Piemont

Im Roero-Gebiet Coypright: italien-sehenswertes.de

Piemont ist die zweitgrößte Region Italiens. Übersetzt bedeutet der Name „AM FUSS DER BERGE“ und sie ist damit landschaftlich wunderschön gelegen. Auf einer Gesamtfläche von 25.399 Quadratkilometer haben sich mehr als 4,4 Millionen Einwohner eine Heimat geschaffen. Reis wird vornehmlich im Vercellese angebaut.

Am Lago Maggiore Copyright italien-sehenswertes.de

Gliederung

Der Norden grenzt an die Schweiz und der Westen an Frankreich. Im Süden ist dann Ligurien gelegen und im Südosten die Emilia-Romagna. Der Norden und der Nordwesten werden von der Lombardei und dem Aostatal abgegrenzt.

Lago Maggiore Copyright italien-sehenswertes.de

Die gesamte Region ist in drei naturgeografische Abschnitte geteilt. Die okzitanischen Täler, das Valle di Susa und der Lago Maggiore.

Mit 4.618 Metern wird der Monte Rosa als der höchste Berg der Region bezeichnet. Die meisten Menschen leben in den größten Städten von Piemont.

Monte Rosa Copyright italien-sehenswertes.de

Provinzen

Das Piemont ist in 8 Provinzen unterteilt, die nachfolgend aufgeführt sind. Jede der Provinz wird mit Informationen und Sehenswürdigkeiten nochmal separat behandelt, da sonst hier der Rahmen gesprengt werden würde.

♦ Provinz Alessandria
♦ Provinz Asti
Provinz Biella
♦ Provinz Cuneo
♦ Provinz Novara
♦ Provinz Turin
♦ Provinz Verbano-Cusio-Ossola
♦ Provinz Vercelli

 

Sprache

Walserdeutsch, Copyright italien-sehenswertes.de

Die Verwaltungssprache ist, wie in vielen anderen Regionen auch, Italienisch. Doch einige Gegenden beherrschen noch das Piemtontesisch und das Okzitan sowie Franko-Provenzalisch. Teilweise wird hier auch Französisch gesprochen und gilt dann dort auch als die Amtssprache.

Geschichte

Weinanbau im Piemont

Weinanbau im Piemont, Copyright italien-sehenswertes.de

Die Geschichte von Piemont hat ihren Ursprung durch den römischen Rückzug. Da hier besonders fruchtbarer Boden vorlag, siedelten sich die ersten Völker an. 1792 fand der erste Koalitionskrieg mit Frankreich statt. Durch Napoléon musste der damalige König abtreten. Piemont musste vorerst aufgegeben werden. 1800 wurde Italien wieder zurück erobert und der sardinische König wurde erneut niedergeschlagen.

Haus in San Gottardo, Copyright italien-sehenswertes.de

1815 wurde durch den Wiener Kongress die Ordnung des Landes wieder hergestellt. Die Österreicher wurden durch Aufstände zurückgedrängt und 1861 wurde Piemont als Verwaltungseinheit vernichtet.

Murmeltier im Valle Maira

Murmeltier im Valle Maira, Copyright italien-sehenswertes.de

Wirtschaftliche Probleme machten sich bemerkbar und 1946 wurde eine Dezentralisierung umgesetzt.

Erst Mitte der 70er Jahre wurde Piemont wieder als Region erwähnt und es herrschten immer wieder Spannungen im sozialen und politischen Wesen.

Versteckte Kirche im höhergelegenden Waldgebiet, Copyright italien-sehenswertes.de

Wirtschaft und Tourismus

Reisanbau im Piemont

Reisanbau Nahe Granozzo con Monticello, Copyright italien-sehenswertes.de

Piemont ist mittlerweile eines der reichsten italienischen Gegenden. Die Kaufkraft liegt bei über 110 Prozent. Mit einer sehr niedrigen Arbeitslosenzahl haben sich besonders die Unternehmen in dieser Region niedergelassen. Automobilhersteller wie Lancia oder FIAT aber auch FERRERO und OLIVETTI sind bedeutende Produzenten. Die Landwirtschaft ist die treibende Kraft und es werden Reis, Obst und Gemüse angebaut.

Gran Paradiso, Copyright italien-sehenswertes.de

Die Trüffelernte im Oktober oder sehr ausgedehnte Wanderwege locken immer mehr Besucher in diese Region ebenso wie die Wintersportbegeisterten.

Kulturell hingegen hat Piemont eine Menge zu bieten.

Brücke in Piedicavallo, Copyright italien-sehenswertes.de

Brücke in Piedicavallo, Copyright italien-sehenswertes.de

Berühmte barocke Bauten und heilige Berge sowie Burgen können bestaunt werden, und dies sogar in den kleinsten Gemeinden, wie beispielsweise in Granozzo con Monticello. Hinter jeder Ecke kann sich ein kleiner kultureller Schatz verbergen, den man nicht erwartet hat.

