Abruzzen

Abruzzen Karte

Abruzzen Karte Copyright: TUBS

Die Abruzzen (Abruzzo) sind eine Region in Italien mit einer Fläche von 10 831,84 km², die von den Nachbarregionen Marken, Latium und Molise umschlossen wird. Dabei ist ein Drittel der Region ein Küstenstreifen entlang der Adria. Die abbruzzische Einwohnerzahl liegt bei 1.320.245 (Stand Februar 2017).

Geographie

Gezählt wird die Region zu Süditalien, obwohl sie allerdings geographisch gesehen in der Mitte des Landes liegt. Grund dafür ist ein kultureller und wirtschaftlicher Austausch vorrangig mit den südlichen Regionen bis zum 19. Jahrhundert.

Zwei Drittel der abbruzzischen Landesmasse besteht aus Gebirge bis zu 3.000 Meter Höhe. Hier werden mehrere Aspekte der Geographie vereint – Berge, Hügellandschaften und Küstengebiete. Durch diese geographischen Faktoren ist die Region landschaftlich ein Anreiz geworden, der sich unter anderem in zahlreiche Naturparks äußert. Naturschutz wird in Abruzzen sehr großgeschrieben. In ganz Italien sind hier mitunter die meisten Naturschutzgebiete und Nationalparks zu finden.

Die Abruzzen sind mit etwa 65 Prozent von bergigem Land bedeckt, Hügelgebiete sind zu 34 Prozent zu finden und Flachland nur zu einem Prozent. Die Küstenlinie von ungefähr 131 km ist eng durch die umliegenden Berge gehalten und weist größtenteils Sandstrand auf. An die Abruzzen grenzt das Adriatische Meer (Adria).

Provinzen der Abbruzzen

Die Provinzen der Abruzzen sind:

Region Abbruzzen Karte, Copyright: Idéfix Dutch Wikipedia

Chieti mit einer Fläche von 2.599,58 km² und 389.708 Einwohnern (Stand 30.06.2016)

L´Aquila mit einer Fläche von 5.047,55 km² und 302.200 Einwohner (Stand 30.06.2016)

Pescara mit einer Fläche von 1.230,33 km² und 321.172 Einwohner (Stand 30.06.2016)

Teramo mit einer Fläche von 1.954,38 km² und 309.997 Einwohner (Stand 30.06.2016)

Flüsse, Seen, Grotten und Meer

Die Abruzzen werden durch zahlreiche Flüsse und Seen gespeist.

Die wichtigsten Flüsse der Region sind:

  • Tronto mit 115 km Länge
  • Liri mit 40 km Länge
  • Aterno-Pescara mit 135 km Länge
  • Sangro mit 117 km Länge
  • Tirino mit 25 km Länge
  • Tordino mit 59 km Länge
  • Salto mit 55 km Länge
  • Vomano mit 75 km Länge

Bedeutende Seen der Abruzzen sind:

  • Lago di Campotosto
  • Lago di Scanno
  • Lago di Bomba
  • Lago Sant’Angelo
  • Lago di Barrea
  • Lago Vetoio
  • Lago di Penne
  • Lago Sinizzo
  • Lago di Scanno
  • Lago Pio
  • Lago di San Domenico
  • Lago di Provvidenza
  • Lago Vivo
  • Lago della Montagna Spaccata

An die Abruzzen grenzt die Adria, die bis heute unter den Touristen sehr beliebt ist. Der Küstenstreifen ist 131 km lang und es gibt zahlreiche Sandstrände, die zum Baden einladen. Die Abruzzen sind bis heute noch nicht von Touristen überannt, somit lassen sich noch wunderschöne naturbelassene und stille Orte finden, wie beispielsweise die zahlreichen Grotten.

