Abruzzen

Die Abruzzen (Abruzzo) sind eine Region in Italien, die von den Nachbarregionen Marken, Latium und Molise umschlossen wird. Dabei ist ein Drittel der Region ein Küstenstreifen entlang der Adria. Die abbruzzische Einwohnerzahl liegt bei etwa 1,3 Millionen.

Die Provinzen der Abruzzen sind:

  • Chieti
  • L´Aquila
  • Pescara
  • Teramo

Geographie

Abbruzzen KarteGezählt wird die Region zu Süditalien, obwohl sie allerdings geographisch gesehen in der Mitte des Landes liegt. Grund dafür ist ein kultureller und wirtschaftlicher Austausch vorrangig mit den südlichen Regionen bis zum 19. Jahrhundert.

Zwei Drittel der abbruzzischen Landesmasse besteht aus Gebirge bis zu 3.000 Meter Höhe. Hier werden mehrere Aspekte der Geographie vereint – Berge, Hügellandschaften und Küstengebiete. Durch diese geographischen Faktoren ist die Region landschaftlich ein Anreiz geworden, der sich unter anderem in zahlreiche Naturparks äußert. Naturschutz wird in Abruzzen sehr großgeschrieben. In ganz Italien sind hier die meisten Naturschutzgebiete und Nationalparks zu finden.

Geschichte

Geschichtlich gesehen hat Abbruzzen viel zu bieten. Ob Höhlen der Prähistorie, Ausgrabungen der römischen und vorrömischen Zeit, Kirchen der Romanik und Renaissance-Städtchen, Burgen, Schlösser, Bergdörfer bis sehr moderne Städte.

In der Eisenzeit waren gemäß dem derzeitigen Kenntnisstand der Wissenschaft die Bevölkerung der Mitteladriatischen Kultur, eine vorrömische Gesellschaft, die Bewohner der Abbruzzen. Im Altertum waren Samniten die Bevölkerungsschicht der Region. Ein Zeitzeuge der vorrömischen Zeit ist die Statue “Guerrieri di Capestrano”.

Die Abruzzen gehörten im Frühmittelalter zum Herzogtum des Spoleto, welches langobardisch war. Unter den Staufern in Sizilien wurde es anschließend von Neapel verwaltet, nachdem es geteilt wurde. So wurde es 1861 zum Königreich Italien hinzugezählt. Klar definierte Grenzen für die Region gab es nicht. Provinz Campobasso wurde ausgegliedert und umgeformt zur Molise-Region.

Kirchen

Es wurden im Laufe der Geschichte eine Vielzahl an Kirchen erbaut, da eine Christianisierung stattfand. Zu den Kirchen zählen unter anderem die Basilika von Collemaggio, die Abteikirche San Clemente a Casauria oder die Basilika San Giovanni in Venere.

Städte

Sehenswerte Städte mit einer unglaublichen Geschichte sind unter anderem L´Aquila, Sulmona, Teramo, Chieti, Castelli oder Guardiagrele. Als Gemeinden ist Penne, Salle, Atri oder Pescocostanzo nennenswert.

Tourismus

Die Tourismusquote steigt jährlich an. Kastelle, Burgen und Schlösser geben nicht nur einen herrlichen Anblick, sondern auch eine Menge Kultur und Geschichte preis. Die Region Abruzzen gilt als absoluter Geheimtipp, da mehr als 20 Skigebiete befahren werden können. Mehr als 368 Kilometer Pisten – wie Roccaraso und Campo – warten auf Schneewütige. Nicht nur die Abfahrt ist beliebt, sondern auch der Langlauf. Wer nicht gern auf den Brettern steht, kann die vielen Gipfel erklimmen, entweder als Bergsteiger oder auch als Wanderer. Hat man sein Höhenziel erreicht, sieht man unter anderem die Bergmassive Monti della Laga, Monti Sibillini und das Majella-Massiv.

Wirtschaft

Zu der Renaissance-Zeit haben die Abruzzen einen regen Handel mit Wolle betrieben. Im Landesinneren waren daher viele wohlhabende Städte entstanden. Ab dem 18. Jahrhundert ging die Produktion der Wolle zurück und Abruzzen begann zu verarmen, wodurch viele Einheimische nach Amerika oder Australien auswanderten – und das noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Danach trat allmählich eine Erholung der wirtschaftlichen Lage ein und so ist Abruzzen “die erste Region des Mezzogiorno”.

Die heutige Wirtschaft stützt sich überwiegend auf die Dienstleistungen und nicht minder auf die Industrie. Elektronikindustrie, Pharmaindustrie, Biomedizin und Nuklearphysik sind die Kernpunkte. Doch auch der Tourismus hat in den vergangenen Jahren zugelegt und trägt seinen Teil bei. Nebensächlich dagegen ist die Landwirtschaft, die aber auf den neuesten Stand der Technik ist und somit mit sehr hochwertigen Waren punkten kann. Gerade die Weidekultur ist weit verbreitet und bietet unter anderem Schafen ein sattes Grün. Ein weiterer landwirtschaftlicher Zweig ist der Weinanbau und die Herstellung von Olivenöl, welches als das “hochwertigste” in Italien angesehen werden soll.

Abbruzzische Küche

Die abruzzesischen Suppen haben einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind unter der Bevölkerung und den Touristen sehr beliebt. Zumeist bestehen diese aus Meeresfrüchten, die mit Hüsenfrüchte verfeinert werden. Das Besondere an allen angebotenen Gerichten ist die Frische der Zutaten, da diese meist sogar aus eigenem Anbau stammen. Peperoni, Safran und Trüffel werden gern als Gewürze zur Verfeinerung in die Suppe gegeben, da diese einen unverwechelbaren Geschmack in das Gericht bringen.

Abbruzzische Spezialitäten sind unter anderem das Sugo (bestehend aus Bauchspeck, Pecorino, Tomaten und Peperoncino) sowie gegrillte Arrosticini (Lammspieße).

Wer Nudeln zu seinem Gericht bestellt, bekommt zumeist hausgemachte und traditionell hergestellt Frischware. Ein bekanntes regionales Nudelgericht ist “Maccheroni alle Chitarra”. Ebenso zu den Spezialitäten gehörend sind bestimmte Wurstwaren, welche ebenfalls gern gegessen werden. Zu den bekannten Wurtswaren gehört die “Ventricina”.

Feste

Die Region Abruzzen feiert sehr gern und vor allem zu kulinarischen Themen – eine “sagra”. Egal zu welcher Zeit man sie besucht, man wird mit Sicherheit eines der Feste erleben dürfen. Immer mit einem überwältigenden Feuerwerk untermalt und jeder Menge guter Laune. Da die religiöse Kultur weit verbreitet ist, finden sich immer wieder neue Anlässe. Zum 16. Januar eines jeden Jahres werden in Fara Filiorum “Farchie” entzündet. Hierbei werden Schilfrohrbündel verbrannt, welche einen herrlichen Anblick ergeben. Die Osterprozession in Sulmona, das Schlangenfest in Cocullo sind ebenfalls nennenswert. Der Schutzpatron San Zopito wird in Loreto Aprutino mit kunstvoll geschmückten Ochsen gefeiert. Wer ein richtiges mittelalterliches Spektakulum erleben möchte, der sollte nach Popoli reisen. Hier beweisen sich die Abruzzen im Armbrustschießen und im Bogenschießen. Dabei wird zumeist eine ergreifende Liebesgeschichte erzählt.

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