Überschwemmung des Po 2019 führte auch zu Überflutungen im Novarese

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Italien immer wieder von Überschwemmungen (alluvioni) und disaströsen Ereignissen heimgesucht, die in Verbindungen mit gravierenden Überflutungen stehen. Nicht immer gab es Todesopfer zu beklagen, wenn beispielsweise der Po über seine Ufer trat. Manchmal richtete er auf Feldern und in den Gehöften Schäden an, die für die dortlebenden Menschen zwar gravierend waren, aber auf der anderen Seite er ein fruchtbares Schwemmland hinterließ, was insbesondere den Reisanbau im Piemont förderte. Auch in anderen Gebieten Italiens kam es zu Überschwemmungen. Insbesondere sei hier der Süden mit Kalabrien, Kampanien und Sizilien genannt, der des Öfteren von Katastrophen heimgesucht wurde. Genua in Ligurien und das Veneto blieben ebenso nicht verschont. Das schlimmste Unglück Italiens dieser Art ereignete sich jedoch 1963, als eine Lawine aus Felsbrocken in den aufgestauten See des Vajont fiel, das Wasser über den Staudamm schwappte und damit in Sekundenschnelle über 2.000 Menschenleben auslöschte.

21. November 2019 – Überflutung des Po

Ab dem 21. November 2019 traten durch langanhaltende Regenfälle im Piemont und Ligurien massive Überschwemungen auf, die durch den Übertritt des Po aus seinem Becken und der Nebenflüsse verursacht wurden. Dabei wurden insgesamt 3 Menschen getötet. Ein Viadukt zwischen Torino und Savona stürzt auf dem ersten Abschnitt der A6 ein. Durch viele Erdrutsche sind etliche Ortschaften in der Provinz Alessandria abgeschnitten. Insgesamt richteten die Überschwemmungen in Norditalien große Schäden an.

5. Mai 1998 – Lahar um Sarno und Quindici

Die Überschwemung, die sich als Lahar in Kampanien zeigte, brachte insgesamt 160 Tote. Betroffen waren die Ortschaften Sarno (SA), Quindici (AV), Siano (SA), Felice a Cancello (CE) und Bracigliano (SA). Am 05. Mai 1998 nahm das Unheil seinen Lauf, als sich durch massive Regenstürze das Sediment, das vornehmlich um den Vesuv aus pyroklastischen Strömen und Kalkstein besteht, lockerte und den Hang als Geröll- und Schlammflut herabrutschte. Im Normalfall sind beide Schichten, also Kalkstein und die darüberliegenden Schichten der pyroklastischen Ströme durch die umgebende Vegetation und auch durch den Terrassenbau miteinander fest verbunden. Allerdings haben wiederholte Brände in den künstlich geschaffenen Terrassen dazu geführt, dass beide Schichten sich lockerten und durch die massiven Regenfälle von 240 bis 300 mm in 72 Stunden abgingen. Der erste Erdrutsch erfolgte gegen 15 Uhr am 05. Mai und begrub die ersten Anwohner. Danach folgten weitere Abgänge. Der verheerende Lahar folgte jedoch erst um 23:31 Uhr in der Nacht zum 06. Mai, als er mitunter ein gesamtes Krankenhaus unter sich begrub.

5. November 1994 – Überschwemmung im Piemont

Am 5. und 6. November 1994 kam es in den Provinzen Asti, Turin, Cuneo und Alessandria zu einer katastrophalen Überschwemmung der Flüsse Tanaro, Po und einigen Nebenflüssen, insbesondere durch den Belbo. Die Überschwemmung hinterließ 70 Tote und 2.226 Geflüchtete. Nachdem es drei Tage lang über 600 mm in 48 Stunden gegossen hatte, formierte sich der Tanaro zu einem reißenden Strom, der nun in Ormea eine Flutwelle bildete, die Richtung Tal seinen Lauf nahm. Auf dem Weg verwüstete die Flutwelle alle am Fluß liegenden Ortschaften, insbesondere Asti, Alba und Ceva, bis sie am 7. November auf den Po traf. Zu gleicher Zeit schwoll der Belbo an und verwüstete ebenso alles auf seinem Weg bis zum Po. Als beide Wellen auf den Po trafen, überschwemmte dieser und hinterließ erhebliche Schäden. Auch die Nebenflüsse Dorea Baltea und Orco schwollen massiv an und traten über ihre Ufer. Durch die Überflutung des Po stürzte die Brücke auf Höhe Chivasso ein, das Kernkraftwerk Enrico Fermi stand unter Wasser und 2.226 Personen verloren ihr Hab und Gut.

