Italien ist, mitunter durch das Mittelmeer-Klima bedingt, reich an botanischer Vielfalt. Vor allem Zypressen, Olivenbäume, Granatapfelbäume, Pinien, Feigenbäume, Orangen- und Zitronenbäume, aber auch Tannen, Kiefern, Kork- und Steineichen, Kastanien, Weiden, Birken sowie Bergamotten, Maulbeerbäume und Eukalyptusbäume dominieren in Italien die Baumwelt. Darunter gibt es einige besonders schöne und außergewöhnliche Exemplare – sei es durch die Wuchsform oder durch die anmutende Wirkung -, die ich festhalten musste und nachfolgend präsentieren möchte.

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In Apulien steht dieses herrliche Exemplar eines Olivenbaums (Olea europaea). Er gehört zur Gattung der Ölbäume (Olea). Der Stamm weist einen beträchtlichen Umfang auf. Er wurde niedrig gehalten, um eine bequemere Ernte zu ermöglichen.

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Ficus glabella in Trapani

Auf Sizilien in Trapani entdeckt: ein Ficus glabella, auch bekannt als Bengalische Würgefeige. Der Samen keimt auf einen Wirtsast eines anderen Baumes und ist somit epiphytisch. Im Laufe der Zeit entwickelt sich der Ficus zu einem mächtigen Baum, der den Wirtsbaum quasi zuwuchert und erdrückt.

Ficus glabella in Palermo

In Palermo entdeckt: Wahrscheinlich ebenso Ficus glabella im Botanischen Garten der Stadt.

Ceiba in Selinunte

Ceiba in Selinunte. Der Ceiba gehört zu den Wollbaumgewächsen (Bombacoideae) aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae), der bis zu 50 m hoch werden kann. In Italien ist er vorrangig im Süden zu finden, wie hier auf Sizilien.

Trauerweide am Lago Viverone

Am Lago Viverone im Piemont habe ich dieses schöne Exemplar einer Trauerweide entdeckt. Die Echte Trauerweide (Salix babylonica) gehört zur Gattung der Weiden (Salix) und zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Sie kann bis zu 20 m hoch werden und bildet ausladende Äste.

Uralter eingewachsener Baum in Dogliani

Auf dem Friedhof in Dogliani (Provinz Cuneo), als ich das Grab von Einaudi besuchen wollte, habe ich dieses schöne Exemplar eines uralten Baumes gefunden, das sich fest an das Mauerwerk geschlungen hat. Um welchen Baum es sich handelt, konnte ich nicht feststellen, da es im Dezember nach Schneefall war.

Orangen in Genua

Wunderschön gewachsener Orangenbaum mit Früchten in Genua. Aufgenommen im Februar 2018. Die Orange (Citrus sinensis) gehört zur Gattung der Zitruspflanzen (Citrus) und der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie kann bis zu 10 m hoch werden.

Ficus macrophylla subsp. columnaris

Groß gewachsener Feigenbaum in Reggio Calabria, Lungomare Falcomatá. Ursprünglich kommt diese Feigenart aus Australien. Sie wird durch die Feigenwespe bestäubt. Ficus macrophylla bildet einen durchgängigen Stamm aus. Die Unterart columnaris hingegen bildet aufgrund ihres Epiphytendaseins keinen Stamm aus.

Kanarische Dattelpalme

Ein äußert schönes Exemplar einer Kanarischen Dattelpalme (Phoenix canariensis) im Forum Romanum in Rom. Zwar stellen das Hauptwachstumsgebiet die Kanarischen Inseln dar, allerdings wird die Palmenart auch in Mittelmeergebieten, wie Italien, wegen ihres anmutigen Aussehens auch als Park- und Alleenbäume gepflanzt.

Punica granatum im Novarese

Ein hübscher Granatapfelbaum (Punica granatum) mit vollem Fruchtbehang im Novarese. Granatäpfel gehören zu den Weiderichgewächsen und kommen ursprünglich aus Asien. Heute sind sie im gesamten Mittelmeergebiet, einschließlich von Norditalien bis Sizilien anzutreffen. Häufig werden sie in Gärten kultiviert. Sie erreichen eine Wuchshöhe von etwa 5 m.

