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Erdbeben in Kalabrien in Italien

Gegen 1.05 Uhr morgens vom 25. zum 26. Oktober 2012 gab es in Italien in der Region Kalabrien erneut ein stärkeres Erdbeben der Stärke 5. Das Epizentrum lag ca. 17 km von der Stadt Castrovillari entfernt. Auswirkungen waren bis in Neapel zu spüren. Es entstanden Schäden an Häusern, viele Menschen gerieten dabei in Panik. Ein Krankenhaus musste evakuiert werden und ein Mann starb an einem Schock. Dies sind die ersten Meldungen.
Gerade nach dem Gerichtsurteil gegen die Erdbebenexperten in Italien zeigt dieses Beben wieder deutlich, dass Erdbeben nicht vorhergesagt werden können.

Video: Erdbeben in Süditalien

Erdbebenurteil in Italien: Haftstrafen für 7 Experten

Italien ist um ein spektakuläres Gerichtsurteil reicher. Sieben italienische Erdbebenexperten in L´Aquila wurden zu Haftstrafen von je 6 Jahren verurteilt. Luciano Maiani, Chefexperte für die Bewältigung von Naturkatastrophen in Italien, trat daraufhin zurück.

Grund für die Verurteilungen war das schwere Erdbeben im April 2009. Bei diesen waren in den Abruzzen mehr als 300 Menschen gestorben. Mit der Begründung, die Menschen seien nicht ausreichend von den Seismologen gewarnt worden, wurden die Urteile verkündet. Nicht nur Maiani gab sein Amt auf, auch andere Mitglieder der von der italienischen Regierung eingesetzten Expertenkomission für Erdbeben, Vulkanausbrüche, Chemieunfälle und andere Katastrophen werden ihm folgen. Erdbeben vorherzusagen sei nach wie vor „unmöglich“, wie die Seismologen erklärten.

In Italien ist man über dieses Urteil entsetzt. Vor allem die Wissenschaft ist entmutigt und schockiert. Senatspräsident Renato Schifani erklärte hierzu: „Wer in Zukunft derartige Ämter bekleiden soll, wird sich weigern“, denn nach Ansicht der Wissenschaftler sind Experten der Justiz ausgeliefert.

Der Physiker Luciano Maiani, und gleichzeitig Vorsitzender der Risikokommission, teilte, bevor er sein Amt niederlegte, mit: „Dieses Urteil ist der Tod für einen Dienst am Staat durch hervorragende Professoren.“