipfel des Majella-Massivs.
Monte Acquaviva – 2.737 m
Der Monte Acquaviva gehört zu den höchsten Bergen der Majella und erreicht eine Höhe von 2.737 Metern.
Anticima Ovest des Monte Acquaviva – 2.727 m
Die westliche Vorerhebung des Monte Acquaviva erreicht 2.727 Meter und gehört damit ebenfalls zu den höchsten Gipfeln der Provinz.
Monte Focalone – 2.684 m
Mit 2.684 Metern zählt der Monte Focalone zu den markanten Gipfeln des Majella-Massivs und zu den höchsten Bergen der Provinz Chieti.
Monte Tre Portoni – 2.673 m
Der Monte Tre Portoni erreicht eine Höhe von 2.673 Metern und liegt ebenfalls im hochgelegenen Bereich der Majella.
Monte Sant’Angelo – 2.669 m
Der Monte Sant’Angelo ist 2.669 Meter hoch und gehört zu den weiteren bedeutenden Gipfeln des Majella-Gebirges.
Cima Pomilio – 2.656 m
Mit einer Höhe von 2.656 Metern bildet die Cima Pomilio einen weiteren der höchsten Gipfel innerhalb des Bergraums der Provinz Chieti.

Morphologische Darstellung der Provinz Chieti und ihrer unterschiedlichen Landschaftsräume.
Chieti im Überblick
| Region | Abruzzen |
| Provinzhauptstadt | Chieti |
| Geografische Lage | Südöstliche Abruzzen |
| Östliche Begrenzung | Adriatisches Meer |
| Südlicher Nachbar | Molise |
Wo befindet sich Chieti?
Wer die Provinz Chieti auf der Italienkarte sucht, findet sie an der mittleren Adriaküste im südöstlichen Teil der Abruzzen. Das Provinzgebiet erstreckt sich dabei weit über die eigentliche Küstenzone hinaus. Zwischen dem Meer und den Bergen liegen zahlreiche kleinere Orte, Weinbaugebiete, Hügellandschaften und historische Städte.
Die Provinzhauptstadt Chieti selbst liegt nicht unmittelbar am Meer, sondern erhöht im Landesinneren. Von hier aus sind sowohl die Adriaküste als auch die westlich gelegenen Bergregionen gut erreichbar. Weiter südlich bildet Vasto eines der wichtigsten städtischen Zentren der Provinz.
Die Provinz Chieti gehört zu den landschaftlich abwechslungsreichsten Gebieten der Abruzzen. Küste, Hügelland und Gebirge liegen hier vergleichsweise dicht beieinander. Dadurch unterscheiden sich die Landschaften im Osten deutlich von den höher gelegenen Regionen im Westen.
Sehenswerte und wichtige Orte in der Provinz Chieti
Das Gebiet der Provinz umfasst zahlreiche Gemeinden mit unterschiedlichen geografischen und kulturellen Besonderheiten. Für einen ersten Überblick lohnt sich vor allem der Blick auf die größeren Städte sowie einige besonders charakteristische Orte zwischen Küste und Gebirge.
Historische Provinzhauptstadt auf einem Hügel zwischen der Adriaküste und dem Apennin.
Stadt im Süden der Provinz mit historischer Altstadt und einer abwechslungsreichen Küstenlandschaft.
Historisch bedeutender Ort im Hügelland des Provinzgebiets und ein wichtiges Zentrum im Landesinneren.
Küstenstadt an der Adria mit Hafen, historischem Stadtkern und langer Küstentradition.
Nördlicher Küstenort der Provinz mit ausgedehntem Strand und direkter Lage am Adriatischen Meer.
Stadt im äußersten Süden der Provinz nahe der Grenze zu Molise und der Adriaküste.
Historischer Bergort am Rand der Majella-Landschaft mit weitem Blick über das Umland.
Ausgedehnte Gemeinde im südwestlichen Teil der Provinz zwischen Hügelland und den Bergen des Apennin.
Chieti auf der Karte der Abruzzen
Innerhalb der Abruzzen nimmt Chieti den südöstlichen Bereich der Region ein. Die Provinz erstreckt sich entlang eines großen Abschnitts der Adriaküste und reicht von dort weit in das Landesinnere. Dadurch entsteht eine geografische Verbindung zwischen dem Meer und den Gebirgsräumen der Abruzzen.
