Sardinien erleidet schweres Unwetter

Sardinien ist derzeit Opfer eines Jahrtausendhochwassers. Schuld daran ist das Tiefdruckgebiet Cleopatra, welches über der italienischen Insel tobt. Sturm und
Wassermassen zerstören das Hab und Gut der Inselbewohner und machen auch vor deren Leben nicht halt.
Einige höher gelegene Dörfer sind von der Außenwelt abgeschlossen. Bereits mehr als zehn Tote in den Städten Olbia und Torpe wurden gemeldet. Wassermassen zerstörten Brücken und begruben Menschen in ihren Autos und Häusern. Flüsse gingen über die Ufer und ließen das Land in einer einzigen großen Flut versinken. Infrastruktur und Energieversorgung brachen zusammen. Polizei und Rettungskräfte begeben sich selbst in Gefahr, um zu helfen, wo es noch geht. Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz.
In Olbia wurden 93 Liter Regen auf den Quadratmeter in zwölf Stunden gemessen. Dies ist ein Vielfaches vom Normal.
Der Prämier Enrico Letta wurde bereits vom Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, über das katastrophale Ausmaßes auf der Insel informiert.
Nachdem der Zyklon vorüber gezogen war, konnte das gesamte Ausmaß der Katastrophe trotzdem noch nicht ganz überblickt werden. Viele Menschen sind nun obdachlos und verzweifelt, auch die Sorge um die Angehörigen lässt nicht nach. Die Regierung rief den Ausnahmezustand aus. Eine 20 Millionen Euro Soforthilfe wurde zugesagt.
Das Tiefdruckgebiet Cleopatra wird auch in den nächsten Tagen über dem Mittelmeerraum bleiben und sich regenerieren. Somit kann für die Insel Sardinien noch keine Entwarnung ausgesprochen werden, so die Meteorologen.

Trapani

Trapani 60 Trapani ist die siebtgrößte Stadt der italienischen Region Sizilien. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und beheimatet über 70.000 Einwohner, die auch aus Rumänen, Mazedoniern, Marokkanern, Chinesen und Tunesiern besteht, die jedoch eher eine Minderheit bilden. Das sichelförmige Felsenriff im Meer südwestlich der Altstadt gab diesem Ort in der Antike den Namen Drepanon. Dies ist die griechische Bezeichnung für Mondsichel.

Die Stadt liegt auf einer vorspringenden Landzunge am Fuße des Monte Erice und liegt im äußersten Nordwesten Siziliens. Trapani liegt zwischen dem tyrrhenischem Meer und Mittelmeer. Schwülwarme Sommer und milde Winter bestimmen das Klima der Region. Jedoch kann es auch kühl sein und sehr stark regnen, bei der die Meeresbrise dann äußerst unangenehm werden kann wie man im nachfolgenden Video sehen kann.

Das Meer in Trapani

Bevölkerung

Die Bevölkerung Trapanis arbeitet in den Bereichen der Wirtschaft und Soziales, den Dienstleistungen, dem Baugewerbe, der Fischerei, Handel, Transport, Tourismus und Gastronomie, Industrie und Produktion, so wie der Landwirtschaft. In den engen Gassen sind häufig Souvenirläden anzutreffen, die vorwiegend Trapanis bedeutendstes Handwerk anbieten: die Korallenverarbeitung. Die Preise für ein solches Produkt sind für europäische Verhältnisse oder zum Norden Italiens äußerst erschwinglich.

Insgesamt gesehen ist die Bevölkerung von Trapani äußerst zuvorkommend. Gäste der Stadt werden mit offenen Armen empfangen, was sie auch zu spüren bekommen. Ein kostenfreier Espresso des Hauses, ein kleines geschenktes Mitbringsel oder eine Einladung noch länger im Café oder Restaurant zu weilen, wird man als Gast oftmals mit einem Lächeln erhalten, sofern man denn ebenso den Leuten freundlich gegenüber tritt.

Salzgewinnung

Trapani 37 Wegen des hohen Mineralgehaltes ist auch heute noch der Handel mit Salz aus den Salinen Trapanis einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Die Verarbeitung erfolgt an den Küsten des Meeres, wo man ebenso auch Meersalz in abgepackten Säcken zu wirklich sehr niedrigen Preisen erwerben kann.

Trapani in Bilder

Wer ein wenig mehr von Trapani sehen möchte, kann sich die Fotos anschauen, die ich auf meiner Reise nach Trapani im März 2013 gemacht habe. Dort war ich eine Woche, die voller Regen war, aber doch sehr schön.

Trapani 1

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Trapanis Gassen

Handel und Wirtschaft

Fischerei und Fischverarbeitung, so wie der Anbau von Oliven, Zitrusfrüchten,Gemüse, Getreide und Mandeln und der Tourismus fördern die gute wirtschaftliche Lage des Ortes und führten dazu, dass nahezu 60 Banken und Filialen ansässig wurden.

Seit 2001 verstärken sich die Aktivitäten gegen die beiden vorherrschenden Mafia. Verhaftungen und Gerichtsverfahren gegen Politiker und Geschäftsleute, die wegen massiver Korruption, Schutzgelderpressung und Drogenhandel aktiv waren, fanden statt. Auch der Missbrauch von EU-Fördergeldern in mehreren hundert Millionen Euro vereitelt werden. Jedoch ist in Trapani vornehmlich eine ärmliche Bevölkerung vorzufinden, die durch Verkäufe hauptsächlich von landwirtschaftlichen Gut versuchen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Somit sieht man häufig kleinere Stände mit ein paar Orangen, Tomaten und anderem Gemüse.

