Italien besitzt eine außergewöhnlich vielfältige Inselwelt. Neben den beiden großen Inseln Sizilien und Sardinien gehören zahlreiche kleinere Inseln und Inselgruppen zum italienischen Staatsgebiet. Sie verteilen sich über das Mittelmeer, das Tyrrhenische Meer, das Ionische Meer und die Adria.

Auf dieser Seite finden Sie Karten der wichtigsten italienischen Inseln und Inselgruppen. Von Sizilien und Sardinien über die Äolischen und Ägadischen Inseln bis zum Toskanischen Archipel, den Pontinischen Inseln und den Tremiti-Inseln können Sie die geografische Lage der einzelnen Inselgruppen erkunden.

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Welche Karte oder Information suchen Sie?

Die wichtigsten Karten der italienischen Inselwelt habe ich nach geografischen Gebieten geordnet. Ergänzend finden Sie weitere Karten Italiens sowie ungewöhnliche Fragen und Besonderheiten, die sich nicht allein auf einer Karte erkennen lassen.

Karte der italienischen Inseln

Die Übersichtskarte zeigt die Lage der wichtigsten italienischen Inseln und Inselgruppen. Sie ermöglicht eine erste geografische Orientierung und macht sichtbar, wie weit und vor allem wo die einzelnen Archipele entlang der italienischen Küsten verteilt sind.

Große Übersichtskarte mit der Lage aller italienischen Inseln

Besonders hoch ist die Konzentration der Inselgruppen rund um Sizilien und Sardinien. Weitere bedeutende Archipele liegen vor den Küsten der Toskana, Latiums, Kampaniens und Apuliens.

Die großen Inseln Italiens

Sizilien und Sardinien sind die beiden größten Inseln Italiens. Beide besitzen zahlreiche kleinere vorgelagerte Inseln und Inselgruppen und spielen deshalb auch für die geografische Betrachtung der italienischen Inselwelt eine zentrale Rolle.

Sizilien

Sizilien ist die größte Insel Italiens und liegt im südlichen Mittelmeer. Rund um die Insel befinden sich mehrere bedeutende Inselgruppen, darunter die Äolischen, Ägadischen und Pelagischen Inseln.

Übersichtskarte aller Inseln rund um Sizilien

Sardinien

Sardinien liegt westlich der italienischen Halbinsel. Rund um die Insel befinden sich zahlreiche kleinere Inseln und Archipele, darunter La Maddalena, Tavolara, Asinara und die Inseln im Südwesten.

Übersichtskarte der Inselgruppen und Inseln rund um Sardinien

Inselgruppen rund um Sizilien

Sizilien ist von einer besonders vielfältigen Inselwelt umgeben. Im Norden liegen die vulkanisch geprägten Äolischen Inseln, im Westen die Ägadischen Inseln und weit im Süden die Pelagischen Inseln. Hinzu kommen kleinere Inselgruppen und einzelne Inseln entlang der sizilianischen Küste.

Äolische Inseln

Die Äolischen Inseln, auch Liparische Inseln genannt, liegen nördlich von Sizilien im Tyrrhenischen Meer. Zu den sieben Hauptinseln gehören Lipari, Vulcano, Salina, Stromboli, Panarea, Filicudi und Alicudi.

Kartenübersicht der Liparischen Inseln

Ägadische Inseln

Die Ägadischen Inseln liegen vor der Westküste Siziliens bei Trapani. Die bekanntesten Inseln sind Favignana, Levanzo und Marettimo.

Kartenübersicht der Ägadischen Inseln

Pelagische Inseln

Die Pelagischen Inseln liegen weit südlich von Sizilien im Mittelmeer. Zu dieser Inselgruppe gehören insbesondere Lampedusa, Linosa und Lampione.

Kartenübersicht der Pelagischen Inseln

Zyklopeninseln

Die Zyklopeninseln liegen vor der Ostküste Siziliens bei Aci Trezza. Die markanten Felseninseln sind vulkanischen Ursprungs und liegen in der Nähe des Ätna-Gebietes.

Kartenübersicht der Zyklopeninseln

Inseln der Lagune von Marsala

Die Inseln der Lagune von Marsala liegen vor der Westküste Siziliens. Besonders bekannt ist Mozia mit ihren bedeutenden archäologischen Überresten.

