Region Basilikata Italien

Region Basilikata Italien, Copyright: TUBS

Die Region Basilikata (Basilicata) ist eine der kleinsten italienischen Regionen. Sie befindet sich im Süden Italiens zwischen Apulien und Kampanien und besteht aus nur zwei Provinzen – Matera und Potenza. Die Stadt Potenza in der gleichnamigen Provinz bildet die Hauptstadt der Basilikata. Matera hingegen ist berühmt für seine charakteristischen Höhlensiedlungen, den Sassi, die auch gleichzeitig als Kulturhauptstadt Europas 2019 gewählt wurden. Seit 1993 gehören die Sassi zum UNESCO Weltkulturerbe.

Geographie

Region Basilikata mit Provinzen; Copyright: Mortadelo2005

Die italienische Region Basilikata wurde von 1932 bis 1947 offiziell „Lucania“ genannt. Sie verfügt über einen sehr schmalen Küstenstreifen. Lukanien, eine Landschaft antiken Ursprungs, hatte eine wesentlich größere Fläche und reichte bis in das Landesinnere von Kampanien und Salerno. Sie umfasste das gesamte Gebiet der Region Cilento bis zum Fluss Sele. Nördlich gesehen, reichte das lukanische Gebiet bis zum Fluss Bradano. 

Die Bezeichnung Basilikata stammt aus dem 10. Jahrhundert, der byzantinischen Zeit. Eine Verwaltungseinheit (giudizierato) hat nach der normannischen Eroberung diesen Namen getragen und erstreckte sich über die Provinz Potenza und teilweise über Matera.

Gemeinden der Basilikata

Die Basilikata untergliedert sich in zwei Provinzen: Matera und Potenza. Diese wiederum untergliedern sich in 131 Gemeinden: 100 Gemeinden, die an der Provinz Potenza angegliedert sind und 31 Gemeinden der Provinz Matera.

In jeder Gemeinde gibt es bestimmte Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Dabei hängt die Bekanntheit der Sehenswürdigkeit natürlich von auch von der Popularität ab. Die Sassi von Matera sind demnach sicherlich bekannter als das Schloss von Valsinni.

Provinz Matera und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Provinz Matera hat eine Fläche von rund 3.447 qm. In ihr leben aktuell 198.867 Einwohner. Es wird dabei eine ungefähre Dichte von 57 Einwohnern pro km² und 82.393 Familien erreicht. Wichtigste Sehenswürdigkeit der Provinz Matera sind die Sassi di Matera. Zudem gehören zur Provinz Matera der Ort Aliano, der durch Carlo Levi bekannt wurde und der sehenswert ist sowie die Gemeinde Bernalda mit Metapont. Generell ist die Provinz Matera sehr sehenswert. Sie ist mit antiken, mittelalterlichen kleinen Orten durchzogen, die sich fast allesamt in hügeligen Gebieten befinden.

Provinz Matera Einwohnerzahl Provinz Matera Einwohnerzahl
Accettura 1.807 Montescalgioso 9.877
Aliano 967 Nova Siri 6.810
Bernalda 12.453 Oliveto Lucano 417
Calciano 739 Pisticci 17.602
Cirigliano 359 Policoro 17.694
Colobraro 1.203 Pomarico 4.084
Craco 725 Rotondella 2.592
Ferrandina 8.593 Salandra 2.745
Garaguso 1.038 San Giorgio Lucano 1.157
Gorgoglione 960 San Mauro Forte 1.473
Grassano 5.077 Scanzano Jonico 7.624
Grottole 2.116 Stigliano 4.112
Irsina 4.909 Tricarico 5.202
Matera 60.403 Tursi 4.981
Miglionico 2.454 Valsinni 1.486
Montalbano Jonico 7.203    

Provinz Potenza und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Provinz Potenza mit der gleichnamigen Hauptstadt der Region, umfasst eine Fläche von 9.994,61 km². In ihr leben derzeit mit Stand 01.01.2018 567.118 Einwohner. Wichtigste Sehenswürdigkeiten der Basilikata und der Provinz Potenza sind in Venosa, Melfi und Potenza selbst zu finden. Unweit von Maratea, auf dem Gipfel des Monte San Biagio (623 m) steht die 21 m hohe aus Carrara-Marmor gefertigte Christusstatue von Maratea (Statua del Redentore). Sie wurde vom  Bildhauer Bruno Innocenti aus Florenz geschaffen und gilt bis heute als Wahrzeichen der Stadt Maratea und zum Teil auch der Basilikata.