Die folgende Karte zeigt, welchen Platz die Provinz Chieti innerhalb der gesamten Region einnimmt und wie sie zu den drei anderen Provinzen der Abruzzen liegt.

Lage der Provinz Chieti innerhalb der Region Abruzzen.
Karte von Grotten und Höhlen in der Provinz Chieti
Die Provinz Chieti beherbergt eine Reihe sehenswerter Höhlen und Grotten, die sich sowohl im Gebirgsraum der Majella als auch entlang der Costa dei Trabocchi befinden. Zu den bekanntesten zählt die Grotte del Cavallone, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Höhenlage zu den bedeutendsten touristisch erschlossenen Höhlen Europas gehört. Daneben gibt es weitere Höhlen, die durch ihre Natur, Geschichte oder archäologische Bedeutung interessant sind.
Die wichtigsten Höhlen und Grotten der Provinz Chieti
Grotte del Cavallone (Taranta Peligna und Lama dei Peligni)
Die Grotte del Cavallone liegt im Gebiet der Majella und zählt mit einer Höhe von bis zu 1.475 Metern zu den höchstgelegenen touristisch erschlossenen Höhlen Europas. Das Höhlensystem erstreckt sich über rund 2 Kilometer und beeindruckt durch zahlreiche Stalaktiten, Stalagmiten und außergewöhnliche Felsformationen. Der Zugang erfolgt über eine historische Seilbahn, die sogenannte Cestovia, sowie über eine Treppe mit rund 300 Stufen.
Grotta Sant’Angelo (Palombaro)
Die Grotta Sant’Angelo befindet sich im Parco Nazionale della Maiella auf etwa 1.000 Metern Höhe. Besonders auffällig ist der rund 35 Meter breite natürliche Felseneingang. Im Inneren beziehungsweise im Bereich der Höhle befinden sich zudem die Überreste einer kleinen, jahrhundertealten ländlichen Kirche, wodurch die Grotte auch kulturhistorisch interessant ist.
Grotta delle Farfalle (Rocca San Giovanni und San Vito Chietino)
Die Grotta delle Farfalle liegt an der Costa dei Trabocchi zwischen Rocca San Giovanni und San Vito Chietino und gehört zu einem geschützten Naturgebiet. Die Höhle wurde in die dort anstehenden Sandsteinfelsen geformt. Ihre Geschichte reicht über die natürliche Entstehung hinaus: Während des Zweiten Weltkriegs diente sie der örtlichen Bevölkerung als Zufluchtsort.
Grotta del Colle (Rapino)
Die Grotta del Colle liegt in der Umgebung von Rapino am Sentiero della Pace, einem Wanderweg im Majella-Gebiet. Sie ist vor allem aufgrund ihrer archäologischen Bedeutung interessant. In und um die Höhle wurden historische Spuren gefunden, die auf eine lange Nutzungsgeschichte des Ortes hinweisen.
Grotta della Neve (San Martino sulla Marrucina)
Bei der Grotta della Neve handelt es sich um eine teilweise künstlich erweiterte Höhle im Fels. Sie besitzt eine ungewöhnliche Geschichte: Im 18. Jahrhundert wurde sie unter anderem für die heimliche Herstellung von Schwarzpulver genutzt. Damit gehört sie zu den Höhlen der Provinz Chieti, deren Bedeutung nicht allein auf ihre geologische Beschaffenheit zurückzuführen ist.

Lagekarte historisch bedeutender Kirchen in der Provinz Chieti
Die Provinz Chieti in den Abruzzen verfügt über zahlreiche historisch bedeutende Kirchen und Sakralbauten. Sie zeugen von einer langen religiösen und architektonischen Entwicklung, die von den Anfängen des frühen Mittelalters bis in die Neuzeit reicht. Einige der wichtigsten Kirchen befinden sich in Chieti, Lanciano, Ortona und entlang der Adriaküste.
Die wichtigsten historischen Kirchen der Provinz Chieti
Abtei San Giovanni in Venere (Fossacesia)
Die Abtei San Giovanni in Venere gehört zu den bedeutendsten historischen Sakralbauten der Provinz Chieti. Die Ursprünge des Klosters reichen bis in das 6. oder 7. Jahrhundert zurück. Die heutige romanische Basilika wurde im Jahr 1165 errichtet. Besonders eindrucksvoll ist ihre Lage auf einem Hügel oberhalb der Adriaküste, von dem sich ein weiter Blick über das Meer bietet.