Zu den eindrucksvollsten Grotten gehören:

  • Grotte del Cavallone a Lama dei Peligni
  • Grotte di Stiffe (San Demetrio ne‘ Vestini)
  • Grotta del Cavallone (Taranta Peligna)
  • Grotta del Colle (Rapino)
  • Grotte di Pietrasecca (Carsoli)
  • Grotta Sant’Angelo (Lama dei Peligni)

Berge, Berghütten und Pässe

Wie in jeder Region Italiens können die Abruzzen auch mit zahlreichen Bergpässen und Wanderrouten punkten.

Die wichtigsten Bergpässe sind:

  • Passo delle Capannelle
  • Sella di Corno
  • Bocca di Forlì
  • Passo Godi
  • Valico della Forchetta
  • Passo di Forca Caruso

Alpine Berghütten (Rifugi)

  • Rifugio Franchetti in Pietracamela
  • Rifugio Vincenzo Sebastiani in Rocca di Mezzo
  • Rifugio Duca degli Abruzzi in Campo Imperatore

Bergmassive

  • Monti della Laga
  • Monti Sibillini
  • Majella-Massiv

Naturreservate und Botanische Gärten

Die Abruzzen haben auch wunderschöne Naturreservate und Botanische Gärten zu bieten. Zu ihnen gehören mitunter:

  • La cascata di Zompo lo Schioppo a Morino (Wasserfall)
  • Naturreservat Pineta di Santa Filomena
  • Naturreservat Valle dell’Orfento I
  • Naturreservat Valle dell’Orfento II
  • Naturreservat del Lago di Campotosto
  • Naturreservat Pantaniello
  • Naturreservat Quarto Santa Chiara
  • Naturreservat Fara San Martino Palombaro
  • Naturreservat Feudo Ugni
  • Naturreservat Lama Bianca di Sant’Eufemia a Maiella
  • Naturreservat Monte Rotondo
  • Naturreservat Monte Velino
  • Naturreservat Piana Grande della Majelletta
  • Naturreservat Colle di Licco
  • Naturreservat Feudo Intramonti
  • Naturreservat Abetina di Rosello
  • Naturreservat Bosco di Don Venanzio
  • Naturreservat Calanchi di Atri
  • Naturreservat Cascate del Verde
  • Naturreservat Castel Cerreto
  • Naturreservat Gole del Sagittario
  • Naturreservat Gole di S. Venanzio
  • Naturreservat der Grotten von Pietrasecca
  • Naturreservat Lago di Penne
  • Naturreservat Lago di Serranella
  • Naturreservat Lecceta di Torino di Sangro
  • Naturreservat Monte Genzana e Alto Gizio
  • Naturreservat Monte Salviano
  • Naturreservat Pineta Dannunziana
  • Naturreservat Punta Aderci
  • Naturreservat Sorgenti del Fiume Pescara (Quellen des Pescara)
  • Naturreservat Zompo lo Schioppo
  • Naturreservat Grotte di Luppa
  • Naturreservat Bosco di S. Antonio
  • Naturreservat Gole del Salinello
  • Naturreservat Majella Orientale
  • Naturreservat Valle del Foro
  • Naturreservat Valle dell’Orta
  • Naturreservat Voltigno e Valle d’Angri

Botanische Gärten

Die schönesten botanischen Gärten der Abruzzen sind:

  • Giardino Botanico Gole del Sagittario in Anversa degli Abruzzi
  • Orto botanico dell’Università dell’Aquila in L’Aquila
  • Giardino botanico Michele Tenore in Lama dei Peligni
  • Villa dei Ligustri in Loreto Aprutino
  • Orto botanico riserva Lago di Penne in Penne
  • Giardino botanico e arboreto appenninico del Parco nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise in Pescasseroli
  • Giardino botanico Mediterraneo in San Salvo
  • Giardino botanico Daniela Brescia in Sant’Eufemia a Maiella
  • Giardino botanico Loreto Grande in Villavallelonga
  • Giardino botanico alpino di Campo Imperatore in Campo Imperatore

