Mailänder Dom, Copyright italien-sehenswertes.de

Mit ihrer einzigartigen Atmosphäre zieht Mailand als weltbekannte Mode- und Kunstmetropole Jahr für Jahr unzählige Besuchern aus aller Welt an. Milano ist mit über 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens. Trotz ihrer Größe ist die Stadt architektonisch übersichtlich konstruiert.

Struktur und Stadtteile von Mailand

Zentrum Milano mit Blick auf das Schloss der Sforza

Milano ist inoffiziell in die neun Verwaltungen Centro Storico (Municipio 1), Stazione Centrale, Gorla, Turro, Greco, Crescenzago (Municipio 2), Città Studi, Lambrate, Porta Venezia (Municipio 3), Porta Vittoria, Forlanini (Municipio 4), Vigentino, Chiaravalle, Gratosoglio (Municipio 5), Barona, Lorenteggio (Municipio 6), Baggio, De Angeli, San Siro (Municipio 7), Fiera, Gallaratese, Quarto Oggiaro (Municipio 8), Garibaldi, Niguarda (Municipio 9) aufgeteilt, die sich sternförmig um das Centro Storico (Municipio 1) gruppieren. Eine offizielle Aufteilung in Stadtteile existiert nicht. Die Bezeichnung „Zone“ für einen Stadtteil wurde bis 2016 verwendet. Seit 2017 ist die Bezeichnung Municipio gebräuchlich, da in jedem Stadtteil ein Bürgermeister ansässig ist. Dieser sitzt in Italien gewöhnlich in einem Bürgeramt, dem Municipio.

Anreisemöglichkeiten

Milano ist problemlos per Auto, Bus, Bahn und Flugzeug zu erreichen. Italiens meist befahrene Autobahnen, zum Beispiel die A4 (Turin- Triest), kreuzen sich in der Millionenmetropole.

Anreise mit dem Auto

Wer vom Brenner aus kommt, fährt zuerst Richtung Verona, um von dort aus auf die Autobahn A4 Richung Mailand zu gelangen. Fahrtdauer ab Brenner sind etwa 5 Stunden.

Mit dem Bus und der Bahn

Eine Anreise ist ebenso bequem mit dem Fernbus und der Bahn möglich. Hier bieten ab Deutschland einige Busunternehmen (Flixbus, Postbus, IC-Bus) regelmäßige Fahrten an. Ab beispielsweise Berlin bis Mailand gibt es eine Direktverbindung von rund 16 Stunden mit dem Bus (Flixbus). Mit der Bahn sind mir bis jetzt keine direkten Verbindungen ohne Umsteigen bekannt. Zumeist muss je nach Bahnverbindung in der Schweiz 1 bis 2 Mal umgestiegen werden. Der Hauptbahnhof Milano Centrale liegt ebenso wie die Fernbahnhof Porto Garibaldi direkt im Zentrum. Die meisten Fernbusse steuern jedoch den Busbahnhof Lampugnano an, der bequem mit der Metro und der Straßenbahn erreicht werden kann.

Mit dem Flugzeug

Die schnellste Anreise ist jedoch mit dem Flugzeug. Hier besitzt Mailand eigentlich nur 2 Flughäfen, auch wenn zumeist 3 ausgegeben werden.

Die Flughäfen Mailands wären:

  • der Internationale Flughafen Linate (am südöstlichen Stadtrand)
  • der Flughafen Mailand-Malpensa (am nordwestlichen Stadtrand)
  • der Flughafen Mailand-Bergamo (rund 45 km = 45 Minuten entfernt)

Wer nach Mailand fliegen möchte, der sollte Malpensa als Airport wählen. Aber Achtung: Hier gibt es zwei Terminals, die durch eine Autobahnstrecke von etwa 5 Minuten getrennt sind. Wer also nur in Mailand Malpensa umsteigen möchte, sollte darauf achten, dass er bei der Ankunft und beim Abflug den gleichen Terminal hat. Allenfalls kann Stress aufkommen. Es gibt in Malpensa jedoch zahlreiche Taxis, die verfügbar sind. Zudem fahren etliche Busse in die umliegenden Städte, zum Hauptbahnhof und dem zweiten Terminal. Zumeist wird als Airport auch Bergamo angeboten. Hier ist es wichtig, nicht zu spät zu landen. Es gibt zwar einige umliegende Hotels, allerdings liegt der Flughafen direkt an der Autobahn und Einkaufsmöglichkeiten sind äußerst begrenzt. Der Fahrtweg bis nach Mailand beträgt mit dem Bus etwa 1 Stunde. Busse fahren regelmäßig alle 10 – 20 Minuten.