Kathedrale San Giustino (Chieti)
Die Kathedrale San Giustino ist die Hauptkirche der Provinzhauptstadt Chieti. Ihre Ursprünge reichen bis in das 5. und 6. Jahrhundert zurück. Im Laufe ihrer Geschichte wurde das Gotteshaus mehrfach verändert und erweitert. Besonders sehenswert ist die romanische Krypta, die zu den ältesten und interessantesten Bereichen der Kathedrale gehört.
Kathedrale Madonna del Ponte (Lanciano)
Die Madonna del Ponte ist das bedeutendste Gotteshaus von Lanciano. Eine Besonderheit des Bauwerks ist seine Lage auf einer monumentalen Brücke aus der Antike. Die heutige Kirche vereint verschiedene architektonische Stile und weist sowohl barocke als auch später hinzugekommene klassizistische Elemente auf.
Kathedrale San Tommaso Apostolo (Ortona)
Die Kathedrale San Tommaso Apostolo in Ortona besitzt eine besondere religiöse Bedeutung, da sie die Gebeine des Apostels Thomas bewahrt. Das Gotteshaus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Nach den Zerstörungen von 1943 erfolgte der Wiederaufbau, bei dem die Kathedrale weitgehend originalgetreu rekonstruiert wurde.

Weitere Provinzkarten der Abruzzen
Die vier Provinzen der Abruzzen bilden gemeinsam die Verwaltungsgliederung der Region. Wenn Sie die Lage der einzelnen Gebiete miteinander vergleichen möchten, können Sie hier direkt zu den entsprechenden Provinzkarten wechseln.
Seltsames und Wissenswertes der Provinz Chieti
Geografie und Landschaft der Provinz Chieti
Wie weit ist es von Chieti mit dem Fahrrad bis zur Adriaküste?
Die Provinzhauptstadt Chieti liegt nicht direkt am Meer, sondern auf einem Hügel im Landesinneren. Bis zur Adriaküste bei Francavilla al Mare sind es je nach Ausgangspunkt und gewählter Strecke ungefähr 16 bis 20 Kilometer. Die direkte Entfernung zwischen Chieti und Francavilla al Mare beträgt etwa 13 Kilometer, die Straßenentfernung liegt bei rund 16 Kilometern.
Mit dem Fahrrad ist die tatsächliche Entfernung stärker von der Route abhängig. Wer von Chieti zur Küste fährt, muss zudem einen deutlichen Höhenunterschied überwinden, da Chieti rund 300 Meter über dem Meer liegt. Die Strecke ist deshalb nicht mit einer flachen Küstenfahrt vergleichbar.
Für geübte Radfahrer ist die Verbindung dennoch gut als Ausflug geeignet. Besonders interessant ist die Fahrt in Richtung Francavilla al Mare, weil sich dabei der Landschaftscharakter deutlich verändert: Vom höher gelegenen Hügelland rund um Chieti geht es hinunter in Richtung Adriaküste.
Wer anschließend weiter nach Süden fährt, erreicht die Costa dei Trabocchi. Dort verläuft mit der Via Verde dei Trabocchi eine besonders attraktive Radroute entlang der ehemaligen Bahntrasse. Die Küstenlandschaft mit Felsen, kleinen Buchten, Stränden und den charakteristischen Trabocchi unterscheidet sich deutlich vom hügeligen Hinterland.
Welche Flüsse durchqueren die Provinz Chieti?
Die Provinz Chieti besitzt ein dichtes Netz aus Flüssen, Bächen und kleineren Wasserläufen. Zu den wichtigsten Flüssen gehören der Sangro, der Aventino, der Pescara, der Alento, der Foro, der Osento, der Sinello und der Trigno.
Eine besondere Bedeutung besitzt der Sangro. Er durchquert den südlichen Teil der Provinz und erreicht bei Torino di Sangro das Adriatische Meer. Sein Tal bildet einen wichtigen Natur- und Siedlungsraum und verbindet das Bergland der Abruzzen mit der Küste.
Der Aventino ist ein bedeutender Nebenfluss des Sangro. Er entspringt bei Palena am östlichen Rand der Majella und durchfließt unter anderem das Gebiet um Lama dei Peligni, Fara San Martino und Casoli. Im Bereich von Casoli mündet er in den Sangro.
