Das Aostatal, italienisch Valle d’Aosta und französisch Vallée d’Aoste, ist eine der außergewöhnlichsten Regionen Italiens. Die kleinste italienische Region liegt mitten in den Alpen und besitzt seit 1948 einen besonderen autonomen Status. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, dass das Aostatal nicht nur landschaftlich, sondern auch sprachlich und kulturell eine Sonderstellung innerhalb Italiens einnimmt.

Italienisch und Französisch sind die beiden Amtssprachen der Region. Beide Sprachen begegnen Ihnen im Alltag, auf Ortsschildern, bei Behörden und im Bildungswesen. Auch die Schulen sind grundsätzlich zweisprachig ausgerichtet. Daneben hat sich in vielen Tälern das Frankoprovenzalische, meist als Patois bezeichnet, bis heute erhalten. Es gehört zu den regionalen Besonderheiten, die man als Urlauber nicht unbedingt sofort bemerkt, die aber viel über die Geschichte des Aostatals erzählen.

Besonders interessant wird die sprachliche Vielfalt im oberen Lys-Tal. In den Gemeinden Gressoney-La-Trinité, Gressoney-Saint-Jean und Issime lebt die Walser Kultur bis heute fort. Hier werden die alemannischen Sprachformen Titsch und Toitschu gesprochen. Diese Walsergemeinschaften gehen auf die mittelalterliche Besiedlung des Tales durch deutschsprachige Walser zurück.

Gerade diese Mischung aus italienischen, französischen, frankoprovenzalischen und walserischen Einflüssen macht das Aostatal so interessant. Sie zeigt sich nicht nur in den Sprachen, sondern auch in den Ortsnamen, der Architektur, den traditionellen Handwerken, der Küche und den Bräuchen. Dazu kommen die zahlreichen Burgen und Schlösser, römischen Bauwerke und historischen Dörfer, die von der wechselvollen Geschichte der Region erzählen.

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen das Aostatal deshalb nicht nur als beeindruckende Bergregion vorstellen. Sie finden hier Informationen zur Geographie, Geschichte, Sprache, Kultur, Natur, den Sehenswürdigkeiten, Museen, Burgen und besonderen Orten der Region sowie viele Anregungen für Ihren Urlaub.

Weitere Informationen zum Aostatal und Italien

Schafe auf einer Alpe am Monte Rosa im Aostatal
So neugierig wie diese Schafherde auf einer Alpe am Monte Rosa mich anschaut, schaue ich auch, wenn ich auf ein mir noch unbekanntes Bauwerk im Aostatal stoße.

Das erwartet Sie auf meiner Seite

Geographie & Lage
Lage, Berge, Täler und Natur
Karte des Aostatals
Die Region geografisch im Überblick
Aktivitäten & Jahreszeiten
Urlaubsideen für das ganze Jahr
Handwerk & Gemeinden
Traditionen und regionale Besonderheiten
Karte der Gemeinden
Die Gemeinden des Aostatals im Überblick
Kulinarische Spezialitäten
Käse, Schinken, Lardo und regionale Weine
Sehenswürdigkeiten
Besondere Orte und historische Bauwerke
Schlösser & Burgen
Historische Anlagen und Festungen
Karte wichtigster Schlösser
Die bedeutendsten Anlagen auf einen Blick
Karte versteckter Schlösser
Weniger bekannte Anlagen abseits der üblichen Ziele
Römische Bauwerke
Erhaltene römische Bauwerke im Aostatal
Wichtige Museen
Wichtige Museen im Valle d’Aosta kurz vorgestellt
Karte wichtiger Museen
Museen auf der Karte im Überblick
Geschichte
Die historische Entwicklung des Aostatals
Meine Fotos vom Aostatal
Meine Fotos, die ich auf den Reisen durchs Aostatal gemacht habe
Wissenswertes & Kurioses
Besondere Fakten und überraschende Details zum Aostatal

Geographie und Lage

Das Aostatal liegt im äußersten Nordwesten Italiens und ist von drei Ländern beziehungsweise Regionen umgeben: Im Norden grenzt es an die Schweiz, im Westen an Frankreich sowie im Süden und Osten an das Piemont. Die Region wird von den westlichen Alpen geprägt. Ihr geografisches Zentrum bildet das breite Tal der Dora Baltea, von dem zahlreiche kleinere und größere Seitentäler in die umliegenden Hochgebirgsregionen führen.

Karte des Aostatals

Die Landschaft reicht von den tiefer gelegenen Talabschnitten rund um Aosta bis hinauf zu einigen der höchsten Gipfel der Alpen. Im Westen erhebt sich der Mont Blanc (Monte Bianco), dessen Gipfel mit rund 4.806 m den höchsten Punkt der Alpen bildet. Im Norden prägt das Monte-Rosa-Massiv die Landschaft. An der Grenze zwischen Aostatal und Wallis liegt mit der Dufourspitze (4.634 m) der höchste Gipfel des Monte-Rosa-Massivs. Im Nordosten erhebt sich der Matterhorn (Cervino, 4.478 m) an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz.

Ein weiterer bedeutender Viertausender ist der Gran Paradiso (4.061 m). Er ist der einzige vollständig auf italienischem Staatsgebiet gelegene Viertausender und gab dem Nationalpark Gran Paradiso seinen Namen. Der Nationalpark wurde 1922 als erster Nationalpark Italiens gegründet und erstreckt sich heute über das Aostatal und das angrenzende Piemont. Seine Hochgebirgslandschaft reicht von bewaldeten Tälern bis zu Gletschern und alpinen Gipfeln.

Neben dem Gran-Paradiso-Nationalpark besitzt das Aostatal weitere bedeutende Schutzgebiete. Besonders hervorzuheben ist der Regionalpark Mont Avic, der als erster Naturpark des Aostatals gegründet wurde. Er liegt im südöstlichen Teil der Region und umfasst vor allem die Bergwelt des Valle di Champorcher und des Vallone di Champdepraz. Zahlreiche Seen, Wälder, Moore und alpine Lebensräume machen den Park zu einem wichtigen Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere.

Die besondere geografische Lage zwischen den höchsten Gipfeln der Alpen, tief eingeschnittenen Tälern und zahlreichen Seitentälern prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch das Klima, die Landwirtschaft, die Siedlungen und den Tourismus des Aostatals. Gerade diese starken Höhenunterschiede sorgen dafür, dass auf vergleichsweise kleinem Raum sehr unterschiedliche Landschaften zu finden sind.

Urlaubsaktivitäten im Aostatal – zu jeder Jahreszeit etwas erleben

Das Aostatal ist nicht nur im Sommer ein interessantes Reiseziel. Durch die großen Höhenunterschiede verändert sich die Landschaft im Laufe des Jahres und bietet zu jeder Jahreszeit ganz unterschiedliche Möglichkeiten für Unternehmungen. Während im Winter der Schnee die Berge beherrscht, verwandeln sich die Wiesen im Frühling in farbenreiche Blütenlandschaften. Der Sommer steht im Zeichen von Wandern und Bergsteigen, während im Herbst die Wälder, Weinberge und Almen ihre besondere Farbenpracht zeigen.

Winter – Skifahren, Rodeln und Schneewanderungen

Im Winter verwandelt sich das Aostatal in ein weitläufiges Wintersportgebiet. Neben Skifahren und Snowboarden bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zum Rodeln, Schneeschuhwandern und für Winterwanderungen an. Orte wie Breuil-Cervinia, Courmayeur, La Thuile, Pila, Gressoney und Champoluc sind bekannte Ausgangspunkte für Wintersportler. Wer es ruhiger angehen möchte, kann verschneite Seitentäler bei einer Schneeschuhwanderung erkunden oder bei einem Spaziergang die winterliche Berglandschaft genießen.


Frühling – Blütenwiesen und erste Wanderungen

Wenn der Schnee in den tieferen Lagen zurückgeht, beginnt im Aostatal die Zeit der ersten Frühlingsblumen. Besonders interessant sind die trockenen Wiesen und sonnigen Hänge zwischen Saint-Denis, Verrayes und Chambave, wo Ende Mai und Anfang Juni unter anderem wilde Orchideen zu finden sind. Auch die mittleren Tallagen rund um Quart und Nus sowie die Wiesenhänge bei Saint-Pierre und Sarre bieten interessante Möglichkeiten, die alpine Pflanzenwelt zu beobachten. Gleichzeitig werden die ersten Wanderwege in tieferen Lagen wieder zugänglich.


Sommer – Wandern, Gipfel und alpine Landschaften

Der Sommer ist die ideale Jahreszeit für Wanderungen, Bergtouren und Gipfelbesteigungen. Von einfachen Spazierwegen durch die Täler bis zu anspruchsvollen Hochtouren reicht das Angebot. Wer eine ruhigere Unternehmung sucht, kann an einem Bergsee ein Picknick machen, durch alpine Wiesen wandern oder die Landschaft im Nationalpark Gran Paradiso erkunden. Auch botanische Wanderungen, Tierbeobachtungen und – mit entsprechender Kenntnis und unter Beachtung der örtlichen Regeln – die Suche nach Wildpilzen gehören zu den möglichen Sommeraktivitäten.


Herbst – Bunte Wälder, Weinberge und Pilze

Im Herbst wird das Aostatal besonders farbenreich. Wanderungen und Spaziergänge durch die sich verfärbenden Wälder gehören jetzt zu den schönsten Aktivitäten. Das sogenannte Foliage lässt sich beispielsweise im Val Ferret, bei Morgex, Bionaz, Saint-Nicolas oder entlang des Cammino Balteo erleben. Dazu kommen die Weinlese, die Ernte von Äpfeln und Kastanien sowie regionale Feste. Auch die Pilzsuche ist für Naturfreunde interessant, wobei die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und Sammelregeln beachtet werden müssen. Burgen, historische Dörfer, Museen und Thermalbäder bieten außerdem gute Alternativen für Tage mit wechselhaftem Wetter.


Das Aostatal zu jeder Jahreszeit entdecken

Die unterschiedlichen Jahreszeiten machen das Aostatal zu einem Reiseziel, das sich immer wieder neu erleben lässt. Im Winter stehen Schnee und Wintersport im Mittelpunkt, im Frühling die ersten Blüten und die erwachende Natur, im Sommer die hohen Berge und Wanderwege und im Herbst die Farben der Wälder, Weinberge und Almen. Dadurch lohnt sich eine Reise nicht nur während der klassischen Sommermonate.

Wichtig: Winterausrüstung im Aostatal

Vom 15. Oktober bis zum 15. April gilt im Aostatal eine Winterausrüstungspflicht. Sie können entweder mit geeigneten Winterreifen fahren oder bei Sommerreifen passende Schneeketten im Fahrzeug mitführen. Die Pflicht betrifft die Straßen der Region und wird entsprechend ausgeschildert.

Wer ohne die vorgeschriebene Winterausrüstung unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 87 bis 344 Euro rechnen. Je nach Straßen- und Wetterlage können zusätzlich weitere Einschränkungen angeordnet werden.

Für den Urlaub empfehlenswert: Gerade bei Fahrten in die höher gelegenen Seitentäler und Wintersportorte sind Winterreifen die deutlich praktischere Lösung. Schneeketten sollten trotzdem mitgeführt werden, da sie bei starkem Schneefall oder vereisten Straßen zusätzlich erforderlich werden können.