Kartenübersicht der Inseln der Lagune von Marsala

Weitere Inseln Siziliens

Neben den großen Inselgruppen gehören weitere einzelne Inseln zu Sizilien. Dazu zählen unter anderem Ustica und Pantelleria sowie zahlreiche kleinere Inseln und Felsen.

Karte der Lage der Insel Ustica
Karte der Insel Pantelleria

Inselgruppen rund um Sardinien

Auch Sardinien ist von einer großen Zahl kleinerer Inseln und Inselgruppen umgeben. Besonders bekannt sind der Archipel von La Maddalena im Norden, Tavolara im Nordosten sowie San Pietro und Sant’Antioco im Süden.

Inseln im Süden Sardiniens

Vor der Südküste Sardiniens liegen unter anderem San Pietro und Sant’Antioco sowie weitere kleinere Inseln und Felsen.

Karte der Insel San Pietro

Karte der Insel Sant'Antioco

Archipel von La Maddalena

Der Archipel von La Maddalena liegt vor der Nordküste Sardiniens. Zu den bekanntesten Inseln gehören La Maddalena, Caprera, Spargi, Budelli, Razzoli und Santa Maria.

Kartenübersicht der Lage des Archipels La Maddalena

Archipel von Tavolara

Vor der nordöstlichen Küste Sardiniens liegen Tavolara, Molara und Molarotto. Tavolara fällt durch ihre markante Bergform besonders auf.

Kartenübersicht des Archiepls von Tavolara

Inselgruppen vor Mittelitalien

Vor der Küste Mittelitaliens befinden sich mehrere bedeutende Inselgruppen. Der Toskanische Archipel gehört zur Toskana, während die Pontinischen Inseln vor der Küste Latiums liegen.

Toskanischer Archipel

Zum Toskanischen Archipel gehören unter anderem Elba, Giglio, Capraia, Montecristo, Pianosa, Giannutri und Gorgona. Der Archipel erstreckt sich zwischen der toskanischen Küste und Korsika.

Karte der Lage der Inselgruppe  Toskanischer Archipel

Pontinische Inseln

Die Pontinischen Inseln liegen vor der Küste Latiums im Tyrrhenischen Meer. Zu den bekanntesten Inseln gehören Ponza, Ventotene, Palmarola und Zannone.

Kartenübersicht der Pontinischen Inseln

Inselgruppen in Süditalien

Vor den Küsten Süditaliens liegen weitere bekannte Inselgruppen. Dazu gehören das Kampanische Archipel im Golf von Neapel und die Tremiti-Inseln in der Adria.

Kampanisches Archipel

Zum Kampanischen Archipel gehören unter anderem Ischia, Capri, Procida und Vivara. Die Inseln liegen im Golf von Neapel beziehungsweise vor der kampanischen Küste.

Kartenübersicht des Kampanischen Archipels

Tremiti-Inseln

Die Tremiti-Inseln liegen vor der Küste Apuliens in der Adria. Zu den wichtigsten Inseln gehören San Domino und San Nicola sowie weitere kleinere Inseln und Felsen.

Kartenübersicht der Tremiti-Inseln

Italienische Inselgruppen im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Inselgruppen und ihre geografische Zuordnung zusammen.
Inselgruppe Region Lage Wichtige Inseln
Äolische Inseln Sizilien Tyrrhenisches Meer Lipari, Vulcano, Salina, Stromboli, Panarea, Filicudi, Alicudi
Ägadische Inseln Sizilien Westlich von Sizilien Favignana, Levanzo, Marettimo
Pelagische Inseln Sizilien Südlich von Sizilien Lampedusa, Linosa, Lampione
Toskanischer Archipel Toskana Tyrrhenisches Meer Elba, Giglio, Capraia, Montecristo, Pianosa, Giannutri, Gorgona
Pontinische Inseln Latium Tyrrhenisches Meer Ponza, Ventotene, Palmarola, Zannone
Kampanisches Archipel Kampanien Golf von Neapel Ischia, Capri, Procida, Vivara
Tremiti-Inseln Apulien Adriatisches Meer San Domino, San Nicola, Capraia
Archipel von La Maddalena Sardinien Norden Sardiniens La Maddalena, Caprera, Spargi, Budelli, Razzoli, Santa Maria
Archipel von Tavolara Sardinien Nordostküste Tavolara, Molara, Molarotto

Italiens Inselwelt nach Meeresgebieten

Die italienischen Inseln verteilen sich nicht gleichmäßig über das Mittelmeer. Ihre Lage lässt sich besonders gut über die verschiedenen Meeresgebiete verstehen. Dabei unterscheiden sich die Inselwelten nicht nur geografisch, sondern auch hinsichtlich Landschaft, Klima und Geschichte.

