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Emilia-Romagna – „Terra di motori“

In Norditalien liegt die Region Emilia-Romagna mit über 4,4 Millionen Einwohnern. Sie grenzt zum Norden hin an den Fluss Po und zum Osten hin an das Adriatische Meer. Der Süden wird von dem Gebirgszug Apennin und der Provinz San Marino abgegrenzt. Zum Westen hin grenzen die Regionen Ligurien und Piemont an die Emilia-Romagna. Im Norden können als weitere Grenzen die Regionen Lombardei und Venetien und im Süden die Toskana und die Marken genannt werden.

Das Romagna-Gebiet (der östliche Teil der heutigen Emilia-Romagna) gehörte über mehrere Jahrhunderte zum Kirchenstaat. Die Bezeichnung „Emilia-Romagna“ entspringt jedoch der langobardischen Zeit. Die Gebiete waren römisch, woher auch der Name „Romania“ entspringt. Aus den Herzogtümern Modena und Parma ist die „Emilia“ entstanden, die ursprünglich von der römisch Via Emilia, eine wichtige Römerstraße im Norden von Italien) abgeleitet wurde und der Region ihren Namen gab. Die größte und wichtigste Stadt der italienischen Region ist Bologna, die auch gleichzeitig die Hauptstadt der Region ist. Bologna wird in Bezug auf ihre Größe von Modena, Parma, Reggio nell´Emilia, Ravenna, Rimini, Ferrara, Forli, Piacenza und Cesena gefolgt.

Geschichte

Der Ursprung der Region kommt aus der Antike und so war Aemilia (heute Emilia) die achte Region in Italien. Der Name wurde von der Straße abgeleitet, die die Städte Rimini und Piacenza verband. Etwa im 4. Jahrhundert sind die Provinzen Liguria und Aemilia entstanden. Ravenna gehört nur teilweise dazu und wurde des Öfteren wieder ausgegliedert. Von den Langobarden wurde diese Region Romania genannt, damit eine gewisse Unterscheidung stattfinden konnte. Viele Jahrhunderte fand eine versuchte Unterwerfung der Gebiete von Ravenna, Forlí, Rimini, Faenza und Bologna statt. Letztendlich wurden sie von Pippin der Jüngere (Vater von Karl dem Großen) an das Papsttum übergeben. Dennoch blieb Romagna umstritten, gerade zwischen dem Kaiser und dem Papst. Unabhängig dagegen waren die restlichen Gebiete und jede hat eine eigene Geschichte zu erzählen.

Die Romagna Entwicklung

Nikolaus III. war es gelungen, die Kontrolle über Romagna zu erhalten. Kurz vor einem Zerfall des Gebietes, gelang es dem spanischen Kardinal Albornoz dies zu verhindern. Die päpstliche Herrschaft war in ihrer Macht geschwächt, so dass Cesare Borgia (u.a. italienischer Renaissancefürst) eine Dynastie gründen konnte, indem er die vorherrschenden Fürsten beseitigte. Sein Vater, Alexander VI. (Papst in Rom), hinterließ dieses Werk und die einzelnen Städte gehörten wieder zum Papsttum. Die Verwaltung wurde durch die Legaten betrieben.

Herzogtümer der Emilia

Die Regionen Comacchia und Ferrara wurden von Papst Clemens VIII. 1597 beansprucht, nachdem sie dem Haus Este angehörten. Teile des Herzogtums von Ferrara waren Reggio und Modena und bildeten später ihr eigenes unter Cesare, dem Sohn von Alfonso I. Sehr kleine und eigenständige Fürstentümer waren dagegen Mirandola und Carpi. Letzteres wurde Este zugesprochen, als die Pio-Familie vertrieben wurde. Mirandola wurde von der Familie Pico beherrscht, allerdings nur so lange, bis sich Francesco Maria auf die Seite der Franzosen stellte. Er hat dadurch 1709 das Herzogtum abgenommen bekommen und dieses wurde wieder an Este verkauft. Piacenza und Parma gehörte zu der Herrschaft Farnese. 1731 war die Familie ausgestorben. Zuvor setzte Papst Paul III. seinen Sohn zur Herrschaft ein.

Die Französische Revolution und die Gründung des Königreiches

Die Emilia-Romagna unterstand von 1796 bis 1814 Italien, bis sie dann einer Eingliederung in das napoleonische Königreich Italiens unterlag. Die Romagna wurde erneut ab 1815 der Kirche und damit auch dem Staat und der Regierung in Italien unterstellt. Napoleons Frau, Marie Louise, erhielt das Herzogtum Parma und an die Erben der Este, Erzherzog Franz von Österreich, ging Modena. Parma entwickelte sich besser als die Gebiete der Romagna und Modena. Diese unterlagen einer Willkür, gepaart mit Korruptheit und einer repressiv rückschrittlichen Regierung. So folge die Revolution 1848 bis 1849, welche von den Österreichern niedergeschlagen wurde. Emilie kam erst wieder zum italienischen Königreich, als der 1859 geführte Unabhängigkeitskampf gewonnen wurde.

Sprachen und Wirtschaft

Die Amtssprache wie auch die Schriftsprache der Emilia-Romagna ist Italienisch. Zusammenfassend werden oft Romagnol und Emilianisch gesprochen. Die Region Emilie-Romagna hat sich zu der dritten wohlhabendsten Region in Italien gemausert. In dieser Region sind bekannte un dberühmte Marken wie Ferrari, Maserati, Pagani und Lamborghini beheimatet. Automobilmuseen und auch Motorradmuseen sind hier zahlreich vertreten und versprechen Einblicke in die Edelkarossen. Somit ist es auch verständlich, dass sich selbst die Region „Land der Motoren“ nennt. Ebenso häufig sind hier sehr berühmte Pumpenhersteller sowie namenhafte Industriesauger und Hochdruckreiniger zu finden. Aus der Gegend Modena kommt der berühmte Balsamicoessig, der aus fast keinem Salat mehr wegzudenken ist. Der typische Parmesan-Käse kommt aus Parma und Emilia. Der Parmaschinken kommt aus der Region Parma und auch Barilla hat hier ihren Hauptsitzt. Zudem hat die Fliesenproduktion, die vom Export in die gesamte Welt lebt und mehr als 40 Betriebe unterhält, hier einen wichtigen Wirtschaftsstandpunkt.

Tourismus ist in der Emilia-Romagna überall zu finden und kann in bestimmte Kategorien unterteilt werden. Thermaltourismus im Westen und Südosten,
Kulturtourismus sowie der Städtetourismus in Ferrara, Bologna, Ravenna, Modena und Parma.
Ebenso gibt es einen Naturtourismus, der im Delta des Po und im Gebirgszug Apennin als Naturreservat bekannt ist.
Der Badetourismus ist besonders in Rimini und Cervia zu finden.

Sport und Kurioses

Im „terra di motori“ sind selbstverständlich auch Rennstrecken zu finden. In Imola ist eine Formel-1-Rennstrecke, auf der auch Motorrad Grand Prixs ausgetragen werden. Superbike-Meisterschaften finden in Misano Adriatico statt und bei Fiorano Modenese ist eine Testrennstrecke von Ferrari zu finden. Ebenso beheimatet die Region Emilie-Romagna den FC Bologna und den FC Parma.
Der Film „Don Camillo und Peppone“ wurden in der Nähe des Po gedreht, wobei es ein kleines Museum zu entdecken gibt, das genau dieses Highlight seinen Besuchern näher bringt. Selbst das Kreuz ist noch in einer kleinen Kirche zu sehen.