Typische Handwerke, Produkte und Traditionen der Berggemeinden im Aostatal

Das Aostatal hat keine Provinz im üblichen Sinne, sondern ist als autonome Region unmittelbar in 74 Gemeinden und 8 Unités des Communes valdôtaines gegliedert. Einige Berggemeinden sind versteckt, aber im Wesentlichen gut zu erreichen. Ein Beispiel dafür sind Nex und Tignet, zwei kleine Bergorte, die eingebettet in eine spektakuläre Naturkulisse liegen.

Die Gemeinden des Aostatals haben jeweils ihre eigenen Besonderheiten entwickelt. Während in einigen Orten die Holzschnitzerei oder die Herstellung traditioneller Textilien eine wichtige Rolle spielt, sind andere Gemeinden vor allem für Wein, Käse, Wurstwaren, handwerkliche Erzeugnisse oder historische Handwerke bekannt.

Viele Traditionen werden in mehreren Orten gepflegt und gehören zum gemeinsamen kulturellen Erbe des jeweiligen Gebiets im Aostatal. Die folgenden von mir zusammengestellten Beispiele zeigen deshalb vor allem, womit die jeweilige Gemeinde besonders verbunden ist. Die Übersicht konzentriert sich bewusst auf traditionelle Handwerke, regionale Produkte und Besonderheiten der einzelnen Gemeinden. So können Sie als Urlauber schnell erkennen, für welche Handwerke, Produkte und Traditionen die einzelnen Gemeinden besonders bekannt sind. Wer sich also für Holzschnitzereien, Korbflechtarbeiten, Speck, Käse und sonstige typische Produkte interessiert, ist bei dieser Übersicht richtig.

Traditionelle Handwerke, Lebensmittel und Besonderheiten nach Gemeinde im Überblick

Allein

Allein ist stark von der traditionellen Berglandwirtschaft und den hoch gelegenen Almen geprägt. Typisch sind vor allem Viehzucht, Alpprodukte und die Herstellung von Käse wie Fontina im Umfeld der Bergweiden.

Antey-Saint-André

Antey-Saint-André ist eine der Gemeinden, in denen das traditionelle valdostanische Kunsthandwerk besonders sichtbar wird. Bei den Handwerkermärkten stehen Holzschnitzerei, Holz-Drechselarbeiten, Flechtarbeiten, Speckstein sowie Arbeiten aus Eisen und Kupfer im Mittelpunkt.

Aosta

Aosta ist das wichtigste Zentrum des traditionellen Kunsthandwerks der Region und vor allem durch die Fiera di Sant’Orso bekannt. Besonders typisch sind kunstvoll geschnitzte und gedrechselte Holzarbeiten, Skulpturen, Körbe, Möbel und zahlreiche Gebrauchsgegenstände.

Arnad

Arnad ist vor allem für den Lardo di Arnad DOP bekannt, einen traditionell gereiften Speck, der in charakteristischen Behältern aus Kastanienholz gelagert wird. Außerdem gehört Arnad zu den historischen Weinbaugebieten des unteren Aostatals.

Arvier

Arvier ist besonders mit dem Wein Enfer d’Arvier DOC verbunden. Die Reben wachsen in einem stark sonnenexponierten natürlichen Amphitheater, dessen Name „Enfer“ – Hölle – auf die außergewöhnliche Hitze und Sonneneinstrahlung zurückgeht.

Avise

Avise gehört zu den alten Weinbaugemeinden des oberen Aostatals und besitzt steile, sonnige Rebflächen. Typisch sind die traditionelle Berglandwirtschaft, der Weinbau und die historischen Burgen und Dörfer der Gemeinde.

Ayas

Ayas ist für seine alpine Handwerkstradition und besonders für Holzarbeiten und Holzskulpturen bekannt. Entlang des Evançon gibt es sogar einen Skulpturenweg mit zahlreichen Holzarbeiten, die bei den traditionellen Handwerksveranstaltungen entstehen.

Aymavilles

Aymavilles gehört zu den bedeutenden Weinbauorten des Aostatals. Besonders charakteristisch sind die steilen Weinberge und die Cave des Onze Communes, die zahlreiche valdostanische DOC-Weine erzeugt.

Bard

Bard ist vor allem durch die gewaltige Festung und das historische Dorf geprägt. Handwerk und regionale Produkte spielen hier eine Rolle, wobei die Lage an der alten Verkehrsroute durch das Tal und das historische Bauensemble die Gemeinde besonders charakterisieren.

Bionaz

Bionaz ist besonders stark mit der alpinen Viehzucht und der Fontina verbunden. Die Gemeinde besitzt ausgedehnte Hochweiden, Almen und traditionelle landwirtschaftliche Betriebe, in denen Milch und Käse weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Brissogne

Brissogne verbindet traditionelle Landwirtschaft mit Weinbau und zunehmend auch handwerklicher Lebensmittelproduktion. Interessant ist insbesondere die lokale Imkerei mit Honig und weiteren Produkten aus der Bienenhaltung.

Brusson

Brusson ist besonders durch den historischen Goldbergbau geprägt. Die Minen von Chamousira erinnern an die jahrhundertelange Suche nach Gold in der Region und gehören heute zu den interessantesten Zeugnissen der Bergbaugeschichte des Aostatals.

Challand-Saint-Anselme

Challand-Saint-Anselme gehört zum historischen Goldbergbaugebiet des unteren Val d’Ayas. Besonders bekannt ist die Goldmine von Bécha, die heute über einen Lehrpfad besichtigt werden kann.

Challand-Saint-Victor

Auch Challand-Saint-Victor gehört zum alten Bergbaugebiet des Val d’Ayas, in dem neben Gold verschiedene Metallerze gewonnen wurden. Heute prägen vor allem die Bergbaugeschichte, die Weinberge und die traditionelle Landwirtschaft das Bild der Gemeinde.

Chambave

Chambave ist eine der bekanntesten Weinbaugemeinden des Aostatals. Besonders typisch ist der Chambave Muscat DOC, der sowohl trocken als auch als aromatischer Passito beziehungsweise Flétri erzeugt wird.

Chamois

In Chamois wird die traditionelle Handwerkskultur bis heute bei Handwerkermärkten sichtbar. Typisch sind unter anderem das Drechseln von Grolle, Flechtarbeiten aus Weidenzweigen und das Schnitzen von Holz.

Champdepraz

Champdepraz ist eng mit dem Naturraum des Parco Naturale Mont Avic verbunden. Zur traditionellen Kultur gehören Holzarbeiten und die alpine Landwirtschaft; zugleich ist die Gemeinde Teil des historischen Weinbaugebiets von Arnad-Montjovet.

Champorcher

Champorcher besitzt eine besonders interessante Textiltradition: Hier wurde früher in vielen Familien Hanf angebaut und zu Leinwand verarbeitet. Die traditionelle Hanfweberei wird heute durch die Genossenschaft Lou Dzeut wiederbelebt.

Charvensod

Charvensod gehört zum traditionellen Weinbaugebiet rund um Aosta und besitzt sonnige Rebflächen an den Hängen des Monte Emilius. Charakteristisch sind Weinbau, Landwirtschaft und die traditionelle Herstellung regionaler Lebensmittel.

Châtillon

Châtillon besitzt eine lange Tradition des valdostanischen Kunsthandwerks und ist unter anderem mit der traditionellen Holzskulptur verbunden. Gleichzeitig liegt die Gemeinde in einem wichtigen Weinbaugebiet des mittleren Aostatals.

Cogne

Cogne besitzt eine der bekanntesten Handwerkstraditionen des Aostatals: die Spitzenherstellung am Klöppelkissen. Die feine „Dentelle de Cogne“ wird traditionell aus Leinen gefertigt und zeichnet sich durch typische Muster aus der alpinen Natur aus.

Courmayeur

Courmayeur ist vor allem durch den Alpinismus und das Bergführerwesen am Mont Blanc geprägt. Typisch sind außerdem hochwertige alpine Handwerksprodukte, Holzarbeiten und eine lange Tradition des Bergtourismus.

Donnas

Donnas ist die Heimat des gleichnamigen DOC-Weins und eines der wichtigsten historischen Weinbaugebiete des unteren Aostatals. Die terrassierten Weinberge und die traditionelle „heroische“ Bewirtschaftung der steilen Hänge sind besonders charakteristisch.

Doues

Doues besitzt eine lebendige Tradition des lokalen Kunsthandwerks. Besonders häufig wird mit Holz und Eisen gearbeitet; die Motive zeigen vielfach das bäuerliche und alpine Leben.

Emarèse

Emarèse ist stark von der traditionellen Berglandwirtschaft und den Almen geprägt. Typisch sind Viehzucht, Milchprodukte und die Herstellung beziehungsweise Verarbeitung regionaler Käse- und Fleischprodukte.

Étroubles

Étroubles ist besonders für seine Holzschnitzerei, Holzbildhauerei und Drechselkunst bekannt. Die Gemeinde besitzt außerdem ein Freilichtmuseum mit Kunstwerken im historischen Ortskern und eine lebendige Tradition der Darstellung alter Handwerke.

Fontainemore

Fontainemore ist durch seine abgelegene Lage im Lys-Tal und die traditionelle Berglandwirtschaft geprägt. Typisch sind alte bäuerliche Gebäude, Holz- und Steinarbeiten sowie die Bewahrung lokaler Bräuche und Handwerkstechniken.

Fénis

Fénis ist nicht nur für seine berühmte Burg bekannt, sondern auch für das MAV – Museo dell’Artigianato Valdostano. Das Museum zeigt die Vielfalt des traditionellen Kunsthandwerks mit Holz, Stein, Metall, Textilien und zahlreichen historischen Gebrauchsgegenständen.

Gaby

Gaby ist stark von der alpinen Landwirtschaft und der Kultur des Lys-Tals geprägt. Typisch sind Viehzucht, Alpprodukte, Holzarbeiten und die traditionelle Bauweise der Bergdörfer.

Gignod

Gignod verbindet alpine Landwirtschaft mit traditionellem Kunsthandwerk. Besonders verbreitet sind Holzarbeiten, Flechtarbeiten und bäuerliche Gebrauchsgegenstände, die aus den Materialien der Bergregion gefertigt werden.

Gressan

Gressan ist für seine sonnigen Hänge, Landwirtschaft und den Obst- und Weinbau bekannt. Äpfel, Wein und regionale landwirtschaftliche Produkte gehören zu den charakteristischen Erzeugnissen der Gemeinde.

Gressoney-La-Trinité

Gressoney-La-Trinité gehört zum historischen Kulturraum der Walser im oberen Lys-Tal. Typisch sind die traditionelle Holzarchitektur, regionale Textilien, Handwerksarbeiten und die Bewahrung der besonderen Walser-Kultur.

Gressoney-Saint-Jean

Gressoney-Saint-Jean ist besonders für die D’Socka-Pantoffeln bekannt, die traditionell aus warmem Wollfilz hergestellt werden. Auch die Walser-Tracht, Textilarbeiten und die charakteristische Holzarchitektur gehören zum kulturellen Erbe der Gemeinde.

Hône

Hône gehört zum historischen Weinbaugebiet des unteren Aostatals und ist Teil der Zone des Weins Arnad-Montjovet. Neben dem Weinbau spielen traditionelle Holz- und Metallarbeiten sowie die Nähe zu den alten Verkehrswegen des Tales eine Rolle.

Introd

Introd ist eine besonders interessante Gemeinde für traditionelle Holzarbeiten. Hier werden unter anderem Grolle, Coppe dell’Amicizia, Schalen, Mörser, Bretter und geschnitzte Gegenstände nach traditioneller Art hergestellt.