18. Juli 1987 – Katastrophe von Valtellina

Die Überschwemmung von Valtellina besteht vielmehr aus einer Serie von Naturkatastrophen, die zwischen dem 18. und 28. Juli 1987 in der Provinz Sondrio, insbesondere in Valdisotto und Tartano, ihren Lauf nahmen. Es starben durch Erdrutsche, Schlammlawinen und Überflutungen insgesamt 53 Personen. Die Ereignisse, die durch Wolkenbrüche hervorgerufen wurden, hinterließen Schäden von 4.000 Milliarden Lire, was heute in etwa 2 Milliarden Euro entspricht.

19. Juli 1985 – Dammbruch von Val di Stava

Das Desaster von Val di Stava gehört zu den größten Tragödien in Italien. Bei diesem Unglück starben 268 Personen.  Am 19. Juli 1985 ereignete sich in Italien, in der Region Trento, im Val di Stava ein bestialisches Unglück, was noch heute unvergessen ist. Über den Kopfen der Einwohner von Stava in der Gemeinde Tesero befanden sich zwei Staudämme, die jedoch in erster Linie als Auffangbecken für das angrenzende Bergwerk galten. 1961 wurde das erste Becken mit einer Dammhöhe von 9 m errichtet, was schnell durch das ständige Zuführen des Abfallmaterials der Mine zu klein wurde. Es wurde auf 25 m aufgestockt. Man errichte deshalb 50 m tiefer ein zweites Becken 1969. Auch dieses wurde schnell randvoll gefüllt. Genau um 12:22:55 Uhr ereignete sich das Unglück. Das obere Becken brach und alles Schlamm, Sand, Wasser und Schlick stürzte in das darunterliegende Becken, was durch die Gewalt der herabstürzenden Schlamm- und Wassermassen ebenso brach. In einem Augenblick ergoss sich die gesamte Masse mit einer Geschwindigkeit von 90 km pro Stunde ins Tal hinab und fegte alles weg, was ihm im Weg war. Es wurden so drei Hotels, 53 Häuser, 6 Lagerhäuser und 8 Brücken  zerstört. Die Schammlawine rollte mit 180.000 Kubikmetern Wasser und Schlamm sowie 50.000 Kubikmetern Geröll, Bäumen und alles, was mitgerissen wurde, 4,3 km bis zum Fluss Avisio. Es haben nur wenige Personen dieses Unglück überlebt.

7. Oktober 1970 – Überschwemmung in Genua

Die Überschwemmung in Genua am 7. Oktober 1970 kostete 35 Menschen das Leben, 8 Personen gelten seither als vermisst und rund 2.000 mussten flüchten. Starke Regenfällte von 948 mm Regen in 24 Stunden brachte die Bäche Bisagno, Leira, Polcevera, Fereggiano, Sturla, Chiaravagna und Cantarena zum Überlaufen. Die Stadtteile Marassi, Foce, Brignole, Sestri Ponente, Voltri, San Fruttuoso und Molassana waren am stärksten von der Überschwemmung betroffen. Auch in den umliegenden Provinzen kam es zu Überflutungen. Am meisten betroffen war Masone. Am 4. November 2011 und am 9. Oktober 2014 kam es zu ähnlichen Überschwemmungen in Genua, wobei 2014 schlimmer als 1970 war.

