Vor wenigen Tagen (am 20.12.2025) war ich das erste Mal in Postua, denn mir wurde der kleine beschauliche Ort von nur rund 400 Einwohnern im Winter, wie man mir in Postua erzählte, empfohlen. Postua liegt in der Provinz Vercelli ganz am Ende in einem kleinen Seitental. Es begründet somit den letzten Ort des Tals, wo auch die Straße einige Kilometer danach endet. Lediglich die Fraktion Roncole liegt noch hinter Postua.

Postua besteht aus mehreren Häusergruppen

Das Dorf ist gut zu Fuß begehbar. Am Eingang von Postua, bevor man die Brücke überquert, liegen links ein paar Häuser, die ebenso zu Postua gehören. Der eigentliche Dorfkern liegt hinter der Brücke erhaben auf einem Hügel, der in zwei, drei Kurven bergauf zu erreichen ist. Auf der Piazza befindet sich die Dorfkirche und eine Kreuzung, die den Besucher in alle Richtungen verweist.

Die Krippenstadt erwacht jedes Jahr im Dezember

Postua verwandelt sich in der Weihnachtszeit in eine Oase der Krippenkunst. An mehr als 200 Häusern werden Krippen jedes Jahr im Dezember aufgestellt. Dabei ist jede Krippe anders gestaltet. Diese Kunst brachte Postua auch den Beinamen „Krippenstadt“ ein.

Als ich dort war, war fast jedes Haus mit einer Krippe ausgestattet. Am besten hatte mir die Krippe in einem Bach gefallen, die an einem der Häuser noch vor der Brücke aufgestellt war. Richtung Roncole auf der linken Seite der Straße habe ich eine ausgefallene Krippe gesehen, die eine Meereslandschaft mit Seemännern, Booten, Häusern und eine Krippe in der Krippe der nördlichen europäischen Gefilde darstellte. In Roncole selbst gibt es eine Krippe mit lebensgroßen Figuren in einer Felslandschaft eingebettet.  Neben traditionellen Krippen befindet sich vor der Brücke an der Quelle nahe des Oratoriums San Bernardino eine Krippe, die die Berglandschaft Süditaliens mit den sich am Berghang eingeschmiegten Häusern nachahmt. Sie ähnelt der neapolitanischen Krippenkunst.

Postua ist mit dem Bus 72 von Crevacuore aus zu erreichen. Besser ist es jedoch mit dem eigenen Fahrzeug anzureisen, denn alles zu Fuß abzulaufen, erfordert doch schon etwas Kondition, denn viele Krippen liegen auch außerhalb der Ortschaft in den kleinen Fraktionen. Für die Besichtigung sollte man mindestens eine Stunde, besser zwei Stunden einplanen.