Issime

Issime gehört wie Gressoney zum Walser-Kulturraum des Lys-Tals. Typisch sind die eigenständige Walser-Kultur, traditionelle Kleidung, Holzarchitektur, bäuerliche Handwerke und regionale Textilarbeiten.

Issogne

Issogne ist vor allem durch das außergewöhnlich gut erhaltene Schloss bekannt, besitzt aber auch eine lebendige Tradition des valdostanischen Kunsthandwerks. Holzskulptur und Schnitzarbeiten gehören zu den traditionellen Handwerken der Gemeinde und ihrer Umgebung.

Jovençan

Jovençan ist vor allem von Landwirtschaft, Obstbau und Weinbau geprägt. Die sonnigen Hänge eignen sich für Reben und Obstbäume, während traditionelle bäuerliche Produkte das lokale Bild bestimmen.

La Magdeleine

La Magdeleine ist eine kleine Berggemeinde mit starkem Bezug zur traditionellen Landwirtschaft. Charakteristisch sind alte Mühlen, Holzarchitektur, Alpwirtschaft und die Bewahrung einfacher bäuerlicher Handwerkstechniken.

La Salle

La Salle gehört zusammen mit Morgex zum Anbaugebiet des Blanc de Morgex et de La Salle DOC. Besonders charakteristisch sind die hoch gelegenen Weinberge mit der autochthonen Rebsorte Prié Blanc.

La Thuile

La Thuile besitzt eine lange Bergbaugeschichte, insbesondere den historischen Abbau von Kohle und anderen Bodenschätzen. Heute prägen außerdem Wintersport, Alpwirtschaft und die hochalpine Grenzlage zu Frankreich die Gemeinde.

Lillianes

Lillianes ist besonders für seine Kastanien bekannt. Die Genossenschaft Il Riccio verarbeitet die in der Umgebung gesammelten Kastanien unter anderem zu Mehl, Creme, Flocken und weiteren Produkten; dazu gibt es ein eigenes Kastanienmuseum.

Montjovet

Montjovet gehört zu den traditionellen Weinbaugebieten des unteren Aostatals. Besonders interessant sind die steilen Weinberge und die Verbindung des Ortes mit dem Weinbaugebiet Arnad-Montjovet.

Morgex

Morgex ist berühmt für den Blanc de Morgex et de La Salle DOC. Die Rebsorte Prié Blanc wird hier in außergewöhnlich hoch gelegenen Weinbergen angebaut und gilt als eine der besonderen Spezialitäten des oberen Aostatals.

Nus

Nus ist die Heimat des Nus Malvoisie DOC, eines besonderen Weißweins aus der lokalen Malvoisie-Selektion des Pinot Gris. Besonders geschätzt wird auch die Flétri-Variante aus getrockneten Trauben.

Ollomont

Ollomont ist stark durch Alpwirtschaft und die hochalpine Landschaft des Valpelline geprägt. Typisch sind Viehzucht, Käseherstellung, Holzarbeiten und die traditionelle Nutzung der Bergweiden.

Oyace

Oyace ist eine kleine Berggemeinde mit ausgeprägter Alpwirtschaft. Traditionelle Holz- und Steinarbeiten sowie Milchprodukte und Käse aus der Berglandwirtschaft gehören zu den typischen regionalen Erzeugnissen.

Perloz

Perloz verbindet die Traditionen des unteren Lys-Tals mit dem historischen Weinbau des Aostatals. Besonders charakteristisch sind die alten terrassierten Weinberge, die bäuerliche Kultur und traditionelle Handwerksarbeiten.

Pollein

Pollein liegt in einem wichtigen Landwirtschafts- und Weinbaugebiet am Fuß des Monte Emilius. Typisch sind Weinbau, Obstbau, Viehzucht und die Verarbeitung regionaler landwirtschaftlicher Produkte.

Pont-Saint-Martin

Pont-Saint-Martin ist vor allem für seine römische Brücke und die Lage am Eingang des Aostatals bekannt. In der regionalen Handwerkstradition spielt außerdem die Holzverarbeitung, insbesondere Drechseln und Schnitzen, eine wichtige Rolle.

Pontboset

Pontboset ist für seine ursprüngliche Berglandschaft, Steinbrücken und traditionellen Weiler bekannt. Typisch sind die alpine Landwirtschaft, Holzarbeiten und die traditionelle Nutzung von Holz und Stein im bäuerlichen Alltag.

Pontey

Pontey liegt in einem bedeutenden Weinbaugebiet des mittleren Aostatals. Die Gemeinde ist insbesondere mit dem Chambave-Muscat-Gebiet sowie mit der traditionellen Landwirtschaft und Viehzucht verbunden.

Pré-Saint-Didier

Pré-Saint-Didier ist vor allem für seine Thermalquellen und die historische Nutzung des warmen Quellwassers bekannt. In der regionalen Handwerkstradition gibt es außerdem Arbeiten mit Leder, Holz und Flechtmaterialien.

Quart

Quart gehört zum Weinbaugebiet des mittleren Aostatals und ist unter anderem Teil der Produktionszone des Nus Malvoisie. Daneben prägen Landwirtschaft, Obstbau und die Burg von Quart das kulturelle Bild der Gemeinde.

Rhêmes-Notre-Dame

Rhêmes-Notre-Dame ist eng mit dem traditionellen Kunsthandwerk des Aostatals verbunden und Gastgeber der bekannten Rencontre des Artisans de la Vallée. Dort werden Holz, Schmiedeeisen, Speckstein, Leder und Textilien verarbeitet.

Rhêmes-Saint-Georges

Rhêmes-Saint-Georges ist von Alpwirtschaft und der ursprünglichen Landschaft des Gran-Paradiso-Gebiets geprägt. Typisch sind Viehzucht, Milchprodukte, Käse und traditionelle Holzarbeiten.

Roisan

Roisan ist eine kleine Berggemeinde mit traditioneller Landwirtschaft und Viehzucht. Holzarbeiten, Alpprodukte und die Verarbeitung von Milch zu Käse gehören zu den typischen ländlichen Traditionen.

Saint-Christophe

Saint-Christophe gehört zu den sonnigen Hanggemeinden oberhalb von Aosta und ist durch Weinbau, Obstbau und Landwirtschaft geprägt. Besonders die gut exponierten Rebflächen gehören zum charakteristischen Landschaftsbild.

Saint-Denis

Saint-Denis liegt in einem traditionsreichen Weinbaugebiet und gehört zur Produktionszone des Chambave Muscat. Typisch sind außerdem die sonnigen Weinberge, die Landwirtschaft und die historischen bäuerlichen Siedlungen.

Saint-Marcel

Saint-Marcel ist sowohl durch Landwirtschaft als auch durch seine mineralischen Rohstoffe bekannt. Die Gemeinde gehört außerdem zum Weinbaugebiet des mittleren Aostatals und besitzt eine lange Tradition der alpinen Nutzung ihrer Hänge und Weiden.

Saint-Nicolas

Saint-Nicolas ist eine hoch gelegene Landwirtschaftsgemeinde mit einem starken Bezug zu Viehzucht und Alpwirtschaft. Typisch sind Bergkäse, Milchprodukte, Heuwirtschaft und die traditionelle Holzbauweise.

Saint-Oyen

Saint-Oyen ist berühmt für den Jambon à la braise, einen traditionellen Schinken, der zunächst gegart und anschließend über Holzfeuer beziehungsweise auf der Glut zubereitet wird. Die Spezialität ist so eng mit der Gemeinde verbunden, dass ihr Name direkt auf Saint-Oyen verweist.

Saint-Pierre

Saint-Pierre gehört zu den Weinbau- und Landwirtschaftsgemeinden rund um Aosta. Neben Wein und Obstbau ist die Gemeinde auch mit traditionellem Kunsthandwerk verbunden, darunter Holz-, Leder- und Flechtarbeiten.

Saint-Rhémy-en-Bosses

Saint-Rhémy-en-Bosses ist die Heimat des berühmten Jambon de Bosses AOP. Der luftgetrocknete Rohschinken wird traditionell mit Salz, Gewürzen und Bergkräutern hergestellt und gehört zu den bekanntesten Spezialitäten des Aostatals.

Saint-Vincent

Saint-Vincent ist vor allem für seine Thermen und das Casino bekannt, besitzt aber auch eine ausgeprägte Tradition des valdostanischen Kunsthandwerks. Besonders die Holzskulptur wurde hier über Jahrzehnte durch Wettbewerbe und Ausstellungen gefördert.

Sarre

Sarre ist eine traditionsreiche Landwirtschafts- und Weinbaugemeinde oberhalb der Dora Baltea. Typisch sind Weinbau, Viehzucht und die Verarbeitung regionaler landwirtschaftlicher Produkte; das Schloss von Sarre ist das bekannteste kulturelle Wahrzeichen.

Torgnon

Torgnon verbindet traditionelle Berglandwirtschaft mit einem lebendigen Kunsthandwerk. Auf den lokalen Märkten findet man insbesondere Holzschnitzereien, Möbel, Spielzeug, landwirtschaftliche Geräte, Käse und Honig.

Valgrisenche

Valgrisenche besitzt eine der markantesten textilen Traditionen des Aostatals: den Drap. Der robuste Wollstoff wird bis heute auf traditionellen Webstühlen hergestellt und zu Decken, Teppichen, Schals, Westen und weiteren Textilien verarbeitet.

Valpelline

Valpelline ist eng mit der Fontina DOP verbunden und besitzt ein eigenes Besucherzentrum, das die Geschichte und Herstellung des berühmten Aostataler Käses vermittelt. Almen, Milchwirtschaft und Käseproduktion prägen die Gemeinde und das gleichnamige Tal.

Valsavarenche

Valsavarenche ist vor allem für die traditionelle Berglandwirtschaft und die hochalpine Kultur rund um den Gran Paradiso bekannt. Typisch sind Almen, Viehzucht, Käseherstellung, Holzarbeiten und die ursprüngliche Handwerkskultur der Seitentäler.

Valtournenche

Valtournenche besitzt eine lange Tradition der alpinen Handwerkskunst. Besonders Holzarbeiten, Schnitzereien, traditionelle Gebrauchsgegenstände und die Verarbeitung natürlicher Materialien gehören zur regionalen Handwerkskultur.

Verrayes

Verrayes gehört zu den wichtigen Weinbaugemeinden des mittleren Aostatals. Die Gemeinde liegt unter anderem im Produktionsgebiet des Chambave Muscat und des Nus Malvoisie und ist von sonnigen Rebflächen geprägt.

Verrès

Verrès ist vor allem für die imposante mittelalterliche Burg bekannt und besitzt eine lange Handwerks- und Industriegeschichte. Die Gemeinde gehört außerdem zum Weinbaugebiet des unteren Aostatals und zur Zone des Arnad-Montjovet-Weins.

Villeneuve

Villeneuve gehört zu den traditionellen Weinbauorten des oberen Aostatals und liegt im Bereich der DOC-Weinproduktion. Besonders charakteristisch sind die sonnigen Rebflächen, die historische Architektur und die Nähe zu den großen Seitentälern des Gran Paradiso.

Karte der Berggemeinden im Aostatal

Damit Sie genau wissen, wo welche Gemeinde liegt und wo Sie welche Besonderheit und Kunsthandwerk besichtigen und kaufen können, habe ich Ihnen die nachfolgende Karte erstellt.