Berühmte Kastanie in Bioglio
Berühmte Kastanie in Bioglio

Eines der größten Kastanienbäume (Castanea sativa) Italiens mit einer Höhe von über 14 m steht im Gebiet von Biella, in Bioglio, im Park der ehemaligen Villa Sella, exakt gegenüber dem Sitz der „Comunità il Punto“. Das Alter ist nicht genau bekannt, jedoch wird sein Alter auf über 300 Jahren geschätzt.

Die Platane des Napoleon in Alessandria
Die Platane des Napoleon in Alessandria

Die Platane von Napoleon (Platanus occidentalis) gehört mit einer Höhe von 48 m und einem Stammumfang von über 8 m zu den größten Monumentalbäumen Italiens. Der Baum steht an der ehemaligen Staatsstraße Nr. 10, die Alessandria mit Spinetta Marengo verbindet. Er soll 1800 nach der Schlacht von Marengo gepflanzt worden sein.

Atemknien der Echten Sumpfzypresse
Atemknien der Echten Sumpfzypresse

Diese Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) habe ich in der Provinz Biella im Parco della Burcina entdeckt. Auf dem Foto sieht man sehr schön die Atemknien, den sogenannten Pneumatophoren, die aus der Erde zu Hunderten schauen. In der Regel werden sie bis zu 40 cm hoch, diese hier wurden zum Teil höher. Die Sumpfzypresse steht in diesem Fall in den Voralpen, gedeiht jedoch ursprünglich in den USA, entlang des Mississipi und weiteren Gebieten. Der Baum benötigt einen feuchten Boden, verträgt aber auch zeitweise Trockenheit. Er kann bis zu stolze 42 m hoch werden, wobei der Stamm einen Umfang von mehr als 10 m erreichen kann.

Bäume in Italien: Seltene Arten, Rekorde und Besonderheiten

Italiens Baumwelt ist vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint. Neben alten Olivenbäumen, mediterranen Eichen und bekannten Nadelbäumen gibt es seltene Arten, außergewöhnliche Baumriesen und exotische Gehölze mit erstaunlichen Eigenschaften. Manche besitzen besondere Wurzeln, andere wachsen in enger Verbindung mit Pilzen oder Tieren.

Die folgenden Fragen beschäftigen sich mit solchen Besonderheiten – von den seltensten und höchsten Bäumen Italiens über die Sumpfzypresse und den bedornten Ceiba-Baum bis hin zu endemischen Arten Siziliens und den geheimnisvollen Beziehungen zwischen Bäumen und Pilzen.

Seltene und außergewöhnliche Bäume Italiens

Welcher Baum ist in Italien am seltensten?

Eine einzelne Baumart als „seltenster Baum Italiens“ zu bezeichnen, ist wissenschaftlich nicht ganz eindeutig. Seltenheit kann sich auf die Zahl der wild lebenden Exemplare, die Größe des natürlichen Verbreitungsgebietes oder den Gefährdungsgrad beziehen. Unter den italienischen Baumarten gibt es jedoch einige, deren natürliches Vorkommen auf sehr kleine Gebiete beschränkt ist.

Eine besonders außergewöhnliche Art ist die Sizilianische Zelkove (Zelkova sicula). Sie kommt ausschließlich im Südosten Siziliens vor und besitzt dort ein ausgesprochen kleines natürliches Verbreitungsgebiet. Die Art ist ein Relikt einer alten Pflanzengruppe, deren Vertreter heute in Europa nur noch sehr eingeschränkt vorkommen.

Die Sizilianische Zelkove ist damit ein besonders gutes Beispiel für einen extrem seltenen Baum Italiens. Ihre Besonderheit liegt nicht in einer außergewöhnlichen Größe, sondern in ihrer sehr kleinen Population, ihrer isolierten Verbreitung und ihrer langen evolutionären Geschichte.

Wo steht der älteste Baum Italiens?

Bei sehr alten Bäumen lässt sich das genaue Alter häufig nicht zweifelsfrei bestimmen. Bei mehrstämmigen oder innen hohlen Bäumen ist eine Altersbestimmung anhand der Jahresringe kaum möglich. Deshalb beruhen Angaben zum Alter sehr alter italienischer Bäume teilweise auf wissenschaftlichen Schätzungen und historischen Quellen.

