Kultiviert, ehrgeizig, schönheitsliebend: Dies ist das Porträt der Pontifexe (Päpste) des 16. und 17. Jahrhunderts, die Roms Größe zu Zeiten des Römischen Reichs wiederherzustellen versuchten. Die alte Hauptstadt war im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten und zerstört worden, bevor sie wieder zu einem beliebten Ziel für europäische Intellektuelle und schließlich zu einer obligatorischen Station der Grand Tour, der ab der Renaissance aufkommenden obligatorischen Reise von Adelssöhnen durch Europa, später auch vom gehobenen Bürgertum, wurde.

Das Kolosseum in Rom
Das Kolosseum in Rom

Unter päpstlicher Herrschaft wurden in Rom die größten Künstler dazu aufgerufen, die Stadt mit unsterblichen Werken zu füllen. So entstanden Meisterwerke angefangen von der Sixtinischen Kapelle mit Michelangelos Jüngstem Gericht bis hin zu Berninis Kolonnade. Dieses gewaltige Jahrhundert erschuf neben Rom noch viel mehr: Zum Beispiel Noto in der Gemeinde Syrakus auf Sizilien, das nach einem verheerenden Erdbeben wieder erwachte und zur Perle des sizilianischen Barocks geworden ist oder die Universitätsstadt Parma in der Emilia-Romagna, die mit von der Familie Farnese in Auftrag gegebenen und mit dem von Correggio mit Fresken bemalten Dom und dem Palazzo della Pilotta glänzt. Die Zeitreise durch die Jahrhunderte ermöglichte eine Geburt von Tausenden von herrlichen Kirchen, königlichen Palästen, einzigartigen Gemälden und detailreichen Dekorationen, die Kunstmäzene und Künstler triumphierend hinterlassen haben.

Wie Rom zu seiner kunstvollen Pracht kam

Eingang zu den Vatikanischen Museen
Die Vatikanischen Museen

Das Symbol der Verbindung zwischen Kunst und Macht Italiens des 17. Jahrhunderts ist das päpstliche Rom, wo Päpste die lange Geschichte des Mäzenatentums fortsetzen, die Rom zu dem gemacht hat, was die Stadt heute ist: eine der schönsten Städte der Welt.

Im Rom des 17. Jahrhunderts findet der Barock seinen höchsten Ausdruck. Jedes Detail dient dazu, den Betrachter noch mehr ins Staunen zu versetzen.
Das Rom des 17. Jahrhunderts ist aber auch eine Geschichte der Macht.

Das 17. Jahrhundert beginnt sogleich mit zwei blutigen Hinrichtungen von Beatrice Cenci (1599) und Giordano Bruno (1600), zwei Persönlichkeiten, die sich zwar in ihren politischen Gewichten unterscheiden, aber dennoch die Vorstellungskraft der damaligen Zeit stark beeinflussen konnten.

Wir befinden uns mitten in der protestantischen Gegenreformation, wo ewige Kämpfe zwischen den Staaten Italiens herrschen. Papst Clemens VIII. regiert mit fester Hand, immer darauf bedacht, die geistliche und weltliche Macht des Papsttums, sprich der Katholischen Kirche, zu erhalten.

Damit aber noch nicht genug: Innerhalb Roms werden interne Konflikte zwischen den mächtigsten Familien, die der Farnesi, der Barberini und der Pamphili, ausgetragen. Diese Familien sind untereinander Hauptkonkurrenten in einem Wettlauf um die Vorherrschaft. Jeder möchte jeden überbieten, was besonders in Kunstwerken gemessen wird.

Erstaunlich ist, dass jede dieser Familien auch imstande war, einen eigenen Vertreter auf den Thron des Papstes zu bringen. Einen Vertreter, der versuchte, mit den enormen Reichtümern der Katholischen Kirche seine Zeitgenossen zu verblüffen, sich bei der Nachwelt in Erinnerung zu meißeln und seine Vorgänger um einiges zu übertreffen.

Dazu wurden die besten Künstler der damaligen Zeit gerufen, um dass diese die päpstliche Herrschaft durch beeindruckende Meisterwerke verherrlichen sollten. Die gesamte Macht des Papstes sollte sich in der Pracht der Kunstwerke niederlegen. Durch diesen unerbittlichen Wettkampf ging Rom schöner denn je hervor.

Lage und Gliederung Roms

Italiens Hauptstadt Rom (Roma) gehört mit seinen knapp 2,9 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 1.285 km² zu den sechs größten Städten Europas und liegt in der Mitte Italiens nahe der Küste. Gelegen im zentralen, jedoch schmalsten Teil des Landes wird das in vier Stadtbezirke und 15 Stadtviertel gegliederte Rom von Nordost in Richtung Südwest vom Fluss Tiber durchquert. Das Municipio 1 kennzeichnet die Altstadt von Rom, die wiederum in 22 kleinere Gebiete unterteilt ist.