Besonders interessant ist das Verhältnis zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser. Die verkarsteten Kalkgesteine der Majella lassen große Mengen Niederschlagswasser in den Untergrund gelangen. Das Wasser tritt an verschiedenen Stellen wieder als Quelle aus. Ein Beispiel ist der Fiume Verde bei Fara San Martino.
Die Flüsse der Provinz haben dadurch nicht nur eine Bedeutung für Landwirtschaft und Wasserversorgung. Sie haben über Jahrtausende auch die Landschaft geformt und tiefe Täler, Schluchten und Einschnitte in das Gebirge geschaffen.
Weist die Küste der Provinz Chieti Buchten und kleinere Meeresbuchten auf?
Ja. Die Küste der Provinz Chieti ist keineswegs überall eine gleichmäßig verlaufende Sandküste. Besonders südlich von Ortona verändert sich das Landschaftsbild deutlich. Entlang der Costa dei Trabocchi wechseln sich Strände, Kiesufer, Felsabschnitte, kleine Buchten und steilere Küstenbereiche ab.
Gerade die kleinen, teilweise von Felsen eingefassten Buchten gehören zu den charakteristischen Landschaftselementen der Küste. Manche sind vom Land aus leicht erreichbar, während andere nur über kleinere Wege, Treppen oder von der Wasserseite aus gut zugänglich sind.
Die Küste zwischen Ortona und Vasto ist deshalb landschaftlich wesentlich abwechslungsreicher als eine reine Sandküste. Die Kombination aus Felsen, Kies, Sand, Vegetation und den ins Meer gebauten Trabocchi macht diesen Küstenabschnitt zu einer der markantesten Landschaften der Provinz.
Für Badegäste bedeutet diese Vielfalt gleichzeitig, dass nicht jeder Küstenabschnitt dieselben Bedingungen bietet. Familien bevorzugen häufig die größeren Sandstrände, während kleinere Fels- und Kiesbuchten für Schnorchler und Menschen interessant sind, die ruhigere Küstenabschnitte suchen.
Welche ungewöhnlichen morphologischen Naturformen gibt es in der Provinz Chieti?
Die Provinz Chieti besitzt eine erstaunlich abwechslungsreiche Geomorphologie. Im Westen und Südwesten reicht sie in das Kalkmassiv der Majella hinein, während im Osten und Süden ausgedehnte Hügel- und Küstenlandschaften vorherrschen.
Besonders auffällig sind die tief eingeschnittenen Schluchten und engen Täler an der Ostseite der Majella. Flüsse und Bäche haben sich über sehr lange Zeiträume in den Kalkstein eingeschnitten und dadurch teilweise schluchtartige Landschaften geschaffen. Besonders bekannt sind die Schluchten rund um Fara San Martino.
Eine andere ungewöhnliche Erscheinung sind die Karstformen der Majella. Das Kalkgestein wird durch Wasser gelöst und ausgewaschen. Dadurch entstehen Höhlen, Spalten, unterirdische Wasserläufe, Dolinen und andere Formen des Karstes.
Im hügeligen Bereich der Provinz treten dagegen Erosionsformen in tonreichen und schluffigen Gesteinen auf. Dazu gehören sogenannte Calanchi, also stark von Wasser ausgewaschene, oft fast vegetationsarme Hänge mit scharf eingeschnittenen Rinnen.
An der Küste kommt schließlich eine weitere Form hinzu: Steilküsten, Felsvorsprünge, Kiesbuchten und flachere Strandabschnitte wechseln sich ab. Die Provinz Chieti ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Landschaftsformen innerhalb eines relativ kleinen Gebietes sein können.
Natur, Tiere und Pflanzen
Welche endemischen Tiere und Pflanzen gibt es in der Provinz Chieti?
Die größte Bedeutung für endemische und seltene Arten besitzt der Gebirgsraum der Majella. Durch die isolierte Lage vieler Felsstandorte und die unterschiedlichen Höhenstufen konnten sich dort zahlreiche Pflanzen und Tiere erhalten, die nur in einem begrenzten geografischen Gebiet vorkommen.
Zu den besonders interessanten Pflanzen gehört Androsace mathildae, die Androsace von Matilde. Sie gilt als endemische Art beziehungsweise als für die Abruzzen besonders charakteristische Pflanze und wächst an felsigen Standorten in großen Höhen. Auch Adonis distorta, die gekrümmte Adonis, besitzt ein eng begrenztes Verbreitungsgebiet im Zentralapennin und kommt auf der Majella vor.
