Im Herzen der Abruzzen liegt die Provinz L’Aquila, die größte Provinz der Region. Das Gebiet wird vor allem durch die Gebirgswelt des Apennin, weite Hochebenen, tief eingeschnittene Täler und zahlreiche historische Orte geprägt. Auf dieser Seite finden Sie unterschiedliche Karten der Provinz L’Aquila sowie Informationen zur geografischen Lage, zu wichtigen Orten und zur abwechslungsreichen Landschaft zwischen Gran Sasso, Sirente-Velino, Marsica und Alto Sangro.
Auf der Übersichtskarte lassen sich die Grenzen des Provinzgebiets, die Lage von Städten wie L’Aquila, Avezzano, Sulmona und Castel di Sangro sowie die Verteilung der Gemeinden erkennen. Darüber hinaus finden Sie auf dieser Seite weitere Karten zur Landschaft und zu den Höhenlagen, zur Lage der Provinz innerhalb der Abruzzen sowie zu besonderen Natur- und Kulturlandschaften. Ergänzend stelle ich wichtige Orte, Gebirgsräume, Seen, historische Bauwerke und weitere Besonderheiten der Provinz vor. Sie können die einzelnen Bereiche über die folgende Seitennavigation direkt aufrufen.
Weiterführende Informationen zu den Abruzzen und Italien
Region, Landschaften und Sehenswürdigkeiten Nationalparks der Abruzzen
Gebirge, Natur und geschützte Landschaften Karte der Regionen Italiens
Geografische Übersicht der 20 Regionen Provinzen Italiens
Die italienischen Provinzen und ihre Einteilung Städte und Dörfer
Italienische Städte und kleinere sehenswerte Orte Sehenswürdigkeiten in Italien
Historische Orte, Bauwerke und besondere Ziele
Das erwartet Sie auf meiner Seite
Grenzen, Städte und Gemeinden auf einen Blick Landschaft und Höhenlagen
Gebirge, Hochebenen, Täler und höchste Gipfel L’Aquila im Überblick
Wichtige geografische Daten zur Provinz Wo befindet sich die Provinz L’Aquila?
Geografische Lage im Zentrum der Abruzzen Sehenswerte und wichtige Orte
L’Aquila, Avezzano, Sulmona, Castel di Sangro und weitere Orte L’Aquila auf der Karte der Abruzzen
Lage innerhalb der Region Abruzzen Die wichtigsten Landschaftsräume
Gran Sasso, Marsica, Fucino, Valle Peligna und Alto Sangro Seen und besondere Gewässer
Lago di Scanno, Campotosto, Sinizzo und das Fucino-Gebiet Nationalparks und Naturräume
Gran Sasso, Sirente-Velino und weitere Schutzgebiete Besondere Landschaften und Geologie
Schluchten, Karstlandschaften, Höhlen und Hochebenen Burgen und historische Orte
Burgen, Burgruinen und mittelalterliche Ortskerne Historische Kirchen und Klöster
Basiliken, Kirchen und religiöse Anlagen Weitere Provinzkarten der Abruzzen
Karten der Provinzen Pescara, Teramo und Chieti
Die Provinz L’Aquila liegt im Landesinneren der Abruzzen und wird von einer ausgeprägten Gebirgslandschaft geprägt. Sie besitzt keinen direkten Zugang zum Meer. Große Teile des Provinzgebiets liegen in den Höhenlagen des Apennin und umfassen Gebirgsmassive, Hochebenen und tief eingeschnittene Täler. Zu den bekanntesten Landschaftsräumen gehören der Gran Sasso, das Sirente-Velino-Massiv, die Marsica, das Fucino-Gebiet und der Alto Sangro.
Übersichtskarte der Provinz L’Aquila
Die Übersichtskarte vermittelt einen ersten Eindruck von der räumlichen Ausdehnung der Provinz L’Aquila. Neben dem Verwaltungssitz L’Aquila sind darauf weitere wichtige Städte und Orte sowie die Grenzen der einzelnen Gemeinden dargestellt. Besonders deutlich wird dabei, wie groß das Provinzgebiet ist und wie stark es durch die Gebirgslandschaften des Apennin geprägt wird.