Trapani 29 Ein Bild besonders am Hafen prägen am frühen Morgen die Fischer, wenn sie mit ihren Fängen an Land kommen. Dann geht es sehr schnell und der Fisch ist weg. Wer also ganz frischen Fisch auf den Teller haben möchte, der sollte zeitig aufstehen. Gegen 8 Uhr morgens auf den Marktplatz zu sein, kann sich lohnen. Wer später als 9 Uhr kommt, der muss sehen, was übrig geblieben ist, kann jedoch dann ein Schnäppchen ergattern, denn dann versuchen die meisten Fischer ihre restlichen Fische noch unter das Volk zu bekommen. Am Vormittag gegen 10 Uhr sieht man dann häufig Fischer ihre Boote für die nächtliche Fahrt fertig machen. Ihre Frauen und Kinder helfen ihnen dabei, die Netze fangbereit zu machen. Oftmals sieht man auch Fischermänner in Gruppen sitzen, sich erzählen und das örtliche Radio hören. Das Leben des Fischers ist sehr hart, wie ein alter Fischer mir mitteilte, der schon seit über 30 Jahren im Geschäft ist. Bestimmte neuere Auflagen über Steuerabgaben und Fanggrenzen machen das Leben schwer. Der tägliche Erlös reicht gerade einmal um die Familie durchzubringen und das Schiffsöl für die nächste Nacht zu erwerben. Ältere Frauen hingegen sieht man häufig in den Läden. Sie bemalen oft Souvenirartikel für die Touristen, die sich hier ab und an mal verirren.

Infrastruktur

Der südlich gelegene Flughafen hat Anbindung an nationale Flughäfen Italiens, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Spanien und Schweden.
Der Bahn- und Straßenverkehr sind gut ausgebaut und der öffentliche Nahverkehr wird durch über 10 Buslinien abgedeckt. Trapani 10 Der Monte Erice kann durch eine Seilbahn erreicht werden, sofern das Wetter mitspielt. An regnerischen Tagen ist der Berg in eine Wolke gehüllt, die die Sicht in Erice komplett versperrt. Man sieht die Hand vor Augen nicht mehr, denn der Nebel dort oben kann sehr dicht sein. Ein Rundgang ist somit unmöglich. Hier sollte unbedingt auf Fahrten nach Erice abgeraten werden, wenn schon unten in Trapani dichte Wolken erkennbar sind, denn man sieht oben auf dem Berg noch nicht einmal mehr eine Aus- und Einfahrt, geschweige denn Strassenbegrenzungen. Generell sind die Strassen in Trapani befahrbar. Eine Beschilderung besteht auch, die jedoch an einigen Stellen nicht einfach zu deuten sind. In Trapani empfiehlt es sich einen Mietwagen zu nehmen, wenn man ein wenig mobil sein möchte, denn gerade ein wenig außerhalb der Stadt finden sich sehr schöne Küstenabschnitte. Wenn man einen Mietwagen hat und diesen in der Stadt abstellen möchte, so sollte man vorab auf einen Parkschein achten. Denn wenn die Zeit in Trapani stehen geblieben zu sein scheint, die Ordnungshüter sind äußerst schnell vor Ort. Geparkt werden kann zu günstigen Preisen. Man sollte jedoch auf die Strassenreinigung Achtung geben, denn diese hat feste Zeiten und dann muss das Auto weg sein, ansonsten hat man ein Problem: Es wird abgeschleppt. Wenn das Wetter es zulässt, kann auch ein Boot genommen und auf die benachbarten kleineren Inseln gefahren werden. Eine bekannte Insel ist hier Pantellaria, die auch einen sehr süßen, aber äußerst wohlschmeckenden Wein hervorbringt. Muss mal unbedingt mal probiert haben, wenn man Süßweine liebt.

Bildung

Trapani 55 Die Universität Palermo unterhält in Trapani die Fakultäten für Jura, Medizin Agrarwissenschaften. Sie ist gut besucht. Das Konservatorium Antonio Scontrino bildet Schüler in Jazz, klassischer Musik und Tanz aus. Das Humanistische Gymnasium, das Kunstgymnasium und das Naturwissenschaftliche Gymnasium runden die Bildung des Ortes generell ab.

Kulturelle Höhepunkte

Seit etwa 400 Jahren ist die Osterprozession der kulturell wichtigste Höhepunkt der Stadt. Zwanzig Mysteriengruppen stellen den Leidensweg Christi mit Figuren aus Holz aus dem 16. und 17. Jahrhundert dar. Blaskapellen aus der Provinz begleiten den Zug durch die blumengeschmückte Altstadt. Er zählt zu den beeindruckendsten Festumzügen Siziliens.

Sehenswürdigkeiten

Trapani 36 Die Stadt verfügt insgesamt über elf Kirchen, vier Museen, viele historische Bauwerke und einige Parkanlagen. Trapani brachte viele historische Künstler, einen emeritierten Erzbischof und einen Physiker hervor. Desöfteren sieht man auch Denkmäler und Statuen von bedeutenden Personen für die Stadt. Hier wäre zum Beispiel Garibaldi zu nennen. Ansonsten hat die Stadt einen Hafen zu bieten, der eher beschaulich ist. Neben den eher stark beanspruchten Wohnhäusern, finden sich ab und an auch Gebäude mit einer sehr schönen Architektur. Besonders an der Küstenstrasse entlang, kann man diese antreffen. In der Stadt finden sich dann weiterhin noch der Corsio Vittorio Emanuele, die beiden Brunnen “Fontana di Saturno” und “Fontana di Tritone” sowei einige Museen, unter anderem auch ein Korallenmuseum, um hier nur einige wichtige Sehenswürdigkeiten zu nennen.