Sehenswürdigkeiten Mailand

Mailand hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist bis heute der Mailänder Dom (Duomo di Milano), der 1386 begonnen und 1572 eingeweiht wurde.

Wichtige Sehenswürdigkeiten Mailands

Palazzo Reale Galleria Vittorio Emanuele II Teatro alla Scala
Castello Sforzesco Statue Leonardo da Vinci Abbazia di Chiaravalle
Museum Poldi Pezzoli Statue Napoleon III Statue Vittorio Emanuele II 
Grattacielo Pirelli Stadion Meazza detto di San Siro Hochhaus Bosco Verticale
Pinacoteca di Brera Kanal Navigli Bahnhof Milano Centrale
Monumentalfriedhof (Cimitero Monumentale) Basilica di San Lorenzo Arco della Pace
Basilica di Sant’Ambrogio Cenacolo Vinciano Kirche Santa Maria delle Grazie
Certosa di Garegnano Basilica di San Babila Fontana a Pinocchio

Bei einem Besuch in Milano empfehle ich für Naturliebhaber das Naturkunde Museum “ Museo Civico di Storia Naturale di Milano“. Es ist eines der wichtigsten Museen in Italien und erstreckt sich über mehrere Etagen. Ausgestellt werden im Prinzip sämtliche Tier- und Gesteinsformen aus allen Erdzeitaltern. Die Meerestiersammlung einschließlich Muscheln und Schnecken ist jedoch bemerkenswert. Erreichen kann man das Museum am C.so Venezia 55 mit der Metro Linie 1, Ausstieg „Palestro“ oder der Tram 9, Ausstieg „Porta Venezia“ oder aber auch mit der Bahn, Ausstieg „Porta Venezia“. Montag ist das Museum geschlossen. Die anderen Tage ist es von 9 – 17:30 Uhr geöffnet. Ticketpreise sind mit 5 Euro Vollzahler und 3 Euro ermäßigt erschwinglich. Neben dem Museum befindet sich das Planetarium von Mailand. Auch dieses ist ein Besuch wert.

Shopping in Milano

Eingang zur Galleria Vittorio Emanuele II

Mailand ist bekannt für seine zahlreichen Modeboutiquen, die sich in unzähligen Preisklassen in der gesamten Stadt verteilen. Edle Marken der oberen Preisklasse, wie Gucci, Armani, Versace und Cavalli, kann man in der Einkaufsgalerie Galleria Vittorio Emanuele II erstehen. Rund um den Mailänder Dom in sämtliche abgehende Strassen sind weitere Boutiquen zu finden. Wer günstiger einkaufen, aber dennoch nicht auf bekannte Labels verzichten möchte, sollte einem der unzähligen Outlets in Milano einen Besuch abstatten. Hier werden bekannte Marken zu günstigeren Preisen verkauft. Ansonsten gilt in Mailand: Je weiter Sie sich vom Zentrum weg befinden, desto günstiger wird es.

Die Stadttore Mailands

Mailand wird von 11 Stadtoren umsäumt, die allesamt äußerst sehenswert sind. Ein Besuch der Tore lohnt sich in jedem Fall. Wer das Schloss der Sforza besichtigen möchte, kommt bereits an einigen Toren vorbei.

