Friaul-Julisch Venetien

In der Region der oberen Adria in Italien ist Julisch Venetien mit einer Größe von mehr als 9800 Quadratkilometern gelegen. Die größte Stadt ist Triest. Die Bevölkerungsanzahl liegt bei ungefähr 1,1 Millionen. Es ist eine eher multikulturelle Region und daher sind hier auch die unterschiedlichsten Sprachen zu finden, wie beispielsweise Italienisch, Kroatisch, Istriotisch, Slowenisch, Furlanisch, Venetisch und Istrorumänisch. Im Italienischen wird die Region auch Venezia-Giulia genannt und im kroatischen und slowenischen Julijska Krajina.
Im Süden grenzt Friaul-Julisch Venetien an den Golf von Triest und an den Kvarnergolf, im Norden an die Julischen Alpen. Zu der Region gehören Isonzo, das Karsthochland, ein winziger Teil von Dalmatien, die Stadt Rijeka sowie die Halbinsel Istrien. Das Wort „Julisch Venetien“ stammt ursprünglich aus dem Jahre 1863,  welches von Graziadio Ascoli, einem Linguisten vorgeschlagen wurde.

Julisch Venetien gehörte bis zum Jahre 1918 zum Österreichischen Küstenland. Die Region verteilt sich auf mehrere Staaten, wie Italien, Slowenien und Kroatien. Triest war und ist eine der wichtigsten Städte, doch durch die Teilung (1945/46) und durch den „Eisernen Vorhang“ hat sich die kulturelle und wirtschaftliche Lage etwas geändert.

Geschichte

Zu Österreich-Ungarn gehörte Julisch Venetien bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Zum Königreich Italien wurde es 1919 durch den Saint-Germain Vertrag angeschlossen. Das Gebiet wurde in die Verwaltungseinheiten Triest, Görz, Pola und Zara geeilt. Ab 1924 wurde die Provinz Fiume eingespeist. Somit war die italienische Region halb slawisch und halb italienisch besiedelt, wobei der italienische Teil sich eher auf größere Städte und der Küste konzentrierte. Das Karsthinterland gehörte daher den Slowenen und den Kroaten zum Süden hin.

Viele Kroaten und Slowenen wanderten zwischen 1920 und 1930 nach Jugoslawien aus, da das faschistische Mussolini Regime in Italien herrschte. Viele wandten sich zu der Zeit aber auch der TIGR – der Untergrundorganisation – zu.

1947 fand eine Teilung von Julisch Venetien durch den Pariser Friedensvertrag statt und der wesentliche Teil wurde Jugoslawien zugesprochen. Es wurden sehr viele Italiener vertrieben oder wurden Opfer des Foibe Massakers, wobei viele Italiener lebend in Karsthöhlen geworfen wurden.

Den Ansatz zu einem vereinten Julisch Venetien brachte das Freie Territorium Triest, welches neben Triest auch den nordwestlichen Teil Istriens beinhaltete. Leider konnte diese Lage nicht lange gehalten werden und es wurde 1954 wieder zwischen Jugoslawien und Italien aufgeteilt. Italien wurdeTriest und eine schmale Landzunge zugesprochen, der gesamte Rest dem Staat Jugoslawien. Eine Bilateralisierung geschah 1975 durch den Vertrag von Osimo.

1991 wurden Kroatien und Slowenien unabhängig und wurde auf drei Staaten verteilt. Die kulturellen und wirtschaftlichen Kontakte stellen sich allmählich wieder her und die Minderheiten werden staatlich unterstützt. In Friaul-Julisch Venetien ist Slowenisch die Amtssprache. Italienisch gehört zu den Sprachminderheiten. Es findet eine allmähliche Entspannung zwischen den verschiedenen Kulturen statt.

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