Sehenswürdigkeiten in den Abruzzen

In den Abruzzen gibt es auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Wie in Italien üblich, kann man fast überall Sehenswürdigkeiten finden. Da die Aufnahme der Sehenswürdigkeiten auf der Webseite direkt zu umfangreich wäre, habe ich mich für eine PDF-Datei entschieden. In dieser sind der überwiegende Teil der Sehenswürdigkeiten in den Abruzzen erfasst. Für den Abruzzen Urlaub kann diese Datei vielleicht eine kleine Hilfe darstellen, da diese alle sehenswerten Kirchen, Burgen, Schlösser, sonstige religiöse Gebäude, Plätze, Straßen und Häuser enthält.

Abruzzen Sehenswürdigkeiten

Kirchen der Abruzzen

Es wurden im Laufe der Geschichte eine Vielzahl an Kirchen erbaut, da eine Christianisierung stattfand. Zu den Kirchen zählen unter anderem die Basilika von Collemaggio, die Abteikirche San Clemente a Casauria oder die Basilika San Giovanni in Venere. Mehr Kirchen sind in der Datei „Abruzzen Sehenswürdigkeiten“ zu finden.

Städte in den Abruzzen

Provinz Chieti Karte, Copyrght: Idéfix Dutch Wikipedia

Sehenswerte Städte mit einer sehr interessanten Geschichte sind unter anderem L´Aquila, Sulmona, Teramo, Chieti, Castelli, Atessa, Atri, Avezzano, Bomba, Casalbordino, Cermignano, Fossacesia, Lanciano, Montedorisio, Ortona, Scanno, Sulmona, Vasto oder Guardiagrele. Als Gemeinden ist Penne, Salle, Atri oder Pescocostanzo nennenswert. Es gibt aber auch zahlreiche andere Städte und Gemeinden, die zu entdecken sind. Mehr Städte mit den Sehenswürdigkeiten sind in der obigen Datei zu finden, da die Auflistung hier den Rahmen sprengen würde.

 

Geschichte

Provinz Teramo Karte, Copyright: Idéfix at Dutch Wikipedia

Geschichtlich gesehen hat Abbruzzen viel zu bieten. Ob Höhlen der Prähistorie, Ausgrabungen der römischen und vorrömischen Zeit, Kirchen der Romanik und Renaissance-Städtchen, Burgen, Schlösser, Bergdörfer bis sehr moderne Städte.

In der Eisenzeit waren gemäß dem derzeitigen Kenntnisstand der Wissenschaft die Bevölkerung der Mitteladriatischen Kultur, eine vorrömische Gesellschaft, die Bewohner der Abbruzzen. Im Altertum waren Samniten die Bevölkerungsschicht der Region. Ein Zeitzeuge der vorrömischen Zeit ist die Statue „Guerrieri di Capestrano“.

Die Abruzzen gehörten im Frühmittelalter zum Herzogtum des Spoleto, welches langobardisch war. Unter den Staufern in Sizilien wurde es anschließend von Neapel verwaltet, nachdem es geteilt wurde. So wurde es 1861 zum Königreich Italien hinzugezählt. Klar definierte Grenzen für die Region gab es nicht. Provinz Campobasso wurde ausgegliedert und umgeformt zur Molise-Region.

 

Tourismus

Provinz Pescara Karte, Copyright: Idéfix at Dutch Wikipedia

Die Tourismusquote steigt jährlich an. Kastelle, Burgen und Schlösser geben nicht nur einen herrlichen Anblick, sondern auch eine Menge Kultur und Geschichte preis. Die Region Abruzzen gilt als absoluter Geheimtipp, da mehr als 20 Skigebiete befahren werden können. Mehr als 368 Kilometer Pisten – wie Roccaraso und Campo – warten auf Schneewütige. Nicht nur die Abfahrt ist beliebt, sondern auch der Langlauf. Wer nicht gern auf den Brettern steht, kann die vielen Gipfel erklimmen, entweder als Bergsteiger oder auch als Wanderer. Hat man sein Höhenziel erreicht, sieht man unter anderem die Bergmassive Monti della Laga, Monti Sibillini und das Majella-Massiv.