Eine besondere Rarität der Majella ist außerdem Soldanella minima subsp. samnitica. Sie wird zu den endemischen Pflanzen des Majella-Gebietes gezählt. Ebenfalls bemerkenswert ist Pinguicula fiorii, eine fleischfressende Pflanze, die mit den feuchten und nährstoffarmen Standorten der Bergwelt verbunden ist.
Auch die Tierwelt weist Besonderheiten auf. In höheren Lagen leben verschiedene wirbellose Tiere mit sehr kleinen Verbreitungsgebieten. Dazu kommen seltene beziehungsweise geschützte Arten wie die Orsini-Viper und zahlreiche alpine oder apenninische Arten.
Bei größeren Säugetieren sind Wolf und Marsischer Braunbär besonders bemerkenswert. Beim Bären handelt es sich um eine sehr kleine Population des zentralapenninischen Braunbären, die sich vor allem auf die Schutzgebiete des zentralen Apennins konzentriert.
Bei der Bezeichnung „endemisch“ sollte allerdings genau unterschieden werden. Nicht jede seltene Pflanze der Majella ist automatisch ausschließlich in der Provinz Chieti heimisch. Manche Arten sind für die Majella charakteristisch, kommen aber auch in anderen Teilen der Abruzzen oder des Zentralapennins vor.
Gibt es in der Provinz Chieti Bären und Wölfe?
Ja. Die Bergregionen der Provinz Chieti gehören zum Lebensraum des Wolfes. Besonders die Majella bietet durch ihre großen Waldgebiete, Felsregionen und die vorhandenen Wildbestände geeignete Lebensbedingungen für den Europäischen Wolf (Canis lupus italicus).
Auch der Marsische Braunbär (Ursus arctos marsicanus) ist für die Natur der Majella von großer Bedeutung. Allerdings sollte man daraus nicht schließen, dass Bären in der gesamten Provinz häufig vorkommen. Die Population des Marsischen Braunbären ist sehr klein und konzentriert sich auf den zentralen Apennin.
Die Majella besitzt deshalb eine besondere Funktion als Lebensraum und Wandergebiet für große Säugetiere. Für den Bären ist die Verbindung verschiedener Bergmassive besonders wichtig, weil einzelne Tiere sehr große Streifgebiete benötigen.
Wer in der Provinz Chieti wandert, muss dennoch normalerweise nicht damit rechnen, einem Bären oder Wolf zu begegnen. Beide Arten meiden den Menschen in der Regel. Nachweise erfolgen wesentlich häufiger über Spuren, Fotofallen oder andere Beobachtungen als durch direkte Begegnungen.
Neben Wolf und Bär kommen in den Berggebieten unter anderem Wildschweine, Rehe, Hirsche, Wildkatzen, Marder und zahlreiche Greifvögel vor. Die Wiederansiedlung beziehungsweise Ausbreitung verschiedener Huftiere hat dabei auch für die großen Beutegreifer eine wichtige Bedeutung.
Höhlen, Felsen und besondere Landschaften
Gibt es in der Provinz Chieti Höhlen mit Stalagmiten und Stalaktiten?
Ja. Die Provinz Chieti besitzt aufgrund des Kalkgesteins der Majella eine bedeutende Karstlandschaft mit zahlreichen Höhlen. Besonders bekannt sind die Grotte del Cavallone im Gebiet von Lama dei Peligni und Taranta Peligna.
In der Grotta del Cavallone haben Wasser und Kalkstein über sehr lange Zeiträume eine unterirdische Landschaft geschaffen. Dort finden sich Stalaktiten, die von der Höhlendecke herabhängen, und Stalagmiten, die vom Boden nach oben wachsen. Treffen beide Formen zusammen, kann daraus eine Säule entstehen.
Die Höhle besitzt außerdem verschiedene Säle, Gänge, Tropfsteinformationen und unterirdische Hohlräume. Die heutige touristisch zugängliche Strecke führt durch einen Teil dieses unterirdischen Systems.
Besonders interessant ist die Geschichte der Erforschung. Bereits im 17. Jahrhundert sind Erkundungen der Höhle dokumentiert. Im 20. Jahrhundert folgten wissenschaftliche Untersuchungen, Vermessungen und weitere speläologische Expeditionen.