Rom entsteht auf sieben Hügeln

Rom hat im Zentrum auch viele grüne Ecken mit Pinien, Parks und Büschen
Rom hat im Zentrum auch viele grüne Ecken

Auch wenn die Gründung der Stadt im 7. Jahrhundert vor Christus nur durch eine Sage belegt ist, so scheint ihre Gründung als Königreich auf den sieben Hügeln östlich des Tibers in jener Zeit tatsächlich erfolgt zu sein. Noch weit vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde sie zu einer Republik, expandierte danach und Bauwerke wie das Caesarforum und die berühmte Straße Via Appia entstanden.

Um die Zeitenwende zum Zentrum des römischen Kaiserreichs geworden, entstanden das Kolosseum und bedeutende Thermenanlagen. Die Stadt zählte damals schon über eine Million Einwohner.

Ab dem 4. Jahrhundert verlor die Stadt zunehmend an politischer Bedeutung und verzeichnete einen starken Bevölkerungsrückgang. Im Mittelalter wurde sie zu einem bedeutenden Wallfahrtsort des Christentums und zur Hauptstadt eines Kirchenstaates. Die im 15. Jahrhundert die Stadt Rom erreichende Renaissance ließ viele bedeutende Bauwerke entstehen, die bis heute das Bild der römischen Altstadt prägen. Erst im Jahr 1871 wurde sie die Hauptstadt des italienischen Staates. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt einen großen wirtschaftlichen Aufschwung, der von einem starken Bevölkerungswachstum begleitet wurde.

Viele Wege führen nach Rom

Roms dichter Verkehr mit vielen Autos und Bussen
In Rom herrscht stets dichter Verkehr

Eine Anfahrt nach Rom ist bequem mit dem Auto möglich, aber auch mit dem Flugzeug, dem Bus und der Bahn.

Die mit innerstädtischen Verkehrsproblemen belastete Hauptstadt Italiens besitzt neben ihrem großen Hauptbahnhof, der als einer der größten in Europa gilt, 6 weitere Bahnhöfe. Eine Anreise ist auch aus Deutschland aus via Bahn möglich. Am besten nimmt man dazu einen Nachtzug mit Schlafabteil.

Ebenso ist eine Anreise via Bus möglich. Aus Deutschland aus fahren einige große Busunternehmen (z.B. Flixbus) regelmäßig nach Rom.

Bedeutendster Flugplatz ist der interkontinentale Fiumicino Airport „Leonardo da Vinci“, der sich nahe der Küste des Tyrrhenischen Meeres befindet. Ein weiterer kleinerer Flughafen ist Ciampino, der vornehmlich von Low-Cost-Airlines angeflogen wird.

Von beiden Flughäfen kann man bequem via Zug nach Rom einreisen. Taxis sollte man, wenn möglich, wegen der doch recht teuren Tarife meiden. Im Zug zwischen Flughafen Fiumicino und Rom ist Vorsicht vor Taschendiebe geboten.

Für Rom benötigt man Zeit

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Rom ist vielmehr ein Freiluftmuseum, das erkundet und entdeckt werden möchte. Wer nach Rom kommt, der wird erst einmal von der Fülle der sehenswerten Bauwerke und Kirchen erschlagen. Rom an einen Tag zu erkunden, macht kaum Sinn, denn für einige wichtige Sehenswürdigkeiten wie dem Kolosseum (hier findet auch die Via Crucis zu Ostern statt), dem Forum Romanum und den Vatikanischen Museen bilden sich regelmäßig lange Schlangen vor dem Eingang. Für Rom sollte man sich Zeit lassen. Eine Woche ist das Minimum für alle diejenigen, die nicht nur die Hauptsehenswürdigkeiten abklappern möchten. Nach einer Woche wird man feststellen, dass man noch nicht einmal die Hälfte aller Sehenswürdigkeiten gesehen hat. Wer in Rom tatsächlich den überwiegenden Teil der Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, sollte unbedingt mehrere Wochen einplanen.

Wie ist das Wetter in Rom?

Die besten Reisezeit ist das Frühjahr ab März bis Juni und von September bis November, denn dann liegen die Temperaturen beginnend von frühlingshaften 15°C bis frühsommerlichen 25°C. In den Monaten Dezember, Januar und Februar kann es zu mehreren Regenfällen, Sturm und auch Kälte bis zum Gefrierpunkt kommen. Unerträgliche Hitze erwartet den Besucher in den Monaten Juli und August, denn dann klettert das Thermometer gerne über 30°C. Hitzerekorde mit über 40°C werden nahezu jährlich aufgestellt. Auch wenn Rom über unzählige Brunnen verfügt, wo man sich erfrischen könnte, ist die sengende Hitze in der Stadt doch eine Herausforderung.

