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Emilia-Romagna – Haupternährer Italiens

Blick über die Emilia-Romagna, Copyright: italien-sehenswertes.de

Die Region Emilia-Romagna mit 4.448.841 Einwohnern (Stand 31.12.2016) liegt in Norditalien. Sie grenzt zum Norden hin an den Fluss Po, die Lombardei und Venetien und zum Osten hin an das Adriatische Meer. Der Süden wird von dem Gebirgszug Apennin, der Toskana, die Marken und der Provinz San Marino abgegrenzt. Zum Westen hin grenzen die Regionen Ligurien und Piemont an die Emilia-Romagna.

Gliederung

Die Emilia-Romagna kann in zwei geschichtich eigenständige Regionen unterteilt werden. 

  1. Die Emilia, welche die Provinzen  Piacenza, Parma, Reggio Emilia, Modena, Ferrara und den größten Teil von Bologna beherbergt.
  2. Die Romagna, welche die Provinzen Forlì-Cesena, Ravenna, Rimini und die Gemeinden von Bologna unterhält, die östlich des Flusses Sillaro liegen.

Das Romagna-Gebiet (der östliche Teil der heutigen Emilia-Romagna) gehörte über mehrere Jahrhunderte zum Kirchenstaat. Die Bezeichnung „Emilia-Romagna“ entspringt jedoch der langobardischen Zeit. Die Gebiete waren römisch, woher auch der Name „Romania“ entspringt.

Burg Sismondo, Copyright: italien-sehenswertes.de

Aus den Herzogtümern Modena und Parma ist die „Emilia“ entstanden, die ursprünglich von der römisch Via Emilia, eine wichtige Römerstraße im Norden von Italien) abgeleitet wurde und der Region ihren Namen gab. Die größte und wichtigste Stadt der italienischen Region ist Bologna, die auch gleichzeitig die Hauptstadt der Region ist.

Bologna wird in Bezug auf ihre Größe von Modena, Parma, Reggio nell´Emilia, Ravenna, Rimini, Ferrara, Forli, Piacenza und Cesena gefolgt.

Provinzen der Emilia-Romagna

  • Bologna mit 55 Gemeinden, 1.005.831 Einwohnern
  • Provinz Ferrara mit 23 Gemeinden, 351.438 Einwohnern
  • Provinz Forlì-Cesena mit 30 Gemeinden, 394.601 Einwohnern
  • Provinz Modena mit 47 Gemeinden, 701.642 Einwohnern
  • Provinz Parma mit 45 Gemeinden, 447.779 Einwohnern
  • Provinz Piacenza mit 48 Gemeinden, 286.997 Einwohnern
  • Provinz Ravenna mit 18 Gemeinden, 391.525 Einwohnern
  • Provinz Reggio Emilia mit 45 Gemeinden, 532.872 Einwohnern
  • Provinz Rimini mit 26 Gemeinden, 335.436 Einwohnern

Wichtige Städte und Industriestandpunkte

  • Bologna mit 386.663 Einwohnern
  • Modena mit 180.638 Einwohnern
  • Parma mit 177.069 Einwohnern
  • Reggio nell’Emilia mit 167.013 Einwohnern
  • Ravenna mit 149.084 Einwohnern
  • Rimini mit 138.060 Einwohnern
  • Ferrara mit 131.907 Einwohnern
  • Forlì mit 112.477 Einwohnern
  • Piacenza mit 99.340 Einwohnern
  • Cesena mit 93.857 Einwohnern

Sehenswürdigkeiten in der Emilia-Romagna

Außenmauer der Burg von San Leo in Rimini, Copyright: italien-sehenswertes.de

In der Emilia-Romagna sind zahlreiche Sehenswürdigkeiten und sehenswerte Orte zu finden.

Hier sind nur die wichtigsten nachfolgend kurz aufgeführt, da allenfalls der Rahmen gesprengt wird. Es werden viele Orte in Italien mit ausführlichen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten in separaten Texten behandelt.

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Bologna

  • Le due torri, Bologna (die 2 Türme)
  • La Basilica di San Petronio, Bologna
  • Fontana del Nettuno, Bologna
  • I dipinti murali di Dozza (bemalte Mauern)
  • Il Lago Scaffaiolo im Parco regionale del Corno alle Scale
  • Il Castello dei Manzoli in San Martino in Soverzano (Minerbio)

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Ferrara

  • Il Castello Estense, Ferrara
  • Palazzo dei Diamanti, Ferrara
  • La Cattedrale di San Giorgio, Ferrara
  • Comacchio

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Forli-Cesena

  • Piazza Aurelio Saffi, Forlì
  • Abbazia di San Mercuriale, Forlì
  • Rocca di Ravaldino, Forlì
  • Rocca Malatestiana, Cesena
  • Biblioteca Malatestiana, Cesena
  • Fontana Masini, Cesena
  • Terra del Sole
  • La diga di Ridracoli (Staudamm)

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Modena

  • Il Duomo di Modena
  • Palazzo Comunale Modena
  • Palazzo Ducale, Modena
  • Il monte Cimone

