Archiv für Flora und Fauna

Italienische Steinkiefer – Pinus Pinea

Pinus pinea am Termini in Rom Gemütlich im Schatten der Pinus Pinea zu sitzen, welche auch allgemein unter dem Namen Pinie bekannt ist, und den Duft der ca. 18 cm langen Nadeln einzuatmen, das ist wohl das Highlight, wo man endgültig weiß, dass man in Italien angekommen ist. Die Pinie kann ein Alter zwischen 200 und 250 Jahren erreichen. Zuerst wächst sie zielgerichtet nach oben geradewegs zum Licht zu, dann erst ab einem Alter von ca. 50 Jahren bildet sie diese wunderbare Schatten spendende Krone.

Die italienische Steinkiefer wächst überwiegend im warmen Mittelmeerraum wie in Italien, Spanien oder Griechenland. Mit einer Höhe von 25 bis 30 Metern wird sie recht hoch.

Die Pinie, die zur Gattung der Kiefern gehört, bleibt auch im Winter grün. Die Zapfen werden häufig zum basteln und dekorieren verwendet, die Samen (Pinienkerne) als besondere nahrungstechnische Beilage, besonders zu Salat.

Anfangs ist die Rinde der Pinie glatt und grau, später bekommt sie Borken, die große rötlich gefärbte Platten aufweisen. Das Holz ist schwer und harzreich. Für den Außenbereich ist es nicht so geeignet, da es wenig dauerhaft ist. In der Bau- und Möbelindustrie findet das Holz, das im Alter immer fester wird, vielfach Verwendung.

Um zu überleben braucht die Pinie keine wertvollen oder feuchten Böden. Einfacher Kiesgrund und wenig Niederschlag genügt. Viele stellen sich heute einen Pinienbaum im Topf auf die Terrasse, der zum Überwintern aber nach drinnen gebracht werden sollte. Allein der Geruch ist dies schon wert.

Heute wird die Pinie in der Landwirtschaft für die Samennutzung angebaut. Die Pinienkerne werden an die Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie verkauft. Ein Baum kann, je nach Standort und Alter, zwischen 10 und 60 Kilogramm Pinienkerne liefern. Die Zapfen sind wegen des hohen Harzgehaltes ein ausgezeichnetes Brennmaterial. Gerne wird die Pinie auch auf Campingplätzen als Schattenspender eingesetzt.

Im Christentum ist sie als Lebensbaum verehrt, die Zapfen sind Symbole für Unsterblichkeit und Auferstehung. Die Stadt Augsburg hat in ihrem Wappen übrigens auch Pinienzapfen, in unseren Breiten wird dieser Baum auch häufig Zirbelnuss genannt.

Der Olivenbaum – Olea europaea

Olivenbaum in ItalienSchon im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde der Olivenbaum, damals noch Ölbaum genannt, kultiviert. Dieser Baum ist weit verbreitet. Er wächst nicht nur im Mittelmeerraum, beispielsweise in Italien, Griechenland oder Spanien, sondern auch im Nahen Osten und Südafrika. Große Hitze ist kein Problem, Frost schadet den Bäumen, die oft in der Landwirtschaft als Kulturen angebaut werden, leider schon. So sind mitunter die Temperaturen für die Qualität und Quantität der Ernte verantwortlich. Der Olivenbaum fängt erst im Alter von ca. 7 Jahren an, Früchte zu erzeugen.

Wer kennt nicht aromatisches Olivenöl oder leckere in Öl eingelegte Oliven. Allein zwischen Sizilien und Ligurien in Italien gibt es ungefähr 90 verschiedene Sorten. Roh ist die Frucht nicht genießbar, mehrere Wochen in Wasser einlegen ist nötig, um die Bitterstoffe auszuschwemmen. 90 Prozent des Olivenanbaus geht in die Ölpressung. Grüne Oliven sind noch nicht reif, schwarze Oliven voll ausgereift. Leider werden aber oft grüne und schwarz gefärbte Oliven als reife verkauft.

In den Olivenkulturen werden die Bäume durch Beschnitt relativ niedrig gehalten, da die Früchte nach wie vor per Hand geerntet werden müssen. Sonst gilt: je knorriger und krummer, desto ertragsreicher.