Provinz Potenza Einwohnerzahl Provinz Potenza Einwohnerzahl
Abriola 1.479 Nemoli 1.471
Acerenza 2.337 Noepoli 841
Albano di Lucania 1.409 Oppido Lucano 3.763
Anzi 1.648 Palazzo San Gervasio 4.825
Armento 604 Paterno 3.327
Atella 3.829 Pescopagano 1.851
Avigliano 11.350 Picerno 5.869
Balvano 1.828 Pietragalla 4.046
Banzi 1.322 Pietrapertosa 992
Baragiano 2.615 Pignola 6.908
Barile 2.729 Potenza 67.211
Bella 5.014 Rapolla 4.353
Brienza 4.030 Rapone 952
Brindisi Montagna 881 Rionero in Vulture 13.236
Calvello 1.931 Ripacandida 1.696
Calvera 384 Rivello 2.731
Campomaggiore 786 Roccanova 1.477
Cancellara 1.276 Rotonda 3.435
Carbone 608 Ruoti 3.542
Castelgrande 914 Ruvo del Monte 1.064
Castelluccio Inferiore 2.072 San Chirico Nuovo 1.332
Castelluccio Superiore 796 San Chiricio Raparo 1.032
Castelmezzano 789 San Costantino Albanese 686
Castelsaraceno 1.349 San Fele 2.927
Castronuovo di Sant´Andrea 1.016 San Martino d´Agri 757
Cersosimo 622 San Paolo Albanese 260
Chiaromonte 1.922 San Severino Lucano 1.518
Corleto Perticara 2.521 Sant´Angelo le Fratte 1.395
Episcopia 1.389 Sant´Arcangelo 6.448
Fardella 631 Sarconi 1.417
Filiano 2.890 Sasso di Castalda 831
Forenza 2.018 Satriano di Lucania 2.342
Francavilla in Sinni 4.158 Savoia di Lucania 1.089
Gallicchio 888 Senise 6.995
Genzano di Lucania 5.688 Spinoso 1.422
Ginestra 751 Teana 585
Grumento Nova 1.694 Terranova di Pollino 1.141
Guarda Perticara 543 Tito 7.355
Lago Negro 5.442 Tolve 3.190
Latronico 4.420 Tramutola 3.033
Laurenzana 1.735 Trecchina 2.297
Lauria 12.694 Trivigno 660
Lavello 13.411 Vaglio Basilicata 1.994
Maratea 5.088 Venosa 11.732
Marsico Nuovo 4.014 Vietri di Potenza 2.787
Marsicovetere 5.531 Viggianello 2.940
Maschito 1.621 Viaggiano 3.347
Melfi 17.878 Montemilone 1.556
Missanello 564 Montemurro 1.206
Moliterno 3.916 Muro Lucano 5.344

Tourismus und Urlaubsorte

Der Tourismus kann in der Basilikata grob in drei Kategorien unterteilt werden:

1. Geschichtlich-kultureller Urlaub: Es werden vor allem die Städte der Magna Grecia wie Metaponto, Policoro und Nova Siri, die aus der römischen Zeit stammenden Städte wie Venosa und Grumentum, die mittelalterlichen Städte Melfi, Miglionico, Tricarico und Valsinni sowie die Sassi di Matera, einer noch teilweise bewohnten prehistorischen Kulturstätte, angeschaut. Urlauber interessieren sich vor allem für Sehenswürdigkeiten der Basilikata, die geshcichtlich interessant sind.