Übersichtskarte der Provinz L’Aquila mit wichtigen Orten und Gemeindegrenzen.
Karte der Landschaft und Höhenlagen der Provinz L’Aquila
Die Landschaft der Provinz L’Aquila unterscheidet sich deutlich von den küstennahen Provinzen der Abruzzen. Große Teile des Gebiets liegen im Apennin und werden von hohen Gebirgsmassiven, Hochebenen und Tälern bestimmt. Zwischen den einzelnen Landschaftsräumen bestehen dabei teilweise erhebliche Höhenunterschiede.
Zu den prägenden Gebirgsräumen gehören der Gran Sasso im Norden, das Sirente-Velino-Massiv im zentralen Bereich sowie die Berglandschaften der Marsica und des Alto Sangro im Süden. Die Hochebenen von Campo Imperatore, Altopiano delle Rocche und weitere Hochflächen bilden markante Landschaftsräume zwischen den Gebirgen.
Die höchsten Erhebungen der Provinz befinden sich im Gran-Sasso-Massiv. Hier liegt mit dem Corno Grande der höchste Berg des Apennin. Der Gipfel erreicht eine Höhe von 2.912 Metern und gehört damit zu den markantesten geografischen Punkten der gesamten italienischen Halbinsel.
Die höchsten Gipfel der Provinz L’Aquila
Corno Grande – 2.912 m
Der Corno Grande ist der höchste Gipfel des Gran Sasso und zugleich die höchste Erhebung des Apennin. Der Berg befindet sich im nördlichen Teil der Provinz und prägt gemeinsam mit den umliegenden Gipfeln die Hochgebirgslandschaft des Gran Sasso.
Corno Piccolo – 2.655 m
Der Corno Piccolo gehört ebenfalls zum Gran-Sasso-Massiv und bildet einen markanten Gipfel in unmittelbarer Nähe des Corno Grande.
Monte Prena – 2.561 m
Der Monte Prena zählt zu den eindrucksvollen Gipfeln des Gran Sasso. Seine felsige Gestalt ist charakteristisch für die hoch gelegenen Bereiche des Massivs.
Monte Camicia – 2.564 m
Der Monte Camicia gehört zu den bekanntesten Bergen des Gran Sasso und bildet einen markanten Teil des nördlichen Gebirgsraums der Provinz.
Monte Velino – 2.487 m
Der Monte Velino ist der höchste Gipfel des Sirente-Velino-Massivs. Er prägt die Landschaft zwischen der Marsica und den zentralen Gebirgsräumen der Provinz.
Monte Sirente – 2.349 m
Der Monte Sirente ist der namensgebende Hauptgipfel des Sirente-Velino-Massivs und bildet einen markanten Gebirgszug im zentralen Teil der Provinz.

Morphologische Darstellung der Provinz L’Aquila und ihrer unterschiedlichen Landschaftsräume.
L’Aquila im Überblick
| Region | Abruzzen |
| Provinzhauptstadt | L’Aquila |
| Geografische Lage | Zentraler und westlicher Teil der Abruzzen |
| Zugang zum Meer | Kein direkter Zugang zur Adriaküste |
| Höchster Gipfel | Corno Grande – 2.912 m |
| Wichtige Landschaftsräume | Gran Sasso, Sirente-Velino, Marsica, Fucino und Alto Sangro |
Wo befindet sich die Provinz L’Aquila?
Wer die Provinz L’Aquila auf der Italienkarte sucht, findet sie im Landesinneren der Abruzzen. Im Gegensatz zu den Provinzen Teramo, Pescara und Chieti besitzt L’Aquila keinen direkten Zugang zur Adriaküste. Das Provinzgebiet wird stattdessen von weitläufigen Gebirgslandschaften, Hochebenen und Tälern geprägt.
Die Provinzhauptstadt L’Aquila liegt im zentralen Teil des Gebiets im Tal des Aterno. Von hier aus reichen die Landschaften nach Norden bis in die Hochgebirgsregion des Gran Sasso, nach Westen und Süden in die Gebiete der Marsica und des Fucino und weiter bis zum Alto Sangro.