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Küche

Die trapanesische Gastronomie ist von einheimischen und fremdländischen Einflüssen geprägt. Vor allem Fisch, gedämpfter Hartweizengrieß mit Fischbrühe und Pesto aus Tomaten, Basilikum, Mandeln und Knoblauch ersetzen herkömmliche Gerichte auf eine unvergleichliche, besondere Art. Besonders oft kommt jedoch Fisch auf den Tisch. Aber auch Pasta in allen Variationen ist beliebt.  In Trapani kann man kleinere Restaurants und Bars finden, bei denen man sehr gut und günstig essen kann. Generell sind die traditionellen Restaurants kleiner gehalten, die Leute dort sehr nett und zuvorkommend und die Küche eher kleiner. Es kann auch vorkommen, dass die Karte nur aus 5 oder 6 Speisen besteht, die fast alle nur Fisch enthalten. Das Leben ist dort sehr einfach und demzufolge sind auch oftmals die Speisekarten per Hand geschrieben. Wenn man sich nicht sicher ist, was die ein oder andere Speise bedeutet, so kann man nachfragen. Meistens wird dann das entsprechende Produkt geholt. Bei mir waren es Tintenfischarme. Generell sollte man, wenn man in ärmeren Trattorien speist, ein wenig Trinkgeld geben, auch wenn man schon das Gedeck zahlt. Die Leute werden es mit Sicherheit danken und einen Kaffee oder eine kleinere Aufmerksamkeit holen. Bei mir waren es stets Süßigkeiten, Kaffees oder auch mal eine Tasse, über die ich mich jeden Tag erneut freue.

Von mir zu empfehlende Restaurants, Trattorien und Osterien:

Cantina Siciliana
Via Giudecca, 32
91100 Trapani, Italia
+39 0923 28673

Ristorante Tentazioni di Gusto
Via Badia Nuova
Trapani, Italia
+39 0923 548165

Osteria la Bettolaccia
Via Gen. Enrico Fardella, 23/25
91100 Trapani, Italia
+39 0923 21695

Aktuelles in Trapani

In Trapani wird im Jahre 2013 ein Bonus von 1.000 Euro pro Geburt eines Kindes gewährt, sofern die Elternteile ein geringes Einkommen haben, das Kind auf Sizilien geboren und der Wohnsitz ebenso auf Sizilien ist. Ansonsten muss eine Aufenthaltsgenehmigung vorgelegt werden, aus der hervorgeht, dass diese mindestens für 12 Monate gilt. Anträge können hier gestellt werden → Antrag Bonus

Geschichtliches

Trapani 11 Die Küste Trapanis diente im 13. Jahrhundert vor Christus vermutlich als natürlicher Hafen, der in Erice und Segesta siedelnden Elymer. Etwa im 9. Jahrhundert vor Christus begannen die Phönizier die Siedlung als kolonialen Handelshafen auszubauen. Ab 260 vor Christus war hier ein karthagischer Stützpunkt während des ersten punischen Krieges. Auch ein schiffbarer Kanal zwischen dem Nord- und dem Südhafen wurde angelegt. Zwei Seeschlachten vor den Küsten der Stadt 249 und 241 v. Chr. änderten das politische und wirtschaftliche Gefüge der Stadt. Erst über 1.000 Jahre später brachte die Vorherrschaft der Araber einen neuen Aufschwung. So wurde der Mauerring um die Stadt verstärkt, der Hafen vergrößert und die Handelsbeziehungen wurden ausgebaut. Im Mittelalter blühte der Handel mit Salz aus Trapani. Es wurde nach Frankreich, England und ganz Italien verkauft. Auch die Goldschmiedekunst und die Verarbeitung von Korallen trug zur Handelsblüte bei. Trapani wird auch heute noch durch die arabische Baukunst, die Sprache und die Kultur geprägt.
Unter Roger I wurde Trapani 1077 erobert, was einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung nach sich zog. Konsulate, Handelshäuser und ein zollfreier Hafen gehörte zu den Vorteilen des Ortes. Unter den Normannen wurde der römische Katholizismus zur offiziellen Religion. Der Volksaufstand 1282 richtete sich gegen Karl I von Anjou und war die Folge von zu hohen Steuern, unter denen das Volk litt. Karl I wurde vertrieben und Sizilien fiel an das Haus von Aragon. Im 14. Jahrhundert war Trapani unter Herrschaft Karl V die wichtigste Hafenstadt im Westen Siziliens. Trapani wurde 1817 Provinzhauptstadt. Der Ort wurde im 2. Weltkrieg schwer bombardiert, wodurch sein ältestes Stadtviertel zerstört wurde. Erst 1950 bis 1965 konnte Trapani nach dem Wiederaufbau wieder wirtschaftlich gestärkt werden. Der Tourismus wurde Ende 2005 durch die Austragung der Regatten des America’s Cup und durch die zivile Nutzung des Flughafens Birgi gefördert. Damit standen auch die Renovierung des Stadtzentrums und der Ausbau des Hafens in Verbindung.