2. November 1968 – Überschwemmung Vallestrona

Der disaströsen Überschwemmung in Italien gingen gewaltige Luftströmungen am 01. November voraus, die dafür sorgten, dass das südliche und später das nördliche Piemont durch heftigste Regenfälle überflutet wurde. Unter Wasser standen nicht nur Asti, Alba und Monferrato, sondern damit auch Großunternehmen, wie Ferrero in Alba, Cinzano di Santo Stefano Belbo, Gancia di Canelli und weitere. Am späten Morgen des 2. November verdunkelte sich der Himmel über das Biellese und es goss erbitterlich. Die Regenschauer wurden schlimmer, wodurch sich erste Erdrutsche ergaben. Bäche liefen über.  Zwei Arbeiter im Vallemosso wurden durch abgehende Erdrutsche gegen 14 Uhr nach Schichtende mitgerissen, wodurch einer sich auf wundersamer Weise an einem Baum festklammernd sich retten konnte, der andere hingegen wurde stromabwärts geschoben und unter den Schlammmassen begraben. Am frühen Nachmittag fiel das Stromnetz im Biellese aus. Es bildete sich eine erste Flutwelle, die sich in Richtung Salussola ausbreitete und etliche Menschen mit sich riss. Zur gleichen Zeit entwickelte sich ein starkes Unwetter über dem Biellese, was zu weiteren Erdrutschen führte, die schließlich die reißenden Bäche blockierten. Trotz starker Regenfälle sank der Pegel des Wasser im Strona. Was keiner zu dieser Zeit wusste, war, dass stromaufwärts Erdrutsche den Weiterfluss verhinderten. Dieser staute sich flussaufwärts an. Zu gleicher Zeit stieg der Pegel in den aufgestauten kleineren Staudämmen zwischen Veglio und Mosso an und führte dazu, dass sie brachen. Eine Flutwelle raste ins Tal mit Schlick, Schlamm, Bäumen und Geröll hinab, stieß auf den Strona und befreite diesen von seiner Blockade. Gewaltige Wassermassen rollte nun durch das Tal, verursachten weitere Erdrutsche und ließen die kleinen Nebenflüsse Rio Frieri, Rio Caramezzana und Rio Poala zu tobenden Flüssen werden. Häuser, Bäume, Fabriken und Brücken wurden mitgerissen. Biella, Romanina und viele andere Siedlungen werden von einer Schlamm- und Wasserwelle erfasst und überflutet. Von den Panoramica Zegna lösen sich hunderte Erdrutsche, die weitere gravierende Schäden anrichten. Das östliche Biellese bleibt für Tage isoliert. Ein junges Paar, welches auf den Heimweg war und eine Brücke über den Strona überquerte, wurde von der herannahmenden Flutwelle erfasst. Eine Person wurde im Schlamm in der Nähe von Cossato stromabwärts gefunden. Die andere Person fand man am Folgetag im Auto durch Schlamm im Mund erstickt. So ereigneten sich viele tragische Schicksale im Biellese, was auch zu einer Zerstörung der an den Flüssen existierenden Textilfabriken führte.

4. November 1966 – Überflutung Florenz

Die Überschwemmung von Florenz am 4. November 1966 war eines der schwersten Tragödien der Stadt. Wegen anhaltender Regenfälle durch eine nicht endende Schlechtwetterfont stieg der Arno über seine Ufer und verwüstete das historische Zentrum von Florenz, weitere Stadtteile, wie Rovezzano, Peretola, Quaracchi und Brozzi, Pisa und große Teile der Toskana. Weiter südlich stand Grosseto komplett unter Wasser. Das Hochwasser richtete in Italien immense Schäden an. Die Uffizien und die Nationalbibliothek in Florenz (Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze) standen neben zahlreichen weiteren historische Sehenswürdigkeiten unter Wasser. Kunstgemälde, Manuskripte, Bücher und Skulpturen versanken in den Wassermassen. Viele Freiwillige, unter anderem auch Don Lorenzo Milani, halfen bei den Aufräumarbeiten und bei der Rettung von kunsthistorischen Schätzen. Insgesamt starben bei dieser Überschwemmung in Italien 35 Personen.

