Die Wallfahrtskirche Oropa in der Provinz Biella

Die Provinz Biella (Provincia di Biella) mit 78 Gemeinden und 177.574 Einwohnern gehört seit ihrem Inkrafttreten 1996 zur Region Piemont. Das Biellese ist im nördlichen Teil des Piemonts zu finden. Angrenzende Provinzen sind zum Westen hin das Aostatal und Turin sowie zum Osten, Süden und Norden hin Vercelli.

Bedeutung bekam die Provinz Biella wegen ihrer beachtlichen Qualität der Stoffherstellung und Textilverarbeitung, wodurch sich das Biellese als eine der führenden Provinzen in dem Wirtschaftszweig herausstellte. Nach der großen Wirtschaftskrise ging die Anzahl der Fabriken deutlich zurück. Biella erlebte ein Massensterben von Texilunternehmen und mit ihr kam die zunehmende Arbeitslosigkeit. Seitdem stehen viele Fabriken und Gewerberäume leer , die nur auf neue Investoren warten. Die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise sind im Biellese immer noch zu spüren, denn jedes Jahr schließen weitere Unternehmen ihre Pforten.

Nichtsdestotrotz bleibt die Provinz Biella faszinierend, nicht zuletzt wegen des Sacro Monte in Oropa, einem seit 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe anerkannten Wallfahrtsortes sowie der Gegend Zumaglia, einem geschützten Naturreservats im obrigen Bergbereich. Der ebefalls geschützte Burcina-Park mit seinen blühnenden Teppichen aus Rhododendren-Arten ist ein beliebter Treffpunkt für Naturliebhaber und Spaziergänger. Er liegt zwischen den Gemeinden Pollone und Biella.

Die Gemeinden der Provinz Biella

Ailoche Andorno Micca Benna Biella Bioglio
Borriana Brusnengo Callabiana Camandona Camburzano
Campiglia Cervo Candelo Caprile Casapinta Castelletto Cervo
Cavaglià Cerreto Castello Cerrione Coggiola Cossato
Crevacuore Curino Donato Dorzano Gaglianico
Gifflenga Graglia Lessona Magnano Massazza
Masserano Mezzana Mortigliengo Miagliano Mongrando Mosso
Mottalciata Netro Occhieppo Inferiore Occhieppo Superiore Pettinengo
Piatto Piedicavallo Pollone Ponderano Portula
Pralungo Pray Quaregna Ronco Biellese Roppolo
Rosazza Sagliano Micca Sala Biellese Salussola Sandigliano
Soprana Sordevolo Sostegno Strona Tavigliano
Ternengo Tollegno Torrazzo Trivero Valdengo
Vallanzengo Valle Mosso Valle San Nicolao Veglio Verrone
Vigliano Biellese Villa del Bosco Villanova Biellese Viverone Zimone
Zubiena Zumaglia      

Ausflug zu den Panoramica Zegna (Oasi Zegna)

Die Panoramica Zegna (lange Panoramastraße) offenbart eine grandiose Sicht über das Biellese. Bei guten Wetter sogar bis Mailand und über weite Teile des Piemont. Die Oasi Zegna, ein Naturschutzgebiet, beherbergt neben der Panoramica Zegna auch ein Skigebiet, das gern von Einheimischen und einzelnen Touristen besucht wird und welches ein wichtiger Projektbestandteil des Gründers und Unternehmers Ermenegildo Zegna ist.

Die Panoramica Zegna, Copyright: italien-sehenswertes.de

Zu erreichen ist die Oasi Zegna über die SP 100. Zwischen Campiglia Cervo und Rosazza geht von Sagliano Micca aus kommend rechts die SP 115 ab, die dann in die SP 232 übergeht und von der aus man stets mehr oder weniger bergauf zu der Oasi Zegna kommt. Im Prinzip ist alles gut ausgeschildert.

Wer gut zu Fuß ist, sollte bei der Länge von rund 16 km asphaltierter Straße bergauf, genügend Wasser und Verpflegung mitnehmen. Es finden sich unterwegs einige kleine Orte, in denen man Verpflegungsmöglichkeiten hat, allerdings können zwischen den Orten etliche Kilometer Bergaufweg liegen. Im Winter können einige Straßenabschnitte in höheren Lagen gesperrt sein.

Oben angekommen befinden sich kleinere Hotels, Parkplätze, Restaurants und Cafés sowie Wanderrouten – und vor allem eine grandiose Aussicht über weite Teile des Piemonts.

Besuch des Burcina-Parks

Der Burcina-Park zwischen den Gemeinden Biella und Pollone stellt ein Sondernaturschutzgebiet in der Provinz Biella dar und umfasst etwa 87 Hektar, welcher gesetzlich durch die Region Piemont eingerichtet wurde. Der Park besteht hauptsächlich aus Baum- und Rhododendrenanpflanzungen, die teilweise terassenförmig angelegt wurden.

