Grab von Mafia Boss De Pedis soll geöffnet werden

Das Rätsel um die 1983 verschwundene 15 jährige Emanuela Orlandi aus Italien ist nach 29 Jahren noch immer nicht gelöst. Nun soll aber im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel gebracht werden, denn das Grab vom ehemaligen Mafia-Boss de Pedis der Magliana Bande aus Rom soll wegen einer erneuten Spurensuche geöffnet werden.

Was genau am 22. Juli 1983 geschah, ist noch nicht restlos aufgeklärt. Die italienischen Behörden vermuten eine Entführung des Mädchens, um Geld vom Vatikan zu erpressen, denn Emanuela Orlandi soll die Tochter eines Vatikan-Angestellten gewesen sein.

Als wenn dies nicht schlimm genug wäre, so wird der Skandal erst richtig zum Skandal, wenn man erfährt, dass der erschossene Mafia-Boss im Allerheiligsten des Vatikan – in der Basilika Sant’Apollinaire – im Jahre 1990 beigesetzt wurde.

Normalerweise werden in der Basilika Sant’Apollinaire nur Kardinäle und sonstige Kirchenmänner bestattet. Warum der Chef der Mafia-Bande ausgerechnet im Vatikan beerdigt wurde, bleibt auch hier ein Rätsel. Der Vatikan gibt sich dazu sehr wortkarg.

Vermutet wird jedoch eine Verbindung des Vatikans zur damaligen Ambrosiano-Bank, die im Frühjahr 1982 zusammengebrochen ist. Dort solle der Kirchenstaat ebenso mit seiner Papstbank „Institut für Religiöse Werke“ kriminell agiert haben. Als die Ambrosiano Bank crashte, musste der Vatikan etwa 244 Millionen Dollar Schadenersatz an die Anleger zahlen.

Es wird vermutet, dass auch die Magliana-Bande ihr Geld bei der Papstbank anlegte und dieses aus Angst vor einen Verlust zurückforderte. Doch irgendwie schien die Papstbank nicht auf den Deal eingegangen sein, zumindest soll die Mafia-Bande vom Vatikan Geld erpresst haben. Und um ihre Forderungen ganz nach Mafia-Art durchzusetzen, bediente sich die Bande einem Kidnapping.

Irgendwie schien es dem Vatikan jedoch möglich zu sein, eine Art „Waffenruhe“ auszuhandeln. Spekulationen zufolge, soll es dabei einen Deal zwischen dem Vatikan und der Magliana-Bande gegeben zu haben, bei der eine Waffenruhe nur eintritt, wenn der Boss der Bande, De Pedis, in der Basilika beigesetzt werden würde.

Im Jahre 1990 wurde De Pedis auf offener Straße in Italien erschossen und im Vatikan beigesetzt – ganz still und heimlich.

Nun wird vermutet, dass das Mädchen mit im Grab des Mafia Oberhauptes beigesetzt wurde. Dies soll nun überprüft werden.

Quelle: dpa

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