9. Oktober 1963 – Desaster von Vajont

Das Unglück von Vajont am 9. Oktober 1963 stellt bisher die schlimmste Überschwemmung in Italien dar. Die Katastrophe, bei der rund 2.000 Personen starben, ereignete sich um 22:39 Uhr, als ein Bergsturz vom Monte Toc mit einer Masse von 270 Millionen Kubikmeter Stein in den aufgestauten Stausee Vajont bei Erto und Casso erfolgte. Die Staumauer, die ihre Zustimmung zum Bau am 17. Juli 1957 vom entsprechenden Ministerium erhielt, war zu diesem Zeitpunkt 261,60 m hoch und konnte einem Stauinhalt von 152 Millionen Kubikmetern Wasser standhalten. Als die Geröllmasse von 270 Millionen Kubikmetern in den See rutschte, füllte sie diesen komplett aus. Das Wasser wurde verdrängt und schwappte an den Seiten über die Staumauer und ergoss sich mit einer unvorstellbaren Wucht und Gewalt ins Tal. Die Bewohner, die sich dort aufhielten – und es waren fast alle, da es bereits 22:39 Uhr war – hatten praktisch keine Chance zu entkommen. Der Bergrutsch soll wegen der Aufwärmung des Tons auf rund 36 Grad Celsius und der gleichzeitigen Abgabe des eingespeicherten Wassers initiiert worden sein. Die Firma SADE (Società Adriatica di Elettricità), die das Staumauer-Projekt betrieb, soll bereits vor dem Unglück über die Problematik Bescheid gewusst haben. Schon vor dem Unglück kam es zeitweise zu Bergrutschen in der Gegend. Bekannt sind Abgänge aus den Jahren 1347, 1737, 1814 und 1868. Direkt in der Nähe des Vajont kam es im Jahr 1960 bereits zu einem Bergrutsch in Pontesei. Die Universität Padua prognostizierte für den Stausee des Vajont, dass ein gewaltiger, aber langsam von statten gehender Bergabrutsch in den Stausee hinein, kaum gravierende Auswirkung haben würde. Dies war ein fataler Fehler. Untersuchungen zufolge, die im Zuge vorheriger Abgänge und des merkwürdigen langsamen Abrutschens des Hanges von anfänglich noch wenigen Millimetern in Auftrag gegeben wurden, brachten hervor, dass sich im Inneren des Hangs Reste eines Bergsturzes aus paläolithischer Zeit befinden. Diese Ergebnisse versendete die SADE nicht an die entsprechenden Behörden, sondern setzte damals den Bau ungehindert fort. Die Anwohner beklagten kurz vor dem Unglück bei einem Aufstauen seltsame Knackgeräusche im Berg. Einige wollten sogar ein Zittern der Erde verspürt haben. Bis zum Tag des Unglücks rutschte der Berghang täglich immer schneller und tiefer. Anfänglich waren es nur wenige Millimeter. Es war vielmehr ein Kriechen. Am Tag des Unglücks waren es etwa 10 cm. Entgegen vieler Experten kroch der Hang nicht in den See, sondern schoss innerhalb weniger Sekunden mit gewaltiger Wucht in den Stausee und ließ eine 20 m hohe Flutwelle entstehen, die die Ortschaften Erto, Longarone, Codissago, Castellavazzo und Casso den Boden gleich machte. Insgesamt starben rund 2.000 Personen, 1.300 wurden nicht gefunden.

21. Juni 1957 – Überflutung der Isola di Ariano

Nur sechs Jahre nach dem Überflutungsdrama von Polesine schien sich das gleiche Unglück noch einmal zu wiederholen. Dieses Mal am stärksten betroffen, war das Gebiet der Isola di Ariano im Veneto. Rund 30.000 Personen mussten es verlassen, um nicht in der Flutwelle des Po zu ertrinken. Bereits in den Wochen zuvor hatte es massiv geregnet, was zu einem Anschwellen des Flusses Po führte. Insbesondere hatte das Val di Susa durch die Regenfälle mit etlichen Erdrutschen und Überschwemungen zu kämpfen, wodurch drei Personen starben und viele Schäden verursacht wurden. Eine Flutwelle bildete sich und steuerte auf das Po-Delta zu, wo sie auf die Isola di Ariano traf. Der Deich brach am 21. Juni morgens bei Cà Vendramin, wodurch die gesamte Region überschwemmt wurde. Etwa 30.000 Personen mussten fliehen.