Die Grotta del Cavallone liegt auf etwa 1.475 Metern Höhe und gehört damit zu den höchstgelegenen touristisch erschlossenen Höhlen Europas. Im Inneren herrscht ganzjährig eine deutlich kühlere Temperatur als außerhalb.
Neben der Grotta del Cavallone gibt es im Majella-Gebiet zahlreiche weitere Höhlen und kleinere Karsterscheinungen. Die unterirdische Welt der Provinz Chieti ist deshalb wesentlich umfangreicher, als es die von außen sichtbare Landschaft vermuten lässt.
Gibt es in der Provinz Chieti Felsenkirchen oder in den Fels gehauene religiöse Stätten?
Ja. Vor allem an den Hängen der Majella finden sich zahlreiche Eremitagen und religiöse Anlagen, die unmittelbar mit Felsen, Höhlen und natürlichen Unterständen verbunden sind.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Grotta Sant’Angelo bei Lama dei Peligni. Dort befinden sich die Reste einer kleinen Felsenkirche beziehungsweise eines Einsiedlerortes in einem abgelegenen Felsspalt der östlichen Majella.
Auch bei Palombaro befindet sich eine Grotta Sant’Angelo. Sie liegt unter einem natürlichen Felsüberhang und war mit religiöser Nutzung verbunden. Solche Orte zeigen, wie eng die mittelalterliche und frühneuzeitliche Religiosität der Abruzzen mit den abgelegenen Berglandschaften verbunden war.
Ein weiteres bedeutendes Beispiel ist die Eremo della Madonna dell’Altare bei Palena. Die Einsiedelei liegt am Monte Porrara auf etwa 1.300 Metern Höhe und steht in Verbindung mit der Überlieferung um Pietro da Morrone, den späteren Papst Coelestin V.
Diese Anlagen sind nicht alle im streng architektonischen Sinn „Felsenkirchen“. Manche nutzen natürliche Höhlen, andere wurden an Felswände oder unter Felsüberhänge gebaut. Gerade diese Verbindung von Naturraum und religiöser Architektur macht sie für die Provinz Chieti besonders charakteristisch.
Geschichte, Karten und Kulturerbe
Wann wurde die erste Karte der Provinz Chieti erstellt?
Eine eindeutige „erste Karte der Provinz Chieti“ lässt sich nicht mit einem einzigen Jahr angeben. Das liegt vor allem daran, dass sich die heutigen Verwaltungsgrenzen erst im Laufe der Geschichte herausgebildet haben. Das Gebiet der heutigen Provinz gehörte früher zur historischen Verwaltungseinheit Abruzzo Citeriore.
Bereits im Jahr 1703 erschien eine historische Karte des Abruzzo Citeriore im Werk von Giovan Battista Pacichelli über das Königreich Neapel. Diese Karte stellt damit einen wichtigen frühen kartografischen Vorläufer einer späteren Karte der Provinz Chieti dar.
Eine besonders wichtige Phase begann Anfang des 19. Jahrhunderts. Unter der napoleonischen Neuordnung des Königreichs Neapel wurde die Verwaltung neu organisiert. Im Archiv von Chieti finden sich Unterlagen zur Intendenza di Abruzzo Citeriore ab 1805 beziehungsweise 1806.
Im Atlante Geografico del Regno di Napoli befindet sich außerdem ein Kartenblatt „Abruzzo Citra: Chieti“ aus der Zeit um 1808. Damit existiert eine sehr frühe, vergleichsweise detaillierte kartografische Darstellung des Gebietes mit Chieti als Verwaltungszentrum.
Spätere Karten wurden zunehmend genauer. Besonders bekannt ist die Karte der Provincia di Abruzzo Citeriore von Benedetto Marzolla aus dem Jahr 1853. Sie zeigt die damalige Provinz mit ihren Verwaltungsbezirken und Verkehrswegen.
Für eine Website ist daher die Formulierung „eine der frühesten Karten des Gebiets der heutigen Provinz Chieti stammt aus dem Jahr 1703“ genauer als die Behauptung, 1703 sei definitiv die erste Karte der Provinz gewesen.
Welche Kirche gilt als eine der ältesten Kirchen der Provinz Chieti?