Die geografische Lage erklärt auch die großen Höhenunterschiede innerhalb der Provinz. Während einige Täler vergleichsweise niedrig liegen, erreichen die umliegenden Gebirge Höhen von deutlich über 2.000 Metern. Dadurch wechseln sich auf relativ kurzen Entfernungen unterschiedliche Landschaftsräume ab.
Die Provinz L’Aquila ist die einzige Provinz der Abruzzen ohne direkten Zugang zum Meer. Ihr Landschaftsbild wird deshalb nicht von Küsten und Stränden, sondern vor allem von Gebirgen, Hochebenen, Tälern und historischen Bergorten bestimmt.
Sehenswerte und wichtige Orte in der Provinz L’Aquila
Die Provinz L’Aquila umfasst zahlreiche Städte, kleinere Gemeinden und historische Bergorte. Viele Siedlungen liegen in Tälern oder an den Hängen der Gebirge und haben sich ihren mittelalterlichen Charakter teilweise bis heute bewahrt. Für einen ersten Überblick sind insbesondere die größeren Städte und einige besonders charakteristische Orte interessant.
Provinzhauptstadt im Tal des Aterno und bedeutendes historisches und kulturelles Zentrum der Abruzzen.
Wichtiges Zentrum der Marsica am Rand der ehemaligen Fucino-Ebene und Ausgangspunkt für verschiedene Natur- und Bergregionen.
Historische Stadt im Peligna-Tal, bekannt für ihre Altstadt, Kirchen und die lange Tradition der Confetti-Herstellung.
Stadt im Alto Sangro mit historischer Altstadt und wichtiger Lage im südlichen Bergland der Provinz.
Bekannter Bergort im oberen Sagittario-Tal mit historischem Ortskern und dem nahe gelegenen Lago di Scanno.
Historischer Ort auf der Hochebene des Altopiano delle Rocche am Fuß des Sirente-Velino-Massivs.
Bergort am Monte Magnola und ein bekanntes Ziel für Wintersport und Aktivitäten in den Bergen.
Historischer Bergort im Gran-Sasso-Gebiet mit mittelalterlichem Ortsbild und charakteristischer Lage oberhalb der Hochebenen.
Karte mit der Lage wichtiger Sehenswürdigkeiten der Provinz L’Aquila

Übersichtskarte der Provinz L’Aquila mit wichtigen Sehenswürdigkeiten.
L’Aquila auf der Karte der Abruzzen
Innerhalb der Abruzzen nimmt die Provinz L’Aquila einen großen Teil des westlichen und zentralen Landesinneren ein. Mit ihrer großen Fläche bildet sie einen wesentlichen Teil der Gebirgsregion der Abruzzen und reicht von den Hochlagen des Gran Sasso bis zu den Landschaften der Marsica und des Alto Sangro.
Die folgende Karte zeigt, welchen Platz die Provinz L’Aquila innerhalb der gesamten Region einnimmt und wie sie zu den drei anderen Provinzen der Abruzzen liegt. Besonders deutlich wird dabei, dass L’Aquila im Gegensatz zu den östlichen Provinzen keinen Küstenabschnitt besitzt.

Lage der Provinz L’Aquila innerhalb der Region Abruzzen.
Die wichtigsten Landschaftsräume der Provinz L’Aquila
Die Provinz L’Aquila lässt sich geografisch in mehrere sehr unterschiedliche Landschaftsräume gliedern. Gebirge, Täler und Hochebenen bestimmen dabei das Landschaftsbild und haben über Jahrhunderte auch die Siedlungsstruktur geprägt.
Valle dell’Aterno
Das Valle dell’Aterno gehört zu den zentralen Landschaftsräumen der Provinz. Der Aterno durchquert das Tal und fließt auch durch das Gebiet der Provinzhauptstadt L’Aquila. Die umliegenden Berge und kleineren Seitentäler sorgen für ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.
Marsica und Fucino
Im westlichen und südwestlichen Teil der Provinz liegt die Marsica. Besonders bekannt ist das Fucino-Gebiet, eine weitläufige Ebene, die aus dem ehemaligen Lago Fucino hervorgegangen ist. Der See wurde im 19. Jahrhundert weitgehend trockengelegt und die ehemalige Seefläche wird heute vor allem landwirtschaftlich genutzt.