Wirtschaft

Provinz L´Aquila Karte, CopyrighT. Idéfix at Dutch Wikipedia

Zu der Renaissance-Zeit haben die Abruzzen einen regen Handel mit Wolle betrieben. Im Landesinneren waren daher viele wohlhabende Städte entstanden. Ab dem 18. Jahrhundert ging die Produktion der Wolle zurück und Abruzzen begann zu verarmen, wodurch viele Einheimische nach Amerika oder Australien auswanderten – und das noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Danach trat allmählich eine Erholung der wirtschaftlichen Lage ein und so ist Abruzzen „die erste Region des Mezzogiorno“.

Die heutige Wirtschaft stützt sich überwiegend auf die Dienstleistungen und nicht minder auf die Industrie. Elektronikindustrie, Pharmaindustrie, Biomedizin und Nuklearphysik sind die Kernpunkte. Doch auch der Tourismus hat in den vergangenen Jahren zugelegt und trägt seinen Teil bei. Nebensächlich dagegen ist die Landwirtschaft, die aber auf den neuesten Stand der Technik ist und somit mit sehr hochwertigen Waren punkten kann. Gerade die Weidekultur ist weit verbreitet und bietet unter anderem Schafen ein sattes Grün. Ein weiterer landwirtschaftlicher Zweig ist der Weinanbau und die Herstellung von Olivenöl, welches als das „hochwertigste“ in Italien angesehen werden soll.

Abbruzzische Küche

Die abruzzesischen Suppen haben einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind unter der Bevölkerung und den Touristen sehr beliebt. Zumeist bestehen diese aus Meeresfrüchten, die mit Hüsenfrüchte verfeinert werden. Das Besondere an allen angebotenen Gerichten ist die Frische der Zutaten, da diese meist sogar aus eigenem Anbau stammen. Peperoni, Safran und Trüffel werden gern als Gewürze zur Verfeinerung in die Suppe gegeben, da diese einen unverwechelbaren Geschmack in das Gericht bringen.

Abbruzzische Spezialitäten sind unter anderem das Sugo (bestehend aus Bauchspeck, Pecorino, Tomaten und Peperoncino) sowie gegrillte Arrosticini (Lammspieße).

Wer Nudeln zu seinem Gericht bestellt, bekommt zumeist hausgemachte und traditionell hergestellt Frischware. Ein bekanntes regionales Nudelgericht ist „Maccheroni alle Chitarra“. Ebenso zu den Spezialitäten gehörend sind bestimmte Wurstwaren, welche ebenfalls gern gegessen werden. Zu den bekannten Wurtswaren gehört die „Ventricina“.

Feste

Die Region Abruzzen feiert sehr gern und vor allem zu kulinarischen Themen – eine „sagra“. Egal zu welcher Zeit man sie besucht, man wird mit Sicherheit eines der Feste erleben dürfen. Immer mit einem überwältigenden Feuerwerk untermalt und jeder Menge guter Laune. Da die religiöse Kultur weit verbreitet ist, finden sich immer wieder neue Anlässe. Zum 16. Januar eines jeden Jahres werden in Fara Filiorum „Farchie“ entzündet. Hierbei werden Schilfrohrbündel verbrannt, welche einen herrlichen Anblick ergeben. Die Osterprozession in Sulmona, das Schlangenfest in Cocullo sind ebenfalls nennenswert. Der Schutzpatron San Zopito wird in Loreto Aprutino mit kunstvoll geschmückten Ochsen gefeiert. Wer ein richtiges mittelalterliches Spektakulum erleben möchte, der sollte nach Popoli reisen. Hier beweisen sich die Abruzzen im Armbrustschießen und im Bogenschießen. Dabei wird zumeist eine ergreifende Liebesgeschichte erzählt.

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