Sehenswürdigkeiten

Turin

  • Ägyptisches Museum
  • Palazzo Madama (Stadtpalast)
  • Mole Antonelliana (Wahrzeichen der Stadt)
  • Königlicher Palast
  • Palazzo Carignano
  • Turiner Dom
  • Galleria Sabauda (Gemäldegalerie)
  • Porta Palatina (Stadttor)
  • San Lorenzo (Kirche)
  • Borgo Medievale Torino
  • Castello del Valentino (Schloss)

    Sacro Monte di Graglia (Biella), Copyright: italien-sehenswertes.de

Ortasee und Lago Maggiore

  • Sacro Monte d’Orta (Ortasee)
  • Isola Bella (eine der 5 Borrmäische Inseln im Lago Maggiore)
  • Isola Madre (eine der 5 Borrmäische Inseln im Lago Maggiore)
  • Isola San Giulio (Insel im Ortasee)
  • Isola dei Pescatori (eine der 5 Borrmäische Inseln im Lago Maggiore)

    Santuario di Oropa, Copyright: italien-sehenswertes.de

Sonstige

  • Palast von Venaria Reale
  • Superga (Basilica della Natività di Maria Vergine)
  • Schloss Stupinigi in Nichelino
  • Sacra di San Michele (Susatal)
  • Santa Caterina del Sasso in Leggiuno
  • Castello di Rivoli in Rivoli (Schloss)

    Schwarze Madonna von Oropa, Copyright: italien-sehenswertes.de

  • Castello di Racconigi in Racconigi (Schloss)
  • Sacro Monte di Oropa (Wallfahrtsstätte)
  • Sacro Monte di Varallo (Wallfahrtskirche)
  • Safaripark Pombia in Pombia

Berge und Landschaften

  • Colle di Tenda (Alpenmassiv)
  • Monte Rosa (Alpenmassiv)
  • Cascata del Toce in Formazza (einer der höchsten Wasserfälle des Piemont)
  • Nationalpark Gran Paradiso
  • Nationalpark Val Grande
  • La Mandria Regional Park
  • Monte Viso

Reisanbau im Piemont

Reisanbau im Piemont, Copyright: italien-sehenswertes.de

Der Reisanbau ist im Piemont stark vertreten. Vor allem in der Provinz Vercelli und zum Teil Novara stellt dieser die Hauptagrarwirtschaftsform dar. Wer durch die Provinzen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten fährt, kann die einzelnen Wachstumsperioden der Reispflanze mitverfolgen. Sie beginnt im Frühjahr mit dem Stecken der Pflanzen und der Wasserflutung. Die Pflanzen werden heute größtenteils mit Maschinen gesetzt und durch angelegte kleine Wasserkanäle geflutet. Darin entwickelt sich dann ein eigenes Ökosystem mit Insekten, Fröschen und Reispflanzen.

Die Frösche werden heute noch vielerorts gefangen und zu Froschrisotto verarbeitet. Allerdings geht der Bestand zurück, da viele Bauern wegen der horrenden Wasserrechnungen (jeder Bauer erhält eine Rechnung über den Kanal-Wasserverbrauch)  versuchen, nicht zu viel Wasser zu verwenden. Die Reispflanzen werden geflutet, dann aber vielerorts wieder trocken gelegt. Wenn diese herangewachsen sind, werden sie mit Mähtraktoren geerntet.

Reis direkt kaufen in der Cascina

Reis kann man direkt in einer Cascina kaufen. In der Provinz Vercelli existieren zahllose Höfe, die Reis selbst anbauen und zum Verkauf anbieten. Zumeist sieht man ein Verkauf daran, dass am Straßenrand ein Schild aufgestellt ist mit den Worten „Vendita Riso“. Häufig werden viele unterschiedliche Reistypen angeboten. Der bekannteste ist der Risotto-Reis. Aber auch der Arborio-Reis wird häufig angebaut. Die Preise variieren je Kilo. Durchschnittlich liegt der Preis für ein Kilo Reis direkt vom Hersteller je nach Sorte bei etwa 1,50 bis 3 Euro.

Azienda Ballasina – mein Favorit

Empfehlen kann ich persönlich die Azienda agricola Ballasina Angelo in Granozzo con Monticello (sehr freundlicher und zuvorkommender Besitzer). Angelo verkauft neben den bekannten Reissorten auch selten angebaute Arten swie zahlreiche Reisprodukte, wie Reiswaffeln, Kekse und vieles mehr. Wer Reis direkt von ihm kaufen möchte, aber nicht nach Italien fahren kann, kann auch über seine Webseite bestellen bzw. ihm eine kurze Mail schreiben. Wer vor Ort ist, der sollte unbedingt seinen kleinen Hofladen besuchen. Für seine Gäste zaubert Angelo dann auch schon mal ein traditionelles reisgericht mit Slow Food Charakter. Ihn hierfür einfach ansprechen. Er ist ein grandioser Koch, auch wenn er es nicht zugibt.

Cascina Acquerello

Die Cascina Riso Acquerello in Tenuta Colombara 2, Livorno Ferraris (VC) kann ich ebenso empfehlen. Der Eigentümer, eine Familie, ist sehr freundlich und zeigt bei Interesse auch den gesamten Hof.

Mein Tipp: Fragen Sie nach dem Museum der Cascina Acquerello. Sie erhalten dort Einblicke in das frühere Leben der Cascina. Dieses Museum bringt Sie in alte Zeiten zurück, denn Sie werden eine alte Schule, die am Hof stattfand, das Lehrerzimmer, die kleine Wohnung der Lehrerin mit unzähligen Fotos und Gegenständen sowie eine alte Werkstatt mit alten Geräten und Maschinen vorfinden.

Cascina Acquerello, Innenhof

Altes Fahrrad für den Reisanbau

Zimmer einer Mondine

Zimmer der Lehrerin

Früherer Unterrichtsraum

Alte Werkstatt

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