Erdbeben in Italien

Der Monte Rosa in den Alpen, Copyright: italien-sehenswertes.de

Aufgrund der geografischen und geodynamischen Situation ist Italien kontinuierlich von Erdbeben betroffen. Grund ist das ständige Aufeinandertreffen und Aneinanderreiben der eurasischen und der afrikanischen Platte. Besonders entlang der tektonischen Platte der Alpen und des Apennin kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben, da genau dort die beiden Platten aufeinandertreffen.

Es sind genau die Regionen in Italien besonders häufig von Erdbeben betroffen, die am Apennin und in den Alpen liegen. In den Alpen ist besonders das Aostatal gefährdet, aber auch Ligurien kann von Erdbeben heimgesucht werden. Entlang des Apennin sind die Regionen Abruzzen, Latium, Toskana, Umbrien und die Emilia-Romagna betroffen.

Der komplette Süden Italiens liegt im besonders gefährdeten

Erdrutsch auf Sizlien, Copyright: italien-sehenswertes.de

Erdbebengebiet, eingeschlossen Sizilien und auch Apulien, Kalabrien, Basilikata und Kampanien.

Besonders häufig stark von Erdbeben heimgesucht ist dabei das Tyrrhenische Meer, was den Süden Italiens (Mezzogiorno) umgibt. Hier können Erdbeben mit einer Tiefe von mitunter 500 km gemessen werden.

Die stärksten Erdbeben in Italien

 

  • 11.01.1693, Val di Noto, Sizilien, Stärke 7 (Magnitude),41, 60.000 Tote
  • 28.12.1908, Reggio Calabria und Messina, Stärke 7,24, 100.000 Tote
  • 08.09.1905, Thyrennisches Meer, Kalabrien, Stärke 7,06, 557 Tote
  • 17.03.1638, Nicastro, heute Lamezia Terme, Kalabrien, Stärke 7, 10.000 Tote
  • 13.01.1915, Avezzano, Abruzzen, Stärke 6,99, 30.519 Tote
  • 05.12.1456, Irpinia und Sannio, Stärke 6,96, 30.000 Tote
  • 16.12.1857, Montemurro, Basilikata, Stärke 6,96, 12.000 Tote
  • 05.02.1783, Messina und Reggio Calabria, Stärke 6,91, 50.000 Tote
  • 23.11.1980, Irpinia und Basilikata, Stärke 6,89, 2.914 Tote
  • 08.09.1694, Irpinia und Basilikata, Stärke 6,87, 6.000 Tote

Die verheerendsten Erdbeben in Italien

 

  • 28.12.1908, Reggio Calabria und Messina, Stärke 7,24, 100.000 Tote
  • 11.01.1693, Val di Noto, Sizilien , Stärke 7,41, 60.000 Tote
  • 05.02.1783, Messina und Reggio Calabria, Stärke 6,91, 50.000 Tote
  • 13.01.1915, Avezzano, Abruzzen, Stärke 6,99, 30.519 Tote
  • 03.01.1117, Verona, Stärke 6,49, 30.000 Tote
  • 05.12.1456, Irpinia und Sannio, Stärke 6,96, 30.000 Tote
  • 04.02.1169, Catania, Stärke 6,60, 20.000 Tote
  • 16.12.1857, Montemurro, Basilikata, Stärke 6,96, 12.000 Tote
  • 17.03.1638, Nicastro, Kalabrien, Stärke 7, 10.000 Tote
  • 25.01.1348, Carinzia und Friuli, Stärke 6,66, 10.000 Tote

Das Erdbeben von Amatrice

 

Amatrice liegt im Tal des Tronto am Fuß der Monti della Laga in der Provinz Rieti und der Region Latium. Rieti ist 63 km südlich gelegen und Rom 138 km. Die Nachbargemeinden von Amatrice sind Accumoli, Valle Castellana (TE), Rocca Santa Maria (TE), Cortino (TE), Crognaleto (TE), Campotosto (AQ), Montereale (AQ) und Cittareale. Amatrice grenzt an die Regionen Umbrien, Marken und den Abruzzen.

Da Amatrice selbst am Apennin liegt, wird es in die stark gefährdete Erdbebenzone 1 eingestuft. Schon 1639, 1672, 1703 und 1737 wurden in Amatrice schwere Erdbeben verzeichnet.

Am 24. August 2016 erschütterte erneut ein schweres Erdbeben den Ort. 290 Personen starben. Das Epizentrum lag dabei etwa 10 km nördlich von Amatrice. Der Ort wurde größtenteils zerstört. Der mittelalterliche Turm Torre Civica wurde bei dem Erdbeben ebenso beschädigt, blieb aber aufrecht stehen. Die Uhr, die dabei zu Boden fiel, blieb um 3:38 Uhr stehen, sodass diese bis heute als Mahnmal für die Naturkatastrophe gilt.

Kurz darauf, am 30. Oktober 2016 bebte die Erde mit der Stärke 6,5 erneut. Der obere Teil des Turmes brach ein.

Am 18. Januar 2017 erschütterte ein weiteres Erdbeben mit der Stärke 5,7 den kleinen Ort, bei dem nun auch der Rest des Turmes einbrach.

Die Kommune Amatrice gab den Plan für den Wiederaufbau im Frühjahr 2017 bekannt. Bis jetzt wurden etliche Häuser neu gebaut, einige Läden haben wiedereröffnet und Dienstleistungen, wie beispielsweise ein Frisör, werden wieder angeboten.

