Tag Archiv für Sizilien

Niederlage für Berlusconis Partei

In Sizilien erlitt die Mitte-rechts-Partei (PdL) von Ex-Premier Berlusconi bei den Regionalwahlen eine herbe Niederlage. Den Sieg trug die Mitte-links-Partei mit dem Kandidaten Rosario Crocetta davon. Dies wird schon als Ausblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr gewertet.

Crocetta bezeichnete seinen Erfolg als „historischen Sieg“, da er nicht als Favorit gestartet war. Der seit 2010 für die Demokratische Partei im Europaparlament in Straßburg tätige Crocetta hatte einen beispiellosen Wahlkampf geliefert. Er setzte sich für Transparenz in der Politik und dem Kampf gegen die Mafia ein. Von Anfang an bekannte er sich zu seiner Homosexualität, was aufgrund seiner Ehrlichkeit bei dem Wähler durchschnittlich „gut ankam“.

Sizilien gilt eigentlich als eine der Hochburgen von Silvio Berlusconi. Dieser hatte noch am Wochenende gedroht, die Regierung Monti zu stürzen. Doch mit einem Verlust von fast der Hälfte aller Stimmen fällt sein Rückhalt in der Bevölkerung derzeit immer weiter. Dabei waren die Stimmenthaltungen besonders hoch, denn nur 47,4 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Sizilien angeblich kurz vor dem Kollaps

Der italienische autonome Inselstaat Sizilien scheint offenbar kurz vor dem wirtschaftlichen und finanziellen Kollaps zu stehen, wie Ministerpräsident Mario Monti am Dienstag in der Hauptstadt Rom bekannt gab.

San Vito lo Capo Sizilien

San Vito lo Capo in Sizilien

Die Finanzkrise soll durch die sizilianischen Behörden mit verursacht worden sein. Monti fordert daher von Gouverneur Raffaele Lombardo eine Bestätigung über den Rücktritt zum Monatsende.

Für Italien bedeutet die Finanzkrise Siziliens jedoch kein größeres finanzielles Risiko. Auch die Ratingagentur Fitch bestätigte dies. Sizilien wurde von Fitch mit BBB+ bewertet. Damit steht der autonome Inselstaat nur eine Stufe schlechter da als die Regierung in Rom.

Sizilien ist am Bruttoinlandsprodukt Italiens mit etwa 5,5 Prozent beteiligt, wird jedoch seit geraumer Zeit als eine der ärmsten Regionen Italiens angesehen. Der Grund dafür soll im Verwaltungsapparat liegen.

Trotz der finanziellen Krise und einer Gesamtverschuldung von etwa 5,3 Milliarden Euro wurde der öffentliche Dienst um mehr als 30 Prozent in der Mitarbeiteranzahl aufgestockt. Die Arbeitslosenquote ist mit etwa 19,5 Prozent doppelt so hoch als Durchschnitt Italiens.

Der Ätna – Vulkano Etna oder Mongibello

Der Ätna, im Italienischen auch Etna oder Mongibello genannt, ist Europas höchster aktiver Vulkan. Er liegt auf der Insel Sizilien und ist mit einer Höhe von etwa 3.323 Metern über dem Meeresspiegel weithin gut sichtbar. Der Name kommt aus dem indogermanischen und bedeutet so viel wie „brennend“.

In der antiken Mythologie spielt der Ätna gemeinsam mit dem Stromboli, ebenso ein Vulkan, eine große Rolle. Hier sollen die Kyklopen ihrem Gott Hephaistos beim Schmieden geholfen haben. Wenn Hephaistos vermutete, dass seine Frau Aphrodite einen Seitensprung gewagt hatte, heizte er sein Schmiedefeuer so weit auf, dass der Vulkan ausbrach. Auch soll die Entführung der Persephone durch Hades hier stattgefunden haben.

Der Ätna hat insgesamt vier Gipfelkrater, die Ausbrüche erfolgen dennoch meistens an den Flanken. Mittlerweile soll es demzufolge bis zu 400 Nebenkrater geben. Er ist nicht nur Europas größter, sondern auch weltweit der aktivste Vulkan. Da er eine sehr dünne Lava aufweist, entstehen an ihm die europaweit einmaligen Lavagrotten. Oberhalb des Lavastroms kühlt sich das Magma schneller ab als im Inneren, wo es deutlich schnell weiter fließt. Dadurch entstehen diese entsprechenden Grotten mit teilweise einem Kilometer Länge.

Das Land um den Ätna ist durch seine Fruchtbarkeit dicht besiedelt. Orangen-, Zitronen-, Oliven-, Feigen- und Pistazienbäume wachsen zusammen mit Buchen, Kiefern oder Birken. Getreidefelder und Weinberge sind in den unteren Zonen zu finden. Ginster, Wacholder, Moose, Gräser und Flechten wachsen ebenso reichhaltig.

Da der Ätna relativ hoch ist, ist der Gipfel meist mit Schnee bedeckt. Seine häufigen Ausbrüche gefährden aber auch die Bevölkerung. Immer wieder werden Häuser, die teils auch ohne Genehmigung an die Hänge gebaut werden, verschüttet. Die meisten Einwohner können sich keine Versicherung für diesen Fall leisten und stehen vor dem Ruin. Auch die gesamte Ernte kann gefährdet sein. Im Jahr 1928 wurden 770 Hektar Wald und Südfruchtplantagen sowie 550 Häuser zerstört. 1971 wurde ein Abschnitt der Seilbahn und die Vulkanwarte zerstört. 100 m hohe Lavafontänen schossen im Jahr 1981 aus dem Berg, 1983 riss an der Nordseite eine 750 m lange Eruptionsspalte auf und zerstörte auf ihrem Weg ins Meer mehr als 20 Gebäude.

Der Ätna ist mit dem Auto durch eine Straße zu erreichen. Mit der Seilbahn kann man ein ganzes Stück hinauffahren, mit Bussen geht es in Höhen bis 3.000 Meter. Bevor die alte Seilbahn zerstört wurde, war hier das größte Skigebiet Südeuropas. Rund um den Vulkan fährt zudem eine Eisenbahn.