Wichtige Adressen und Anlaufstellen

» Kontakt zur Stadt Trapani

» Tourismusportal der Stadt

Kontakt Bürgermeister:

Aktuell: Vito Damiano

Sitz: Palazzo D’Ali – P.za V. Veneto 1
Tel.: 0923.590244 – 23600
Fax: 0923.28730
E-mail: sindaco@comune.trapani.it

Allgemeine Anfragen

Consiglio Comunale

Sitz: Palazzo Senatorio Sede Istituzionale del Consiglio Comunale
Piano 2° – Via Torrearsa
Tel: 0923.544577
Fax: 0923.544535

Krankenhäuser:

Residece Marino Centro Servizi Alla Persona
Via Isola Zavorra, 1
91100 Trapani
0923 21103

Casa di Riposo e Cronicario Maria Serraino Vulpitta
Via Segesta, 3
91100 Trapani
0923 21280

Ospedale S. Antonio Abate
Via Cosenza, 82
91016 Erice
0923 809111

Azienda Sanitaria Provinciale di Trapani
Via Cosenza, 82
91016 Erice
0923 568805

Polizei:

Polizia Di Stato
Via Giuseppe Verdi, 34, Trapani, Italien ‎
+39 0923 545711 ‎

Ministero Interno Dipartimento Della P.S.
Zona Industriale, Trapani, TP 91100, Italien ‎
+39 0923 444311 ‎

Ministero Interno Dipartimento Della P.S.
1 Via Palmeri Abate, Trapani, TP 91100, Italien ‎
+39 0923 870611 ‎

Ministero Interno Dipartimento Ps Direzione Investigativa Antimafia
Viale Regina Margherita, Italien ‎
+39 0923 542302

Feuerwehr:

Vigili Del Fuoco
Strada Palermo-milo – Mokarta, Trapani, TP 91100, Italien ‎
+39 0923 552144

Haftstrafe für Silvio Berlusconi

Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi hat für sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen bezahlt und damit sein Regierungsamt missbraucht, weil er damit diese Affäre vertuschen wollte.

Während vor dem Mailänder Justizpalast in Rom die Freunde und Gegner Berlusconis lautstark und emotional aufgeheizt mit Worten, wie „Lump, Betrüger“ und „Kommunistenpack“ um sich werfen, ist sonst eigentlich nichts zu sehen. Klar – bei einer Verhandlung vor so einem Gericht, mit einem derart prominenten Angeklagten und einer Anklage, wie man es von einem ehemaligen Premier eigentlich nicht erwarten sollte, tummeln sich nicht nur Gegner und Befürworter, sondern auch die Medien.

Und auch im Gericht selbst fehlen derzeit die Hauptakteure, denn Berlusconi selbst befindet sich zu Hause und ärgert sich darüber, dass er mit dieser Angelegenheit wohl von der politischen Bühne gehoben werden wird. Auch die Hauptanklägerin Ilda Bocassini hat sich etwas Urlaub gegönnt und es ihrem Chef, Edmundo Bruti Liberati, überlassen, klar zu machen, dass es nicht sie ist, die gegen Silvio Berlusconi steht, sondern die Staatsanwaltschaft an sich. Und auch die drei Richterinnen sind vorübergehend in ihrem Beratungszimmer befindlich, um sich mit einem Konvolut von Papieren zu beschäftigen, das sie von den Anwälten des Angeklagten übergeben bekommen haben.

Da geht es um die Geschichte der Ruby, die während eines Abendessens in der Villa Berlusconis mit anderen jungen Frauen saß, und die wegen ihrer angeblich schmerzlichen Situation vom Ex-Premier mehrere Tausend Euro für eine neue Zukunft bekam, damit sie sich nicht weiter als Prostituierte verdingen muss.

Nach der Beratung der drei Richterinnen stellt sich die Situation so dar: Zig befragte Zeugen und etwa vierhundert Seiten von Protokollen von abgehörten Telefongesprächen belasten den 76-jährigen Milliardär. Die 2010 noch minderjährige marokkanische Nachtclubtänzerin wurde von Berlusconi für Sex bezahlt. Auch half er ihr, als sie wegen Diebstahlsverdacht verhaftet wurde. Die Begründung für die Übergabe von Karima el-Mahroug, wie Ruby mit bürgerlichem Namen heißt, die an eine Abgeordnete stattfinden sollte, war eher obskur. Berlusconi befand sich derzeit auf einem Staatsbesuch in Frankreich. Er erklärte dem Kabinettschef des Mailänder Polizeipräsidenten, dass das Mädchen die Enkelin des damaligen ägyptischen Präsidenten, Husni Mubarak sei, und begründete seine Handlung mit der Befürchtung, dass dies zu einer diplomatischen Affäre führen könne.

Die Abgeordnete, Minetti, welcher das Mädchen übergeben werden sollte, war zuerst Berlusconis persönliche Zahnpflegerin und später seine Geliebte. Und es dauerte nicht lange, bis diese Frau in Berlusconis Partei im lombardischen Regionalparlament saß. Auch half sie bei der Organisation der so genannten „Bunga Bunga“ Abende. In späteren Aussagen erklärte der Ex-Premier, dass er wirklich glaubte, dass Ruby Mubaraks Enkelin sei.Das Gericht befand jedoch anders. Es geht davon aus, dass Berlusconi befürchten musste, dass das Mädchen im Gewahrsam über seine Erlebnisse der „Bunga Bunga“ Abende erzählen könne. Auch habe Berlusconi sein Regierungsamt missbraucht, weil er es zuließ, dass Ruby ohne Papiere im Land war und schon wegen mehrerer Diebstahlsdelikte bekannt war.

So steht also Silvio Berlusconi wegen der Förderung der Prostitution Minderjähriger und dem Amtsmissbrauch vor Gericht. Das Urteil des Gerichts lautet: Sieben Jahre Gefängnis und das Verbot, jemals wieder ein öffentliches Amt inne zu haben.

Nun braucht in Italien niemand ins Gefängnis, der über 70 Jahre alt ist. Und das die Anwälte Berlusconis in Berufung gehen, steht außer Frage. Und so bleibt der Schuldspruch ohne weitere Konsequenzen für den Angeklagten, bis auch die zwei nächsten Instanzen entschieden haben.

