Der Ätna – Etna oder Mongibello

Der Ätna, im Italienischen auch Etna oder Mongibello genannt, ist Europas höchster aktiver Vulkan. Er liegt auf der Insel Sizilien und ist mit einer Höhe von etwa 3.323 Metern über dem Meeresspiegel weithin gut sichtbar. Der Name kommt aus dem indogermanischen und bedeutet so viel wie „brennend“.

In der antiken Mythologie spielt der Ätna gemeinsam mit dem Stromboli, ebenso ein Vulkan, eine große Rolle. Hier sollen die Kyklopen ihrem Gott Hephaistos beim Schmieden geholfen haben. Wenn Hephaistos vermutete, dass seine Frau Aphrodite einen Seitensprung gewagt hatte, heizte er sein Schmiedefeuer so weit auf, dass der Vulkan ausbrach. Auch soll die Entführung der Persephone durch Hades hier stattgefunden haben.

Der Ätna hat insgesamt vier Gipfelkrater, die Ausbrüche erfolgen dennoch meistens an den Flanken. Mittlerweile soll es demzufolge bis zu 400 Nebenkrater geben. Er ist nicht nur Europas größter, sondern auch weltweit der aktivste Vulkan. Da er eine sehr dünne Lava aufweist, entstehen an ihm die europaweit einmaligen Lavagrotten. Oberhalb des Lavastroms kühlt sich das Magma schneller ab als im Inneren, wo es deutlich schnell weiter fließt. Dadurch entstehen diese entsprechenden Grotten mit teilweise einem Kilometer Länge.

Das Land um den Ätna ist durch seine Fruchtbarkeit dicht besiedelt. Orangen-, Zitronen-, Oliven-, Feigen- und Pistazienbäume wachsen zusammen mit Buchen, Kiefern oder Birken. Getreidefelder und Weinberge sind in den unteren Zonen zu finden. Ginster, Wacholder, Moose, Gräser und Flechten wachsen ebenso reichhaltig.

Da der Ätna relativ hoch ist, ist der Gipfel meist mit Schnee bedeckt. Seine häufigen Ausbrüche gefährden aber auch die Bevölkerung. Immer wieder werden Häuser, die teils auch ohne Genehmigung an die Hänge gebaut werden, verschüttet. Die meisten Einwohner können sich keine Versicherung für diesen Fall leisten und stehen vor dem Ruin. Auch die gesamte Ernte kann gefährdet sein. Im Jahr 1928 wurden 770 Hektar Wald und Südfruchtplantagen sowie 550 Häuser zerstört. 1971 wurde ein Abschnitt der Seilbahn und die Vulkanwarte zerstört. 100 m hohe Lavafontänen schossen im Jahr 1981 aus dem Berg, 1983 riss an der Nordseite eine 750 m lange Eruptionsspalte auf und zerstörte auf ihrem Weg ins Meer mehr als 20 Gebäude.

Der Ätna ist mit dem Auto durch eine Straße zu erreichen. Mit der Seilbahn kann man ein ganzes Stück hinauffahren, mit Bussen geht es in Höhen bis 3.000 Meter. Bevor die alte Seilbahn zerstört wurde, war hier das größte Skigebiet Südeuropas. Rund um den Vulkan fährt zudem eine Eisenbahn.

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