25. Oktober 1954 – Flut in Salerno

Die Überfllutung von Salerno gehört zu den größeren Überschwemmungen in Italien. Sie zog sich beginnend vom 25. Oktober 1954 auf den 26. Oktober und verwüstete Dörfer und ganze Landstriche. Durch heftigste Regenfälle ausgelöst, schwollen die kleinen Bäche Bonea und Cavaiola an und rissen Geröll, Steine, Felsen, Bäume, Häuser und Brücken mit. Das Dorf Molina wurde samt der Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke) von einem Erdrutsch weggerissen. Weitere Erdrutsche folgten. Die reißenden Bäche transportierten Sand, Schutt und alles, was sie weggespült hatten ins Meer. Dadurch formierte sich der heutige Strand in Vietri (spieggia di Vietri). Insgesamt wurden bei dieser Überschwemmung 318 Personen getötet, 250 verletzt und 5.500 obdachlos. Die Schäden wurden auf über 45 Milliarden Lire geschätzt.

14. November 1951 – Überschwemmung Polesine

Die Überschwemmng von Polesine 1951 gehört zu den gewaltigsten Überschwemmungen in Italien. Bei diesem Ereignis wurden 52 Prozent des gesamten Gebietes zwischen Etsch und Po überflutet, insgesamt rund 100.000 Hektar. Es starben etwa 100 Personen, 89 dabon bei dem sogenannten camion della morte, bei dem ein Lastwagen voll mit Flüchtlingen durch eine Flutwelle erfasst wurde. Allerdings haben jüngste Forschungen ergeben, dass wohl nicht alle der 89 Todesopfer mit dem Lastwagen in Verbindung standen. 180.000 bis 190.000 Personen wurden obdachlos und etwa 6.000 Rinder gingen verloren. Wie viele Nutztiere insgesamt getötet wurden, konnte nicht ermittelt werden. Zwischen 1951 und 1961 verließen die Polesine 80.183 Einwohner, was rund 22 Prozent ausmachte. Ab 2001 verließen weitere 110.000 Einwohner das Gebiet, sodass eine Abwanderung von 50 Prozent aus dem Gebiet seit 1951 verzeichnet werden kann. Zwei Wochen vor der Überschwemmung 1951 traten massive Regenfälle auf. Dies führte dazu, dass der Po und seine Nebenflüsse anschwollen und sich eine Flutwellen gigantischen Ausmaßes bildete. Es sei zu bemerken, dass die räumlichen und zeitlichen Abfolgen der heftigen Regenschauer zu dem seltenen Umstand führten, dass die Flutwellen der Nebenflüsse mit der Flutwelle des Po zu gleicher Zeit aufeinandertrafen, was wiederum eine gigantische Welle verursachte. Diese traf auf die Provinz Mantua (Montova), wo sie dank der Deich-Vorbereitungen kaum Schäden verursachte. Danach lief sie weiter in die Provinzen Ferrara Sud und Rovigo Nord, wo sie ein Desaster hinterließ. Am 14. November durchbrachen die Wassermassen das Hauptuferbett des Po in Vallone di Paviole in der Gemeinde Canaro, um 20 Uhr in Occhiobello und 20:15 Uhr in Malcantone. Dadurch wurden rund 52 Prozent der gesamten Polesine überflutet.

14. Oktober 1951 – Überflutung in Kalabrien

In nur wenigen Tagen massiver Regenfälle von 1770 mm wurden in Kalabrien 30 % der Fläche, etwa 4.600 qm, überflutet. Das Ereignis sitzt heute noch fest verankert in den Köpfen der Anwohner, brachte es doch 4.500 Obdachlose, 1.700 eingestürzte oder unbewohnbar beschädigte Häuser und insgesamt mit Sardinien 70 Tote. Durch zahlreiche Erdrutsche und Überschwemmungen wurde die Eisenbahnlinie zwischen Soverato und Reggio Calabria an 22 Stellen unterbrochen. Auch auf der Küstenstraße Superstrada 106 gab es zahlreiche Schäden. Insgesamt waren in Kalabrien (Calabria) 34 Gemeinden von dem Hochwasser betroffen. Insbesondere wurde das Gebiet Aspromonte schwer getroffen. Hier erlitten die Täler Aposcipo-Verde, Bonamico, Ammendolea und Careri enorme Schäden. In der Gemeinde San Luca wurde die gesamte Landschaft durch Erdrutsche und den starken Regenfällen verändert. In dieser Gemeinde arbeiteten früher hauptsächlich Immigranten aus anderen Regionen Italiens, wie aus dem Piemont, Venetien oder der Emilia-Romagna, oder auch aus Jugoslawien. Sie waren vornehmlich in der Holzindustrie tätig als Holzfäller, im Sägewerk, als Viehhüter und in anderen Sparten. Abends saßen sie zumeist zusammen und sangen Lieder aus ihrer Heimat. Als das Unwetter kam, mussten alle fliehen. Alvaro als Ort existiert nicht mehr. Es wurde dem durch das Ereignis ausgelöscht.