Tyrrhenisches Meer

Hier liegen unter anderem Sizilien, Sardinien, der Toskanische Archipel, die Pontinischen Inseln und das Kampanische Archipel. Besonders viele vulkanisch geprägte Inseln befinden sich in diesem Raum.

Zentraler Mittelmeerraum

Zu den weiter südlich gelegenen Inseln zählen unter anderem Pantelleria, die Pelagischen Inseln und Lampedusa. Sie bilden geografisch eine Verbindung zwischen Italien, Nordafrika und dem zentralen Mittelmeer.

Ionisches Meer

An der Süd- und Südostseite Italiens liegen Inseln und Inselgruppen im Übergangsbereich zum Ionischen Meer. Auch Siziliens östliche und südöstliche Küstenräume stehen in enger geografischer Beziehung zu diesem Meeresgebiet.

Adria

An Italiens Ostküste liegen zahlreiche kleinere Inseln, vor allem vor Venetien, der Emilia-Romagna, den Marken, den Abruzzen und Apulien. Die italienische Adriaküste besitzt damit eine ganz eigene Inselwelt.

Diese Einteilung zeigt, warum eine einzige Italienkarte nur einen ersten Überblick geben kann: Erst beim näheren Blick auf die einzelnen Meeresgebiete wird sichtbar, wie unterschiedlich die italienische Inselwelt tatsächlich aufgebaut ist.

Weitere Karten Italiens

Die Karten der italienischen Inselwelt sind Teil meiner größeren geografischen Kartenübersicht von Italien-Sehenswertes. Hier finden Sie weitere Karten zu Regionen, Provinzen und zur geografischen Gliederung Italiens.

Italienische Inseln
Informationen zu den Inseln und Inselgruppen Italiens.
Italien Karte
Große Übersicht mit verschiedenen Karten zu Italien.
Karte der Regionen Italiens
Karten zu den 20 italienischen Regionen.
Provinzen Italiens
Übersicht der italienischen Provinzen.

Die italienische Inselwelt – Was Karten nicht erzählen

Inseln, Entfernungen und geografische Besonderheiten

Wie viele Inseln gibt es in Italien?

Italien besitzt neben den großen Inseln Sizilien und Sardinien eine sehr große Zahl kleinerer Inseln, Inselchen, Klippen und Felsen. Eine einheitliche Zahl lässt sich deshalb nur schwer nennen. Je nachdem, ob winzige unbewohnte Felsen und kleinste Eilande mitgezählt werden, unterscheiden sich die Angaben deutlich.

Besonders reich an Inseln ist das Gebiet rund um Sardinien, Sizilien und die kleineren italienischen Archipele. Zu den bekanntesten Inselgruppen gehören die Äolischen, Ägadischen, Pelagischen und Pontinischen Inseln, der Toskanische Archipel sowie der Archipel von La Maddalena und die Tremiti-Inseln.

Welche sind die größten Inseln Italiens?

Die beiden mit Abstand größten Inseln Italiens sind Sizilien und Sardinien. Beide sind zugleich eigenständige Regionen Italiens. Sizilien ist die größte Insel des Mittelmeers, während Sardinien die zweitgrößte ist.

Daneben gibt es zahlreiche kleinere Inseln, die aufgrund ihrer Geschichte oder Landschaft besonders bekannt sind. Dazu gehören beispielsweise Elba, Ischia, Pantelleria, Lipari, San Pietro, Sant’Antioco, Giglio und Capri.

Welche Inselgruppen gehören zu Sizilien?

Zu den bekanntesten Inselgruppen Siziliens gehören die Äolischen Inseln im Norden, die Ägadischen Inseln im Westen und die Pelagischen Inseln im Süden. Hinzu kommen kleinere Inselgruppen und einzelne Inseln wie Ustica sowie die Zyklopeninseln vor der Ostküste.

Wo liegen die Äolischen Inseln?

Die Äolischen Inseln liegen im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien.

Die Inselgruppe besitzt außerdem eine außergewöhnlich lange maritime Geschichte. Bereits seit der Antike verliefen wichtige Schifffahrtswege durch das Gebiet. Archäologische Untersuchungen haben zahlreiche Schiffswracks entdeckt, darunter Wracks aus griechischer, römischer und hellenistischer Zeit. Ein Forschungsprojekt der Universität Bari untersucht beispielsweise 14 Wracks aus dem Zeitraum vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr.