2. Urlaub am Meer: Hier werden vor allem die lukanischen Küsten wie die der tyrrhenischen Küste Maratea und die der ionischen Küste mit Metaponto, Scanzano Jonico, Policoro, Rotondella und Nova Siri besucht. Urlauber sind hier vornehmlich am Meer. Sehenswürdigkeiten, wie die Stadt Matera oder die Burg von Melfi werden trotzdem gern als Tagesausflug angeschaut. 

3. Urlaub in den Bergen mit Exkursionen: Urlauber, die eher einen Bergurlaub und Exkursionen anstreben, besuchen in der Basilikata sehr häufig Nationalparks wie den Parco nazionale del Pollino, Parco Nazionale Val d’Agri, die Dolomiti Lucane, i Laghi di Monticchio und die Zonen des Apennins. Augenmerk wird vor allem auf Wanderrouten gelegt. Interessant ist alles, was sich auf den Wanderungen ergibt.

Basilikata Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten der Basilikata sind vielfältig. Es existieren zahreiche Burgen, teilweise noch im guten Zustand, teilweise zerfallen, 270 katholische Kirchen, griechisch-römische Tempelanlagen sowie viele interessante Naturformationen, als Beispiel kann man hier die Lukanischen Dolomiten anbringen.

Kirchen und Basiliken

Die Basilikata hat auch etliche Kirchen zu bieten. Insgesamt gibt es 270 katholische Kirchen, von denen

  •  auf Potenza – Muro Lucano – Marsico Nuovo 61 Kirchen (1.634 km²)
  • auf Acerenza 21 Kirchen (1.250 km²)
  • auf Matera – Irsina 52 Kirchen (2.020 km²)
  • auf Melfi – Rapolla – Venosa 32 Kirchen (1.316 km²)
  • auf Tricarico 32 Kirche (1.237 km²)
  • auf Tursi – Lagonegro 72 Kirchen (2.509 km²) entfallen.

Schlösser und Burgen der Basilikata

Von den meisten Schlössern stehen nur noch die Ruinen. Allerdings können in der Basilikata auch Schlösser und Burgen besichtigt werden, die erstaunlicherweise sehr gut erhalten sind und demzufolge interessante Sehenswürdigkeiten der Basilikata darstellen.

Die Basilikata umfasst mitunter folgende Burgen, Türme und Schlösser:

  • Il castello di Valsinni
  • La torre di Satriano
  • Il castello di Matera
  • Il castello di Ruvo del Monte
  • Il castello di Lavello
  • Le torri di Tricarico
  • Il castello di Sant`Arcangelo
  • Il castello di Venosa
  • Il castello di Irsina (Montepeloso)
  • Il castello di Trecchina
  • Il castello di Lagonegro
  • Il castello di Brienza
  • Il castello di Melfi
  • Il castello di Brindisi di Montagna
  • Il castello di Monteserico presso Genzano
  • Il castello di Muro Lucano
  • Il castello di Moliterno
  • Il castello di Miglionico
  • Il castello di Oppido
  • Il castello di Pescopagano
  • Il castello di Pietragalla
  • Il castello di Saponara di Grumento
  • Il castello di Lagopesole
  • Il castello di Palazzo San Gervasio
  • Il castello di Lauria
  • Il castello di Potenza
  • Il castello di Laurenzana
  • La torre di S. Mauro Forte
  • Il castello di Ferrandina
  • Il castello di Bernalda
  • Il castello di Grottole
  • Alte Mauer und Castelvecchio di Matera
  • Il Castello di Stigliano

Städte der Magna Grecia

Metaponto

Metaponto, im Altgriechischen Μεταπόντιον, ist ein Teil der Komune von Bernalda in der Provinz Matera. Metaponto hat derzeit um die 13.000 Einwohner, wobei die Zahl in den Sommermonaten ansteigt. Im Jahr 1277 wurde Region nur von 380 Siedlern, 1320 von 340, 1561 von 1.420 und 1861 von 6.097 Personen bewohnt. Metaponto mit der Gemeinde Bernalda erlebte im Laufe der Geschichte bis heute einen steten Anstieg der Einwohnerzahlen.