Eine der wichtigsten Kandidatinnen ist die Abbazia di San Giovanni in Venere bei Fossacesia. Ihre Geschichte reicht wesentlich weiter zurück als das heute sichtbare romanische Kirchengebäude.
Auf dem Gelände bestand bereits in frühchristlicher Zeit eine kleine kirchliche beziehungsweise monastische Anlage. Die Überlieferung setzt die erste christliche Kirche in das 6. Jahrhundert. Eine sichere schriftliche Erwähnung der klösterlichen Zelle liegt allerdings erst für das Jahr 973 vor.
Im Jahr 1015 wurde die Abtei unter Trasmondo II erheblich erweitert. Das heute sichtbare Kirchengebäude entstand dagegen wesentlich später. Die große romanische Kirche wurde ab 1165 unter Abt Oderisio II errichtet.
Deshalb muss zwischen dem Alter des religiösen Ortes und dem Alter des heute sichtbaren Bauwerks unterschieden werden. Die heutige Kirche von San Giovanni in Venere ist überwiegend ein Bau des 12. und frühen 13. Jahrhunderts, während die Geschichte des Ortes deutlich weiter zurückreicht.
Weitere sehr alte Sakralbauten befinden sich in verschiedenen Orten der Provinz. Bei einzelnen Kirchen sind mittelalterliche Vorgängerbauten oder ältere Kultorte nachweisbar. San Giovanni in Venere besitzt jedoch aufgrund seiner frühen Geschichte und der außergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Anlage eine herausragende Stellung.
Gesteine und Mineralien
Welche Mineralien und Gesteine kann man in der Provinz Chieti finden?
Die Provinz Chieti besitzt eine vielfältige Geologie, weil hier unterschiedliche geologische Landschaftsräume aufeinandertreffen. Besonders prägend ist das Kalkmassiv der Majella. Daneben kommen in den Hügelgebieten Sandsteine, Mergel, Tone und andere Sedimentgesteine vor.
In den Kalkgebieten der Majella findet man vor allem verschiedene Formen von Kalkstein und kalkhaltigem Gestein. Diese Gesteine sind für die Entstehung der zahlreichen Karsterscheinungen, Höhlen und unterirdischen Wasserwege verantwortlich.
Eine ungewöhnliche geologische Besonderheit der Provinz sind die historischen Asphalt- und Bitumenlagerstätten im Raum Lettomanoppello und Piano delle Castagne. Dort begann die bergbauliche Gewinnung bereits im 19. Jahrhundert. Einige der früheren Gruben sind heute stillgelegt.
Auch Gips beziehungsweise gipsführende Gesteine treten in verschiedenen Bereichen der Provinz auf. Der Ortsname Gessopalena weist bereits auf die Bedeutung von Gips für die lokale Geologie und Geschichte hin.
Neben wirtschaftlich genutzten Rohstoffen sind die geologischen Aufschlüsse der Majella vor allem wissenschaftlich interessant. Das Gebirge besitzt umfangreiche Kalksteinserien, die einen Einblick in frühere Meeresablagerungen und die geologische Entwicklung des Apennins ermöglichen.
Bei Mineralien sollte allerdings zwischen einem geologischen Vorkommen und einem frei sammelbaren Mineral unterschieden werden. Nicht jede geologische Fundstelle ist öffentlich zugänglich, und in Schutzgebieten können für das Sammeln besondere oder strengere Regeln gelten.
Meer, Tauchen und Unterwasserwelt
Welche Unterwasserwelt erwartet Taucher und Schnorchler vor der Küste der Provinz Chieti?
Die Unterwasserwelt vor der Provinz Chieti ist vor allem dort interessant, wo die Küste felsig und stärker gegliedert ist. Entlang der Costa dei Trabocchi wechseln Felsbereiche, Kiesufer und Sandabschnitte miteinander ab. Dadurch entstehen unterschiedliche Lebensräume für Meerestiere und Algen.
In flacheren Küstenbereichen können Schnorchler zwischen Felsen und Steinen verschiedene kleine Fische, Krebse, Muscheln, Schnecken und andere wirbellose Meerestiere beobachten. Felsige Strukturen bieten wesentlich mehr Versteckmöglichkeiten als ein gleichförmiger Sandboden.
Für Taucher sind insbesondere die felsigen Küstenabschnitte interessant. Unter Wasser setzt sich die Struktur der Küste teilweise fort. Je nach Wassertiefe, Sichtweite, Jahreszeit und Seegang kann die Artenvielfalt unterschiedlich ausfallen.