Kulinarische Spezialitäten des Aostatals

Auch kulinarisch hat das Aostatal einiges zu bieten. Die Küche ist stark von der Berglandschaft und der traditionellen Landwirtschaft geprägt. Besonders bekannt ist der Fontina DOP, ein würziger, cremiger Bergkäse, der zu vielen typischen Gerichten der Region gehört. Dazu kommen der luftgetrocknete Jambon de Bosses AOP aus Saint-Rhémy-en-Bosses und der Lardo di Arnad DOP, ein aromatischer Speck aus dem unteren Aostatal. Auf den Almen und in den Bergdörfern spielen außerdem Butter, Milchprodukte, Roggenbrot und herzhafte Fleischgerichte eine wichtige Rolle.

Auch Wein gehört zur kulinarischen Tradition des Tales. Trotz der schwierigen Bedingungen für den Weinbau entstehen hier einige ausgesprochen interessante Weine, darunter der Blanc de Morgex et de La Salle aus hoch gelegenen Weinbergen und der Torrette. Wer die regionale Küche kennenlernen möchte, sollte neben Käse, Speck und Wein auch Gerichte wie Seupa à la Vapelenentse, eine herzhafte Brotsuppe mit Fontina, oder die verschiedenen Polenta- und Wildgerichte probieren.

💡 Mein Tipp für Ihren Besuch:

Wenn Sie mit Ihrer Familie im Aostatal günstig und gleichzeitig lecker essen möchten, kann ich Ihnen „La Kiuva“ in Arnad empfehlen. Erwarten Sie hier allerdings kein stilvolles Restaurant mit gehobenem Ambiente. Stattdessen gibt es einen großen, schlicht eingerichteten Saal mit vielen Tischen, an denen vor allem zur Mittagszeit zahlreiche Arbeiter und Einheimische sitzen und günstig zu Mittag essen.

Das Restaurant liegt etwas versteckt und abseits der üblichen Wege. Es ist zwar ausgeschildert, die Beschilderung könnte allerdings etwas besser sein. Besonders empfehlen kann ich die Variation aus verschiedenen Käse-, Speck- und Wurstsorten. Die Produkte stammen aus der Region und geben Ihnen einen guten Eindruck von der typischen Küche des Aostatals.

Sehenswürdigkeiten im Aostatal

Das Aostatal hat eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Giuseppe Giacosa (1847 – 1906), ein Dramatiker und Schriftsteller, zählte allein 72 Schlösser entlang der Hauptrouten im Aostatal, ohne dabei überhaupt kleinere Burgen und Schlösser mitzuzählen. Hinzu kommen zahlreiche Monumente, historische Palazzi, Museen, Höhlen, antike Brücken und traditionelle Bauwerke wie die Walserhäuser. Einige davon, die ich selbst auf meinen Reisen durch das Aostatal besucht habe, werde ich nachfolgend vorstellen.

Die wichtigsten Schlösser, Burgen und Festungen im Aostatal

Das Aostatal besitzt eine außergewöhnlich hohe Dichte an Burgen, Schlössern und befestigten Anlagen. Viele entstanden im Mittelalter zur Kontrolle der wichtigen Alpenwege, andere wurden später zu repräsentativen Adelssitzen oder königlichen Residenzen umgebaut. Die folgende Übersicht stellt 12 besonders bedeutende Anlagen mit ihrer wichtigsten Bauphase und einer charakteristischen Besonderheit vor.

Karte der wichtigsten Schlösser und Burgen

1. Castello di Fénis

Bauzeit: 12.–15. Jahrhundert

Die Burg entstand in mehreren Bauphasen und wurde besonders im 14. und 15. Jahrhundert zu einem repräsentativen Adelssitz der Familie Challant ausgebaut. Auffällig sind die zahlreichen Türme, die doppelte Ringmauer und der reich gestaltete Innenhof mit seinen mittelalterlichen Fresken.


2. Castello di Issogne

Bauzeit: Mittelalter, Ausbau im 14.–16. Jahrhundert

Issogne entwickelte sich von einer mittelalterlichen Anlage zu einem vornehmen Renaissancewohnsitz. Besonders sehenswert sind der Innenhof mit dem berühmten Granatapfelbrunnen, die zahlreichen Wandmalereien und die ungewöhnlich gut erhaltenen Wohnräume.


3. Castello di Verrès

Bauzeit: ab 1390

Ibleto di Challant ließ die Burg ab 1390 vollständig neu errichten. Sie gilt als besonders eindrucksvolles Beispiel einer kompakten, aus einem einzigen großen Baukörper bestehenden Burganlage und unterscheidet sich damit deutlich von den stärker gegliederten Burgen der Region.


4. Forte di Bard

Bauzeit: heutige Festung 19. Jahrhundert

Die strategische Befestigung auf dem Felsen von Bard kontrolliert seit Jahrhunderten den Zugang zum Aostatal. Die heutige monumentale Festungsanlage entstand unter den Savoyern im 19. Jahrhundert. Heute beherbergt sie mehrere Museen und Ausstellungen und gehört zu den eindrucksvollsten Festungsanlagen der Region.


5. Castello di Aymavilles

Bauzeit: Mittelalter, Umbauten bis ins 18. Jahrhundert

Aymavilles verbindet mittelalterliche Wehrarchitektur mit späteren barocken Veränderungen. Besonders charakteristisch sind die vier massiven Ecktürme und die hellen Fassaden, die der Burg ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild verleihen.


6. Castello di Quart

Bauzeit: 11.–12. Jahrhundert, Erweiterungen bis ins 16. Jahrhundert

Die ursprüngliche Burg entstand vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert und wurde anschließend mehrfach erweitert. Die Anlage passt sich eng an den felsigen Untergrund an und bewahrt mittelalterliche Befestigungsmauern, Türme und historische Bauelemente.


7. Castello di Ussel

Bauzeit: um 1343

Ebal II. von Challant ließ die Burg um 1343 errichten. Sie gehört zu den markanten Einzelbauten des Aostatals und besitzt eine ausgesprochen kompakte, rechteckige Form. Die massive Architektur und die Lage auf einem Felssporn verleihen dem Schloss einen deutlich wehrhaften Charakter.


8. Castello di Saint-Pierre

Bauzeit: mittelalterlicher Ursprung, Umbauten im 19. Jahrhundert

Die Burg besitzt mittelalterliche Wurzeln, erhielt ihr heute so charakteristisches Aussehen aber vor allem durch die Umbauten des 19. Jahrhunderts. Die zahlreichen kleinen Türme und Zinnen lassen das Schloss fast wie eine Märchenburg erscheinen. Heute ist hier das Regionale Naturkundemuseum untergebracht.


9. Château Vallaise

Bauzeit: mittelalterlicher Ursprung, Umbauten im 17. Jahrhundert

Das Château Vallaise in Arnad zeigt den Wandel eines mittelalterlichen Adelssitzes zu einer repräsentativen Residenz. Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage umfassend umgestaltet und mit einer stärker barock geprägten Ausstattung versehen. Heute gehört das Schloss zu den interessanten historischen Sehenswürdigkeiten des unteren Aostatals.


10. Château Passerin d’Entrèves – Châtillon

Bauzeit: mittelalterlicher Ursprung, Umbauten im Laufe der Jahrhunderte

Der historische Adelssitz liegt etwas verborgen in einem Park von Châtillon. Die Anlage wurde über Jahrhunderte mehrfach verändert und entwickelte sich vom mittelalterlichen Wohn- und Wehrsitz zu einem repräsentativen Schloss. Historische Räume und die Verbindung zur Familie Challant machen den Bau besonders interessant.


11. Château Baraing – Pont-Saint-Martin

Bauzeit: 1883–1893

Das Château Baraing entstand Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Felsvorsprung oberhalb von Pont-Saint-Martin. Der neugotische Bau mit Türmen, Zinnen und zweibogigen Fenstern wurde für den Arzt und Philanthropen Pietro Annibale Baraing errichtet. Nach einer späteren Restaurierung wird das Schloss heute für öffentliche Zwecke genutzt und bildet mit seiner ungewöhnlichen neugotischen Architektur einen interessanten Kontrast zu den mittelalterlichen Burgen des Aostatals.


12. Castello dei Signori di Bosses – Saint-Rhémy-en-Bosses

Bauzeit: Ursprung im 11. Jahrhundert, Wiederaufbau im 15. Jahrhundert

Das Castello dei Signori di Bosses liegt im oberen Aostatal nahe der Schweizer Grenze. Die ursprüngliche Burg geht auf das 11. Jahrhundert zurück und wurde im 15. Jahrhundert vollständig neu errichtet. Der massive quadratische Bau erinnert in seiner Form eher an ein befestigtes Herrenhaus als an die großen repräsentativen Burgen des mittleren Aostatals. Nach einer Restaurierung wird das Schloss heute unter anderem für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt und kann zu diesen Anlässen besichtigt werden.


Historische Besonderheit

Die Burgen des Aostatals zeigen sehr deutlich, wie sich die Architektur im Laufe der Jahrhunderte veränderte. Während die älteren Anlagen vor allem der Kontrolle und Verteidigung dienten, wurden Burgen wie Fénis und Issogne zunehmend zu repräsentativen Adelssitzen. Später kamen mit den Schlössern von Sarre und Castel Savoia königliche Residenzen hinzu. Heute reicht das Spektrum von mittelalterlichen Festungen bis zu Schlössern, die als Museen oder Kulturstätten genutzt werden.

Kleine, versteckte und außergewöhnliche Schlösser und Burgen im Aostatal

Neben den bekannten Burgen von Fénis, Issogne, Verrès und Bard gibt es im Aostatal zahlreiche kleinere und weniger bekannte Schlösser, Wehrtürme und Burgruinen. Manche liegen abseits der großen Verkehrswege, andere verstecken sich in Dörfern, Weinbergen oder auf bewaldeten Höhenzügen. Gerade diese Anlagen zeigen, wie vielfältig die Burgenlandschaft der Valle d’Aosta ist. Viele von ihnen haben ihren eigenen Charme bewahrt wie die Sommerresidenz der Königin Margeritha in Gressoney-Saint-Jean. Von außen wirkt es wie ein Märchenschloss. Es ist mein Lieblingsschloss im Aostatal.

Tour de l’Archet – Morgex

Bauzeit: Ende des 10. Jahrhunderts

Die Tour de l’Archet ist für mich einer der spannendsten Geheimtipps unter den historischen Bauwerken des Aostatals. Der quadratische Turm besitzt bis zu 2,60 Meter starke Mauern und gehört nach dendrochronologischen Untersuchungen zu den ältesten erhaltenen Türmen der Region. Heute befinden sich hier unter anderem die Fondazione Natalino Sapegno und ein kleines Comic-Museum. Führungen durch den historischen Bau sind möglich, teilweise nach vorheriger Anmeldung.


Castello di Introd – Introd

Baugeschichte: ab dem 12. Jahrhundert

Das Castello di Introd liegt ausgesprochen reizvoll zwischen der Dora di Rhêmes und dem Wildbach Savara. Der mittelalterliche Adelssitz wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach verändert und nach Bränden im 19. Jahrhundert restauriert. Besonders interessant ist die Verbindung von Schloss, Park und dem seltenen mittelalterlichen Holzspeicher direkt neben der Anlage. In den Sommermonaten werden Führungen angeboten.