Die Gegend um Metaponto wird Metapontino genannt, welche sich zwischen den Flüssen Bradano und Basento befindet. Die Gegend Metapontino ist eine der wichtigsten Gegenden an der ionischen Küste in der Basilikata. Bis zum Jahr 1930 als Metaponto von Bernalda, bis dato eine sehr kleine Gemeinde, mit in die Komune von Bernalda eingespeist wurde, gehörte sie zur Gemeinde von Pisticci. Deie Bezeichnung Metaponto hat seinen Ursprung vom Griechischen μετα (τον) ποντον (meta (ton) ponton), was soviel wie “zwischen den Flüssen” bedeutet.
In der Nähe von Metaponto befindet sich die archäologische Stätte von Metaponto, in der Überbleibsel aus der griechischen Zeit zu finden sind. Vor allem der Tempelbau Tavole Palatine und das archäologische Nationalmuseum sind bei den Urlaubern sehr beliebt und stellen wichtige Sehenswürdigkeiten der Basilikata dar.

Policoro

Policòro, im lokalen Dialekt auch Pulecòre genannt, ist eine italienische Gemeinde mit 17.694 Einwohnern (Stand 01.01.2018) in der Provinz Matera. Die Bezeichnung Policoro entstammt dem Altgriechischen Polychoron, Πολύχωρον. In der Nähe sind einige archäologische Reste der antiken Stadt Eraclea zu finden, welche damals ein wichtiges Zentrum der Magna Grecia darstellte.

Nova Siri

Nova Siri, früher Bollita genannt, ist eine Gemeinde mit 6.810 Einwohnern (Stand 01.01.2018) in der Provinz Matera an der ionischen Küste. Nova Siri kann in den Ort Nova Siri und in den Küstenstreifen Nova Siri Marina unterteilt werden. Die angrenzenden Gemeinden sind Rotondella (7 km), Rocca Imperiale (CS) (11 km), Nocara (CS) und Canna (CS) (13 km) sowie Valsinni (15 km). Etwa 75 km trennen Nova Siri von Matera und 139 km von Potenza, der Hauptstadt von Basilikata.

Städte der Basilikata aus römischer Zeit

Venosa

Venosa, auch Venusia in Latein und Venòse im lukanischen Dialekt genannt, ist eine italienische Gemeinde mit 11.732 Einwohnern (Stand am 01.01.2018) in der Provinz Potenza im Gebiet von Vulture. Venosa ist zugleich Mitglied der Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“, in der derzeit 196 Gemeinden gelistet sind. Die Stadt ist eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten der Basilikata, da sie zahlreiche sehenswerte historische Gebäude umfasst.

Venosa hat zahlreiche Kirchen zu bieten. Darunter sind zum Beispiel der Komplex der Santissima Trinità (Complesso della Santissima Trinità), Concattedrale di Sant’Andrea, Chiesa del Purgatorio, Chiesa di Santa Maria della Scala, Chiesa di San Martino, Chiesa di San Domenico, Chiesa di San Rocco, Chiesa di San Biagio, Chiesa di San Giovanni Battista, Chiesa della Madonna delle Grazie und die Chiesa di San Michele Arcangelo.

Zudem sind einigen Palazzi in Venosa sehenswert, wie zum Beispiel der Palazzo Calvini, Cosiddetta Casa di Quinto Orazio Flacco, der Palazzo del Balì, Palazzo De Luca, Palazzo del Capitano, Palazzo Rapolla und der Palazzo D’Ardes.

Insgesamt hat Venosa drei populäre Springbrunnen zu bieten. Diese wären neben weiteren Brunnen die Fontana Angioina, die Fontana di Messer Oto und die Fontana di San Marco. Im Ort gibt es weitere Brunnen, die vor allem in der Zeit Mussolinis errichtet wurden.

In Venosa liegt auch das Schloss Aragonese (Castello Aragonese), welches auf Befehl von Pirro de Balzo im Jahr 1470 errichtet wurde. Im Inneren des Schlosses ist heute die Gemeindebibliothek und das staatliche Archäologische Museum von Venosa zu finden.