In dritter Instanz ist im Herbst dieses Jahres aber ein anderes Urteil zu erwarten. Hier geht es um den Steuerbetrug, den Berlusconi mit seiner Firma Mediaset beging. Wenn das Kassationsgericht den Urteilen der Vorinstanzen entspricht, darf Berlusconi keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden, und der politische Ausschluss erfolgt. Auch, wenn man es nicht glauben möchte, schmerzt Berlusconi die Schande, dass seine angeblich ruhmreiche Karriere ein unrühmliches Ende nimmt, und ein erzwungener Abgang sein Schicksal sein wird. Natürlich hätte sein politisches Ende zur Folge, dass er macht- und schutzlos den Nachstellungen der Justiz gegenüber stünde. Also behauptet er weiterhin, dass er absolut unschuldig sei und hofft auf die Möglichkeit freigesprochen zu werden.Der Vorwurf, die Richterinnen würden ihn verfolgen und er habe auch weiterhin vor, aus Italien ein wahrhaft freies und gerechtes Land zu machen, klingt sicher in Aller Ohren wie eine weitere Farce aus seinen früheren Tagen. Beweis für seine Unaufrichtigkeit ist, dass er schon jetzt den Sozialdemokraten Enrico Letta unter Druck setzt. Ohne Berlusconis Partei „Volk der Freiheit“ wäre die Koalition dem Ende geweiht und Premier Letta hätte keine Mehrheit mehr. Am liebsten würde er auch weiterhin seine juristischen Tricks anwenden, um seinem politischen Ende zu entgehen.

Noch hat Berlusconi einen Sitz in der zweiten Kammer des Parlaments. Und diese müsste im Falle des politischen Lizenz-Entzuges durch das Kassationsgericht bestimmt werden. Linke Senatoren hätten dann die Möglichkeit Berlusconi zu retten. Diese drohen jetzt schon, dass sie sonst alles platzen lassen würden und auf Neuwahlen setzen.

Was jedoch derzeit noch im Vordergrund steht, ist das brisante Urteil wegen der Affäre mit Ruby. Denn auch in Italien ist der Umgang mit minderjährigen Prostituierten kein Kavaliersdelikt und geht hart über die Grenzen des italienischen Geschmacks. Damit ist er auch bei seinen weiblichen Wählern unten durch, und seine Wahlchancen tendieren nach null. Somit schlagen dann seine Drohungen nach Neuwahlen ins Leere und Enrico Letta hat eine echte Chance sein Land politisch zu stabilisieren.

Bersani soll in Italien Regierung bilden

Pier Luigi BersaniNach dem politischen Patt in Italien, wo keine der Parteien die absolute Mehrheit im Senat erzielt hatte, hat nun Staatspräsident Giorgio Napolitano festgelegt, dass Pier Luigi Bersani mit seinem Mitte-Links-Bündnis PD eine Regierung bilden soll.

Die Problematik hierbei besteht jedoch darin, dass Bersani keine absolute Mehrheit im Senat besitzt. Mit Berlusconi wollte Bersani von Anfang an keine Koalition eingehen, muss nun aber darüber ernsthaft überlegen, denn der Dritte im Bunde, Beppe Grillo, verweigert jegliche Bündnisbildung mit Bersani und Berlusconi. Demzufolge bleibt Bersani nichts weiter übrig, als sich mit dem Gedanken anzufreunden, mit Berlusconi eine Koalition einzugehen.

Sofern Grillo mit seiner Bewegung “5 Sterne” weiterhin fest an seinem Grundgedanken, kein Bündnis einzugehen, festhält, so wird es wohl darauf hinauslaufen, dass eine Regierung in Italien zustande kommt, die in ihrer absoluten Mehrheit aus Bersani und Berlusconi besteht.

Regierungsbildung wird in Italien von Napolitano entschieden

Nationalflagge Rom, ItalienItaliens Staatspräsident Giorgio Napolitano will heute, den 22. März 2013, über die Regierungsbildung in Italien entscheiden. Nach den Parlamentswahlen vor gut drei Wochen kam es zu einem politischen Patt, bei dem keiner der Parteien eine absolute Mehrheit erreichen konnte. Eine Koalition zwischen den Parteien zu bilden, war ebenso bis heute nicht möglich. Bersani mit seinem Mitte-Links-Bündnis lehnt eine Koalition mit Berlusconis Partei ab. Berlusconi wiederum würde eine Koalition mit Bersani eingehen. Die Bewegung 5 Sterne von Beppe Grillo erreichte überraschender Weise einen starken dritten Rang, mit dem er mit einer der beiden großen Parteien eine absolute Mehrheit bilden könnte, wenn da nicht seine vehement ablehnende Haltung im Wege stehen würde. Grillo kann sich ein Bündnis mit Bersani und auch nicht mit Berlusconi vorstellen. Er spekuliert auf Neuwahlen, bei dem er auf eine absolute Mehrheit seiner Bewegung hofft.
Um diesem nun ein Ende zu setzen, will Napolitano heute bei der Regierungsbildung Italiens entscheiden.

Ergebnisse der Parlamentswahlen in Italien

Neuer Papst in Italien gewählt

In Italien wurde ein neuer Papst Mitte März 2013 gewählt, nachdem der bis dato amtierende Papst Benedikt XVI (mit bürgerlichen Namen Joseph Aloisius Ratzinger) aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte. Der neu gewählte Papst ist zum erstes Mal kein Europäer, sondern ein Argentinier: Jorge Mario Bergoglio. Bergoglio ist nach neuesten Umfragen bei den Gläubigen aber auch bei den Nicht-Gläubigen sehr beliebt. Ist es doch seine Volksnähe und seine Bescheidenheit, was die Gläubigen an ihm lieben. Doch auch die Tatsache, dass er eigentlich italienisches Blut hat, lässt den Beliebtheitsgrad steigen, vor allem in Italien.