Welche Inseln gehören zum Toskanischen Archipel?

Zum Toskanischen Archipel gehören Elba, Giglio, Capraia, Montecristo, Pianosa, Giannutri und Gorgona.

Wo liegen die Tremiti-Inseln?

Die Tremiti-Inseln liegen vor der Küste Apuliens in der Adria. Zu ihnen gehören unter anderem San Domino, San Nicola, Capraia und Pianosa. Die kleine Inselgruppe ist heute vor allem wegen ihrer Landschaft, des klaren Wassers und des Meeresschutzes bekannt.

Welche Inselgruppen gibt es vor Sardinien?

Zu den bekanntesten Inselgruppen und Inselbereichen vor Sardinien gehören der Archipel von La Maddalena, die Inseln von Tavolara und Molara sowie zahlreiche kleinere Inseln entlang der sardischen Küste.

Im Norden Sardiniens befindet sich außerdem die Straße von Bonifacio zwischen Sardinien und Korsika. Die Meerenge ist an manchen Stellen nur wenige Kilometer breit und wird wegen ihrer Strömungen, Winde, Felsen und Untiefen seit Jahrhunderten als anspruchsvolles Seegebiet betrachtet.

Wie weit ist Pantelleria von Sizilien entfernt?

Pantelleria liegt im Sizilianischen Kanal zwischen Sizilien und Nordafrika. Die Entfernung zur sizilianischen Küste beträgt ungefähr 85 Kilometer. Die Insel liegt damit deutlich weiter von Sizilien entfernt als viele der bekannten Inseln innerhalb der sizilianischen Archipele.

Interessant ist die Lage Pantellerias auch deshalb, weil die Insel ungefähr auf halber Strecke zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste liegt. Ihre geografische Lage machte sie bereits in der Antike zu einem wichtigen Zwischenpunkt im Mittelmeer.

Meer, Strömungen und Navigation

Kann man von Pantelleria mit einem Kanu nach Sizilien fahren?

Die Entfernung von ungefähr 85 Kilometern macht deutlich, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Kanutour zwischen zwei nahe beieinanderliegenden Inseln handelt. Zwischen Pantelleria und Sizilien liegt offenes Meer. Wind, Wellengang, Strömungen, Wetterumschwünge und Schiffsverkehr können auf einer solchen Strecke erhebliche Gefahren darstellen.

Ein normales Freizeitkanu ist deshalb für eine solche offene Seequerung nicht als geeignetes Verkehrsmittel anzusehen. Die theoretische Frage, ob ein Mensch eine bestimmte Strecke paddelnd zurücklegen könnte, ist etwas völlig anderes als die Frage, ob eine solche Fahrt unter realen Bedingungen sicher oder verantwortbar wäre.

Welche italienischen Inseln liegen so nah beieinander, dass man sie theoretisch mit einem Kanu erreichen könnte?

Innerhalb einiger Archipele liegen die Inseln nur wenige Kilometer auseinander. Besonders deutlich wird dies bei den Äolischen Inseln, etwa zwischen Lipari und Vulcano, oder innerhalb des Archipels von La Maddalena.

Eine kurze Entfernung auf einer Karte darf allerdings nicht mit einer sicheren Paddelstrecke gleichgesetzt werden. Gerade zwischen Inseln können Strömungen und Wind die tatsächliche Situation erheblich verändern. Hinzu kommen Fährverkehr, Ausflugsboote, Felsen und Untiefen.

Für die Beurteilung einer konkreten Strecke sind deshalb aktuelle nautische Informationen wesentlich wichtiger als die reine Entfernung auf einer touristischen Karte.

Wo gibt es zwischen italienischen Inseln besonders starke Strömungen?

Ein besonders bekanntes Gebiet ist die Straße von Messina zwischen Sizilien und Kalabrien. Durch die besondere Form der Meerenge und die Gezeiten entstehen dort kräftige Wasserbewegungen. Schon in der Antike waren diese Strömungen bekannt und wurden mit dem Mythos von Skylla und Charybdis verbunden.