Neben einer archäologischen Stätte und einem römischen Amphitheater befinden sich in Venosa auch hebräische Katakomben, die auf dem Hügel der Maddalena liegen.

Venosa ist auch der Anbauort der Reben für den berühmten Rotwein Aglianico del Vulture.

Grumento Nova

Grumentum war eine antike römische Stadt in Lucania. Derzeit sind noch archäologische Reste der Stadt auf dem Hügel von Grumento Nova (PZ) zu finden. In der Nähe befindet sich auch der Lago di Pietra del Pertusillo im Gebiet „Spineta“. Grumentum an sich ist eine Sehenswürdigkeit in der Basilikata, denn dort befindet sich das antike Theater aus der augustinischen Zeit (teatro di epoca augustea), ein Forum mit Tempelresten, ein Aquädukt, ein Amphitheater und die Necropoli, welche Gräber beherbergen. Zudem ist die Kirche Chiesa di Santa Maria Assunta in Grumentum zu finden.

Mittelalterliche Städte der Basilikata

Melfi

Castello di Melfi, Copyright: Mikils, GNU

Melfi, auch Mélfe im lukanischen Dialekt, ist eine Gemeinde mit 17.878 Einwohnern (Stand: 01.01.2018) in der Provinz Potenza. Die Stadt besitzt bis heute einen mittelalterlichen Stadtkern und ist zu einem wichtigen Industriezentrum geworden. In Melfi selbst gibt es zahlreiche religiöse Gebäude, wie zum Beispiel die Kathedrale Santa Maria Assunta (Cattedrale di Santa Maria Assunta), die Chiesa di Sant’Antonio, Chiesa di Sant’Anna e Santa Maria del Suffragio, die Chiesa della Madonna del Carmelo (Carmine) sowie die Chiesa di San Teodoro und die Chiesa di San Lorenzo. Zudem sind bis heute noch einige Palazzi und Brunnen gut erhalten. Zu den wichtigsten Brunnen gehören die Fontana del Bagno, Fontana del Bagnitello und die Fontana Acqua Santa.

Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Basilikata und von Melfi ist das Schloss von Melfi (Castello di Melfi). Von den Normannen erbaut ist es heute eines der wichtigsten und nennenswertesten Schlösser aus dem Mittelalter in der Basilikata.

Der historische Kern von Melfi ist zudem von einer vier Kilometer langen Mauermmit sechs Durchgängen umgeben.

Migliónico

Migliónico, im lokalen Dialekt auch Megghiuòneche gesprochen, ist eine Gemeinde mit 2.454 Einwohnern (Stand 01.01.2018) in der Provinz Matera. Migliónico ist hauptsächlich für sein Schloss berühmt, dem Castello del Malconsiglio, welches aus dem 8. bis 9. Jahrhundert stammt. Alessandro di Andria machte beim Bau des Schlosses den Anfang. Im 14. Jahrhundert wurde dem Schloss eine dritte Bauzeit unterzogen. Die Form des Schlosses gleicht einem Parallelogramm mit sieben Türmen (einige quadratisch (dies sind die ältesten), einige rund und 2 Doppeltürme). Der Eingang des Schlosses befindet sich heute an der nordöstlichen Seite, während der Originaleingang südlich lag. Dieser wurde aber durch ein Erdbeben im Jahr 1857 zerstört.

Tricarico

Tricarico oder auch Trecàreche im trikarikesischen Dialekt gesprochen, ist eine Gemeinde mit 5.202 (Stand 01.01.2018) Enwohnern in der Provinz Matera. Tricarico ist auf einer Höhe von 698 m über dem Meeresspiegel gelegen und als eine arabisch-normannisch geprägte Stadt bekannt. Die Stadt hat einen der wichtigsten mittelalterlichen Stadtkerne aufzuweisen, der zudem noch sehr gut erhalten ist.

In Tricarico gibt es zahlreiche Kirchen und religiöse Gebäude, wie zum Beispiel das Santuario della Madonna di Fonti und die Cattedrale di Santa Maria Assunta. Zudem sind ein Turm aus normannischer Zeit und zahlreiche alte Palazzi noch gut erhalten.