Valle Peligna
Das Valle Peligna liegt rund um die Stadt Sulmona und wird von mehreren Gebirgsmassiven eingerahmt. Das Tal bildet einen wichtigen Übergangsraum zwischen verschiedenen Bergregionen der zentralen Abruzzen und ist durch seine historische Stadtlandschaft und die umliegenden Berge geprägt.
Alto Sangro
Der Alto Sangro liegt im Süden der Provinz und gehört zu den wald- und gebirgsreichen Landschaften der Abruzzen. Orte wie Castel di Sangro und die umliegenden Berggemeinden liegen in einem Gebiet, das besonders durch Wälder, Flusstäler und hohe Gebirgslagen geprägt wird.
Gran Sasso und Campo Imperatore
Im Norden der Provinz befindet sich das Gran-Sasso-Gebiet mit seinen hohen Gipfeln und der weitläufigen Hochebene von Campo Imperatore. Die Landschaft gehört zu den eindrucksvollsten Hochgebirgsräumen des italienischen Apennin und erreicht am Corno Grande ihre größte Höhe.
Sirente-Velino
Das Sirente-Velino-Massiv liegt im zentralen Teil der Provinz. Mit dem Monte Velino und dem Monte Sirente besitzt es zwei markante Gipfel und prägt unter anderem die Landschaft rund um Rocca di Mezzo, Ovindoli und das Altopiano delle Rocche.
Gran Sasso und Campo Imperatore prägen den Norden, das Valle dell’Aterno den zentralen Bereich, die Marsica und das Fucino den Westen, das Valle Peligna die Umgebung von Sulmona und der Alto Sangro den Süden der Provinz.
Seen und besondere Gewässer der Provinz L’Aquila
Obwohl die Provinz L’Aquila keinen Zugang zum Meer besitzt, gibt es hier mehrere interessante Seen und Gewässer. Sie liegen überwiegend in den Gebirgs- und Tallandschaften und unterscheiden sich deutlich voneinander. Manche sind natürliche Bergseen, andere entstanden durch die Aufstauung von Flüssen.

Übersichtskarte der Provinz L’Aquila mit Seen und Gewässern.
Lago di Scanno
Der Lago di Scanno gehört zu den bekanntesten Seen der Provinz L’Aquila. Er liegt oberhalb des Ortes Scanno im oberen Sagittario-Tal und ist von bewaldeten Berghängen umgeben. Seine besondere Form und die Lage in einem engen Bergtal machen ihn zu einem auffälligen Landschaftselement der südöstlichen Provinz.
Der See ist sowohl landschaftlich als auch touristisch interessant. Rund um den Lago di Scanno gibt es Wanderwege und Aussichtspunkte, von denen sich unterschiedliche Perspektiven auf das Gewässer und die umliegenden Berge ergeben.
Lago di Campotosto
Der Lago di Campotosto liegt im nördlichen Teil der Provinz im Gebiet der Monti della Laga. Es handelt sich um einen künstlich entstandenen See, der durch die Aufstauung des Rio Fucino entstanden ist. Durch seine Lage in einer weitläufigen Berglandschaft wirkt das Gewässer heute wie ein natürlicher Bestandteil der Umgebung.
Der See liegt auf einer Höhe von rund 1.300 Metern und gehört damit zu den höchstgelegenen größeren Seen Italiens. Seine Umgebung ist besonders durch offene Hochflächen, Wälder und die umliegenden Bergketten geprägt.
Lago di Sinizzo
Der Lago di Sinizzo befindet sich bei San Demetrio ne’ Vestini südöstlich von L’Aquila. Der kleine See liegt in einer von Bergen und Hügeln geprägten Landschaft und ist vor allem als Naherholungsgebiet von Bedeutung.
Das ehemalige Fucino-Seegebiet
Eine besondere Stellung nimmt das Fucino-Gebiet ein. Hier befand sich früher der Lago Fucino, einer der größten Seen Italiens. Das Gewässer wurde im 19. Jahrhundert durch ein umfangreiches Entwässerungssystem weitgehend trockengelegt. Heute befindet sich an seiner Stelle eine große, fruchtbare Ebene, die intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.
