Italienische Literatur – La letteratura italiana

Italienische Literatur Die italienische Literatur, also Texte, Lieder und Bücher, die in der „Volgare“ genannten Volkssprache geschrieben wurde, ist erst im 13. Jahrhundert moderner geworden. Vorher wurde in Latein, Altfranzösisch oder Provenzalisch geschrieben.

Als erstes Stück großer italienischer Literatur gilt der „Sonnengesang“ von Franz von Assisi.
Am Hofe Kaiser Friedrich II wurde die sizilianische Dichterschule, die so genannte „Scuola Siciliana“, gegründet. Auch Friedrich selbst schrieb Gedichte. Seine Beamten probierten sich nebenbei als Dichter aus, hierbei ist das „Sonett“ von Giacomo da Lentini wohl das berühmteste. Die Scuola Siciliana hatte später Einfluss über ganz Italien.

Im 13. Jahrhundert verlagerte sich das Zentrum der Dichtung Richtung Bologna und Florenz. Hier wurde nicht nur durch Dante Alighieri der Ursprung der modernen Literatur gelegt, sondern von ihm auch der Begriff dolce stil nuovo „neuer süßer Stil“ geprägt. Sein wohl größtes Werk ist die „Göttliche Komödie“, ein Werk über die Kultur und die Seele des Mittelalters.
Der eigentliche Begründer des Humanismus war jedoch Francesco Petrarca (1304-1374), der zahlreiche lateinische Werke verfasste. Einer seiner bekanntestesten Werke ist der in Italienisch geschriebene Gedichtzyklus Canzoniere, was als die bedeutendste postantike Gedichtsammlung der europäischen Literatur gilt.

Die Zeit zwischen diesen dreien und dem Literaturkreis um den Mäzen Lorenzo de Medici wurde von Benedetto Croce als das „Jahrhundert ohne Dichtung“ (Il secolo senza poesia) bezeichnet, weil sich nichts Neues entwickelt habe. Das lässt sich unter anderem damit erklären, dass während des Humanismus das Lateinische vorherrschte.

Im 14. Jahrhundert schließlich ging man dazu über, die Bibel und andere Werke in die Volkssprache zu übersetzen.

Um 1450 verlagerte sich das literarische Zentrum von Florenz in die Este von Ferrara. Kunst und Kultur wurden religiöser, Meister wie da Vinci, Michelangelo, Raphael oder Bottichelli betraten die Bühne. Diese Zeit wird heute als der Anfang der modernen Zivilisation genannt.

Am Ende der Renaissance kam mit den Spaniern eine Zeit der literarischen Unfruchtbarkeit. Spanien unterdrückte das Volk, alles musste spanisch werden. Dies hielt ca. 100 Jahre an.

Im 17. Jahrhundert kam etwas völlig neues, das so genannte komische Epos. Bekannte Werke wurden auf komisch umgeschrieben. Alessandro Tassoni war mit seinem Werk „Der geraubte Eimer“ ein Vorreiter. 1690 wurde in Rom die „Academica dell´Arcadia“ gegründet. Auch Goethe wurde in sie aufgenommen. Hier wurde der Grundstein gelegt, in der Oper italienisch zu singen. Dies breitete sich schnell über ganz Italien aus.

Zwischen den beiden Weltkriegen war Gabriele de’ Annuzio herausragend. Ganz dem Beispiel Friedrich Nietzsche folgend, konnte er sich literarisch und gesellschaftlich sehr in Szene setzen. Politisch stand er Benito Mussolini sehr nahe.

Italien stellte im Laufe der Jahre sechs Literaturnobelpreisträger:

  • 1906 Giosué Carducci
  • 1926 Grazia Deledda
  • 1934 Luigi Pirandello
  • 1959 Salvatore Quasimodo
  • 1975 Eugenio Montale
  • 1997 Dario Fo

Das wohl bei uns berühmteste Werk italienischer Literatur ist wohl Umberto Eco’s “Der Name der Rose”. Aber auch die “La divina commedia” von Dante Alighieri gehört zu den Meisterwerken Italiens.

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