Ein weiteres anspruchsvolles Gebiet sind die Bocche di Bonifacio zwischen Sardinien und Korsika. Dort treffen geografisch enge Verhältnisse, Wind und Strömungen aufeinander. Das Gebiet ist deshalb für die Navigation anspruchsvoll und besitzt zahlreiche Felsen und Untiefen.

Auch innerhalb einzelner Archipele können Strömungen auftreten. Ihre Stärke ist jedoch nicht konstant und hängt unter anderem von Wind, Wetter, Gezeiten und der jeweiligen Meerespassage ab.

Gibt es zwischen italienischen Inseln gefährliche Strudel?

Die bekannteste historische Verbindung zwischen Strudeln und der italienischen Inselwelt besteht mit der Straße von Messina. Die antike Figur Charybdis wurde mit einem gefährlichen Wasserstrudel in Verbindung gebracht. Homer beschrieb Charybdis in der Odyssee als eine gewaltige Meeresgefahr, der Schiffe nur schwer entkommen konnten.

Hinter dem Mythos steht ein reales Naturphänomen: In der Straße von Messina treffen unterschiedliche Wasserbewegungen aufeinander. Dadurch können Wirbel und kräftige Strömungen entstehen. Der antike Mythos sollte also nicht als wörtliche Beschreibung eines riesigen, dauerhaft bestehenden Strudels verstanden werden, sondern als mythologische Verarbeitung einer tatsächlich schwierigen Meerespassage.

Gibt es bei den italienischen Inseln Riffe, Felsen und Untiefen, auf die man achten muss?

Ja. Zahlreiche Inseln besitzen vorgelagerte Felsen und Untiefen, die insbesondere bei schlechter Sicht oder starkem Seegang gefährlich sein können. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Insel Giglio.

Vor Giglio liegen die Felsen von Le Scole. Genau dort kollidierte am 13. Januar 2012 die Costa Concordia mit einem Unterwasserfelsen. Der Felsen „Scola piccola“ lag nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche. Der Aufprall riss ein großes Loch in den Schiffsrumpf und führte zum Untergang des Kreuzfahrtschiffes.

Auch die Äolischen Inseln besitzen zahlreiche gefährliche Unterwasserformationen. Bei Panarea befinden sich beispielsweise die Formiche di Panarea. Vor Filicudi liegt die Secca di Capo Graziano, an der ein antikes Schiffswrack entdeckt wurde. Vor Lipari befindet sich die Secca di Capistello, ebenfalls ein bedeutender archäologischer Fundplatz.

Wo kann man Navigationskarten der italienischen Inseln und Meere kaufen?

Wer echte nautische Karten der italienischen Küsten und Inseln sucht, sollte zwischen touristischen Karten und offiziellen Seekarten unterscheiden. Für die italienischen Hoheitsgewässer ist das Istituto Idrografico della Marina der wichtigste Ansprechpartner. Es ist die für die offizielle nautische Dokumentation der italienischen Meere zuständige Einrichtung der italienischen Marine.

Über den offiziellen Online-Shop werden unter anderem nautische Karten einzelner Küstenabschnitte, Inseln und Häfen angeboten. Im Sortiment finden sich beispielsweise Karten für Ustica und Lampedusa sowie Karten verschiedener Küstenbereiche. Außerdem werden Portolane, Gezeitentafeln, nautische Jahrbücher und weitere nautische Veröffentlichungen angeboten.

Für historische Karten ist ebenfalls das Angebot des Istituto Idrografico interessant, da dort neben aktueller nautischer Dokumentation auch historische Karten verfügbar sind.

Für Ihre Website würde ich deshalb zwischen drei Arten von Karten unterscheiden:

  • Touristische Inselkarten: gut für Urlauber, Wanderer und allgemeine geografische Orientierung.
  • Offizielle nautische Karten: wesentlich detaillierter und für die maritime Navigation bestimmt.
  • Historische Seekarten: besonders interessant für Sammler, Geschichtsinteressierte und die Darstellung der Entwicklung der Inselkartografie.

Wer sich speziell für die italienische Inselwelt interessiert, kann im offiziellen Kartenangebot beispielsweise nach Karten für einzelne Inseln oder Inselgruppen suchen. Das Sortiment umfasst auch Portolane und Veröffentlichungen zu Gezeiten und Strömungen.

Schiffsunglücke und maritime Geschichte

Was geschah beim Untergang der Costa Concordia vor Giglio?