Das Fucino-Gebiet zeigt besonders deutlich, wie stark Menschen eine Landschaft verändern können. Wo sich früher ein großer See befand, liegt heute eine ausgedehnte Ebene, die zu den bedeutenden Landwirtschaftsräumen der Abruzzen gehört.
Nationalparks und Naturräume der Provinz L’Aquila
Die Provinz L’Aquila gehört zu den bedeutendsten Naturräumen der Abruzzen. Große Teile des Gebiets stehen unter besonderem Schutz oder liegen in weitläufigen Naturparks. Gebirge, Wälder, Hochflächen, Schluchten und abgelegene Täler bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Karte der Provinz L’Aquila mit wichtigen Nationalparks.
Parco Nazionale del Gran Sasso e Monti della Laga
Im Norden der Provinz liegt ein Teil des Nationalparks Gran Sasso und Monti della Laga. Der Park umfasst einige der eindrucksvollsten Gebirgslandschaften der zentralen Apenninen. Besonders bekannt ist der Gran Sasso mit dem Corno Grande und der weitläufigen Hochebene von Campo Imperatore.
Die Landschaft reicht von bewaldeten Bereichen und tiefen Tälern bis zu hochalpinen Felsregionen. Dadurch finden sich innerhalb des Nationalparks sehr unterschiedliche Lebensräume auf engem Raum.
Parco Naturale Regionale Sirente-Velino
Der Parco Naturale Regionale Sirente-Velino liegt im zentralen Bereich der Provinz. Namensgebend sind die beiden Gebirgsmassive beziehungsweise Gipfelbereiche des Sirente und des Velino. Der Naturpark umfasst Wälder, Hochflächen, Felslandschaften und zahlreiche kleinere Täler.
Besonders charakteristisch sind die großen Höhenunterschiede. Von den tiefer gelegenen Siedlungsräumen steigt das Gelände bis in die Hochlagen des Apennin an. Dadurch verändert sich auch die Vegetation mit zunehmender Höhe.
Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise
Im südlichen Teil der Provinz reicht der Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise in das Gebiet der Abruzzen hinein. Der Nationalpark ist besonders für seine ausgedehnten Wälder und seine bedeutende Tierwelt bekannt. Zu den charakteristischen Großsäugetieren gehören unter anderem Marsischer Braunbär, Wolf, Rothirsch und Wildschwein.
Die Berglandschaften des Parks unterscheiden sich teilweise deutlich von den offenen Hochflächen des Gran Sasso. Dichte Wälder, Schluchten und abgelegene Täler prägen hier das Landschaftsbild.
Das Fucino-Becken
Auch das Fucino-Becken ist geografisch besonders interessant. Die große Ebene liegt von mehreren Gebirgszügen umgeben und bildet einen deutlichen Kontrast zu den umliegenden Bergen. Durch die Trockenlegung des ehemaligen Sees entstand hier eine der auffälligsten Kulturlandschaften der Provinz.
Campo Imperatore
Campo Imperatore ist eine weitläufige Hochebene im Gran-Sasso-Massiv. Sie liegt auf mehr als 1.500 Metern Höhe und wird von hohen Gipfeln umgeben. Die offene Landschaft wird häufig als eine der eindrucksvollsten Hochflächen des Apennin bezeichnet.
Im Sommer dominieren weite Grasflächen und die karge Hochgebirgslandschaft. Im Winter kann die Hochebene dagegen vollständig von Schnee bedeckt sein. Dadurch verändert sich das Erscheinungsbild von Campo Imperatore im Jahresverlauf erheblich.
Altopiano delle Rocche
Das Altopiano delle Rocche liegt zwischen dem Sirente-Velino-Massiv und den umliegenden Berglandschaften. Orte wie Rocca di Mezzo und Rocca di Cambio befinden sich auf beziehungsweise am Rand dieser Hochebene. Die Region ist durch offene Wiesen, Wälder und die umliegenden Berge geprägt.
Im Norden dominieren Gran Sasso und Monti della Laga, im Zentrum das Sirente-Velino-Massiv. Im Westen liegt das Fucino-Becken mit der Marsica, während im Süden der Alto Sangro und die Waldlandschaften des Nationalparks die Provinz prägen.