Insgesamt wurden mit Stand August 2017 33 Siedlungen für die Anwohner, die ihr Haus verloren haben, aufgebaut. Einige Siedlungen umfassen lediglich 5 bis 6 Häuser, andere wiederum mehrere Hundert mit bis zu 614 Häusern, wie die Kommune in Amatrice mitteilt. Über 100.000 Tonnen Geröll und Schutt wurden bisher abgetragen. Einige Straßen sind wieder passierbar.

„Adesso deve entrare nel vivo quella fase di ricostruzione che sarà impegnativa e difficile”, wie Nicola Zingaretti, der Präsident der Region Latium, erklärte, was so viel wie „Nun muss zum Leben nun auch die Rekonstruktionsphase eintreten, die schwierig und steinig sein wird“, heißt.

Einstufung von Erdbeben

 

Erdbeben werden in unterschiedlichen Stärken eingestuft, um diese miteinander besser vergleichen zu können.

Im Jahr 1883 wurde eine Skala in 10 Stufen von den Geologen M. S. De Rossi und F. A. Forel entwickelt, die die Stärke der Erdbeben einstufen konnte.

Straßensperrung auf Sizilien wegen Unpassierbarkeit der Straße, Copyright: italien-sehenswertes.de

Im Jahr 1902 wurde eine 12-stufige Skala, die Mercalliskala, entwickelt, die ausschließlich auf subjektive Empfindungen ausgerichtet war. Bei dieser Skala orientierten sich die Geologen daran, welche Geräusche das Erdbeben verursachte und welche Schäden es an Gebäuden, Straßen und Landschaften anrichtete. Diese Skala fand demnach in der Makroseismik Anwendung.

Im Jahre 1964 erfuhr due Mercalliskala eine Weiterentwicklung zur MSK-Skala (Medwedew-Sponheuer-Karnik-Skala) und später zur EMS-Skala (Europäische Makroseismische Skala).

Magnitude

 

Eine Messung von physikalischen Größen ermöglichen seismologische Messstationen, die etwa ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stets verbessert wurden. Es wurden verschiedene Magnitudenskalen eingeführt, welche die Stärke des Erdbebens in Bezug auf die aufgezeichneten Amplitudenwerte wiedergeben sollten. Die Momenten-Magnituden-Skala (Mw) hat sich dabei besonders herausgehoben, die bis heute auch die gebräuchlichste Skala unter den Seismologen ist. Die Einteilung der Skala ist von Mw 0 (leichtes Beben) bis Mw 10,6 (Zerbrechen der Erdkruste).

Die MSK-Skala

 

  • Stärke I: Registrierung nur von Seismographen
  • Stärke II: Vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen
  • Stärke III: Wahrnehmung ist minimal
  • Stärke IV: Wahrnehmung ist von vielen Personen gegeben, Klirren von Geschirr
  • Stärke V: Pendeln von hängenden Gegenständen, Personen erwachen aus dem Schlaf
  • Stärke VI: Leichte Schäden am Gemäuer von Gebäuden
  • Stärke VII: Sichtbare Risse im Putz von Gebäuden, in Wänden und an Schornsteinen
  • Stärke VIII: Erhebliche Risse im Mauerwerk, Einstürzen von Giebelteile und Dachsimse
  • Stärke IX: Einstürzen von Wänden und Dächer einiger Gebäude, Erdrutsche bilden sich
  • Stärke X: Einstürzen vieler Gebäude; Erdspalten tun sich auf
  • Stärke XI: Viele Erdspalten, Erdrutsche in den Bergen
  • Stärke XII: starke Veränderungen an der Oberfläche der Erde

Die EMS-Skala

 

  • Stärke I: nicht fühlbar – Nicht wahrnehmbar
  • Stärke II: kaum bemerkbar – Ruhende Personen können das Beben wahrnehmen
  • Stärke III: schwach – Schwache Erschütterungen
  • Stärke IV: deutlich – Wahrnehmbar von vielen Personen, Erwachen aus dem Schlaf, Türen und Geschirr klirren, Pendeln von hängenden Objekten.
  • Stärke V: stark – Starke Erschütterungen, Öffnen von Fenstern und Türen
  • Stärke VI: leichte Gebäudeschäden – Herunterfallen von kleinen Gegenständen, leichte Verputzschäden an Gebäuden mit leichten Rissen
  • Stärke VII: Gebäudeschäden – Möbel verrutschen, Herunterfallen von Gegenständen, Beschädigung an Gebäuden, starke Mauerrisse, Einstürzen von Gebäudeteilen
  • Stärke VIII: schwere Gebäudeschäden – Umfallen von Möbeln, Beschädigung vieler Gebäude, Einstürzen von Gebäuden, erhebliche Mauerrisse
  • Stärke IX: zerstörend – Einstürzen einiger Gebäude, Denkmäler und Säulen
  • Stärke X: sehr zerstörend – Einstürzen vieler Gebäude
  • Stärke XI: verwüstend – Einstürzen der meisten Gebäude
  • Stärke XII: vollständig verwüstend – Einstürzen und Zerstörung fast aller Gebäude über- sowie unterirdisch

Chronologie der Erdbeben in Italien

Nachfolgend ist für jedes Jahr eine Zusammenfassung aller Erdbeben in Italien zusammengestellt, die mindestens eine Magnitude von 4 aufwiesen.

Print Friendly, PDF & Email