Zu den berühmtesten alten Bäumen Italiens gehört die Castagno dei Cento Cavalli, die „Kastanie der hundert Pferde“, bei Sant’Alfio am Ätna auf Sizilien. Sie gehört zu den bekanntesten historischen Baumriesen Europas und wird seit Jahrhunderten in Berichten über Sizilien erwähnt.

Auch wenn einzelne Altersangaben nicht unumstritten sind, ist die Kastanie wegen ihrer außergewöhnlichen Größe, ihres hohen Alters und ihrer historischen Überlieferung ein herausragendes Beispiel für einen alten Baum Italiens. Daneben gibt es in mehreren Regionen sehr alte Olivenbäume, Eiben, Eichen und andere Baumriesen.

Gibt es mietbare Baumhäuser in Italien?

Ja. In Italien gibt es zahlreiche Unterkünfte, die als Baumhäuser, Treehouses oder Baumlodges vermietet werden. Sie liegen häufig in waldreichen Regionen und richten sich sowohl an Urlauber, die naturnah übernachten möchten, als auch an Reisende, die eine ungewöhnliche Unterkunft suchen.

Besonders häufig findet man solche Unterkünfte in Nord- und Mittelitalien, beispielsweise in den Alpen, im Apennin, in der Toskana und in anderen waldreichen Landschaften. Die Ausstattung reicht von einfachen Holzhäusern bis zu komfortablen Unterkünften mit eigenem Bad, Heizung, Terrasse und großen Fensterflächen.

Allerdings ist „Baumhaus“ nicht immer gleichbedeutend mit einem Gebäude, das tatsächlich an lebenden Bäumen befestigt ist. Manche Unterkünfte stehen auf Stelzen und befinden sich lediglich in Baumkronennähe. Wer ausdrücklich in einem echten Baumhaus übernachten möchte, sollte deshalb die Konstruktion der jeweiligen Unterkunft prüfen.

Welche Bäume sind in Italien giftig?

In Italien wachsen mehrere Baumarten, deren Pflanzenteile giftige Stoffe enthalten. Eine der bekanntesten ist die Eibe (Taxus baccata). Nadeln und Samen enthalten Taxine, die bei Aufnahme zu schweren Vergiftungen führen können. Besonders problematisch ist es, wenn die Samen zerbissen werden.

Auch der Goldregen (Laburnum anagyroides) ist giftig. Seine Samen enthalten unter anderem das Alkaloid Cytisin. Ebenfalls zu den giftigen Gehölzen gehört die Robinie (Robinia pseudoacacia), bei der insbesondere Rinde und Samen giftige Inhaltsstoffe enthalten.

Die Giftigkeit eines Baumes betrifft allerdings nicht zwangsläufig alle Pflanzenteile gleichermaßen. Bei manchen Arten sind vor allem Samen oder Früchte problematisch, bei anderen Blätter, Nadeln oder Rinde. Unbekannte Pflanzenteile sollten deshalb grundsätzlich nicht gegessen werden.

Bäume mit außergewöhnlichem Wachstum und besonderen Anpassungen

Welche Baumart in Italien hat eine ungewöhnliche Überlebensstrategie?

Eine bemerkenswerte Überlebensstrategie besitzen verschiedene mediterrane Baumarten, die nach starken Verletzungen oder Bränden wieder austreiben können. Besonders eindrucksvoll ist dies bei Olivenbäumen. Selbst wenn große Teile des Stammes abgestorben oder beschädigt sind, können aus dem unteren Stamm- oder Wurzelbereich neue Triebe entstehen.

Auch die Korkeiche (Quercus suber) besitzt eine bemerkenswerte Anpassung an die mediterrane Umwelt. Ihre dicke Korkschicht schützt den Stamm unter anderem vor starker Hitze und kann die Auswirkungen von Feuer begrenzen. Nach einem Brand können überlebende Bäume ihre Krone anschließend wieder aufbauen.

Solche Eigenschaften sind keine „Unsterblichkeit“, sondern Anpassungen an Umweltbedingungen. Entscheidend ist, welcher Teil des Baumes einen Schaden überlebt. Ein Baum kann äußerlich stark zerstört wirken und dennoch über lebendes Gewebe verfügen, aus dem später neue Triebe entstehen.

Welcher Baum ist der höchste in Italien?