Besondere Landschaften und geologische Formen
Die geografische Vielfalt der Provinz L’Aquila zeigt sich nicht nur in den großen Gebirgsmassiven. Auch Schluchten, Karstlandschaften, Höhlen und ungewöhnliche Felsformationen gehören zum Landschaftsbild. Das Kalkgestein vieler Gebirgsregionen wurde über lange Zeit durch Wasser und Verwitterung geprägt.

Übersichtskarte der Provinz L’Aquila mit besonderen Landschaften.
Gole del Sagittario
Die Gole del Sagittario gehören zu den eindrucksvollsten Schluchten der Provinz. Der Fluss Sagittario hat sich hier tief in das Gestein eingeschnitten und eine enge Schlucht mit steilen Felswänden geschaffen. Besonders im Bereich von Anversa degli Abruzzi wird deutlich, wie stark das Wasser die Landschaft geprägt hat.
Gole di San Venanzio
Die Gole di San Venanzio liegen im Gebiet des Aterno-Pescara-Systems zwischen Raiano und Molina Aterno. Die Schlucht wird von steilen Felswänden begrenzt und besitzt durch den Flusslauf sowie die umliegenden Wälder einen besonderen landschaftlichen Charakter.
Karstlandschaften
In den Kalkgebirgen der Provinz haben sich zahlreiche Karsterscheinungen entwickelt. Dazu gehören Höhlen, Spalten, Dolinen und unterirdische Wasserläufe. Besonders die Gebiete des Gran Sasso und des Sirente-Velino weisen typische Formen einer durch Wasser gelösten Kalklandschaft auf.
Diese unterirdischen Prozesse sind auch für die Wasserversorgung der Bergregionen von Bedeutung. Niederschlagswasser kann in den verkarsteten Gesteinen versickern und unterirdisch weiterfließen, bevor es an Quellen wieder an die Oberfläche tritt.
Die Hochebenen des Apennin
Neben tief eingeschnittenen Tälern gehören große Hochebenen zu den charakteristischen Landschaftsformen der Provinz. Campo Imperatore, das Altopiano delle Rocche und weitere Hochflächen vermitteln einen völlig anderen Eindruck als die bewaldeten Täler und steilen Bergflanken.
Gerade diese Kombination aus Hochflächen, Gipfeln und tiefen Tälern macht die Geografie der Provinz L’Aquila besonders abwechslungsreich. Auf vergleichsweise kurzen Entfernungen können sich die Höhenlage und damit auch Klima, Vegetation und Landschaftsbild deutlich verändern.
Die Provinz L’Aquila ist ein gutes Beispiel für die starke vertikale Gliederung des Apennin. Gebirgstäler, Hochebenen und Gipfel liegen teilweise nur wenige Kilometer voneinander entfernt, unterscheiden sich aber deutlich hinsichtlich Höhe und Landschaft.
Burgen, Burgruinen und historische Orte in der Provinz L’Aquila
Die Provinz L’Aquila besitzt eine außergewöhnlich große Zahl historischer Orte. Mittelalterliche Burgen, befestigte Dörfer, Türme und Burgruinen erinnern an die frühere Bedeutung der Bergregionen. Viele dieser Anlagen wurden auf Anhöhen errichtet und boten einen guten Überblick über Täler, Verkehrswege und die umliegenden Landschaften.
Besonders interessant sind die zahlreichen Castelli, die häufig eng mit den mittelalterlichen Dörfern verbunden sind. Manche Anlagen sind heute noch vergleichsweise gut erhalten, während von anderen nur Mauern, Türme oder einzelne Gebäudeteile geblieben sind. Gerade diese unterschiedlichen Erhaltungszustände machen die historische Landschaft der Provinz L’Aquila besonders abwechslungsreich.

Lagekarte der Provinz L’Aquila mit Burgen und Burgruinen.
Rocca Calascio
Zu den bekanntesten historischen Anlagen der Provinz gehört die Rocca Calascio. Die Burganlage liegt hoch über dem Ort Calascio und zählt zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Bauwerken der Abruzzen. Ihre Lage auf einem Bergkamm macht sie zugleich zu einem markanten Aussichtspunkt über die umliegende Berglandschaft.