Wie man sich am besten in Rom bewegt

Am besten bewegt man sich in Rom per Fuß, Bus und via Metro. Die Metro kostet etwa 1 Euro eine Stunde. Man kann sich jedoch auch einen Rom-Pass für einige Tage kaufen, da ist das Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Rom mit inbegriffen. Die Metro ist relativ pünktlich. Ganz zu schweigen von den Bussen. Hier ist Geduld gefragt. Es kann dann schon mal vorkommen, dass eine Stunde durch das Verkehrschaos kein Bus kommt und dann aber dafür zwei hintereinander. Aber es ist eine Reise und Erfahrung wert. Am 08.12.2024 soll in Rom eine Verschmutzungsgebühr für das Zentrum und einigen weiteren Stadtteilen eingeführt werden. Die Zufahrt mit dem Auto ist dann nur mit Bezahlung dieser Gebühr möglich.

Von alten Burgen zu moderner Kunst

Das Forum Romanum
Das Forum Romanum

Die Sehenswürdigkeiten von Rom gelten als Zeitzeugen verschiedener Epochen. Eine Stadtbesichtigung führt den Besucher an zahlreiche antike Bauwerke vorbei, so auch an die Ruinen des Machtzentrums des einstigen römischen Reichs, das Forum Romanum. Mindestens genauso bekannt ist das gewaltig erscheinende Kolosseum, das im Jahr 72 n. Chr. erbaut wurde.

Der Petersdom, das Pantheon, die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle sind einige der sehenswerten Bauwerke des Roms. Als eines der am besten erhaltenen antiken Gebäude gilt jedoch das Pantheon, dessen gewaltige Kuppel einen überwältigenden Einblick in die vor etwa 1.800 Jahren geleistete Bau- und Handwerkskunst gewährt.

Nicht weniger bekannt dürfte der barock gestaltete Trevi-Brunnen sein, in dem sich Münzen aller Währungen von Besuchern ansammeln, die diese Stadt gern noch einmal wiedersehen möchten.

Das Kolosseum von innen
Das Kolosseum von innen

Ein weiteres Highlight stellt die kreisförmige Engelsburg am Ufer des Tiber dar, die einst als Mausoleum und später als Gefängnis diente.

Zu den Rom-Sehenswürdigkeiten gehört aber auch die Spanische Treppe vor der Kirche Trinità di Monti, die zu einem beliebten Treffpunkt der Bewohner Roms mit den Touristen geworden ist.

Schließlich verdient das als Künstlerviertel bekannte Trastevere-Viertel eine Erwähnung, das ein besonders stimmungsvolles Besuchserlebnis in den Abendstunden verspricht.

Wo am besten in Rom essen und trinken?

Wer in Rom angekommen ist, der ist erst einmal von den Massen an Pizzerien, Cafés und Osterien überwältigt. Vor allem in der Nähe der Sehenswürdigkeiten (Pantheon, Spanische Treppe, Trevi-Brunnen, Petersdom, Sixtinische Kapelle) sind viele Einkehrmöglichkeiten gegeben. Zumeist schlägt sich die Nähe jedoch auch auf den Preis nieder. Ein Espresso kann dann schon mal 2 bis 3 Euro kosten. Üblich sind in Italien 0,80 Euro bis 1,00 Euro.

Tipp: Wer günstig, typisch römisch und qualitativ sehr gut essen möchte, sollte die Innenstadt verlassen oder zumindest nicht in der Nähe von wichtigen Sehenswürdigkeiten speisen.

Roms berühmte Persönlichkeiten

Die Tatsache, dass die Zahl von Roms Sehenswürdigkeiten groß ist, trifft auch auf seine Persönlichkeiten zu. Namen wie Romulus als Begründer der Stadt, der Staatsmann Julius Caesar oder der römische Kaiser Augustus sind einige der bedeutendsten politisch tätigen Personen der vorchristlichen Zeit. Sie allesamt haben sich gerne in römischen Herrscherportraits darstellen lassen. Wesentlich später waren es Künstler wie Michelangelo, Caravaggio oder Bernini deren Werke diese Personen unsterblich machten. In der Neuzeit übernahmen Künstler wie Sophia Loren oder Alberto Sordi, der Astronaut Umberto Guidoni oder Sportler wie Francesco Totti die Rollen bekannter Persönlichkeiten ein.