Die prehistorische Stätte Matera

Sassi di Matera in Matera

Matera 1974, Copyright: italien-sehenswertes.de

Die Sassi di Matera befinden sich im antiken Zentrum von Matera, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz mit 198.867 Einwohnern (Stand 01.01.2018) und gehören zu den wichtigsten und populärsten Sehenswürdigkeiten der Basilikata. Die Sassi di Matera unterteilen sich in Sasso „Caveoso“ und in Sasso „Barisano“, welche beide die „Civita“ formen, den komplexen Stadtkern von Matera. Matera hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Diesbezüglich wurde sie auch zur europäischen Kulturstadt 2019 (Capitale Europea della Cultura 2019) ernannt. Der Slogan für Matera für 2019 lautet: „Open Future“.

Nationalparks der Basilikata

In der Basilikata gibt es 11 geschützte Nationalparks und Naturreservate. Diese wären:

  • Parco nazionale del Pollino
  • Parco nazionale dell’Appennino Lucano-Val d’Agri-Lagonegrese

Regionale geschützte Naturparks

  • Parco di Gallipoli Cognato e Piccole Dolomiti Lucane
  • Parco della Murgia Materana

Regionale geschützte Naturreservate

  • Riserva Regionale Lago Piccolo di Monticchio
  • Riserva Regionale Abetina di Laurenzana
  • Riserva Regionale San Giuliano

Andere Naturparks

  • Riserva naturale orientata Bosco Pantano di Policoro
  • Riserva naturale speciale dei Calanchi di Montalbano Jonico
  • Riserva regionale Lago Laudemio (Remmo)
  • Riserva regionale Lago Pantano di Pignola

Staatliche Naturreservate

  • Riserva naturale Agromonte Spacciaboschi
  • Riserva naturale Coste Castello
  • Riserva naturale Grotticelle
  • Riserva naturale I Pisconi
  • Riserva naturale Marinella Stornara
  • Riserva naturale Metaponto
  • Riserva naturale Monte Croccia
  • Riserva naturale Rubbio

Geschichte der Basilikata

Die Region Basilikata war seit der Römischen Reich-Eingliederung unselbstständig. Die Geschichte an sich hat es sich mit seinen Nachbargebieten Richtung Norden geteilt. Zu dieser Zeit war Italien zersplittert und die Territorien waren nicht eindeutig auszumachen, gerade in der Zeit der normannischen und langobardischen Eroberung. Nach dieser Zeit gehörte Basilikata erst einmal zu Neapel und seit 1861 zu Italien. So wurde die Basilikata in der Zeit von 1932 bis 1947 offiziell Lucania genannt.

Carlo Levi und Aliano

In seinem Buch „Christus kam nur bis Eboli“ schildert der nach Aliano versetzte Levi eindrucksvoll das Leben und den Alltag in dem Dorf Aliano in der Zeit des 2. Weltkrieges, als er in Gagliano, wie er das Dorf versuchte zu verbergen, lebte. Das Buch wurde 1945 erstmals veröffentlicht. Seine Schilderungen sind eindringlich und sehr detailliert, sodass eine Vorstellung der Gegebenheiten sehr gut möglich ist. Interessant ist vor allem die Passage, in der Levi das historische Matera beschreibt, wie es seine Schwester gesehen und erlebt hatte. Fliegen saßen in den Augen der Kinder; die Kinder waren zerlumpt, gelb von Malaria; ihre Bäuche waren aufgedunsen und in den Steinbehausungen konnte man sich ohne Weiteres die schlimmsten Infektionen holen, da Vieh und Mensch in nur einem Raum hausten. Matera war eben das, was man Hölle auf Erden nennen konnte.

Ich habe das Buch von Carlo Levi gelesen. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, vor einem Besuch der Basilikata dieses Buch zu lesen. Nachdem man das Buch gelesen hat, sieht man die Basilikata mit anderen Augen und kann vor allem Aliano, Graco, Stigliano und Matera ganz anders begreifen.

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