Unterhalb der Burg befindet sich die kleine Kirche Santa Maria della Pietà. Zusammen bilden Burg und Kirche ein besonders charakteristisches Ensemble der abruzzesischen Bergwelt.
Castello Piccolomini in Celano
Ein weiteres bedeutendes Bauwerk ist das Castello Piccolomini in Celano. Die Burg befindet sich oberhalb des heutigen Ortes und prägt das Erscheinungsbild von Celano. Von der erhöhten Lage eröffnet sich ein weiter Blick über die Marsica und das ehemalige Fucino-Seengebiet.
Castello di Ocre
Auch die Überreste des Castello di Ocre gehören zu den interessanten historischen Anlagen der Provinz. Die Burg wurde auf einer erhöhten Position errichtet und steht beispielhaft für die mittelalterliche Befestigungsarchitektur, die in den Bergregionen der Abruzzen weit verbreitet war.
Weitere befestigte Orte
Neben den bekannten Burgen gibt es in der Provinz zahlreiche kleinere Befestigungsanlagen, Türme und mittelalterliche Ortskerne. Besonders häufig findet man sie in den Bergtälern und auf Höhenzügen. Orte wie Castel del Monte, Santo Stefano di Sessanio, Pacentro, Scanno und Pescasseroli zeigen, wie eng Siedlungsstruktur, Landschaft und mittelalterliche Geschichte miteinander verbunden sind.
🏰 Historische Besonderheit
Viele Burgen der Provinz L’Aquila liegen nicht zufällig auf Anhöhen. Ihre Lage steht häufig im Zusammenhang mit der Kontrolle von Tälern, Handelswegen und alten Verbindungen zwischen den Bergregionen.
Historisch bedeutsame Kirchen und Klöster
Neben Burgen und befestigten Dörfern besitzt die Provinz L’Aquila zahlreiche Kirchen, Basiliken, Klöster und religiöse Bauwerke. Sie spiegeln verschiedene Epochen der Geschichte wider und sind häufig eng mit den umliegenden Orten und Landschaften verbunden.

Karte der Provinz L’Aquila mit historisch bedeutsamen Kirchen.
Basilica di Santa Maria di Collemaggio in L’Aquila
Eine der bedeutendsten Kirchen der Provinz ist die Basilica di Santa Maria di Collemaggio in L’Aquila. Die Basilika ist vor allem für ihre markante Fassade bekannt und gehört zu den wichtigsten historischen Bauwerken der Stadt.
Mit der Kirche ist außerdem die Geschichte von Papst Celestin V. verbunden. Seine Krönung fand 1294 in Santa Maria di Collemaggio statt. Die Basilika besitzt damit nicht nur eine religiöse, sondern auch eine besondere historische Bedeutung.
Basilica di San Bernardino
Ebenfalls in L’Aquila befindet sich die Basilica di San Bernardino. Sie wurde dem heiligen Bernardino da Siena gewidmet und gehört zu den bekannten Sakralbauten der Stadt. Die Kirche ist ein wichtiges Beispiel für die religiöse und kunstgeschichtliche Entwicklung L’Aquilas.
Santa Maria Assunta in Assergi
Auch kleinere Orte besitzen bemerkenswerte historische Kirchen. In Assergi, am Fuß des Gran Sasso, befindet sich die Kirche Santa Maria Assunta. Der Ort selbst ist aufgrund seiner Lage am Übergang zwischen dem Tal und der Hochgebirgslandschaft interessant.
Klöster und religiöse Anlagen
In den Bergregionen der Provinz finden sich außerdem zahlreiche ehemalige Klöster, Einsiedeleien und kleinere religiöse Anlagen. Einige liegen abseits größerer Städte und sind unmittelbar mit den umliegenden Landschaften verbunden. Dadurch lassen sich historische und geografische Besonderheiten auf vielen Wegen miteinander verbinden.
⛪ Karten zu historischen Kirchen
Für die Provinz L’Aquila lässt sich die Lage historisch bedeutsamer Kirchen besonders anschaulich auf einer eigenen Karte darstellen. Dadurch können Sie die einzelnen Sakralbauten nicht nur anhand ihrer Geschichte, sondern auch im geografischen Zusammenhang mit den umliegenden Orten und Landschaften betrachten.