Die Olivenernte findet je nach Gebiet zwischen Oktober und März statt. Oft Olivenbäume in Italien vor Zypressenwerden feine Netze unter den Bäumen gespannt, damit die reifen Früchte nicht auf den Boden fallen und Schäden bekommen. Werden die Oliven grün geerntet, wird oft mit einem Rechen oder Kamm gearbeitet. Größere Äste werden zum Teil ganz abgeschnitten, was zugleich der Rückschnitt ist, da nur an zweijährigen Trieben die Früchte wachsen. Nachdem die Oliven vom Ast entfernt sind, werden größere Holzreste als Brennholz verwendet. Auch Schüsseln, Brettchen oder Lampenschirme sind schon aus dem Holz gefertigt worden.

Bei uns sind kleine Olivenstämmchen, die oftmals aus Italien oder Spanien importiert werden, für die Terrasse sehr gefragt. Diese können aber draußen nicht überwintern. Aber Vorsicht, überwintern in geheizten Räumen mögen diese Stämmchen auch nicht. Irgendwo im Keller, wo es nicht geheizt und nicht zu dunkel ist, können Olivenbäume gut überleben.

Italienischer Springfrosch

Italienischer SpringfroschDer italienische Springfrosch (Rana latastei) lebt als zur Gattung der echten Frösche gehörend in einem kleinen Areal in der norditalienischen Po-Ebene. Mit dem Moorfrosch, dem gemeinen Springfrosch und dem auch bei uns bekannten Grasfrosch wird er zusammenfassend als „Braunfrosch“ bezeichnet. Er ist eine der seltensten Amphibienarten in Europa.

Die Größe beträgt etwa 6 – 7 Zentimeter, Weibchen können leicht größer werden. Er hat auffallend lange Hinterbeine. Im Vergleich mit dem Springfrosch ist die Nase weniger spitz und er ist in der Seitenansicht etwas runder. Der Körper ist in verschiedenen Brauntönen gefärbt, bei den Weibchen können sie etwas ins rötliche übergehen. Manchmal ist eine schwarze Befleckung zu sehen. Ein helles Band zieht sich von der Oberlippe bis unter das Auge, wo es plötzlich endet. Vom Auge bis zur Schnauzenspitze ist er dunkler gefärbt. Die Unterseite des italienischen Springfrosches ist heller eingefärbt wie die des Springfrosches.
Die etwas kleineren Männchen haben kräftigere Vorderbeine als die Weibchen. Während die Oberschenkelinnenseiten beim Weibchen weißlich gefärbt sind, sind sie beim Männchen orange-rötlich.

Während der Brunstzeit hat das Männchen deutlich Brunstschwielen, raue, dunkle Schwielen wie Horn, an den Fingern. Die Paarungsrufe sind sehr leise, da die italienischen Springfrösche keine Schallblasen haben.

Zwischen Mitte Februar bis Mitte April, nach der Winterruhe, suchen die Frösche ihr Laichgebiet auf. Im Wasser warten die Männchen auf die Weibchen, welche dann nach der Paarung den Laichballen ablegen. Es dauert ein bis zwei Winter, bis die Tiere geschlechtsreif sind. Männchen etwas früher als Weibchen.

Der italienische Springfrosch bevorzugt Sümpfe und Auwälder. Waldtümpel, Gräben und Altwässer werden zur Laichablage gerne in Anspruch genommen.

In der Dämmerung jagt er Insekten, Spinnen und andere wirbellose Tiere. Er wird dabei leider auch öfter ein Opfer von der Ostschermaus, die diese Frösche gerne verspeisen. Kann er flüchten, tut er das in großen, weiten Sprüngen.

Überwintert wird in Erdhöhlen, die bis zu einem Kilometer vom Laichtümpel entfernt sein können.

Der Bestand ist als gefährdet eingestuft. Durch Lebensraumverlust z.B. durch Grundwasserabsenkungen und dem Rückgang der Feuchtwälder in der Po-Ebene in Italien bedroht ihn noch mehr. Es ist derzeit noch von ca. 250 Exemplaren auszugehen.