Der Untergang der Costa Concordia ist eines der bekanntesten modernen Schiffsunglücke vor einer italienischen Insel. Am Abend des 13. Januar 2012 befand sich das Kreuzfahrtschiff vor der Insel Giglio. Das Schiff änderte seinen Kurs und näherte sich der Insel ungewöhnlich stark.

Gegen 21:45 Uhr kollidierte die Costa Concordia mit den Felsen von Le Scole. Der Unterwasseraufprall beschädigte den Rumpf auf einer Länge von ungefähr 50 Metern. Wasser drang in das Schiff ein und die Costa Concordia verlor ihre Manövrierfähigkeit.

An Bord befanden sich mehr als 4.000 Menschen. 32 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben. Das Schiff lag anschließend halb auf der Seite vor Giglio und wurde erst nach einer spektakulären Bergungsoperation im Jahr 2014 vollständig entfernt.

Das Unglück zeigt besonders deutlich, weshalb historische und moderne Seekarten nicht nur interessante Kartenwerke sind, sondern für die Navigation eine entscheidende Bedeutung haben.

Gab es schon in der Antike Schiffsunglücke bei den italienischen Inseln?

Ja. Die Gewässer um die italienischen Inseln wurden bereits seit der Bronzezeit und später besonders intensiv von griechischen, phönizischen, karthagischen und römischen Schiffen befahren. Entsprechend finden sich zahlreiche archäologische Schiffswracks.

Besonders reich ist der Fundbestand rund um die Äolischen Inseln. Vor Filicudi wurden beispielsweise Schiffswracks mit Amphoren und Keramik entdeckt. Das Wrack an der Secca di Capo Graziano wird in die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Das Wrack von Capistello bei Lipari stammt sogar aus dem späten 4. oder frühen 3. Jahrhundert v. Chr. beziehungsweise wird auf etwa 300–280 v. Chr. datiert.

Solche Funde sind besonders interessant, weil sie nicht nur von Unglücken erzählen. Die Ladungen zeigen auch, welche Waren im antiken Mittelmeer transportiert wurden und welche Handelsverbindungen zwischen Italien, Griechenland, Nordafrika und anderen Regionen bestanden.

Gab es im Toskanischen Archipel große Schiffsunglücke?

Ja. Das berühmteste moderne Beispiel ist die Costa Concordia vor Giglio. Doch die maritime Geschichte des Toskanischen Archipels reicht viel weiter zurück. Vor Giglio, Giannutri und anderen Inseln wurden antike und mittelalterliche Schiffswracks entdeckt.

Die Inseln lagen an wichtigen Verkehrswegen des westlichen Mittelmeers. Händler, Militärschiffe und Versorgungsschiffe mussten die Inselwelt zwischen der italienischen Halbinsel, Korsika und den weiteren Mittelmeerregionen passieren. Felsen, Untiefen und wechselnde Wetterbedingungen machten diese Routen nicht ungefährlich.

Warum gibt es rund um die italienischen Inseln so viele Schiffswracks?

Die Erklärung liegt vor allem in der Lage Italiens. Die italienische Halbinsel ragt weit in das Mittelmeer hinein und wird von mehreren wichtigen Seewegen umgeben. Schiffe mussten und müssen zahlreiche Inseln, Meerengen, Felsgruppen und Untiefen passieren.

Besonders gefährlich waren früher die fehlenden oder sehr ungenauen Kenntnisse über Unterwasserformationen. Ein Felsen, der heute auf einer modernen Seekarte eindeutig verzeichnet ist, konnte für einen antiken Seefahrer unsichtbar sein.

Die Äolischen Inseln sind hierfür ein besonders gutes Beispiel. Dort wurden zahlreiche Wracks aus unterschiedlichen Epochen entdeckt, darunter Schiffe mit Amphoren, Keramik und anderen Handelsgütern.

Wann wurde die erste Karte der italienischen Inseln erstellt?

Eine einzelne „erste Karte der italienischen Inseln“ lässt sich historisch nicht eindeutig nennen. Schon die antike Geografie kannte Sizilien, Sardinien und andere Inseln des Mittelmeers. Die erhaltenen Karten aus dieser Zeit waren jedoch anders aufgebaut als moderne Seekarten.

Für die Geschichte der Navigation ist die sogenannte Carta Pisana besonders wichtig. Sie entstand wahrscheinlich im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts, etwa um 1275–1300, und gilt allgemein als die älteste erhaltene Portolankarte. Sie zeigt das Mittelmeer, das Schwarze Meer und Teile der Atlantikküste. Besonders detailliert sind die Küstenlinien und Häfen des Mittelmeers dargestellt.