Bergoglio, jetzt als Franziskus und Oberhaupt der katholischen Kirche bekannt, stammt ursprünglich aus Portacomaro, einem charmanten Dorf in der Region Piemont unweit von Asti. Sein Vater arbeite in der Ortschaft für die Eisenbahn, bis er 1929 mit den Großeltern nach Argentinien auswanderte. Die Großeltern unterhielten bis vor der Auswanderung einen Lebensmittelladen. Franziskus beherrscht fünf Fremdsprachen: Spanisch, Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch.
Das letzte Mal, als Bergoglio in das Heimatdorf seiner Familie reiste, war im Jahre 2005.

Maturazione

Hortensien in ItalienInverno, freddo pungente, ghiaccio.
Poi i primi raggi di sole, un tocco di calore
accende la vita dal gelido buio di ieri.
Inizia il risveglio e il freddo dissolve.
Nel sole caldo della Primavera.
Il ghiaccio si scioglie. La neve scompare.
Rinasce la vita.

 

Si muove, cresce, fiorisce.
E vive il fiore più bello. E’ una nuova vita.Anime
Estate calda, notti tiepide.
Sete. Desiderio. Colori brillanti.
Poi, foglie appassite. Cadere.
Le calde giornate e le notti sciamano.
Stanno giungendo giorni d’ombra. Eppure il calore di un frutto rimane.
Improvvisamente, la neve e il gelo ritorna. Fa freddo.
Non più il calore. Una vita è fuggita,
Portata via dal vento.
Ma rimane un tenero frutto
dei giorni di sole.

Wahlen in Italien 2013 – Hintergründe

Heute und morgen, den 24. und 25. Februar 2013, finden in Italien die Parlamentswahlen statt. Nicht nur Italien ist auf das Ergebnis gespannt, sondern auch ganz Europa. Denn mit einer Wiederwahl Berlusconis könnte auch Europa massiv in die Schuldenkrise gestürzt werden. Nicht Griechenland könnte die Einheit Europas zersplittern, sondern Berlusconi – der Mann, der ohnehin die deutsche Politik mit Angela Merkel öffentlich anzweifelt.

Nationalflagge Rom, Italien

Silvio Berlusconi, der 1994 zum ersten Mal in das Parlament einzog, bisher in seiner 13-jährigen Amtszeit viel versprach, jedoch kaum etwas in die Realität umsetzte, das Land in massive Schulden stürzte, arbeitspolitisch nahezu unfähig ist, könnte in den Parlamentswahlen 2013 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Woran liegt das?

Es liegt zweifelsfrei vorrangig an seiner gesamten Erscheinung, an seinen medienwirksamen (Show-)Auftritten, an seinen Versprechungen und an den Italienern selbst.
In Italien ist durch die Ära Berlusconi die Bildung mitsamt der Kultur vernachlässigt worden. Stattdessen wurde die Frau als das Sinnbild der Erotik, der sexuellen Begierde in den Vordergrund gestellt, die in seinen Fernsehkanälen nichts weiter darzustellen zu sein scheint wie ein Gebrauchsgegenstand des Mannes. Fast nackte Frauen tänzeln in seinen Shows auf der Bühne, ein kurzes Röckchen hier, ein halbnackter Busen dort, von weiblicher Intelligenz ist kaum noch etwas zu spüren.

Video: Berlusconi´s Frauen

Silvio Berlusconi hält derzeit mit seinem Medienunternehmen „Mediaset“ etwa 20 Prozent der nationalen Kanäle. Europaweit hält er zudem drei Kanäle: 1986 führte er in Frankreich den Sender „La Cinq“ ein, 1987 bis 1992 wurde der Sender „Tele 5“ in Deutschland ausgestrahlt und 1989 begann der Sender „Telecinco“ seine Ausstrahlungen in Spanien.
Durch sein Medienunternehmen unterhält Berlusconi das milanesische Unternehmen „Publitalia 80“, eine Werbefirma, die ihm die passenden Werbeauftritte organisiert. Somit konnte sich Berlusconi bis heute stets medienwirksam präsentieren.
Aufgrund seines sexistischen Trends, den er in Italien vorgegeben hat, wurden die Bildung und Kultur vernachlässigt.  Zwar rief Mariastella Gelmini, Ministerin für Bildung, Hochschule und Forschung in den Jahren 2008 bis 2011 und weniger zufällig Anhängerin Berlusconi´s Partei „Popolo della Liberta“ (PdL), zu einigen Maßnahmen auf, jedoch gab es ebenso massiven Widerstand von Gewerkschaften, Eltern und Lehrkräften gegen den geplanten Abbau von Lehrkräften. Befürwortet wurde indes unter anderem eine Einführung der Schuluniform.
Im Jahre 2008 wurde von der Ministerin ein Sparpaket beschlossen, bei dem rund 8 Milliarden Euro weniger für die Bildung ausgegeben werden sollte. Zudem sollten 90.000 Lehrer entlassen werden und ein Verbot ausgeteilt werden, das den Universitäten Italiens verbieten sollte, mehr als ein Fünftel des bereits pensionierten Personals wieder neu zu ersetzen.
Auch die Struktur der Schulen sollte sich in Italien ändern, so sollte nur noch ein Lehrer eine Grundschulklasse leiten. Das Tragen von Schuluniformen sollte wieder zum Alltag gehören. Zucht und Ordnung müsse her, um Italien bildungspolitisch zu fördern. Irgendwie war aber das Gegenteil der Fall, wenn man sich die Ergebnisse der Pisa-Studien seit dem Jahre 2000 regelmäßig zu Gemüte zieht. Denn hier liegt Italien neben Mexiko, Portugal und Griechenland stets am Tabellenende der OECD-Staaten.
Ganz hart sollte es jedoch die Kinder von Zuwanderern treffen, denn diese sollten, wenn sie nicht der italienischen Sprache mächtig sind, aussortiert und in einer Sonderklasse unterrichtet werden. Für die Lega Nord ist dies eine „positive Diskriminierung“, für die Opposition und den Gewerkschaften hingegen die Rückkehr der südafrikanischen „Apartheid“.