Castello Gamba – Châtillon

Bauzeit: Anfang des 20. Jahrhunderts

Das Castello Gamba ist kein mittelalterlicher Wehrbau, sondern ein vergleichsweise junger Adelssitz. Genau das macht ihn interessant. Im Schloss befindet sich heute die regionale Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst mit Werken italienischer Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Der große Schlosspark mit seinen bemerkenswerten Bäumen gehört ebenfalls zum Besuch.


Castello Reale di Sarre – Sarre

Baugeschichte: mittelalterlicher Ursprung, später mehrfach umgebaut

Das Schloss von Sarre ist zwar kein völlig unbekannter Ort, wird aber gegenüber Fénis oder Issogne deutlich seltener erwähnt. König Vittorio Emanuele II. erwarb es 1869 und nutzte es als königlichen Wohn- und Jagdsitz. Besonders ungewöhnlich ist der große Saal mit den zahlreichen Steinbock- und Gamsgehörnen, die von der Jagdleidenschaft des Königs erzählen.


Castello Sarriod de La Tour – Saint-Pierre

Baugeschichte: Ursprünge im 11.–12. Jahrhundert

Das Schloss liegt etwas abseits des großen Besucherstroms auf einer Anhöhe bei Saint-Pierre und gehört zu den atmosphärischsten Adelssitzen des Aostatals. Besonders sehenswert ist die sogenannte Sala delle Teste: Die geschnitzten Konsolen der Holzdecke zeigen menschliche, fantastische und teilweise groteske Figuren. Auch mittelalterliche Fresken machen die Anlage für Geschichts- und Kunstinteressierte besonders interessant.


Castel Savoia – Gressoney-Saint-Jean

Bauzeit: 1899–1904

Das Castel Savoia ist kein mittelalterliches Schloss, sondern eine ungewöhnliche königliche Sommerresidenz. Königin Margherita ließ den Bau am Beginn des 20. Jahrhunderts errichten. Die fünf unterschiedlich gestalteten Türme, die aufwendig gearbeiteten Innenräume und die Lage mit Blick auf das Monte-Rosa-Massiv machen den Besuch zu einem ganz anderen Schlosserlebnis als bei den mittelalterlichen Burgen des Aostatals.


Warum gerade diese Schlösser?

Diese Auswahl verbindet unterschiedliche Epochen und Bauformen: von der fast tausend Jahre alten Tour de l’Archet über mittelalterliche Adelssitze bis hin zu königlichen Residenzen und einem Schloss, das heute moderne Kunst beherbergt. So bekommt man neben den großen bekannten Burgen auch einige weniger offensichtliche Seiten der Geschichte des Aostatals zu sehen.

Römische Bauwerke im Aostatal – 10 heute noch zu besichtigende Zeugnisse der Antike

Das Aostatal besitzt ein ungewöhnlich dichtes Ensemble römischer Bauwerke, wenn wir Rom und das Latium mal außen vor lassen. Nach der Gründung von Augusta Prætoria im Jahr 25 v. Chr. entstand hier eine wichtige römische Stadt an der Verbindung zwischen der Poebene und den Alpenpässen. Neben Theater und Amphitheater haben sich Tore, Brücken, Teile der Stadtmauer, ein unterirdischer Forumskomplex, eine römische Villa und außergewöhnliche Abschnitte der antiken Verkehrswege erhalten. Bedeutende griechische Bauwerke sind im Aostatal dagegen nicht überliefert – zumindest nicht bis heute. Einige der römischen Bauwerke, die heute noch besichtigt werden können und wo sich auch ein Besuch lohnt, möchte ich nachfolgend vorstellen.

1. Römisches Theater – Aosta

Bauzeit: vermutlich 1. Jahrhundert n. Chr.

Das römische Theater von Aosta gehört zu den eindrucksvollsten antiken Bauwerken des Aostatals. Besonders auffällig ist die noch etwa 22 Meter hohe Südfassade mit ihren übereinander angeordneten Arkaden. Erhalten sind außerdem Teile der Zuschauertribüne und der Bühnenarchitektur. Das Theater konnte mehrere tausend Zuschauer aufnehmen und wird heute für Veranstaltungen und Aufführungen genutzt.


2. Römisches Amphitheater – Aosta

Bauzeit: vermutlich 1. Jahrhundert n. Chr.

Das Amphitheater von Augusta Prætoria war ursprünglich etwa 94 × 74 Meter groß und besaß rund 60 Arkaden. Die Anlage verfügte über zwei Ebenen und zwei Ränge von Zuschauerplätzen. Heute sind vor allem acht Arkaden des nordwestlichen Bereichs sowie weitere Teile der Tragkonstruktion erhalten. Besonders ungewöhnlich ist die Annahme, dass die Arena möglicherweise für Wasserspiele geflutet werden konnte.


3. Porta Prætoria – Aosta

Bauzeit: 25 v. Chr. bzw. frühe Kaiserzeit

Die Porta Prætoria war das wichtigste Stadttor des römischen Augusta Prætoria. Die monumentale Anlage besteht aus zwei Torfronten mit jeweils drei Durchgängen, die durch einen Waffenhof voneinander getrennt waren. Durch die mittlere Öffnung konnten Fuhrwerke passieren, während die seitlichen Durchgänge Fußgängern dienten. Teile der ursprünglichen Marmorverkleidung sind noch erhalten.


4. Triumphbogen des Augustus – Aosta

Bauzeit: 25 v. Chr.

Der Arco di Augusto wurde nach dem Sieg Roms über die Salasser errichtet und gehört zu den ältesten monumentalen Bauwerken des römischen Aosta. Der knapp neun Meter breite Rundbogen besitzt einen einzigen Durchgang und wird von Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen eingerahmt. Ursprünglich war der Bogen mit weiteren dekorativen Elementen und einer Inschrift ausgestattet.


5. Römische Brücke über den Buthier – Aosta

Bauzeit: römische Kaiserzeit

Die römische Brücke über den Buthier ist ein bemerkenswertes Beispiel antiker Ingenieurskunst. Sie besitzt einen einzigen flachen Bogen mit einer Spannweite von etwa 17 Metern und wurde aus großen Blöcken eines Flusskonglomerats errichtet. Durch eine mittelalterliche Veränderung des Flusslaufs liegt die Brücke heute nicht mehr unmittelbar über dem heutigen Buthier.


6. Pont d’Aël – Aymavilles

Bauzeit: 3. Jahrhundert v. Chr. nicht belegt; römische Anlage aus der Kaiserzeit

Der Pont d’Aël ist eine außergewöhnliche römische Aquäduktbrücke bei Aymavilles. Das Bauwerk überspannt den Grand-Eyvia-Bach in großer Höhe und verbindet die Funktionen einer Brücke und eines Wasserleitungsbauwerks. Der erhaltene Baukörper ist rund 52 Meter hoch und besitzt einen großen Einzelbogen. Damit zählt der Pont d’Aël zu den technisch interessantesten römischen Bauwerken im Aostatal.


7. Römische Stadtmauer – Aosta

Bauzeit: ab 25 v. Chr.

Die römische Stadtmauer von Augusta Prætoria gehört zu den am besten erhaltenen antiken Befestigungsanlagen im Aostatal. Die ursprüngliche Anlage umschloss die römische Stadt mit einer mächtigen Mauer und zahlreichen Türmen. An mehreren Stellen kann man die antiken Mauerzüge noch heute im Stadtbild erkennen. Die Befestigung war mit vier großen Stadttoren verbunden.


8. Römischer Cryptoporticus – Aosta

Bauzeit: frühe Kaiserzeit

Unter dem ehemaligen Forum von Augusta Prætoria befindet sich der eindrucksvolle Cryptoporticus. Die unterirdische beziehungsweise teilweise unterirdische Galerie besteht aus langen, von mächtigen Bögen getragenen Gängen und war Teil der monumentalen Forumsgestaltung. Die Anlage diente unter anderem dazu, den Höhenunterschied des Geländes auszugleichen und den Bereich des Forums architektonisch zu fassen.


9. Römische Villa della Consolata – Aosta

Bauzeit: römische Kaiserzeit

Die Villa della Consolata war eine repräsentative Vorstadtvilla, die zugleich landwirtschaftlichen Zwecken diente. Bei den Ausgrabungen wurden unter anderem ein Atrium mit Wasserbecken, Empfangs- und Speiseräume, Schlafräume, ein Badebereich sowie Wirtschafts- und Lagerräume freigelegt. Damit vermittelt die Anlage einen besonders guten Eindruck vom privaten und landwirtschaftlichen Leben außerhalb des eigentlichen römischen Stadtzentrums.


10. Römische Straße mit Felsbogen – Donnas

Bauzeit: römische Kaiserzeit

Bei Donnas ist ein außergewöhnlicher Abschnitt der antiken Via delle Gallie erhalten. Die römische Straße wurde hier teilweise direkt in den Fels gearbeitet. Besonders spektakulär ist der Felsbogen, der über dem historischen Straßenabschnitt erhalten geblieben ist. Die Anlage zeigt, mit welchem Aufwand die Römer ihre Verkehrsverbindungen durch das enge Alpental führten.

Römische Bauwerke außerhalb von Aosta

Obwohl Aosta mit Theater, Amphitheater, Stadttoren, Stadtmauer und Cryptoporticus das wichtigste Zentrum der römischen Architektur im Aostatal darstellt, reichen die erhaltenen Bauwerke weit über die heutige Regionalhauptstadt hinaus. Besonders der Pont d’Aël bei Aymavilles und die römische Straße von Donnas zeigen, wie stark die Römer die schwierige alpine Landschaft technisch erschlossen haben. Auch die berühmte römische Brücke von Pont-Saint-Martin gehört zu den bedeutenden erhaltenen Bauwerken der Region.

Die wichtigsten Museen im Aostatal

Ich liebe Museen, und auch im Aostatal lohnt es sich, einmal abseits der bekannten Burgen und Berglandschaften auf Entdeckungstour zu gehen. Besonders spannend finde ich, dass sich hier die Geschichte der Region auf ganz unterschiedliche Weise erleben lässt – von den ersten Siedlungsspuren über die Römerzeit bis hin zur traditionellen Lebensweise der Bergbevölkerung.

In Aosta führt das Archäologische Museum weit zurück in die Vergangenheit und macht die Entwicklung der Region bis zur römischen Stadt Augusta Praetoria nachvollziehbar. Wer sich für sakrale Kunst interessiert, wie ich, sollte sich auch das Museo del Tesoro bei der Kathedrale ansehen. Besonders interessant finde ich außerdem das MAV – Museo dell’Artigianato Valdostano di Tradizione in Fénis. Dort geht es um die traditionelle Handwerkskunst des Aostatals: Holzarbeiten, Möbel, Textilien und viele Dinge, die früher ganz selbstverständlich zum Leben in den Bergdörfern gehörten.

Auch außerhalb von Aosta gibt es einige Museen, die einen Besuch wert sind. Im Forte di Bard verbindet sich beispielsweise Geschichte mit mehreren interessanten Ausstellungen. Das Museo delle Alpi erzählt von den Menschen, der Natur und dem Leben in den Alpen. Wer sich dagegen für die Natur interessiert, findet in den Besucherzentren des Nationalparks Gran Paradiso viel Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt der Region. Und wer einmal einen Blick in die Bergbaugeschichte werfen möchte, kann sich die ehemalige Goldmine Chamousira bei Brusson ansehen.