Die Karte ist für die Geschichte der italienischen Inseln deshalb interessant, weil Inseln und gefährliche Küstenabschnitte nicht isoliert, sondern als Teil eines zusammenhängenden Systems von Seerouten dargestellt wurden. Portolankarten waren in erster Linie praktische Hilfsmittel für Seeleute und keine modernen geografischen Karten.

Einen weiteren wichtigen Schritt stellt der Liber Insularum Archipelagi des Florentiner Cristoforo Buondelmonti dar. Das Werk entstand um 1420 und verband Beschreibungen von Inseln mit Karten. Es gilt als eines der frühesten und wichtigsten Werke der sogenannten Inselbücher.

Besonders interessant ist, dass eine überlieferte Fassung des Werkes auch eine Karte Italiens mit Sizilien und Sardinien enthält. Damit nähert man sich bereits stärker einer Darstellung, die für die Geschichte der italienischen Inselwelt unmittelbar relevant ist.

Was ist eine Portolankarte?

Eine Portolankarte ist eine historische Seekarte, die vor allem für die Navigation entlang der Küsten entwickelt wurde. Im Mittelpunkt standen Küstenverläufe, Häfen, Inseln, Landmarken und Richtungen.

Typisch sind die auffälligen Liniennetze, die von sogenannten Windrosen ausgehen. Sie dienten dazu, Richtungen und Kurse zwischen verschiedenen Punkten zu bestimmen. Im Gegensatz zu modernen topografischen Karten wurden Landschaften im Landesinneren häufig nur sehr vereinfacht oder überhaupt nicht dargestellt.

Die berühmte Carta Pisana zeigt beispielsweise die Mittelmeerküsten mit zahlreichen Häfen und Küstenorten und ist ein herausragendes Zeugnis der mittelalterlichen Seefahrt.

Warum sind historische Seekarten für die Geschichte der italienischen Inseln so interessant?

Historische Seekarten zeigen nicht nur geografische Informationen. Sie sind gleichzeitig Zeugnisse der Seefahrtsgeschichte. Anhand ihrer Küstenlinien, Inselnamen, Hafenangaben, Windrosen und Gefahrenstellen lässt sich nachvollziehen, welche Regionen für die damalige Schifffahrt besonders wichtig waren.

Die Entwicklung von der mittelalterlichen Portolankarte über die Renaissance-Karten und Inselatlanten bis zur modernen nautischen Karte zeigt außerdem, wie sich das Wissen über die italienische Inselwelt verändert hat.

Gerade deshalb lohnt es sich, eine moderne Karte der italienischen Inseln nicht nur als Orientierungshilfe zu betrachten. Sie steht am Ende einer jahrhundertelangen Entwicklung, in der Seeleute, Kartografen, Geografen und Wissenschaftler die Küsten und Inseln des Mittelmeers immer genauer erfassten.

Piraten, Legenden und geheimnisvolle Geschichten

Gab es auf den italienischen Inseln Piraten und Piratenschiffe?

Ja. Die Inselwelt Italiens war über viele Jahrhunderte mit der Geschichte der Piraterie und des Korsarentums verbunden. Dabei muss zwischen dem modernen Begriff „Piraten“ und den historisch häufig verwendeten „Korsaren“ unterschieden werden.

Korsaren verfügten in der Regel über eine staatliche oder politische Genehmigung, Schiffe feindlicher Mächte anzugreifen und deren Ladung zu erbeuten. Im Mittelmeer standen sich unter anderem christliche und muslimische Seemächte gegenüber, sodass Überfälle häufig Teil größerer politischer Konflikte waren.

Besonders Sardinien war zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert wiederholt von Angriffen nordafrikanischer Korsaren und osmanischer Kräfte betroffen. Historische Untersuchungen dokumentieren zahlreiche Überfälle auf die Küsten und Inselgebiete Sardiniens.

Auch die Äolischen Inseln besitzen eine lange Geschichte von Piratenüberfällen. Das Archäologische Parksystem der Äolischen Inseln nennt ausdrücklich die jahrtausendealte Geschichte des Archipels und seine Verbindung mit Piraten und Seefahrern.