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Parma

  • Il duomo di Parma (Dom von Parma)
  • Il Battistero di Parma
  • Statue von Giuseppe Verdi, Busseto

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Piacenza

  • Il Palazzo Comunale di Piacenza
  • Il duomo di Piacenza (Dom von Piacenza)
  • Chiesa di San Sisto, Piacenza
  • Basilica di Sant’Antonino, Piacenza
  • Palazzo Farnese, Piacenza

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Ravenna

  • Il mausoleo di Teodorico, Ravenna (Mausoleum)
  • Battistero degli Ariani, Ravenna
  • Mausoleo di Galla Placidia, Ravenna (Mausoleum)
  • Basilica di Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna
  • La tomba di Dante (Das Grab von Dante Alighieri)
  • Basilica di Sant’Apollinare in Classe

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Emilia

  • Piazza San Prospero, Reggio Emilia
  • Basilica di San Prospero, Reggio Emilia
  • Chiesa di san Giorgio, Reggio Emilia
  • Teatro municipale, Reggio Emilia
  • Sala del Tricolore, Reggio Emilia

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Rimini

  • Il Tempio Malatestiano, Rimini (Tempel)
  • Castel Sismondo, Rimini (Schloss, Burg)
  • Piazza Cavour, Rimini
  • Il ponte di Tiberio a Rimini (Brücke)
  • La fortezza di San Leo (Festung)

Castel Sismondo, Copyright: italien-sehenswertes.de

Brescello

Der Film „Don Camillo und Peppone“ wurden in der Nähe des Po in dem kleinen Örtchen Brescello mit 5.621 Einwohnern (Stand 31.12.2016) gedreht. In Brescello gibt es diesbezüglich ein kleines Museum zu entdecken. Das Kirchenkreuz von Don Camillo und Peppone ist noch in der Kirche platziert.

Comacchio

Comacchio ist eine Gemeinde mit 22.369 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) und liegt an der Adria in der Provinz Ferrara. In Comacchio gibt es zahlreiche Kirchen wie zum Beispiel die Kathedrale San Cassiano, Wallfahrtskirche Santa Maria in Aulia Regia und die Chiesa del Rosario zu bestaunen. Das Stadtbild prägen zudem zahlreiche Brücken, wobei viele aus dem 18. Jahrhundert stammen. Zu den wichtigsten Brücken zählen die Petersbrücke(Ponte San Pietro), die Sisti-Brücke (Ponte dei Sisti), die Häscherbrücke (Ponte degli Sbirri), die Trepponti-Brücke (Ponte Trepponti), die Carmini-Brücke (Ponte del Carmini) und die Pizzetti-Brücke (Ponte Pizzetti).

Mosaiken von Ravenna, Copyright: italien-sehenswertes.de

Imola

Die Stadt Imola mit 69.951 Einwohnern (Stand 31. 12.2016) ist vr allem für ihre berühmte Rennstrecke „Imola“ durch die Formel 1 bekannt. In Imola werden neben der Formel 1 (Formula 1) auch Motorrad Grand Prixs ausgetragen. Generell entstand die Stadt in der Antike, wobei es jedoch bereits vorher in der Gegend Siedlungen gab.

Predappio

Predappio ist eine Stadt in der Emilia-Romagna mit 6.297 Einwohnern (Stand 31.12.2016). Sie ist der Geburtsort von Benito Mussolini (1883–1945).

Cesenatico

Strand in Cesenatico im März mit Blick aus dem Grand Hotel, Copyright: italien-sehenswertes.de

Cesenatico ist ein Urlaubsort mit 25.781 Einwohnern (Stand 31.12.2016), der etwa 20 Kilometer nordwestlich von Rimini liegt. In Cesenatico gibt es zahlreiche Hotels, zum Beispiel das Grand Hotel Cesenatico, die sehr beliebt bei Strandurlaubern sind, da sie direkt am langen Sandstrand liegen. Zudem gibt es in Cesenatico ein Denkmal von Giuseppe Garibaldi sowie von Marco Pantani zu sehen. Cesenatico hat auch einen eigenen Hafen, in dem Museumsschiffe liegen.

Sprachen und Dialekte

Die Amtssprache wie auch die Schriftsprache der Emilia-Romagna ist Italienisch. Zu einem Dialekt zusammengefasst werden oft Romagnol und Emilianisch. Insgesamt werden in der Region 27 Dialekte des Emilianischen und 5 Dialekte des Romagnolischen gesprochen.

Wirtschaft

Die Region Emilia-Romagna ist zu der drittwohlhabendsten Region in Italien aufgestiegen. In dieser Region sind bekannte und berühmte Marken wie Ferrari, Maserati, Pagani und Lamborghini ansässig. Automobilmuseen und auch Motorradmuseen sind hier zahlreich vertreten und versprechen Einblicke in die Edelkarossen. Somit ist es auch verständlich, dass sich selbst die Region „Land der Motoren“ nennt.