Für mich sind Museen gerade im Aostatal eine schöne Ergänzung zu Wanderungen, Burgen und Bergtouren. Nach einem Tag draußen in der Natur bekommt man dort noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Landschaft: Man versteht besser, wie die Menschen hier gelebt haben, welche Rohstoffe sie nutzten, welche Handwerke entstanden und warum das Aostatal kulturell so eigenständig geworden ist. Nachfolgend habe ich Ihnen eine Karte der wichtigsten Museen im Aostatal erstellt. So können Sie leichter Ausflüge im Urlaub planen – gerade im Herbst und Winter, wenn es draußen mal ungemütlicher wird.

Lagekarte wichtiger Museen im Aostatal

Geschichtsüberblick für den Urlaub im Aostatal

Ein wenig Geschichte hilft dabei, das Aostatal und seine vielen Sehenswürdigkeiten besser zu verstehen. Die Region blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück, die bis in die Zeit der Salasser zurückreicht. Die Spuren dieser wechselvollen Geschichte sind bis heute überall im Aostatal zu finden – in den Sprachen und Ortsnamen ebenso wie in den Burgen, historischen Bauwerken und kulturellen Traditionen der Region.

Das Aostatal – wichtige Daten zur Geschichte

25 v. Chr.
Gründung von Augusta Praetoria, dem heutigen Aosta, durch die Römer.
11.–13. Jahrhundert
Das Haus Savoyen gewinnt zunehmend Einfluss auf das Aostatal.
1561
Französisch wird unter Emanuel Philibert von Savoyen zur Sprache der öffentlichen Verwaltung.
1861
Das Aostatal wird Teil des neu gegründeten Königreichs Italien.
1926
Gründung der Provinz Aosta. Die faschistische Regierung verstärkt die Italianisierung der Region.
1943–1945
Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Die Frage nach der zukünftigen Autonomie wird zentral.
1945/1946
Das Aostatal erhält weitreichende autonome Befugnisse und entwickelt eine besondere politische Stellung innerhalb Italiens.
1948
Das Sonderstatut tritt in Kraft und verankert die Autonomie der Valle d’Aosta verfassungsrechtlich.
Heute
Die Valle d’Aosta ist eine autonome Region Italiens mit Sonderstatut. Italienisch und Französisch besitzen einen besonderen offiziellen Status.

Im Jahr 25 v. Chr. gründeten die Römer nach der Unterwerfung der Salasser die Stadt Augusta Praetoria, das heutige Aosta. Aufgrund seiner Lage zwischen der Poebene und den Alpenpässen entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen römischen Verwaltungs- und Verkehrszentrum. Noch heute erinnern unter anderem das römische Theater, der Arco di Augusto, die Porta Praetoria, die Stadtmauer und der Cryptoporticus an diese Epoche.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft wechselten die politischen Machtverhältnisse mehrfach. Das Aostatal gehörte unter anderem zum Burgunder- und Frankenreich und kam im Mittelalter zunehmend unter den Einfluss des Hauses Savoyen. Seit dem 11. Jahrhundert gewannen die Grafen und späteren Herzöge von Savoyen in der Region immer stärker an Bedeutung. Die Verbindung mit Savoyen prägte das Aostatal über viele Jahrhunderte.

Auch die sprachliche Entwicklung unterscheidet das Aostatal von vielen anderen Regionen Italiens. Französisch wurde bereits im Mittelalter zunehmend zur Schriftsprache und wurde 1561 von Herzog Emanuel Philibert von Savoyen anstelle des Lateins für öffentliche Akten eingeführt. Daneben entwickelte sich aus dem gesprochenen Latein der Region der frankoprovenzalische Dialekt, der heute meist als Patois bezeichnet wird und in Teilen des Aostatals noch gesprochen wird. In einigen Gemeinden des Lys-Tals kommen außerdem die Walser-Sprachen Titsch und Toitschu hinzu.

Mit der politischen Neuordnung Italiens im 19. Jahrhundert veränderte sich auch die Stellung des Aostatals. Nach der Einigung Italiens blieb das Tal als französischsprachiges Gebiet innerhalb des neuen italienischen Staates bestehen. Die italienische Sprache gewann zunehmend an Bedeutung. Während der faschistischen Herrschaft wurde die sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit jedoch stark eingeschränkt: Der Gebrauch und Unterricht der französischen Sprache wurden unterbunden, und zahlreiche französische Ortsnamen wurden italianisiert.

Auch die Verwaltungsstruktur wurde während dieser Zeit verändert. 1926 wurde die Provinz Aosta geschaffen, die zunächst auch Gebiete um Ivrea umfasste. Ab 1928 wurden zahlreiche kleinere Gemeinden zusammengelegt und die traditionellen Ortsnamen teilweise durch italienische Formen ersetzt. Diese Maßnahmen waren Teil der zentralistischen und italianisierenden Politik des faschistischen Staates.

Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich im Aostatal eine bedeutende Widerstandsbewegung gegen die nationalsozialistische Besatzung und den Faschismus. Die regionale Résistance verband den Kampf gegen die Besatzung mit dem politischen Ziel, die besondere kulturelle und administrative Eigenständigkeit des Tales wiederherzustellen. Zu den bedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit gehörten Émile Chanoux und Federico Chabod. Chanoux wurde 1944 von den Faschisten verhaftet und starb nach schweren Misshandlungen.

Am 28. April 1945 erreichten Partisanen Aosta. Gleichzeitig war die politische Zukunft des Aostatals noch nicht endgültig geklärt. Es gab sowohl autonomistische Bestrebungen innerhalb Italiens als auch Kräfte, die einen Anschluss an Frankreich befürworteten. Die französischen Gebietsansprüche und die Anwesenheit französischer Truppen sorgten in dieser Phase für zusätzliche Spannungen.

Die entscheidende Grundlage für die heutige Autonomie wurde bereits 1945 geschaffen. Am 7. September 1945 wurden zwei Dekrete des italienischen Königreichs erlassen, die der Valle d’Aosta eine weitreichende administrative, kulturelle und gesetzgeberische Eigenständigkeit gewährten. Sie traten am 1. Januar 1946 in Kraft. Damit war das Aostatal die erste italienische Region, die nach dem Zweiten Weltkrieg ein eigenes autonomes Regime erhielt. Der erste Präsident des Regionalrats war Federico Chabod.

Die endgültige verfassungsrechtliche Grundlage folgte mit dem Sonderstatut vom 26. Februar 1948. Das Statut wurde als Verfassungsgesetz Nr. 4/1948 verabschiedet und verankerte die besondere Autonomie der Valle d’Aosta innerhalb der Italienischen Republik. Gleichzeitig wurde die Gleichstellung von Italienisch und Französisch festgeschrieben.

Die Geschichte der Region ist auch heute noch im Alltag sichtbar. Zweisprachige Straßen- und Ortsschilder, französische Ortsnamen, Burgen und mittelalterliche Dörfer sowie die Pflege des frankoprovenzalischen Patois erinnern an die besondere historische Entwicklung des Tales. Für Besucher ist diese Verbindung verschiedener kultureller Einflüsse ein wesentlicher Teil der regionalen Identität.

Das Aostatal heute

Die Valle d’Aosta ist heute eine der fünf Regionen Italiens mit Sonderstatut. Der Regionalrat, der Consiglio della Valle, besteht aus 35 Mitgliedern. Die Regionalwahlen vom 28. September 2025 führten zur XVII. Legislaturperiode, die am 28. Oktober 2025 begann. Renzo Testolin ist seit dem 8. Mai 2026 erneut Präsident der autonomen Region.

Französisch und Italienisch im Aostatal

Französisch und Italienisch besitzen im Aostatal einen besonderen rechtlichen Status. Das Sonderstatut von 1948 stellt beide Sprachen grundsätzlich gleich. Im täglichen Leben ist Italienisch heute weit verbreitet, während Französisch insbesondere im Bildungswesen, bei Behörden und im kulturellen Leben eine wichtige Rolle spielt. Daneben wird in vielen Gemeinden weiterhin das frankoprovenzalische Patois gesprochen.

Diese sprachliche Vielfalt macht das Aostatal auch für Urlauber besonders interessant: Viele Ortsnamen erscheinen auf Französisch, Straßenschilder sind zweisprachig und zahlreiche historische Bezeichnungen haben ihre französische Form bis heute bewahrt.

Das Aostatal als Region des Widerstands

Die Erinnerung an die Résistance nimmt in der Geschichte des Aostatals einen wichtigen Platz ein. Die Bevölkerung und die Partisanenbewegung leisteten während der deutschen Besatzung und der faschistischen Herrschaft Widerstand. Für die Leistungen und Opfer der Bevölkerung während des Widerstands wurde der Region die Medaglia d’oro al valor militare per attività partigiana verliehen. Die Auszeichnung wurde 1971 verliehen und 1973 in Aosta offiziell überreicht.

Die Geschichte des Aostatals erklärt damit viele Besonderheiten, die Urlauber heute unmittelbar erleben können: die Zweisprachigkeit, die französisch geprägten Ortsnamen, die zahlreichen Burgen, die besondere politische Stellung der Region und die Mischung aus italienischen, französischen, frankoprovenzalischen und – im Lys-Tal – walserischen Kultureinflüssen.

Meine Fotos aus dem Aostatal

Ich bin gerne und viel im Aostatal unterwegs. Dabei habe ich viele Fotos von Bergkulissen, natürlichen Bergseen, den vielen Schlössern, der ausgesprochen reichen Fauna und Flora sowie vom lokalen Kunsthandwerk gemacht. Einige meiner Fotos möchte ich hier gerne vorstellen.

