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Region Aostatal – Zwischen Käse und Wein

Italienische KüheEine mit einem Sonderstatus belegte Region in Italien, die zudem autonom ist, ist das Aostatal oder auf Italienisch auch Valle d´Aosta. Im Französischen wird das Aostatal Vallée d´Aoste und im Frankoprovenzalischen Val d´Outa bezeichnet. Auf einer kleinen Fläche von knapp 3.200 Quadratkilometern leben hier mehr als 128.000 Menschen. Mit der Hauptstadt Aoste ist das Aostatal die wohl kleinste italienische Region.

Geographie und Berggemeinden

Die nördliche Grenze des Aostatals ist die Schweiz, die westliche Frankreich. Im Süden und Osten ist die Region Piemont zu finden. Nebentäler der Alpen und das Dora Baltea Tal beeinflussen die Geographie dieser Region. Zum Westen hin grenzt der Mont Blanc und zum Norden hin der Monte Rosa an die Region.

Gran Paradiso ist nur ein Beispiel eines Naturparks im Aostatal. Ebenso besteht die Region aus verträumten Naturschutzgebieten und es ist ein sehr beliebtes Skigebiet, was viele Touristen in die Region zieht.

Aostatal hat keine Provinzen, so wie viele andere Regionen, sondern vielmehr Berggemeinden. So besteht diese Region aus acht Berggemeinschaften:

  • Evancon
  • Grand Paradis
  • Grand Combin
  • Mont Emilius
  • Monte Cervino
  • Mont-Rose
  • Valdigne Mont Blanc
  • Walser Alta Valle del Lys

Geschichte

Als die Römer 25 v. Chr. die Kelten aus diser Region vertrieben haben, gründeten sie Augusta Praetoria – Aosta. Bis etwa 1946 gehörte die Region Aostatal zum Herrschaftshaus Savoyen. Zwischendurch war sie unter französischer Herrschaft. Daher wird auch teilweise französisch sowie frankoprovenzalisch gesprochen. Mitte des 18. Jahrhunderts war Aostatal unter dem Königreich und der Provinz Turin eingruppiert. Das Herrschaftshaus Savoyen wurde an Frankreich abgetreten. Die Eingliederung in Italien war besonders während des Faschismus im Gange. Über das gsprochene Französisch wurde ein Verbot verhängt und Italiener wurden immigriert. Im Jahr 1927 erfolgte die Trennung von Turin. Als ein sehr bedeutendes Widerstandszentrum erhielt Aostatal die Tapferkeitsmedaille. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sonderstatus gegeben und somit konnten sie den französischen Bestrebungen entgegenwirken. Der erste Präsident der Region war Federico Chabod.

Bevölkerung

Aostatal ist eine mehrsprachige Region, in der italienisch ebenso wie französisch als Amtssprachen gelten und sogar in der Verfassung als doppelsprachige Version auftauchen. In den Schulen ist die Zweisprachigkeit nicht anders und die Prüfungen müssen dementsprechend auch in beiden Sprachen abgelegt werden. Muttersprache ist trotz allem Italienisch und viele sprechen zudem den frankoprovenzalischen Dialekt. So ist aber auch eine deutsche Mundart zu finden und zwar in den Städtchen Gressoney la Trinité, Gressoney Saint Jean und Issime. Muttersprachlicher Unterricht wird bevorzugt, um die sprachlichen wie teilweise auch kulturellen Minderheiten zu schützen. Etwa 1.000 Menschen sprechen zudem Walserdeutsch.

Politische Verhältnisse

Seit 1948 ist Aostatal eine autonome Region in Italien. Der Regionalrat besteht aus insgesamt 35 Regionalräten und der Präsident steht dem Regionalausschuss vor. Etwa 90 sämtlicher eingenommenen Steuern steht Aostatal zu und damit kommen pro Kopf im Jahr 12.000 Euro. Nach einem Mehrheitswahlrecht wird im römischen Parlament der Senator mit seinen Abgeordneten gewählt. Die Bewegung Union Valdôtaine dominiert sehr stark das politische Geschehen. So war es auch möglich das sie einen ihrer eigenen Kandidaten an die Senatsspitze setzen konnten. Weitere politische Unionen sind Stella Alpina, Fédération Autonomiste und Popolo della Libertá. Als Nationalhymne gilt ein Volkslied – “Montagnes valdôtaines” mit der Melodie von Alfred Roland.

Wirtschaftliche Lage und Infrastruktur

Wegen des wesentlichen Einflusses durch das Weinanbaugebiet und den Käse ist die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Region Aostatal. Daneben steht ebenso bedeutend der Tourismus, der ebenfalls einen sehr wichtigen wirtschaftlichen Status inne hat. In Courmayeur und Breuil-Cervinia sind viel besuchte Wintersportorte, die zudem mit dem Zermatt in Verbindung stehen. Aostatal ist eine der sehr wohlhabenden Regionen von Italien und das Durchschnittseinkommen liegt bei etwa 66.400 Euro. Eine Arbeitslosenquote gibt es zwar auch, die liegt allerdings bei gerade einmal 3,2 Prozent durchschnittlich – gegenüber den südlichen Regionen schon ein beträchtlicher Unterschied.

Die stark befahrende A5 kommt von Turin und führt durch das gesamte Aostatal. Hier besteht eine Verbindung durch den Mont-Blanc-Tunnel zur französischen A40. Der Kleine Sankt Bernhard, ein Alpenpass, stellt die Verbindung zu Bourg Saint Maurice, einer französischen Ortschaft, her. Der Große Sankt Bernhard verbindet dagegen das schweizerische Martigny mit Aosta. Im gesamten Aostatal besteht von Oktober bis April die generelle Winterreifenpflicht oder variabel Sommerreifen mit Schneeketten. Wer ohne diese erwischt wird, muss bis zu 80 Euro Strafe zahlen. Es würde sich allerdings lohnen welche aufzuziehen, da die Straßen an sich nicht oder sehr gering gestreut sind.