Neben den Bildungseinrichtungen bekamen auch die öffentlichen kulturellen Institutionen die Ära Berlusconi zu spüren. Im Budgetgesetz 2011 wurde der Fondo Unico per lo Spettacolo (FUS), also der Kulturhaushalt, um satte 40 Prozent gekürzt. Somit flossen 288 Millionen Euro weniger in die Kassen der kulturellen Einrichtungen, wie beispielsweise in denen der Opern. Italienische Experten, wie Musikdirektor und Intendant der Mailänder Scala, Stephane Lissner, teilte mit, dass durch die massiven finanziellen Einschnitte der Großteil der Opern schließen müsse. Italiens Erbe, die Opern, jahrhundertelang berühmt und geliebt, müssen gegen kitschige, niveaulose Bühnenshows mit halbnackten Showgirls weichen. Ist dies wirklich das wahre Italien?

Mit der Regierung Montis, die bei Berlusconi so unbeliebt ist, wie Angela Merkel als Geschäftspartner, hatte der Ex-Ministerpräsident noch nie viel am Hut. So plant er auch bei einer Wiederwahl alle bisher aufgestellten Sparmaßnahmen Montis schlichtweg abzuschaffen. Allem voran die eingeführte Immobiliensteuer. Ist sie doch ein Störfaktor, der unbeliebt macht. Gerade im Süden des Landes, der überwiegend von mafiosen Strukturen dominiert wird und wo diese hauptsächlich im Baugewerbe und Drogenhandel agieren, ist eine Immobiliensteuer nicht gern gesehen. Und genau hier liegt Berlusconi´s Ass im Ärmel.

Die Bevölkerung Siziliens, die durch Korruption, illegalen Strukturen und Industriemangel vom restlichen Italien quasi abgeschnitten ist und wo die Bildung auf ein Minimum geschrumpft ist, hat Hoffnung in Berlusconi´s Verprechen. Steuererleichterungen und vor allem: neue Arbeitsplätze. Denn Sizilien hat neben Kampanien mit Neapel die höchste Arbeitslosenquote, vor allem bei Jugendlichen. Hier spürt man deutlich das Nord-Süd Gefälle, bei dem der Norden industrialisiert ist, eine niedrigere Jungendarbeitslosigkeit aufweist als der Süden. Hier ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Frust und Wut macht sich bei diesem Klientel bemerkbar. Kein Wunder also, dass eine Vielzahl der jungen Bevölkerung auswandern will. Italien verliert somit zunehmend an qualifiziertem Fachpersonal, was sich wiederum in der Wirtschaft und der Bildung niederschlägt. Eine Rettung ist nicht in Sicht, könnte aber durch den eher unscheinbaren Pierluigi Bersani erfolgen. Er ist der Vorstand und Ministerpräsidentskandidat 2013 der sozialdemokratisch orientierten Partei „Partito Democratico“ (PD). Bersani scheint das Gegenteil von Berlusconi zu sein. Eher ruhig, traditionell verbunden, pragmatisch und nicht machtergreifend, alles das, was Berlusconi mit Sicherheit nicht ist und nicht sein will, denn Berlusconi liebt seine Auftritte, genießt es im Mittelpunkt  zu stehen, wobei er  mit der Tradition mit seinen sexistischen Shows nicht viel am Hut zu haben scheint und Macht, ist die Nahrung seines Egos.
Arbeitslosenquote in Italien 2013
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Mit Bersani könnte es Italien aus der Schuldenkrise schaffen. Zwar nicht sofort, aber allmählich Stück für Stück. Zu lange hatte Italien unter Berlusconi finanziell gelitten. Die Schuldenuhr tickte unaufhörlich weiter bis zu einem Stand von derzeit 2,0 Billionen Euro. Es ist somit faktisch klar, dass in der kurzen Regierungszeit von Monti, dieser nur innerhalb eines Jahres nicht die gesamte defizitäre Wirtschaft Italiens umwandeln konnte. Zu kurz war die Zeit der Rettung, zu lang die zerstörerische Regierungszeit Berlusconis.

Staatsverschuldung von Italien 2013
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Was jetzt Italien retten könnte, ist ein ausgeklügelter Sparplan, der die Schulden des Landes allmählich abbaut. Arbeitsplätze müssen geschaffen werden, die Bildung und die Kultur aufrecht erhalten werden, um weiterhin touristisch interessant zu bleiben. Italien lebt neben seinen Exporten von Wein, Reis, Käse und Öl vornehmlich vom Tourismus.
Vor allem im Süden, wo die Verzweiflung groß ist, wird auf die Worte des Ex-Ministerpräsidenten gehört. Zu viel „Annehmlichkeiten“ werden versprochen. Zu viel Hoffnung wird geschürt. Zu viel Armut existiert hier. Nur ist es doch paradox, dass gerade hier, wo die meiste, wenn auch inoffiziell gekaufte, Anhängerschaft lebt und wo er von einer angeblichen Liebe zu der Stadt spricht ( Napoli é “un atto d’amore nei confronti di una città e di una regione che ci sono sempre vicine”), es Berlusconi nicht auf die Reihe bringt, wenigstens eines seiner jahrzentelangen Versprechen einzulösen: Endlich das Mülldisaster von Neapel zu beseitigen.