  • Porta Garibaldi (Milano)
  • Porta Genova
  • Porta Nuova (Milano)
  • Porta Nuova (medievale, Milano)
  • Porta Romana (Milano)
  • Porta Sempione
  • Porta Ticinese
  • Porta Ticinese (medievale)
  • Porta Venezia (Milano)
  • Porta Volta
  • Pusterla di Sant’Ambrogio

Mailand heute

Straßenbahn in Mailand

Heute gehört Mailand zu den quirligsten Städten Italiens. Die Millionenmetropole wächst stetig weiter. Nicht nur von der Einwohnerzahl her, sondern auch in seiner Entwicklung als innovative Industriestadt. Das ehemalige Expo-Gelände von 2015 soll als medizinisches Forschungsgelände umfunktioniert werden. Die Bauarbeiten sind bereits im Gange. Der neue Stadtteil „Porta Nuova“, der mit seinen extravaganten architektonischen Wolkenkratzern eher an Dubai erinnert, ist dem Municipio 9 zugeordnet.

Tipp: Besuchen Sie unbedingt Porta Nuova. Der Stadtteil fasziniert durch seine einzigartige Architektur. Schief anmutende, in sich verdrehte und begrünte Hochhäuser geben dem Municipio 9 eine neue Fassade. Besuchen Sie dort den Grattacielo Bosco Verticale, ein Hochhaus-Komplex, das komplett begrünt ist. An dessen Fassade wachsen zwischen Büschen, Farnen, Blühpflanzen auch Bäume.

Ein wenig Vorsicht geboten

In Mailand ist, wie auch in jeder anderen großen Metropole, Vorsicht vor Taschendieben und Trickbetrügern geboten. Eine extra Portion Vorsicht sollte man in der Via Mantova, im Municipio 4 des Stadtteils Porta Romana walten lassen. Hier gibt es vermehrt soziale Einrichtungen für Hilfebedürftige, Migranten und Abhängige, was zwar nicht unweigerlich zu vermehrter Kriminalität führen muss, jedoch sollte man als Tourist doch etwas vorsichtiger sein.

Ein wenig kurios kann ein Spaziergang durch die Via Paolo Sarpi sein. Nicht, weil die Straße gefährlich ist, sondern eher durch den Umstand, dass es hier überwiegend asiatische Läden, Bars und Cafés gibt. In Mailand ist die Straße deshalb als das „Chinesen-Viertel“, „China-Town“ und „Quartiere cinese“ bekannt.

Mailand früher – Kurzer Geschichtsabriss

Schoss der Sforza in Mailand

Die Ansiedlung Mailands kann auf eine lange, abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde die Stadt bereits in der Antike. Den Geschichtsberichten zufolge um das Jahr 225 v. Chr., nachdem die Römer die Kelten besiegten. Auch in der Spätantike, zur Zeit der Völkerwanderung, wurde Mailand von militärischen Auseinandersetzungen nicht verschont. Die Hunnen und Ostgoten setzten der Stadt zu. 774 n. Chr. ging Mailand an Karl der Große über. 1122 eroberte der Staufer Friedrich Barbarossa die Stadt und zerstörte sie zu großen Teilen. Der Frieden von Konstanz bescherte den Mailändern eine gewisse Macht und Reichtum.

Eingang zum Schloss der Sforza Mailand

Auf die Herrschaft des Adelgeschlechts der Visconti folgten die Sforza. 1535 starb das Geschlecht der Sforza aus und die Ortschaft fiel erst unter spanische und anschließend unter österreichische Herrschaft, bis Napoleon die Stadt im Jahre 1796 eroberte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts litt Mailand unter den Bomben des Zweiten Weltkrieges. In der Nachkriegszeit erlebte die Stadt einen Aufschwung zur modernen Modemetropole.

Wichtige Persönlichkeiten

Zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt gehören der Bischof Carlo Borromeo (1538-1584), der in einem Bergkristallsarkophag im Dom ruht, der Adelige Galeazzo II. Visconti (13120-1378) und der Feldherr Francesco Sforza (1401-1466). Auch berühmte Künstler wie Leonardo da Vinci (1452- 1519), Bramante (1444-1514) und Caravaggio (1571-1610) prägten Mailands Geschichte entscheidend mit.

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