Außenansicht des Schlosses Savoyen in Gressoney-Saint-Jean
Das Schloss Savoyen habe ich zum zweiten Mal 2026 besucht. Das erste Mal vor 10 Jahren, also 2016, seitdem hat sich einiges, wie beispielsweise der außen angelegte Botanische Garten, verändert.
Laghi di Nivolet mit Bergkulisse im Hintergrund
Die Laghi di Nivolet mit Bergkulisse im Hintergrund und Piste, die die beiden Seen miteinander vebindet. Dieses Foto entstand im Juni 2025. als ich das erste Mal die Laghi di Nivolet erblickte war es 2014. Damals waren die Seen noch wesentlich mehr mit Wasser gefüllt.
Die Laghi di Nivolet mit Serpentinen
Die Laghi di Nivolet mit vielen Serpentinen
Einsame Straße in eines der Seitentäler im Aostatal
Dieses Foto entstand 2026 in einem der Seitentäler des Aostatal. Es zeigt die lange einsame Straße, die hinauf zum Pass führt.
Alpe oberhalb der Laghi di Nivolet
Auf vielen Wanderwegen im Aostatal kommt man an bewirtschaftete und einsam abgelegene Berghütten, Schäfer und Rifugi vorbei. Dieses Foto entstand im Juni 2025 auf dem Weg zum Lago Rosset oberhalb der Laghi di Nivolet. Es zeigt die Behausung und Ställe eines Schäfers.
Wanderweg zum Lago Rosset oberhalb der Laghi di Nivolet
Dieses Foto entstand im Juni 2025 und zeigt den Wanderweg, der zum Lago Rosset oberhalb der Laghi di Nivolet führt.
Chamaenerion angustifolium am Monte Rosa
Chamaenerion angustifolium, zu deutsch Schmalblättriges Weidenröschen, am Hang des Monte Rosa auf dem Weg zur Quelle des Lys. Sehr schön sehen sind die kräftigen pupurfarbenen Blüten. Aus meiner Erfahrung heraus kommen die Farben am besten vor Bergkulissen zur Geltung.
Anemonoides nemorosa im Frühjahr im Aostatal
Anemonoides nemorosa, zu deutsch Buschwindröschen. Dieses Foto habe ich im März im Aostatal gemacht. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Liebhaber von Flora und Fauna bin und sehr oft diese auch auf meinen Reisen in Italien fotografiere. Wer ein Buschwindröschen fotografieren möchte, sollte im Frühjahr von Februar (im Flachland) bis Mai (in Bergregionen) danach Ausschau halten. Sie blühen selten allein, weshalb man dann oft herrliche Blütenteppiche vorfindet.
Blühende Pulmonaria australis im Aostatal
Dieses Foto habe ich im April 2026 auf einer Wanderung im Aostatal gemacht. Erst dachte ich, ich hätte endlich eine Kuhschelle vor mir, aber nein, es ist eine Pulmonaria australis, zu deutsch Südalpen-Lungenkraut. Dieses zarte Geschöpf blüht herrlich azurblau und erfreut mich jedes Mal, wenn ich es irgendwo erblicke. Es blüht nicht allzu lange. Die reguläre Blütezeit ist April bis Mai, in Höhenlagen auch manchmal bis in den Juni hinein. Wer also Glockenblumen liebt, sollte sich insbesondere in der zweiten Aprilhälfte auf den Weg in die Voralpen und Alpen machen und dort insbesondere Laubwälder aufsuchen.
Ansicht von Tignet im Valsavarenche im Aostatal
Hier habe ich im September 2024 den kleinen Ort Tignet in der Gemeinde Valsavarenche im Aostatal besucht. Tignet liegt auf einer Höhe von 1.665 Metern sehr schön malerisch zwischen Bergflanken eingebettet.
Alpeggio am Monte Rosa
Ein Alpeggio am Monte Rosa. Dieses habe ich im Juni 2019 besucht. Man sieht im Hintergrund die vielen weißen Schafe des Schäfers weiden.
Mit Jagdtrophäen reich verzierter Korridor im Schloss Sarre
Imposant und eindrucksvoll erschien mir der Korridor im Schloss Sarre, das ich besucht habe. Auf dem Foto sieht man sehr schön die mit Hirsch- und Steinbock-Hörnern verzierte Deckenwölbung. Dieses Schloss ist eines meiner Lieblingsschlösser im Aostatal, denn es ist im Inneren insgesamt reichhaltig als im Stil eines Jagdschlosses verziert.

Wissenswertes und Kurioses zum Aostatal

Wandern, Natur und besondere Landschaften

Welcher Wanderweg ist der höchste im Aostatal?

Der höchste Abschnitt eines der großen Höhenwege des Aostatals führt über den Col Loson auf 3.299 Metern Höhe. Der Pass liegt zwischen der Valsavarenche und dem Valnontey bei Cogne und gehört zur Alta Via 2, die auch als „Alta Via naturalistica“ bezeichnet wird. Die offizielle Beschreibung der Alta Vie nennt den Col Loson ausdrücklich als höchsten Punkt der Höhenwege des Aostatals.

Der Aufstieg ist allerdings kein gewöhnlicher Höhenwanderweg. Der Abschnitt über den Col Loson ist anspruchsvoll und führt in eine hochalpine Landschaft mit Geröll, steilen Hängen und ausgesetzten Passagen. Von der Valsavarenche aus wird der Col Loson beispielsweise über Eaux-Rousses und das Vallone di Levionaz erreicht. Von Valnontey bei Cogne führt der Weg über das Rifugio Vittorio Sella ebenfalls zum Pass.

Mit fast 3.300 Metern erreicht der Weg eine Höhe, in der Wetter, Schnee, Vereisung und körperliche Belastung eine wesentlich größere Rolle spielen als bei normalen Wanderungen im Tal. Der Col Loson sollte deshalb nur mit entsprechender alpiner Erfahrung und bei geeigneten Bedingungen begangen werden.

Welcher natürliche See ist der höchstgelegene im Aostatal?

Eine außergewöhnliche Antwort gibt es beim Lago Ciarforon in der Valsavarenche. Nach Angaben der regionalen Umweltbehörde liegt dieser kleine natürliche See auf etwa 3.635 Metern Höhe und wird als höchstgelegener See des Aostatals geführt.

Der Lago Ciarforon ist allerdings nicht mit den bekannten großen Bergseen des Aostatals vergleichbar. Es handelt sich um ein sehr kleines Gewässer in unmittelbarer Nähe des Ciarforon, einer 3.642 Meter hohen Gipfelgestalt des Gran-Paradiso-Massivs. Der See befindet sich in einer extrem hochalpinen Umgebung und ist deshalb kein gewöhnliches Ausflugsziel.

Besonders interessant ist, dass solche hochgelegenen kleinen Seen durch den Rückzug von Gletschern entstehen oder sich verändern können. Ihre Größe und ihre Wasserführung können deshalb stärker schwanken als bei tiefer gelegenen und stabileren Alpenseen. Für eine touristische Übersicht ist es daher sinnvoll, den Lago Ciarforon als höchstgelegenen natürlichen See beziehungsweise hochalpinen Kleinstsee zu erwähnen und nicht den Eindruck zu erwecken, dass dort ein leicht erreichbarer Badesee liegt.

Welcher Wanderweg ist auch für Menschen mit Behinderungen im Aostatal machbar?

Ein besonders geeignetes Beispiel ist der Sentiero per tutti bei Champlong in Verrayes. Der kurze Rundweg wurde ausdrücklich so angelegt, dass er auch von Menschen mit eingeschränkter Mobilität und mit Rollstuhl genutzt werden kann.

Der barrierearme Weg verläuft über ungefähr 700 Meter bis rund einen Kilometer und weist nur sehr geringe Höhenunterschiede auf. Er führt durch einen Waldabschnitt und rund um einen kleinen, neu gestalteten See. Der Weg ist von den Parkplätzen aus erreichbar und wurde speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet.

Auch für Familien ist der Bereich interessant. In der Nähe des Restaurants beziehungsweise der Bar befindet sich ein speziell ausgestatteter Spielplatz, zu dem unter anderem eine für Rollstühle geeignete Schaukel gehört.

Der Weg ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass barrierearmes Wandern im Aostatal nicht nur in der Stadt, sondern auch in einer naturnahen Berglandschaft möglich ist. Vor einer Fahrt sollte dennoch geprüft werden, ob Wegzustand und Einrichtungen aktuell geöffnet und nutzbar sind.

Dürfen Hunde mit auf Wanderungen in den Alpen im Aostatal genommen werden?

Grundsätzlich können Hunde im Aostatal auf vielen Wanderwegen mitgeführt werden. Es gibt jedoch keine einheitliche Regel für alle Wege. Besonders streng sind die Bestimmungen in Naturschutzgebieten und im Nationalpark Gran Paradiso.

Im Nationalpark Gran Paradiso dürfen Hunde im Bereich der Talsohle an der Leine geführt werden. Auf einigen ausgewiesenen Wegen sind Hunde nur während der Sommermonate und nur auf den von der Parkverwaltung freigegebenen Strecken erlaubt. Andere Wege können für Hunde gesperrt sein, um Wildtiere und empfindliche Lebensräume zu schützen.

Wer mit einem Hund wandern möchte, sollte deshalb nicht nur prüfen, ob ein Weg technisch begehbar ist. Entscheidend sind auch die jeweils geltenden Schutzbestimmungen. Gerade im Nationalpark können sich diese je nach Tal, Jahreszeit und Weg unterscheiden.

Für Wanderungen mit Hund empfiehlt es sich außerdem, den Hund grundsätzlich unter Kontrolle und möglichst an der Leine zu führen. Das schützt nicht nur Wildtiere, sondern verhindert auch Begegnungen mit Steinböcken, Gämsen oder anderen Tieren, bei denen ein Hund instinktiv reagieren könnte.

Freizeit, Winter und Familien

Gibt es ein Vergnügungs- und Freizeitbad im Aostatal?

Ja. Ein besonders familienfreundliches Angebot gibt es im Aquatic Center Variney in Gignod. Neben dem normalen Schwimmbad verfügt die Anlage über einen Aquapark-Bereich für Kinder.

Der Aquapark Family ist vor allem auf jüngere Kinder ausgerichtet und bietet unter anderem Wasserspiele, kleine Rutschen, Wasserhäuser, eine Seilbahn und weitere Spielelemente. Auch ältere Kinder können den Bereich nutzen und die vorhandenen Wasserattraktionen und Hydromassagebereiche ausprobieren.

Das Aquatic Center ist deshalb eine interessante Alternative für einen Urlaubstag, an dem das Wetter in den Bergen nicht mitspielt. Da einzelne Bereiche saisonal betrieben werden können, sollten Öffnungszeiten und aktuelle Angebote vor dem Besuch kontrolliert werden.

Wo kann man im Winterurlaub im Aostatal Schlittschuh laufen?

Im Aostatal gibt es mehrere Möglichkeiten zum Eislaufen. Besonders bekannt ist die überdachte Eishalle in Aosta. Die Anlage besitzt eine Eisfläche von 60 × 30 Metern und wird unter anderem für Eishockey, Shorttrack und Eiskunstlauf genutzt.

Eine besondere Möglichkeit gibt es außerdem in Breuil-Cervinia. Dort befindet sich eine Freiluft-Eisbahn mit Natureis. Sie wird normalerweise während der Wintersaison betrieben und ist in der Weihnachtszeit teilweise auch am Abend geöffnet.

Cervinia verbindet das Schlittschuhlaufen damit mit einem klassischen Wintersportort am Fuß des Matterhorns. Wer einen Ausflug mit Kindern plant, kann Eislaufen deshalb gut mit weiteren Winteraktivitäten verbinden.

Da die Öffnungszeiten der Eisbahnen von Wetter, Saison und Veranstaltungen abhängen können, sollten die aktuellen Zeiten vor der Anreise geprüft werden.

Kann man im Aostatal für Kinder Schlitten leihen?

Ja. In den größeren Wintersportorten des Aostatals gibt es Verleiher, bei denen neben Skiern und Snowboards auch Schlitten, Rodel und teilweise Bobs ausgeliehen werden können.

Beispiele gibt es unter anderem in La Thuile und Breuil-Cervinia. In La Thuile werden neben der klassischen Wintersportausrüstung ausdrücklich auch Schlitten und Schneeschuhe vermietet. Auch in Cervinia gehören Schlitten zur angebotenen Leihausrüstung.

In Aosta selbst gibt es ebenfalls einen Wintersportverleih, der unter anderem Bobs und Schlitten führt. Damit muss eine Familie die Rodel nicht unbedingt von zu Hause mitbringen.

Bei kleinen Kindern sollte zusätzlich darauf geachtet werden, welche Rodelhänge für das jeweilige Alter geeignet sind. Ein Verleih bedeutet nicht automatisch, dass jedes Gelände für kleine Kinder freigegeben oder sicher ist.

Tiere und Pflanzen

Welche endemischen Orchideen sind im Aostatal beheimatet?

Im Aostatal wachsen zahlreiche heimische und teilweise seltene Orchideenarten. Eine Orchideenart, die ausschließlich auf das Gebiet des Aostatals beschränkt ist, lässt sich nach dem heutigen Stand der regionalen Floristik jedoch nicht eindeutig nennen.