4. September 1948 – Flut im südlichen Piemont

Am Samstag, den 4. September 1948, wurden die Gebiete der Provinzen Asti und Alba, Monferrato und der Langhe von Überschwemmungen heimgesucht. Der Fluss Tanaro und die Bäche Borbore, Tinella, Belbo, Cherasca, Triversa und Talloria schwollen an, überstiegen ihre Ufer und brachten 16 Menschen den Tod. Durch weitere massive Regenfälle zwischen dem 12. und 14. September wurden die Überschwemmungen weiter ausgedehnt und heftiger. Daraufhin stieg die Todeszahl auf 49 Personen und 400 Geflüchteten.

13. August 1935 – Dammbruch bei Molare

Das Desaster von Molare oder auch Katastrophe von Ortiglieto genannt, wurde bekannt durch seinen Dammbruch des künstlich angestauten Sees in der Provinz Alessandria. Der See umfasste damals eine Länge von 5 km und eine Breite von 400 m. Durch einen Staumauerbruch ergoss sich der See in die Umgebung von Molare und Rossiglione, was zu 111 Toten führte. Einige der Toten fand man erst Jahre später. Der See, der bereits eine Hauptstaumauer besaß, wurde 1916 mit einer 35 m hohen zweiten Staumauer Bric-Zerbino geschlossen. Der Sommer 1935 war sehr trocken gewesen, weshalb man den See zur Sicherheit nicht entleerte. Allerdings brach bei Morgendämmerung des 13. August plötzlich ein Wolkenbruch herein, was Unmengen an Niederschlag brachte und den See randvoll laufen ließ. Die Hauptstaumauer, die eigentlich bereits porös war und wo Techniker glaubten, sie halte nicht stand, blieb unversehrt und hielt den imensen Wasserdruck aus. Die neu konstruierte Nebenstaumauer brach jedoch. Es  ergoss sich eine 20 m hohe und 2 km breite Flutwelle aus Schamm und Wasser ins Tal.

01.12.1923 – Desaster von Gleno

Das Desaster von Gleno am 01. Dezember 1923 hinterließ offiziell 356 Tote, was jedoch bis heute ungewiss ist. Am besagten Tag um 7:15 Uhr am Morgen brach der neu errichtete Staudamm von Gleno im val di Scalve in den Alpi Orobie, nachdem der Stausee durch starken Regen am 22. Oktober 1923 das erste Mal anschwoll. Zwischen Oktober und November konnte man an der Staumauer Wasserverluste feststellen, was auf die Brüchigkeit hinwies. Am 01. Dezember geschah dann das Unglück – die Staumauer brach. Sechs Millionen Kubikmeter Wasser und Schlamm ergossen sich von 1.500 m Höhe ins Tal Richtung Iseosee (lago d’Iseo). Das erste Dorf war Bueggio, was regelrecht überrollt wurde. Die Wassermassen schoben eine gigenatische Luftverdrängung vor sich, welche schon alle Brücken zum Einsturz brachte, wie die ponte Formello und auch das Santuario della Madonnina di Colere. Auch die nachfolgende Ortschaft Dezzo wurde komplett zerstört. Angolo kam kam wie ein Wunder davon, die nächste Ortschaft Mazzuno hingegen wurde ihrem Friedhof und dem Elektrizitätswerk beraubt. Die Flutwelle raste weiter und traf auf Gorzone, Boario und Corna di Darfo und erreichte etwa 45 Minuten später nach dem Dammbruch den Iseosee. Auf ihrem Weg dorthin tötete sie 356 Menschen.