Die Gefahr bestand nicht nur darin, dass Schiffe auf See angegriffen wurden. Inseln konnten selbst zum Ziel werden. Küstenorte wurden geplündert, Einwohner verschleppt und Häuser zerstört. Aus diesem Grund entstanden in vielen Mittelmeerregionen Wachtürme und befestigte Siedlungen, von denen aus sich nähernde Schiffe frühzeitig erkennen ließen.

Warum gibt es auf vielen italienischen Inseln alte Wachtürme?

Viele Küstentürme Italiens stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bedrohung durch Piraten und Korsaren. Besonders auf Sardinien, Sizilien und den kleineren Inseln entstanden über Jahrhunderte hinweg Beobachtungssysteme.

Die Türme dienten vor allem dazu, feindliche Schiffe frühzeitig zu erkennen und durch Rauch-, Feuer- oder andere Signale die benachbarten Türme und Siedlungen zu warnen. Dadurch entstand teilweise eine regelrechte Kommunikationskette entlang der Küste.

Wer heute einen alten Küstenturm auf Sardinien, Sizilien oder einer kleineren Insel besucht, sieht deshalb nicht nur ein historisches Bauwerk. Viele dieser Türme waren Bestandteil eines weitreichenden Systems zur Überwachung des Meeres.

Welche italienischen Inseln sind besonders stark mit Legenden verbunden?

Viele Inseln Italiens besitzen eine Verbindung zwischen realer Geschichte und Mythologie. Besonders bekannt sind die Äolischen Inseln, deren Name auf Aiolos, den mythischen Herrscher der Winde, zurückgeht. Die Inseln werden bereits in Homers Odyssee mit der Welt des Aiolos verbunden.

Auch die Straße von Messina ist ein außergewöhnliches Beispiel. Die antiken Vorstellungen von Skylla und Charybdis verbinden reale Gefahren der Meerenge mit einer mythischen Erzählung. So entstand eine der berühmtesten Seefahrtslegenden der europäischen Literatur.

Eine andere geheimnisvolle Insel ist Montecristo im Toskanischen Archipel. Durch Alexandre Dumas‘ Roman Der Graf von Monte Christo wurde die Insel weltweit mit der Vorstellung eines verborgenen Schatzes verbunden. Die literarische Geschichte ist zwar Fiktion, hat aber das öffentliche Bild der realen Insel bis heute stark geprägt.

Gab es bei den italienischen Inseln echte Geisterschiffe?

Ja – und hier gibt es sogar einen außergewöhnlich modernen Fall. Am 24. August 2006 entdeckte die italienische Küstenwache vor Sardinien bei Punta Volpe ein verlassenes Segelschiff, das später unter dem Namen Bel Amica bekannt wurde.

Das Schiff war ohne Besatzung unterwegs und trieb in Richtung felsiger und flacher Gewässer. An Bord wurden unter anderem Kleidungsstücke, eine noch nicht vollständig verzehrte Mahlzeit, Karten des nordafrikanischen Meeresraums und eine Flagge Luxemburgs gefunden. Die Umstände wirkten deshalb zunächst ausgesprochen rätselhaft.

Das Schiff wurde in den Medien als „Geisterschiff“ bezeichnet. Die Geschichte ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einem realen maritimen Ereignis eine moderne Seefahrerlegende entstehen kann.

Gleichzeitig sollte man bei solchen Geschichten zwischen belegbaren Fakten und späteren Ausschmückungen unterscheiden. Gerade bei verlassenen Schiffen entstehen schnell Gerüchte über verschwundene Besatzungen, mysteriöse Ladungen oder ungeklärte Vorgänge.

Gibt es historische Geisterschiff-Legenden rund um Sizilien und Sardinien?

Die Inselwelt des Mittelmeers besitzt zahlreiche Erzählungen über verschwundene Schiffe, Seeleute und Schiffswracks. Allerdings sind solche Geschichten häufig schwer von späteren Sagen zu trennen.

Besonders geeignet für solche Legenden waren abgelegene Inseln, gefährliche Meerengen und Gebiete mit zahlreichen Wracks. Wenn ein Schiff verschwand und keine Überlebenden zurückkehrten, konnten sich über Generationen Geschichten entwickeln, in denen das Schiff später wieder auf dem Meer erschien.

Bei historischen Geisterschiffgeschichten sollte deshalb immer zwischen drei Ebenen unterschieden werden: dem tatsächlich dokumentierten Schiffsverlust, späteren Berichten über ein verlassenes oder wieder aufgetauchtes Schiff und der daraus entstandenen Legende.