Aktuell leidet Italien an einer langanhaltenden Trockenperiode und Dürre, die vor allem die Landwirte zu schaffen macht.

Zudem fiel in einigen Teilen Italien schon seit etwa einem Jahr kein Regen. Dementsprechend trocken sind die Böden. Kein Wunder also, weshalb sich nun immer mehr Waldbrände bilden und die Wasserpegel auf dem Tiefstand sind.

Arbeit auf dem Reisfeld bei Dürre
Arbeit auf dem Reisfeld bei Dürre

03.07.2022: Dürre verursacht Eislawine

In Italien liegen die Temperaturen weiterhin zwischen 30 und 42 Grad. Etliche Einheimische und auch Touristen, insbesondere ältere Personen, sind bereits durch die Hitze an Herz-Kreislaufproblemen gestorben. Die Flüsse trocknen weiter aus. Heute brach zudem ein riesiger Eisbrocken auf dem Berg Marmolata ab und riss etliche Menschen mit sich. 

25.06.2022: Dürre hält in Italien an

Die Dürre hält in Italien trotz einiger starker Regenfälle im Norden an. Das Trinkwasser wird in Mailand auf ein Minimum reduziert. Die Trinkbrunnen werden weiterhin geöffnet bleiben.

Durch die Trockenheit besteht eine große Gefahr von Ernteausfällen. Insbesondere die Reisfelder, die viel Wasser benötigen, drohen zu vertrocknen. Um Ernteausfällen entgegenzuwirken, wird im Vercellese aus den umliegenden Seen Wasser in die Felder gepumpt. Auch der Gardasee wird als Wasserreservoir für Felder genutzt.

Insgesamt sieht man aktuell in Italien viele Flüsse mit sehr wenig Wasser und oft ausgetrocknete Stellen. Der Fluss Sesia führt kaum noch Wasser, der Po hat seinen Tiefstand erreicht. Er führt bereits mit mehr als 30 km Salzwasser, das vom Meer her in entgegengesetzter Richtung wie normal einströmt. Fischer machen sich Sorgen, dass es Süsswasserfische bald nicht mehr geben wird.

Auf Sizilien ist es ähnlich. Auch hier herrscht eine enorme Dürre. Ganze Landschaften vertrocknen, Flüsse versiegen. Sizilien droht die Desertifikation wie der staatliche Fernsehsender RAI berichtet.

27.03.2022: Viele Trinkwasserbrunnen sind trocken gelegt

Der größte Fluss Italiens, der Po, wies vor 5 Jahren bereits einen Wasserpegel von 3 m weniger als normal auf. Viele seiner Zuflüsse sind bereits ausgetrocknet oder versiegen.

Aufgrund der Wasserknappheit mussten 2017 zudem bereits rund 2.000 Wasserfontänen, die in Italien zahlreich vorhanden sind, trocken gelegt werden. Auch öffentliche Trinkwasserbrunnen wurden teilweise trocken gelegt, um Wasser einzusparen, was zu heftigen Diskussionen im Land führte, da Obdachlose und auch Touristen sowie Tiere von den Quellen oftmals trinken und abhängig sind.

Nur 65 mm Regen in der Lombardei

In der Lombardei fielen im Winter 2022 nur 65 Millimeter Regen. Dies entspricht 82 % weniger als im Jahr 2021. Seit dem 15. Februar hat es in Mailand nicht mehr geregnet.

Durch die massive Trockenheit tauchen nun vermehrt Fahrzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg am Po in Mantua auf. Selbst die Fähre Leonardos am Fluss Adda verkehrt nicht mehr. Die Landwirtschaft ist in einer Krise, zumal diese noch durch Brände von Lecco bis Varese verschärft wird.

Dürrewarnungen gibt es bereits in der gesamten Lombardei. Die landwirtschaftliche Produktion ist zum Teil massiv eingeschränkt, die Brandgefahr erhöht sich stetig und die regionalen Wasserreserven werden knapper.

Im Gegensatz zum ersten Quartal des vergangenen Jahres, also 2022 zu 2021, fehlen laut Angaben der regionalen Umweltschutzbehörde Arpa drei Milliarden Kubikmeter Wasser, also 57 Prozent weniger als die verfügbaren Ressourcen. Allein im Winter 2022 sind nur 65 mm Regen gefallen. Das sind 82 % weniger als im Jahr 2021.

Am Meteorologischen Observatorium Milano Duomo bezeichnet man die anhaltende Trockenheit als ein echtes und ernstes Phänomen. Es hat in Mailand schon seit dem 15. Februar nicht mehr geregnet, also seit 39 Tagen und die Dürre hält an. Es ist kein Regen in Aussicht. Die letzten starken Regenfälle konnten in der zweiten Novemberhälfte registriert werden.

Kriegsfahrzeuge und römische Brücken tauchen auf

Der Comer See ist 31 cm unter dem normalen Wasserspiegel. Er befindet sich nahe an seinem historischen Tiefstand. Im Bereich des Tempio Voltiano und der Gärten am Seeufer befindet sich nun ein Strand, der eigentlich vom Wasser verdeckt sein müsste.

Der große Leidtragende der Dürre ist jedoch der größte Fluss Italiens, der Po. Die Nebenflüsse, wie der Ticino, sind stellenweise bereits fast ausgetrocknet.

In Lecco ist die Insel Viscontea am Eingang der Stadt nun fast zu Fuß erreichbar. Der Staudamm von Olginate weist ein trauriges Bild der erodierten Ufer auf: Die Uferböschungen sind teilweise eingestürzt. Aus der tiefliegenden und zum Teil ausgetrockneten Adda ragen Fundamente einer römischen Brücke und zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg hervor.

In den letzten Tagen haben die Untiefen im Po-Abschnitt zwischen Pomponesco (Mantua) und Gualtieri (Reggio Emilia) sogar ein 1945 von den Nazis versenktes Boot und in Sermide ein Kettenfahrzeug der deutschen Truppen ans Tageslicht gebracht.