Zu den höchsten dokumentierten Bäumen Italiens gehört eine Douglasie (Pseudotsuga menziesii) in Vallombrosa in der Toskana. Das außergewöhnliche Exemplar wurde mit einer Höhe von 64,20 Metern vermessen und zählt damit zu den höchsten bekannten Bäumen Italiens.

Die Douglasie stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist daher keine heimische italienische Baumart. Sie wurde in Italien unter anderem als Forst- und Parkbaum angepflanzt und kann unter günstigen Bedingungen eine außergewöhnliche Höhe erreichen.

Auch andere nicht heimische Baumarten erreichen in Italien enorme Höhen. Dazu gehören insbesondere Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) und Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum). Die tatsächlich höchste Position kann sich ändern, wenn neue Bäume vermessen werden oder bestehende Rekordbäume weiterwachsen.

Warum besitzt die Sumpfzypresse in Italien Atemwurzeln?

Die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) gehört zu den ungewöhnlichsten Nadelbäumen, die in Italien kultiviert werden. Sie stammt aus den sumpfigen und regelmäßig überschwemmten Gebieten des Südostens Nordamerikas. Dort wächst sie häufig auf Böden, die über längere Zeit mit Wasser gesättigt sind.

Unter solchen Bedingungen kann im Boden nur wenig Sauerstoff vorhanden sein. Die Sumpfzypresse bildet deshalb bei geeigneten Standortbedingungen sogenannte Pneumatophoren. Dabei handelt es sich um senkrecht aus dem Boden ragende Auswüchse des Wurzelsystems, die häufig als „Atemwurzeln“ bezeichnet werden.

Nicht jede Sumpfzypresse in Italien besitzt solche auffälligen Wurzeln. Besonders deutlich entwickeln sie sich an sehr feuchten Standorten. In italienischen Parks, historischen Gärten und an Gewässern kann man deshalb gelegentlich Bäume sehen, deren Wurzelbereich wie ein kleiner Wald aus knorrigen Wurzelauswüchsen aussieht.

Eine weitere Besonderheit der Sumpfzypresse ist ihr Laub. Obwohl sie ein Nadelbaum ist, wirft sie ihre Nadeln im Herbst ab. Damit gehört sie zu den wenigen sommergrünen Nadelbäumen.

Welche Bäume in Italien besitzen einen bedornten Stamm?

Ein besonders auffälliger Baum mit bedorntem Stamm ist die Ceiba speciosa, die früher häufig unter dem Namen Chorisia speciosa geführt wurde. Ihr Stamm ist mit kräftigen, kegelförmigen Dornen besetzt. Mit zunehmendem Alter kann sich der Stamm stark verdicken und eine charakteristische flaschenartige Form entwickeln.

Die Ceiba speciosa stammt ursprünglich aus Südamerika und ist deshalb keine heimische Baumart Italiens. In den wärmeren Regionen Italiens wird sie jedoch als Zierbaum kultiviert. Besonders auffällig sind neben dem bedornten Stamm ihre großen rosafarbenen bis rötlichen Blüten.

Die Art ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein außergewöhnlicher Baum in Italien nicht zwangsläufig zur natürlichen italienischen Flora gehören muss. In Parks, Gärten und wärmeren Städten können zahlreiche exotische Baumarten wachsen, die ursprünglich aus völlig anderen Klimazonen stammen.

Bäume, Tiere und Pilze

Gibt es in Italien Bäume, die in enger Verbindung mit Tieren leben?

Zwischen Bäumen und Tieren bestehen in Italien zahlreiche enge ökologische Beziehungen. Ein besonders anschauliches Beispiel sind Eichen und Eichelhäher. Der Eichelhäher sammelt Eicheln und versteckt sie als Nahrungsvorrat im Boden. Nicht alle dieser Eicheln werden wiedergefunden, sodass aus einem Teil neue Eichen wachsen können.

Auch andere Tiere sind auf bestimmte Bäume angewiesen. Spechte suchen in alten Bäumen nach Insekten und legen ihre Bruthöhlen in Stämmen und Ästen an. Diese Höhlen werden später von anderen Vögeln, Fledermäusen oder kleinen Säugetieren genutzt.

Bei alten Bäumen entsteht dadurch ein besonders komplexer Lebensraum. Höhlen, Totholz, Rindenspalten, Blätter, Früchte und Wurzeln können gleichzeitig von zahlreichen Tierarten genutzt werden. Ein einzelner alter Baum kann deshalb wesentlich mehr biologische Vielfalt beherbergen als ein junger, gleichförmiger Baum.