Die Costa dei Trabocchi wird von den regionalen Tourismusstellen ausdrücklich als Küstenabschnitt mit kleinen Kiesbuchten und klaren Meeresböden beschrieben, der sich auch für Tauch- und Schnorchelaktivitäten eignet.
Wer Meerestiere beobachten möchte, sollte möglichst nicht auf ihnen stehen, sie anfassen oder aus dem Wasser nehmen. Gerade flache Felsbereiche sind ökologisch empfindlich. Außerdem können Seeigel und andere Tiere Verletzungen verursachen, weshalb geeignetes Schuhwerk und vorsichtiges Verhalten sinnvoll sind.
Barrierefreiheit und Reisen
Gibt es in der Provinz Chieti Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen?
Ja. In der Provinz Chieti gibt es verschiedene Angebote für einen barriereärmeren Urlaub. Besonders entlang der Küste wurden in den vergangenen Jahren Projekte umgesetzt, die den Zugang zum Meer und zur Via Verde dei Trabocchi verbessern sollen.
Im Rahmen des Projekts „Bike to Coast for Everyone“ wurden unter anderem inklusive Strände, geeignete Toiletten, spezielle Liegen, Strandhilfen und angepasste Fahrräder beziehungsweise Handbikes angeboten.
Als inklusive Strandabschnitte entlang der Costa dei Trabocchi werden unter anderem Bereiche in Fossacesia, Rocca San Giovanni, Torino di Sangro, Vasto und San Salvo genannt. Je nach Ort unterscheiden sich die vorhandenen Einrichtungen.
Auch für den Fahrradtourismus gibt es besondere Angebote. Dazu gehören E-Bikes, Tandems, Dreiräder und Handbikes, die für Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen geeignet sein können.
Allerdings bedeutet „barrierefrei“ nicht automatisch, dass jeder Abschnitt für jede Person uneingeschränkt geeignet ist. Gerade an einer natürlichen Küste mit Felsen, Treppen und Höhenunterschieden können die Bedingungen stark variieren. Vor einer Reise sollte deshalb geprüft werden, welche konkrete Einrichtung am gewünschten Strand vorhanden ist.
Für Rollstuhlfahrer kann insbesondere die flachere Küste mit entsprechend ausgestatteten Strandzugängen interessant sein, während viele Felsbuchten der Costa dei Trabocchi naturgemäß schwieriger erreichbar sind.
Sagen und Legenden
Gibt es eine bekannte Legende aus der Provinz Chieti?
Eine der bekanntesten Legenden der Provinz Chieti ist mit dem Castello di Roccascalegna verbunden. Im Mittelpunkt steht der Baron Corvo de Corvis und die angebliche Wiedereinführung des sogenannten „Jus primae noctis“ im Jahr 1646.
Der Überlieferung zufolge soll der Baron von den neu verheirateten Frauen des Ortes verlangt haben, die erste Nacht mit ihm zu verbringen. Eine junge Frau beziehungsweise ihr Ehemann soll sich diesem Zwang widersetzt haben. In der bekanntesten Version verkleidete sich der Ehemann als Braut und gelangte so in das Schloss.
Dort soll er den Baron erstochen haben. Die Legende erzählt weiter, dass der sterbende Baron seine blutige Hand an eine Mauer oder einen Felsen gedrückt habe. Der Abdruck soll anschließend trotz wiederholten Waschens immer wieder sichtbar geworden sein.
Die Geschichte ist jedoch als Legende und nicht als gesicherter historischer Vorgang zu betrachten. Der sogenannte „Jus primae noctis“ selbst ist historisch problematisch und wird von der Geschichtswissenschaft nicht als allgemein belegte mittelalterliche Rechtsinstitution angesehen.
Interessant ist gerade diese Mischung aus historischem Schloss, realen Adelsgeschlechtern und späterer volkstümlicher Überlieferung. Die Geschichte hat wesentlich zum geheimnisvollen Ruf von Roccascalegna beigetragen.
Eine weitere lokale Überlieferung erklärt den Namen Roccascalegna mit einer hölzernen Leiter, über die man früher vom Ort zur Burg gelangt sein soll. Tatsächlich gibt es jedoch auch andere, sprachwissenschaftlich begründete Erklärungen für den Ortsnamen.