Langosco in der Lombardei, Copyright: italien-sehenswertes.de

Langosco ist eine kleine Gemeinde mit 366 Einwohnern in der Provinz Pavia in der Lombardei in Italien. Im lomellinischen Dialekt wird Langosco auch Langusc genannt. Langosco befindet sich zur Grenze zum Piemont auf der linken Seite des Sesia. Zur Gemeinde gehört auch die Enklave Motta de´Conti, di sich auf der rechten Seite des Sesia befindet.

Da sich in der Zone viele römische Fundstücke ausfindig machen, lassen diese den Schluss zu, dass Langosco ursprünglich römischen Ursprungs sein könnte, da sich vor allem in der Nähe die Straße von Cozzo nach Gallien über die Kottischen Alpen (alpi cozie) befindet.

Geschichte von Langosco

Im Jahr 882 schenkte Karl der Große dem Bischof von Vercelli Langosco. 1164 ordnete Federico I das Gebiet Lomellina unter dem Herrschaftsgebiet von Pavia ein. 1250 trat erstmals Langoschum im Territorium von Pavia hervor. Die lokale Herrschaft war bei den dortigen Herren (Conti) geblieben, welche sich im 13. Jahrhundert in verschiedene Zweige aufspalteten, wobei die Langoschesi die Hauptabstammung ausmachten. 1254 wurde der Ort von Vercellesi zerstört, die durch die Absicht, Langosco in eine Herrschaft zu transformieren, provoziert waren.

1300 versuchte Filippone Langosco sich von Pavia loszulösen, was ihm 1310 gelang. 1467 jedoch wurde Langosco erneut unter einem Herrschaftshaus feudalisiert, der Sforza, einer großen italienischen Familie der Renaissance, die von 1450 bis 1535 als Herzöge von Mailand in der Lombardei regierten. Nach mehrmaligem Herrschaftswechsel innerhalb der Familie Sforza wurde Langosco im 17. Jahrhundert von mehreren Unglücksfällen heimgesucht.

1630 traf die Pest den Ort schwer. Es folgten auch einige Kriege zwischen Frankreich und Spanien, unter der die Bevölkerung von Langosco litt. 1696 wurden die Langoschesi erst von deutschen Truppen ausgeplündert, dann von franko-piemontesischen.

1707 wurde Langosco in das Herrschaftsgebiet der Savoia eingespeist. 1762 wurde der italienische Ort wieder an Conte Guido Antonio Langosco durch den König von Sardinien zurückgegeben. In der Zeit Napoleons wurde Langosco mit Rosasco zusammengelegt. Im Jahr 1814 erlangte der Ort wieder seine Eigenständigkeit, wobei die Gemeinden San Paolo Leria und Santa Maria Bagnolo in Langosco im Jahr 1818 eingespeist wurden.

Reisernte in Langosco, Copyright: italien-sehenswertes.de

Der Agrarbestand wurde 1856 von den Kanonikern von Giaveno der Familie Bergamasco überlassen. Interessant ist bis heute das hydroelektrische Fabrikat, welches bis auf eine kurze Zeit 1963, von 900 bis heute aktiv ist.

Heute wird in Langosco vor allem Reis angebaut. Demnach dominieren in der Agrarwirtschaft rund um Langosco vor allem Reisfelder.

Sehenswürdigkeiten

In Langosco war bis in das 15. Jahrhundert hinein eine Festung zur Abwehr errichtet, die dann durch ein Hochwasser des Sesia zerstört wurde. Auch die Kirche San Salvatore und die der Santa Maria wurden bei dem Hochwasser teilweise zerstört, während die Kirche San Martino um 600 wieder auferbaut wurde. Die Streitigkeiten zwischen Spanien und Frankreich zerstörten schließlich die Kirchen im Jahr 1780 gänzlich.

Die Kirche San Martino in Langosco, Copyright: italien-sehenswertes.de

1815 wurde die neue Kirche San Martino unter dem Architekten Giovanni Antonio Vigna konstruiert, welche schließlich äußerlich neoklassistisch anmuten sollte. Innen ist die Kirche im piemontesischen Barockstil gehalten.

Die Kirche San Domenico wurde das erste Mal 1574 erwähnt, wurde dann durch ein Feuer zerstört und 1672 wieder neu aufgebaut. Die Kirche wurde der Sitz der Compagnia del Rosario bis zum Ausscheiden des letzten Kaplan im Jahr 1955.

In Langosco sind vor allem die alten Palazzi sehenswert, besonders aber das Gemeindehaus (il palazzo comunale) aus dem Jahr 1775.

Entlang der Straße nach Rosasco findet man zwei kleine Kapellen. Die erste im Gebiet Palazzo, die San Bernardo da Mentone gewidmet ist und 1537 erbaut und 1861 restauriert wurde. Innen sind noch Fresken von Bernardino Lanino zu finden. Die zweite Kapelle findet man an der Kreuzung der Hauptstraße mit der antiken römischen Straße. Sie ist der Santa Giuliana gewidmet und diente im Jahr 1630 als Lazarett, während die Pest wütete. Sie wurde 1706 und 1839 restauriert. Bis heute ist die kleine Kapelle unter den Einheimischen sehr liebgewonnen, da die Statue der Heiligen Giuliana Krankheiten lindern soll.

Wenn der Sesia in der Trockenheit kaum Wasser führt, sind noch Reste einer alten römischen Brücke zu sehen. Das letzte Mal wurden die Reste im Sommer 2015 gesichtet.

Population von Langosco

In Langosco nimmt die Population stetig ab. 1861 lebten in Langosco laut ISTAT noch 1.731 Einwohner. 1901 kletterte die Anzahl auf den Höchststand von 2.208 Einwohnern. Danach nahm die Population des Ortes langsam ab. Einen rapiden Sprung gab es zwischen 1961 mit 1.122 Einwohnern und 1971 mit 770 Einwohnern. 2011 lebten noch 436 Personen in Langosco, zum 31. Dezember 2016 nur noch 366.