Welche Pilze leben in Italien in Symbiose mit bestimmten Bäumen?

Besonders bekannt sind die Mykorrhizen zwischen Bäumen und Trüffelpilzen. Dabei verbindet sich das Pilzgeflecht mit den Feinwurzeln des Baumes. Der Pilz verbessert unter anderem die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen, während er vom Baum energiereiche organische Stoffe erhält.

Der Weiße Trüffel (Tuber magnatum) kann beispielsweise mit verschiedenen Eichenarten eine solche Ektomykorrhiza bilden. Dazu gehören unter anderem Flaumeiche (Quercus pubescens), Zerreiche (Quercus cerris), Steineiche (Quercus ilex), Stieleiche (Quercus robur) und Traubeneiche (Quercus petraea).

Auch Hasel (Corylus avellana), Pappeln (Populus), Weiden (Salix), Hainbuche, Linde, Buche und verschiedene weitere Gehölze können als Partner des Weißen Trüffels dienen. Beim Bianchetto-Trüffel (Tuber borchii) kommen unter anderem Hasel, Eiche, Pappel, Kastanie, Erle, Linde sowie verschiedene Nadelbäume als Mykorrhizapartner infrage.

Ein Pilz ist dabei nicht einfach „unter einem Baum zu finden“. Entscheidend ist, dass eine Verbindung zwischen Pilz und Feinwurzel entsteht. Deshalb spielen neben der Baumart auch Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit, Klima und die übrige Vegetation eine wichtige Rolle.

Warum wachsen Trüffel besonders häufig bei Eichen und Haseln?

Eichen und Haseln gehören zu den wichtigsten Partnerpflanzen verschiedener Trüffelarten. Ihre Feinwurzeln können Ektomykorrhizen mit den unterirdischen Pilzgeflechten der Trüffel bilden. Dabei entsteht ein Austauschsystem zwischen Baum und Pilz.

Der Pilz erhält vom Baum Kohlenstoffverbindungen, die dieser durch Photosynthese produziert. Im Gegenzug kann das Pilzgeflecht dem Baum bei der Aufnahme von Wasser und mineralischen Nährstoffen helfen. Der unterirdische Teil des Trüffels ist daher biologisch eng mit dem Wurzelsystem des Baumes verbunden.

Ob unter einer Eiche oder Hasel tatsächlich Trüffel wachsen, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab. Geeignete Böden, Feuchtigkeit, Temperatur, pH-Wert, Mikroklima und das Alter des Standortes müssen ebenfalls passen. Eine Eiche allein macht deshalb noch kein Trüffelgebiet.

Historische und botanische Besonderheiten

Gibt es einen Baum in Italien, der geschichtlich besonders relevant ist?

Ein besonders berühmtes Beispiel ist die Kastanie der hundert Pferde (Castagno dei Cento Cavalli) am Ätna auf Sizilien. Der Baum beziehungsweise der historische Stammkomplex ist seit Jahrhunderten bekannt und wurde in zahlreichen Berichten und Erzählungen erwähnt.

Der Baum ist nicht nur wegen seines Alters interessant. Mit ihm sind lokale Legenden verbunden, unter anderem die Erzählung, dass eine Königin mit ihrem Gefolge unter seiner gewaltigen Krone Schutz vor einem Unwetter gefunden haben soll. Solche Überlieferungen haben dazu beigetragen, dass der Baum bis heute ein Symbol der Landschaft am Ätna ist.

Auch alte Olivenbäume besitzen eine große kulturgeschichtliche Bedeutung. Der Olivenanbau gehört seit der Antike zur mediterranen Landwirtschaft. Ein sehr alter Olivenbaum kann deshalb gleichzeitig Naturdenkmal, landwirtschaftliches Zeugnis und Teil einer jahrhundertealten Kulturlandschaft sein.

Gibt es endemische Bäume in Italien?

Ja. Besonders auf den italienischen Inseln gibt es Pflanzenarten, deren natürliches Verbreitungsgebiet sehr klein ist. Inseln wie Sizilien und Sardinien waren über lange Zeiträume geografisch isoliert, wodurch sich dort eigenständige Pflanzenformen entwickeln und erhalten konnten.