Vom Burcina hat man eine tolle Aussicht auf die Provinz Biella, die bei gutem Wetter bis in die Provinzen Vercelli und Turin reichen kann. Neben Rhododendren, diversen Baumarten, Rosen und anderen Blühpflanzen, können auch im Burcina, je nach Jahreszeit, kleine angelegte Teiche und Seen mit Schildkröten, Fröschen und anderen Kleintieren bestaunt werden.

Generell ist das Befahren des Parks mit einem Fahrzeug verboten. Er ist demnach lediglich zu Fuß begehbar, schon allein deshalb, weil viele Wege zu schmal für Autos sind.

Auf den Spuren von Pietro Micca

Andorno Micca und Sagliano Micca tragen in ihren Ortsbezeichnungen den Namen von Pietro Micca, der in Sagliano d´Andorno am 06.03.1677 geboren wurde. Er war ein Soldat am Heer des Piemonts, der durch eine selbst gelegte Sprengung am 30.08.1706 in Turin ums Leben kam.

Pietro Micca legte während der Schlacht von Turin eine Sprengladung, um die vorrückenden Franzosen, die versuchten, in die Turiner Festung einzudringen, zu stoppen. Er wusste, dass es keinen anderen Ausweg mehr gab, als zu sprengen. Er versuchte zusammen mit einen Kameraden vor der Sprengung noch zu fliehen, jedoch fand man ihn rund 30 Meter von der Explosion entfernt leblos.

Via Roma Sagliano Micca, Copyright: italien-sehenswertes.de

Heute kann man in Sagliano Micca das Geburtshaus von Pietro Micca besichtigen. Es liegt in der Via Roma und wurde dank einer Spende von rund 40.000 € von Alberto Varnero restauriert. Vor allem das Dach des Hauses, der Treppenaufgang und diverse Aufräumarbeiten konnten somit mit dem Geld fachmännisch ausgeführt werden, wie Bürgermeister Patrick Forgnone im Dezember 2017 mitteilte und die La Stampa Biella im Januar 2018 schrieb.

Interessant ist auch ein Abstecher in die nahegelegene kleine Bar, in der man gemütlich zwischen Enheimischen und dem ein oder anderen Urgestein des Ortes einen Capuccino trinken und vielleicht mit etwas Glück mehr über den Ort und dessen Geschichte erfahren kann.

Biella erkunden zu Fuß und mit der Seilbahn

Biella lässt sich gut zu Fuß erkunden. Die Kleinstadt liegt in der gleichnamigen Provinz am Fuße der Alpen. Zu erreichen ist sie vorwiegend über Schnellstraßen. Zu empfehlen ist die Autobahnabfahrt Santhiá, Biella (von Mailand kommend). Ab hier müssen ungefähr 30 Minuten Fahrzeit eingerechnet werden, bis man tatsächlich in Biella ankommt.

Biella Markt, Altstadt

In Biella gibt es so alles, was man am Anfang der Berge so braucht. Sogar eine kleine Universität ist ansässig, die übrigens ein futuristisches Design hat und einen Ausflug wert ist. Wer einkaufen möchte, kann dies in Biella am besten in „Gli Orsi“ tun, einem großen Einkaufszentrum, der neben zahlreichen Boutiquen, einem Frisör, einer Wäscherei, Juwelieren, Modeschmuckketten, Haushaltsgeschäften und Bars, Restaurants, Schuhgeschäften und vieles mehr auch einen Ipercoop beherbergt. In diesem besonders von mir stets sehr begehrt ist die Fischtheke, die täglichen frischen Fisch und Meerestiere bereithält.

Tipp: Schlendern Sie ruhig mal durch den Ipercoop und vergleichen Sie mit deutschen Produkten. Sie werden eine enorme Differenz sehen. Gli Orsi befinden sich direkt am Eingang der Stadt auf rechter Seite. Eigentlich kaum zu übersehen. Samstags sollten Sie übrigens beim Versuch gemütlich im Ipercoop zu schlendern vermeiden, denn das ist der Einkaufstag der Einheimischen. Sie haben dann im Ipercoop teilweise kaum einen Platz, um in Ruhe sich die Produkte anzuschauen. Gehen Sie stattdessen zwischen 12 bis 14 Uhr wochentags dorthin.

In Biella lassen sich neben den Kulinarika natürlich auch einige Sehenswürdgkeiten entdecken. So gibt es zahlreiche historische Gebäude, eine Stadt-Seilbahn und viele Kirchen.

Den obrigen Teil der Stadt kann man entweder mit dem Auto (bedingt), zu Fuß (weit zu laufen) oder besser und sehr empfehlenswert mit der Seilbahn erreichen. Auf dem Weg nach oben hat man Biella – dank der gläsernen Aufzugswagons – zu Füßen und kann sie von oben begutachten. Ein wirklich schöner Ausblick. Oben angekommen werden Sie dann mit kleineren Gässchen, einem Marktplatz, Cafés und kleinen Lädchen begrüßt. Wer dort nicht wirklich jedes Haus und jeden Stein begutachten möchte, für denen reichen 1 bis 1,5 Stunden Besichtigungszeit sehr gut aus.

Print Friendly, PDF & Email