Karneval in Venedig 2013

Karneval VenedigDer Karneval in Venedig (Carnevale Di Venezia) findet im Jahr 2013 vom 26. Januar bis zum 12. Februar statt. Das diesjährige Motto lautet: Vivi i colori – Live in colour. Eröffnet wird das Spektakel mit dem Engelsflug (Il Volo dell´Angelo), bei dem ein prominenter Gast vom Campanile gesichert an einem Stahlseil auf dem Markusplatz (Piazza San Marco) herabschwebt. Diese Rolle übernimmt dieses Jahr Marta Finotto. Jedes Jahr wird ein Prominenter für den Engelsflug ausgewählt.

Seit dem Jahr 2001 wurde der Engelsflug von folgenden Personen ausgetragen:

2001 – Katiuscia Triberti (Artista del Circo Triberti)
2002 – Antonella Elia (Attrice e showgirl)
2003 – Frida Scarpa (Schermitrice)
2004 – Carlotta Mantovan (Miss Veneto 2001)
2005 – Carolina Marconi (Modella e attrice)
2006 – Manuela Levorato (Velocista)
2007 – Federica Pellegrini (Nuotatrice)
2008 – Coolio (Cantante)
2009 – Margherita Maccapani Missoni (Attrice)
2010 – Bianca Brandolini d’Adda (Modella)
2011 – Silvia Bianchini (Maria dell’anno 2010)
2012 – Giulia Selero (Maria dell’anno 2011)
2013 – Marta Finotto (Maria dell’anno 2012)

Historisch gesehen war der Karneval in Venedig neben dem in Rom oder Florenz Karneval Venedig 2013eines der größten Spektakel in Italien. Es wurden Tierkämpfe und Herkulesspiele ausgetragen und es gab eine Vielzahl an Masken und Feuerwerken. Im Spätmittelalter wurde der Karneval immer prunkvoller. Der Grund lag hierbei bei den italienischen Fürstenhöfen. Ursprünglich wurde der Kaneval erstmals im Jahre 1094 erwähnt. Später zu Lebzeiten von Giacomo Casanova zwischen 1725 und 1798 erlangte der Karneval zu seinem glanzvollen Höhepunkt. Im Jahre 1797 wurde Venedig von Napoleon Bonaparte eingenommen und an Österreich angegliedert. Der Karneval verlor seinen Glanz. Versuche, den Karneval in einer österreichischen Form weiterleben zu lassen, scheiterten, da die Venezianer diese stets boykottierten. Der Karneval wurde dann einer Legende nach von Napoleon verboten. Erst als Venedig am 18. Oktober 1866 wieder in Italien eingegliedert wurde, versuchte man den venezianischen Karneval wieder aufleben zu lassen. Dies gelang jedoch schleppend. Erst im Jahre 1976 wurde der Karneval nachhaltig von Frederico Fellini durch seinen Film Casanova (Il Casanova di Federico Fellini) wiederbelebt.

Parlamentswahlen 2013 in Italien

Am 24. und 25. Februar 2013 finden in Italien die vorgezogenen Parlamentswahlen statt, nachdem Ministerpräsident Mario Monti, der bis dato parteilos war, zurückgetreten ist. Ursprünglich sollten die Parlamentswahlen zur 17. Legislaturperiode der beiden Parlamentskammern im April 2013 stattfinden, wurden jedoch aufgrund des Rücktritts von Monti vorgezogen. Danach hatte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano das Parlament am 22. Dezember 2012 aufgelöst und die Neuwahlen terminlich festgelegt.

Folgende Gruppierungen können bisher für das Abgeordnetenhaus prognostiziert werden:

Koalition  Spitzenkandidat  Orientierung Beteiligung
Italia. Bene Comune Pier Luigi BersaniPier Luigi Bersani  Mitte-Links Partito Democratico, Sinistra Ecologia Libertà, Partito Socialista Italiano, Centro Democratico, Südtiroler Volkspartei, PATT, Südtiroler Grünen
Mitte-Rechts Silvio BerlusconiSilvio Berlusconi  Mitte-Rechts Popolo della Libertà, Lega Nord, La Destra, Fratelli d’Italia – Centrodestra Nazionale, Grande Sud, Lista Lavoro e Libertà, Alleanza di Centro
Agenda Monti per l’Italia Mario MontiMario Monti Zentristisch Unione di Centro, Futuro e Libertà, Italia Futura, Partito Liberale Italiano
Rivoluzione Civile Antonio IngroiaAntonio Ingroia  Links-Liberal Italia dei Valori, Federazione dei Verdi, Federazione della Sinistra, Movimento Arancione
MoVimento 5 Stelle Beppe GrilloBeppe Grillo  Populistisch MoVimento 5 Stelle
 Altri partiti  Altri partitiFrecce tricolori - Festa della Repubblica Libertär, Konservativ, Rechtsextrem, Radikal-Liberal, Trotzkritisch Fermare il Declino (libertär), Io Amo L’Italia (konservativ), Partito Pirata Italiano (Piratenpartei), Forza Nuova (rechtsextrem), Radicali Italiani, unter der Bezeichnung Amnistia Giustizia e Libertà (radikal-liberal), Partito Comunista dei Lavoratori (trotzkistisch)

Vorläufiger Stand vom 06.02.2013 (demos.it)

Koalition 04. – 06. Feb 22. – 28. Jan 17. – 22. Jan
Italia. Bene Comune 34,1 36,4 38,1
Mitte-Rechts 28,6 26,6 25,8
A. Monti per l’Italia 16,0 17,7 16,2
Rivoluzione Civile 4,0 4,2 4,5
MoVimento 5 Stelle 16,0 12,9 13,0
Altri partiti 1,3 2,2 2,4