Ein besonders bemerkenswertes Beispiel ist die Sizilianische Zelkove (Zelkova sicula). Ihr natürliches Vorkommen ist auf ein sehr kleines Gebiet im Südosten Siziliens beschränkt. Sie gehört zu einer alten Pflanzengruppe, deren Vertreter heute nur noch an wenigen Orten vorkommen.

Bei anderen italienischen Gehölzen muss dagegen genau zwischen endemischen Arten, Unterarten und regional begrenzten Populationen unterschieden werden. Nicht jede Pflanze, die nur in Italien vorkommt, ist automatisch eine eigenständige endemische Baumart.

Gibt es in Italien Bäume mit ungewöhnlich gefärbtem Laub?

Ja. Besonders auffällig ist der Ginkgo (Ginkgo biloba). Während seine Blätter im Sommer grün sind, können sie sich im Herbst innerhalb relativ kurzer Zeit intensiv gelb färben. Anschließend fallen die Blätter nahezu gleichzeitig ab.

Andere Bäume besitzen ganzjährig ein ungewöhnlich wirkendes Laub. Beim Olivenbaum erscheinen die Blätter durch ihre silbrige, fein behaarte Unterseite häufig graugrün. Diese Behaarung ist zugleich eine Anpassung an die trockenen Bedingungen des Mittelmeerklimas.

Auch manche Nadelbäume zeigen eine ungewöhnliche Färbung. Besonders interessant ist die Sumpfzypresse, deren Nadeln sich im Herbst rötlich bis kupferbraun verfärben und anschließend abfallen. Dadurch kann ein Nadelbaum zeitweise wie ein Laubbaum wirken.

Exotische und ungewöhnliche Baumarten in Italien

Welche ungewöhnlichen exotischen Bäume wachsen in Italien?

In italienischen Parks, historischen Gärten und botanischen Sammlungen wachsen zahlreiche Baumarten, die ursprünglich nicht aus Europa stammen. Dazu gehören unter anderem Ginkgo, Sumpfzypresse, Douglasie, verschiedene Mammutbäume, Eukalypten und Ceiba-Arten.

Besonders interessant sind die Mammutbäume. Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) und Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) stammen aus Nordamerika und können auch in Italien enorme Dimensionen erreichen. Einige alte Exemplare gehören zu den größten Bäumen des Landes.

Die Sumpfzypresse ist wiederum wegen ihrer Wurzeln außergewöhnlich, während die Ceiba speciosa durch ihren bedornten, verdickten Stamm auffällt. Der Ginkgo ist wegen seiner evolutionären Geschichte interessant. Italienische historische Gärten sind deshalb teilweise wahre Sammlungen ungewöhnlicher Baumarten aus verschiedenen Teilen der Welt.

Welche besonderen Baumarten wachsen auf Sizilien?

Sizilien besitzt eine ungewöhnlich vielfältige Baumwelt, weil auf der Insel sehr unterschiedliche Lebensräume vorkommen. An den warmen Küsten und in den trockenen Tieflagen wachsen typische mediterrane Gehölze wie Oliven, Steineichen, Korkeichen und Johannisbrotbäume. Hinzu kommen zahlreiche Kultur- und Zierpflanzen.

In höheren Lagen verändert sich die Vegetation. Besonders am Ätna können je nach Höhenstufe unterschiedliche Waldgesellschaften auftreten. Eine botanische Besonderheit ist die Ätna-Birke (Betula aetnensis), die an die besonderen Bedingungen der Vulkanlandschaft angepasst ist.

Sizilien besitzt außerdem mit der Sizilianischen Zelkove (Zelkova sicula) eine der seltensten Baumarten Europas. Ihr natürliches Vorkommen ist auf ein sehr kleines Gebiet beschränkt. Dadurch ist Sizilien nicht nur wegen seiner mediterranen Landschaften, sondern auch aus botanischer Sicht außergewöhnlich interessant.

Zu den weiteren bemerkenswerten Bäumen der Insel gehört die berühmte Kastanie der hundert Pferde am Ätna. Sie verbindet botanische Besonderheiten mit einer langen historischen Überlieferung und zeigt, wie eng alte Bäume, Landschaft und Kulturgeschichte miteinander verbunden sein können.