Besonders interessant ist die Nigritella rhellicani, die auf Italienisch „Nigritella comune“ und auf Französisch „Nigritelle noirâtre“ genannt wird. Sie kommt im gesamten Aostatal vor und wächst vor allem auf alpinen Weiden und in lichten Waldstellen. Nachgewiesen wurde sie in der Region bis auf etwa 2.770 Meter.

Eine botanische Besonderheit ist die frühere Nigritella cenisia. Sie wurde zeitweise als eigenständige Art der Westalpen beschrieben und unter anderem am Kleinen Sankt Bernhard und am Nivolet angegeben. Die regionale Flora des Aostatals weist jedoch darauf hin, dass sie später mit Nigritella rhellicani synonymisiert wurde.

Daneben kommen im Aostatal zahlreiche weitere Orchideen vor, darunter verschiedene Arten der Gattungen Dactylorhiza, Orchis, Ophrys, Gymnadenia, Neottia und Platanthera. Gerade für eine Seite über die Flora des Aostatals ist deshalb die Formulierung „seltene und charakteristische Orchideen des Aostatals“ botanisch treffender als eine Liste angeblich ausschließlich endemischer Arten.

Gibt es im Aostatal Bären und Wölfe?

Wölfe gibt es im Aostatal wieder dauerhaft. Die Rückkehr der Art begann in der Region Anfang der 2000er-Jahre. Nach Angaben der Region sind inzwischen mehrere Wolfsrudel im gesamten Aostatal verbreitet.

Die aktuelle Situation ist dynamisch. Die regionale Verwaltung nennt sieben bis acht Rudel, während neuere Monitoring- und Sichtungsdaten teilweise höhere Zahlen von Tieren beziehungsweise Nachweisen ergeben. Sichtungen sind vor allem in den Seitentälern und im Winter auch in tieferen Lagen möglich.

Der Braunbär ist dagegen derzeit kein dauerhaft ansässiges Wildtier des Aostatals. Historisch kam der Braunbär hier vor, verschwand jedoch bereits vor langer Zeit. Die letzte gesicherte Präsenz eines lebenden Bären in der Region liegt nach den verfügbaren Angaben im 19. Jahrhundert.

Für Wanderer bedeutet das: Einen Wolf zu sehen ist trotz seiner Rückkehr ausgesprochen selten. Wer einen Wolf beobachtet, sollte Abstand halten, ihn nicht verfolgen und niemals versuchen, ihn anzulocken oder zu füttern.

Welches ist das gefährlichste Tier im Aostatal?

Für Wanderer stellt die Vipera aspis, die Aspisviper, das wichtigste giftige Wildtier dar, auf das man im Aostatal achten sollte.

Die Aspisviper lebt nicht nur im Flachland, sondern kann in der Valle d’Aosta auch in höheren Lagen vorkommen. Sie bevorzugt sonnige, warme und eher trockene Lebensräume, beispielsweise steinige Hänge, Geröllflächen, Trockenmauern und Waldränder.

Begegnungen sind trotzdem selten. Die Schlange versucht normalerweise, sich zurückzuziehen, wenn sie einen Menschen wahrnimmt. Das Risiko entsteht vor allem dann, wenn eine Viper überrascht, bedrängt oder versehentlich getreten wird.

Beim Wandern sollte man deshalb nicht blind in Felsspalten greifen oder sich unvorsichtig auf warme Steine setzen. Festes Schuhwerk und Aufmerksamkeit reichen normalerweise aus, um das Risiko erheblich zu reduzieren. Auch Wölfe, Steinböcke oder andere größere Tiere stellen für Wanderer nicht automatisch eine Gefahr dar.

Weihnachten, Sagen und ungewöhnliche Erlebnisse

Welches ist der berühmteste Weihnachtsmarkt im Aostatal?

Der bekannteste Weihnachtsmarkt der Region ist der Marché Vert Noël in Aosta. Er findet im historischen Zentrum rund um die Piazza Chanoux statt und verwandelt diesen Bereich in ein künstliches Alpendorf mit Holzhütten, Beleuchtung und regionalem Kunsthandwerk.

Der Markt ist nicht nur ein klassischer Weihnachtsmarkt. Ein wesentlicher Bestandteil sind traditionelle Handwerke und regionale Produkte. Dazu gehören unter anderem Arbeiten aus Holz, Stein, Keramik und Metall. Damit verbindet der Marché Vert Noël die Weihnachtszeit mit der ausgeprägten Handwerkstradition des Aostatals.

Der Markt findet traditionell von Ende November bis Anfang Januar statt. Für 2026 ist der Zeitraum vom 21. November 2026 bis zum 6. Januar 2027 angegeben.

Gibt es eine Legende von Zwergen im Aostatal?

Das Aostatal besitzt eine ausgesprochen reiche alpine Sagenwelt mit Feen, Geistern, Drachen, geheimnisvollen Wesen und übernatürlichen Gestalten. Auch Zwerge und Gnome gehören zum größeren Motivkreis der alpinen Erzähltradition.

Das Motiv der kleinen Wesen ist vielmehr Teil der traditionellen Vorstellung von einer beseelten Berg- und Waldlandschaft. Besonders die alten Wälder, Felsen und schwer zugänglichen Seitentäler boten den idealen Hintergrund für Erzählungen über Zwerge, Gnome, Feen und andere Naturwesen.

Angeln und Gewässer

Wo kann man im Aostatal angeln?

Im Aostatal kann an verschiedenen Flüssen, Gebirgsbächen und Bergseen geangelt werden. Ein besonders wichtiges Gewässer ist die Dora Baltea, die das Haupttal durchquert. Hinzu kommen zahlreiche Seitenbäche und höher gelegene alpine Gewässer.

Die Region verfügt über freie Gewässer sowie spezielle und touristische Angelreviere. Zu den genannten Gebieten gehören beispielsweise der Buthier bei Valpelline sowie das Gebiet am Marmore-Bach und am See von Maen in Valtournenche. Auch der Lago Gordzà bei Torgnon ist als Freizeitangelgewässer bekannt.

Für das Angeln gelten allerdings genaue Regeln. Der regionale Fischereikonsortium veröffentlicht jährlich einen Kalender mit erlaubten Zeiträumen, Angelkarten, zugelassenen Fangmethoden und den jeweiligen Gewässern. In bestimmten Abschnitten gilt außerdem Catch-and-Release, sodass gefangene Fische wieder zurückgesetzt werden müssen.

Wer im Aostatal angeln möchte, sollte deshalb immer vor dem Angelausflug prüfen, ob für das gewünschte Gewässer eine Genehmigung erforderlich ist und welche Saison dort gilt. Die Regelungen können sich zwischen freien Gewässern, Schongebieten und touristischen Fischereirevieren unterscheiden.

Römische Geschichte und Kirchen

Welche römischen und griechischen Bauwerke sind heute noch im Aostatal zu besichtigen?

Das Aostatal besitzt eine außergewöhnlich umfangreiche römische Hinterlassenschaft. Eine griechische Bauwerksarchitektur wie in Sizilien oder Süditalien gibt es dagegen nicht in vergleichbarer Form. Das Gebiet gehörte in der Antike zum römischen Einflussbereich und wurde unter Kaiser Augustus als Augusta Praetoria gegründet.

Zu den wichtigsten römischen Bauwerken gehört das Römische Theater von Aosta mit seiner noch rund 22 Meter hohen Fassade. Ebenfalls bedeutend sind der Arco di Augusto, die Porta Praetoria, die römische Brücke über den Buthier und der unterirdische Cryptoporticus des römischen Forums.

Außerhalb Aostas befinden sich weitere beeindruckende Zeugnisse römischer Ingenieurskunst. Dazu gehören der römische Straßenabschnitt und Felsbogen von Donnas, die Pont d’Aël bei Aymavilles sowie die römische Brücke von Pont-Saint-Martin.

Gerade der Pont d’Aël ist außergewöhnlich. Die rund 52 Meter hohe Aquäduktbrücke überspannt den Grand-Eyvia-Bach und zeigt, mit welchem technischen Aufwand die Römer Wasserleitungen und Verkehrswege in der alpinen Landschaft errichteten.

Welches ist die älteste Kirche im Aostatal?

Hier muss zwischen der ältesten noch bestehenden kirchlichen Tradition und den ältesten archäologisch nachgewiesenen Kirchenresten unterschieden werden.

Die Kollegiatkirche Sant’Orso in Aosta gilt traditionell als eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen des Aostatals. Ihre Geschichte reicht bis in die frühchristliche Zeit zurück. Die heutige Kirche wurde allerdings im Mittelalter mehrfach verändert.

Archäologisch besonders interessant ist dagegen die Kirche Santa Maria Assunta in Morgex. Unter der heutigen Kirche wurden die Reste einer frühchristlichen Taufkirche aus dem 5. oder 6. Jahrhundert gefunden. Damit gehört Morgex zu den wichtigsten Orten für die Erforschung der frühchristlichen Geschichte des oberen Aostatals.

Welche Kirche hat noch frühchristliche oder byzantinische Fresken im Aostatal?

Bei dieser Frage ist eine genaue Unterscheidung wichtig: Im Aostatal gibt es bedeutende frühchristliche archäologische Zeugnisse und sehr alte Freskenzyklen, aber die berühmten erhaltenen Fresken werden nicht einfach als „byzantinische Fresken“ bezeichnet.

Besonders bedeutend ist die Kollegiatkirche Sant’Orso in Aosta. Im Dachraum befindet sich ein außergewöhnlicher Zyklus ottonischer Fresken aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Diese Wandmalereien gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen ottonischer Kunst in der Region.

Auch die Kathedrale von Aosta besitzt einen bedeutenden Freskenzyklus des 11. Jahrhunderts im Dachraum. Zusammen mit den Fresken von Sant’Orso machen diese Werke Aosta zu einem wichtigen Zentrum ottonischer Kunst in Europa.

Frühchristliche Zeugnisse findet man außerdem unter der heutigen Kathedrale und in der Kirche von Morgex. Dort handelt es sich jedoch vor allem um archäologische Überreste frühchristlicher Kirchen und Baptisterien, nicht um großflächig erhaltene frühchristliche Fresken.

Gibt es ein ungewöhnliches Geschäft im Aostatal?

Ja. Besonders ungewöhnlich sind im Aostatal Geschäfte und Werkstätten, in denen traditionelle Gegenstände noch heute von Hand hergestellt werden. Das ist etwas anderes als ein gewöhnlicher Souvenirladen, denn viele Produkte entstehen tatsächlich aus regionalen Materialien und nach überlieferten Techniken.

Ein interessantes Beispiel ist Les Amis du Bois in Introd. Dort werden traditionell Gegenstände aus Holz hergestellt, darunter Küchenutensilien, Dekorationsobjekte und auch Holzspielzeug. Gerade die handgefertigten Figuren und Spielzeuge zeigen eine Seite des Aostatals, die viele Besucher in einem klassischen Wintersportgebiet nicht erwarten.

Auch die offiziellen Boutiquen von L’Artisanà sind interessant. Sie führen traditionelles valdostanisches Kunsthandwerk aus Holz, Speckstein, Schmiedeeisen, Textilien und Keramik. Niederlassungen gibt es unter anderem in Aosta, Ayas, Cogne und Courmayeur.

Wer etwas wirklich Besonderes sucht, sollte deshalb nicht nur nach einem „ungewöhnlichen Geschäft“, sondern gezielt nach Werkstätten des traditionellen valdostanischen Handwerks suchen. Dazu gehören Holzschnitzerei, Drechselarbeiten, Holzspielzeug, Specksteinverarbeitung, Weberei und Keramik.