Ebenso häufig sind hier sehr berühmte Pumpenhersteller sowie namenhafte Industriesauger und Hochdruckreiniger zu finden. Zudem hat die Fliesenproduktion, die vom Export in die gesamte Welt lebt und mehr als 40 Betriebe unterhält, hier einen wichtigen Wirtschaftsstandpunkt.

Kulinarisches und typische Produkte

In der italienischen Region gibt es einige sehr bekannte Spezialitäten, die weltweit Ansehen erlangt haben.

Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Risotto alla parmigiana
  • Strozzapreti
  • Zuppa Imperiale
  • Mortadella di Bologna
  • Cotechino
  • Culatello
  • Zampone
  • Pancetta coppata
  • Prosciutto di Parma
  • Prosciutto crudo di Modena
  • Bracciatello
  • Ciambella
  • Casatella romagnola
  • Coppa
  • Parmigiano-Reggiano
  • Piadina romagnola
  • Aceto Balsamico Tradizionale di Modena
  • Coppia Ferrarese (pane IGP)
  • Anicione (Finale Emilia)
  • Lambrusco Modenese (Santa Croce, Graspa Rossa Castelvetro) IGP und DOC
  • Lambrusco Reggiano IGP und DOC
  • Mela Campanina di Modena

Geschichte

Burg Sismondo, Eingang, Copyright: italien-sehenswertes.de

Die Region Aemilia (heute Emilia) wurde bereits als achte Region Italiens in der Antike zur Herrschaftszeit der Langobarden gegründet. Die Bezeichnung wurde von der antiken Römerstraße Via Aemilia abgeleitet, die die Städte Rimini und Piacenza verband. Etwa im 4. Jahrhundert sind die Provinzen Liguria und Aemilia entstanden. Ravenna gehört nur teilweise dazu und wurde des Öfteren wieder ausgegliedert. Von den Langobarden wurde diese Region Romania genannt, damit eine gewisse Unterscheidung stattfinden konnte. Viele Jahrhunderte fand eine versuchte Unterwerfung der Gebiete von Ravenna, Forlí, Rimini, Faenza und Bologna statt. Letztendlich wurden sie von Pippin der Jüngere (Vater von Karl dem Großen) an das Papsttum übergeben. Dennoch blieb Romagna umstritten, gerade zwischen dem Kaiser und dem Papst. Unabhängig geblieben waren dagegen die restlichen Gebiete wie Ferrara, Modena, Reggio, Parma und Piacenza.

Die Romagna Entwicklung

Nikolaus III. war es gelungen, die Kontrolle über Romagna zu erhalten. Kurz vor einem Zerfall des Gebietes, gelang es dem spanischen Kardinal Albornoz dies zu verhindern. Die päpstliche Herrschaft war in ihrer Macht geschwächt, sodass Cesare Borgia (u.a. italienischer Renaissancefürst) eine Dynastie gründen konnte, indem er die vorherrschenden Fürsten beseitigte. Sein Vater, Alexander VI. (Papst in Rom), hinterließ dieses Werk und die einzelnen Städte gehörten wieder zum Papsttum. Die Verwaltung wurde durch die Legaten betrieben.

Herzogtümer der Emilia

Die Regionen Comacchia und Ferrara wurden von Papst Clemens VIII. 1597 beansprucht, nachdem sie dem Haus Este angehörten. Teile des Herzogtums von Ferrara waren Reggio und Modena und bildeten später ihr eigenes unter Cesare, dem Sohn von Alfonso I. Sehr kleine und eigenständige Fürstentümer waren dagegen Mirandola und Carpi. Letzteres wurde Este zugesprochen, als die Pio-Familie vertrieben wurde. Mirandola wurde von der Familie Pico beherrscht, allerdings nur so lange, bis sich Francesco Maria auf die Seite der Franzosen stellte. Er hat dadurch 1709 das Herzogtum abgenommen bekommen und dieses wurde wieder an Este verkauft. Piacenza und Parma gehörte zu der Herrschaft Farnese. 1731 war die Familie ausgestorben. Zuvor setzte Papst Paul III. seinen Sohn zur Herrschaft ein.

Die Französische Revolution und die Gründung des Königreiches

Die Emilia-Romagna unterstand von 1796 bis 1814 Italien, bis sie dann einer Eingliederung in das napoleonische Königreich Italiens unterlag. Die Romagna wurde erneut ab 1815 der Kirche und damit auch dem Staat und der Regierung in Italien unterstellt. Napoleons Frau, Marie Louise, erhielt das Herzogtum Parma und an die Erben der Este, Erzherzog Franz von Österreich, ging Modena. Parma entwickelte sich besser als die Gebiete der Romagna und Modena. Diese unterlagen einer Willkür, gepaart mit Korruptheit und einer repressiv rückschrittlichen Regierung. So folge die Revolution 1848 bis 1849, welche von den Österreichern niedergeschlagen wurde. Emilie kam erst wieder zum italienischen Königreich, als der 1859 geführte Unabhängigkeitskampf gewonnen wurde.